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Veröffentlicht am 24.06.2024

Mit Teenies durch die Stadt

Berlin für Teenager
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Ja, Berlin hat viel zu bieten. Aber seine Teenies am Wochenende zu Ausflügen zu motivieren kann schon anstrengend sein. Während sie als Kinder noch Spaß an der Entdeckung der Stadt hatten, ist nun alles ...

Ja, Berlin hat viel zu bieten. Aber seine Teenies am Wochenende zu Ausflügen zu motivieren kann schon anstrengend sein. Während sie als Kinder noch Spaß an der Entdeckung der Stadt hatten, ist nun alles eher öde und langweilig. Da kam uns dieses Buch gerade recht. Geschrieben von zwei Berliner Teenagern für Teenager. Wir finden hier altbekannte Klassiker, wie den Zoologischen Garten oder das Brandenburger Tor aber auch einige Ecken von Berlin die nicht unbedingt in Reiseführern zu finden sind. In der Rubrik Sehenswürdigkeiten konnte ich als Berlinerin kaum etwas neues entdecken, die Kategorien Shopping und Essen und Trinken fand ich jedoch sehr inspirierend. So können wir den Besuch einer Sehenswürdigkeit wunderbar mit einem kulinarischen Ereignis verbinden. Oder bei einem Stadtsparziergang gezielt ein Geschäft ansteuern, an dem unsere Kinder auch richtig Freude haben. Für mich hätte das Buch gerne noch doppelt so dick sein können. Für einen Kurztrip nach Berlin ist es aber genau richtig.

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Veröffentlicht am 21.06.2024

Gestohlene Kindheit

Der Wind kennt meinen Namen
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In Isabel Allendes neustem Buch durchreisen wir mehrere Zeitebenen und so auch die Geschichten verschiedener Menschen, die sich jedoch ineinander verweben. Zentrales Thema ist die Flucht und insbesondere ...

In Isabel Allendes neustem Buch durchreisen wir mehrere Zeitebenen und so auch die Geschichten verschiedener Menschen, die sich jedoch ineinander verweben. Zentrales Thema ist die Flucht und insbesondere ihre Auswirkung auf die Kinder. So lernen wir Samuel kennen, der 1938 aus Nazi-Österreich durch einen Kindertransport nach Großbritannien gerettet wurde, jedoch auch schwer traumatisiert. Sowie auch Anita die mit ihrer Mutter aus Südamerika fliehen muss da ihr Leben dort bedroht wird und dann auf grausame Weise an der Grenze zu den USA von ihrer Mutter getrennt wird. Wie immer hat mir der Schreibstil der Autorin sehr gut gefallen. Die Geschichte wird trotz ihres schweren Themas auf leichte Weise erzählt, durchsetzt von spirituellen Geistergeschichten wie man es von Isabel Allende gewohnt ist. Dennoch muss ich sagen, dass es nicht unbedingt mein Lieblingsbuch von ihr werden wird. Es hat mir gut gefallen und ich finde es großartig, dass dieses wirklich menschenverachtende Vorgehen der USA thematisiert wird. Mir waren es dann jedoch zu viele unterschiedliche Perspektiven, Geschichten und Personen. Mancher Nebenschauplatz war für mich weniger interessant und lenkte vom Hauptthema ab. Und doch denke ich, dass es ein Buch sein wird, dass ich so schnell nicht vergessen werde.

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Veröffentlicht am 10.06.2024

Mord mit Bergpanorama

Tod im Chiemgau
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Seit 10 Jahren war Toni nicht mehr in seiner Heimat Reit im Winkl. Und das hat einen guten Grund, denn damals musste er mit ansehen, wie sein bester Freund in den Tod stürzte. Als nun aber Tonis Vater ...

Seit 10 Jahren war Toni nicht mehr in seiner Heimat Reit im Winkl. Und das hat einen guten Grund, denn damals musste er mit ansehen, wie sein bester Freund in den Tod stürzte. Als nun aber Tonis Vater verstirbt, möchte er an dessen Beerdigung teilhaben. Doch schon nach kurzer Zeit muss er feststellen, dass es wohl jemand auf ihn abgesehen hat und ihm nach dem Leben trachtet. Doch wer empfindet so viel Hass und was könnte das Motiv sein. Zusammen mit der jungen Kommissarin Roxy versucht er den Vorgängen auf die Spur zu kommen.
Besonders gut hat mir in diesem Kriminalroman der regionale Hintergrund gefallen. Toni ist Bergführer und liebt es Touren zu unternehmen. So hatte man beim Lesen das Bergpanorama vor Augen. Kriminalistisch war ich als Leser ebenso gefordert. So mancher Verdacht kam auf, verflüchtigte sich jedoch wieder und mündete in Ratlosigkeit. So soll es ja auch sein bei einem Krimi: Gute Unterhaltung und Mörderjagd.

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Veröffentlicht am 04.05.2024

Familienbande

Ostseefinsternis
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Ein Überfall auf die junge Frau Stella und ein Mord an ihrem Geliebten Benno halten den Ort Kaltenbrode in Atem. Die Kommissarin Pia Korittki hatte eigentlich vor, die Herbstferien mit ihrem Sohn Felix ...

Ein Überfall auf die junge Frau Stella und ein Mord an ihrem Geliebten Benno halten den Ort Kaltenbrode in Atem. Die Kommissarin Pia Korittki hatte eigentlich vor, die Herbstferien mit ihrem Sohn Felix und ihrem Freund Marten ruhig an der Ostsee zu verbringen. Aber nun muss Marten Felix zum Schwimmkurs bringen und Pia ermitteln. Und das ist gar nicht so einfach, denn Kaltenbrode wird von zwei verfeindeten Familien dominiert. Pia stößt auf dunkle Geheimnisse, Lügen und Intrigen.
Pias 19. Fall begann spannend und verheißungsvoll. Durch den weit verzweigten Stammbaum der Familien begegnen wir auch vielen Protagonisten. Hilfreich ist dabei jedoch ein Stammbaum vorne im Buch, an dem man sich gut orientieren kann. Dreiviertel des Buches fand ich spannend und kurzweilig. Die letzten 100 Seiten zogen sich jedoch ziemlich in die Länge. Die Auflösung fand ich doch sehr offensichtlich, während die Ermittler alle auf dem Schlauch zu stehen schienen, was mich etwas ärgerte. Im Fazit jedoch ein solider Krimi mit Ostseeflair und einer liebgewonnenen Kommissarin.

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Veröffentlicht am 27.03.2024

Schweigsam

Mutternichts
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Die Mutter ist der Mensch, mit dem man sich einen Körper geteilt hat, aus deren Zellen sich die eigenen geformt haben. Sollte es dann nicht auch der Mensch sein, den man am besten kennt? Dem man sich am ...

Die Mutter ist der Mensch, mit dem man sich einen Körper geteilt hat, aus deren Zellen sich die eigenen geformt haben. Sollte es dann nicht auch der Mensch sein, den man am besten kennt? Dem man sich am nächsten fühlt, verstanden und vertraut? Christine Vescoli kennt dieses Gefühl nicht. Denn ihre Mutter hat zeitlebens geschwiegen. Wollte ihre eigene Geschichte nicht preisgeben. Die Fakten ja, die sind bekannt. Als Kind einer armen Familie wurde die Mutter als Vierjährige weggegeben. Sie kannte sie nur die Arbeit und die hartherzige Bäuerin auf deren Hof sie gebracht wurde. Ihr Eltern bekamen weitere Kinder, aber alle außer ihr durften bleiben. So grausam und unverständlich, wie dies für den Leser ist, so unbegreiflich ist es auch für die Tochter. Und sie hat Fragen an ihre Mutter, doch die schweigt. Die Autorin möchte dieses Schweigen überwinden, möchte die Geschichte der Mutter verstehen, um sich auch selbst verstehen zu können. Der Text ist zart und poetisch, mit leisen Tönen, die jedoch in die Tiefe gehen und erschüttern. Fragen über den Sinn dieses Lebens kommen auf und werden mit tiefer Religiosität beantwortet. Als hätte das Leiden seine Berechtigung in der Nähe zu Gott. Hier zu begreifen, fällt auch mir schwer. Und so kann nichts anderes getan werden, als die lebenden Mütter zu fragen, denn die toten werden nicht mehr antworten.

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