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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2025

Was für ein Reinfall!

Spookily Yours
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Willow ist eine Hexe, die in Pleasant Grove lebt. Sie führt zusammen mit ihrer Schwester ein Café, ist aber traurig, weil ihre geliebte Katze vor einiger Zeit gestorben ist. Daher entscheidet sie sich ...

Willow ist eine Hexe, die in Pleasant Grove lebt. Sie führt zusammen mit ihrer Schwester ein Café, ist aber traurig, weil ihre geliebte Katze vor einiger Zeit gestorben ist. Daher entscheidet sie sich eines Tages für eine neue Katze - eine schwarze, die sprechen kann und ein verzauberter Dämon ist. Dem hat die Autorin den Damien gegeben - das allein hätte mich schon stutzig werden lassen sollen, was das (nicht vorhandene) Niveau dieser Geschichte betrifft ...
Sie verwandelt ihn zurück in einen Menschen, und natürlich ist das ihr absoluter Traummann, Willow Damiens absolute Traumfrau, der Inhalt besteht schon nach wenigen Seiten eigentlich nur noch daraus, dass die beiden unentwegt Sex miteinander haben an allen möglichen und unmöglichen Orten, unsterblich ineinander verliebt sind, sofort heiraten wollen und so weiter und so fort ...
Wie gesagt, schon die Tatsache, dass ein Dämon Damien heißt, hätte mich warnen sollen. Schon da hätte ich die Finger von diesem Buch lassen sollen. Ich habe es leider nicht getan - und es bereut.
"Spookily Yours" ist wirklich mit großem Abstand DER Reinfall des Jahres für mich, und ich bin absolut sicher, dass kein Buch das noch toppen kann ...
Stil und Sprache der Autorin sind absolut simpel. Immerhin liest sich die Geschichte dadurch schnell, so dass man nicht allzu viel Zeit damit verschwendet.
Die ersten Seiten fand ich noch süß, die Atmosphäre nett - aber dann wurde es unfassbar schnell unfassbar schlecht. Ich wollte das Buch mehrmals abbrechen.
Es gibt so viele Kritikpunkte ... etwa das fehlende Niveau, die fehlende Handlung. Die Figuren sind auch überhaupt nicht ausgereift.
Damien hat mich sehr schnell unglaublich genervt. Gefühlt jeder zweite Satz von ihm beginnt mit dem Wort fuck, sowohl beim Sex als auch sonst. Das kommt beim Leser nicht gut an, sondern bewirkt das genaue Gegenteil, ist einfach nur nervig und zum Fremdschämen.
Spicy Geschichten können nett sein - wenn es im Rahmen bleibt. Hier ist es einfach ausgeufert, war too much, völlig unpassend, völlig konstruiert, zum Fremdschämen und/oder sogar etwas eklig, etwa wenn er seine Körperflüssigkeiten in sie zurückschiebt.
Es hat alles einfach überhaupt nicht gepasst.
Auch sonst gab es Widersprüche, etwa auf S. 157. Willow hat noch nie ohne Komdom mit jemandem geschlafen, hatte schon ewig keine Beziehung mehr, nicht mal ein Date - nimmt dann aber die Pille?! Natürlich ist damit alles perfekt, sie können sofort Sex miteinander haben, der ersten heißen Szene steht nichts mehr im Wege ...
-Mal abgesehen davon, dass das auf mich total widersprüchlich, konstruiert und unglaubwürdig wirkte, sehe ich es vor allem auch deshalb sehr kritisch, weil das gerade für junge Leserinnen alles andere als ein gutes Vorbild ist ...
Damiens Verwandlung funktioniert so schnell, dass man sie kaum mitbekommt. Sie schwafeln viel zu schnell von Liebe und Heirat.
Wie gesagt, ich könnte noch lange weitere Kritikpunkte aufzählen.
Es hätte wenigstens eine nette Geschichte für den Herbst und gerade auch für Oktober und Halloween sein können, aber es ist einfach nur ein absoluter Reinfall und die Verschwendung wertvoller Lesezeit.
"Spookily Yours" ist leider eines der wenigen Bücher, die ich beim besten Willen nicht empfehlen kann und will, sondern von denen ich nur abraten kann.
Schade, da ich die Bücher aus dem HarperCollins-Verlag bisher eigentlich ohne Ausnahme toll fand. Hoffentlich war das nur ein Ausreißer ...

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Veröffentlicht am 07.08.2025

Nicht mehr meine Autorin ...

Mein Name ist Emilia del Valle
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1866 wird Emilia del Valle in den USA geboren. Ihre Eltern sind eine irische Nonne und ein chilenischer Aristokrat, doch sie wächst in armen Verhältnissen bei ihrem Stiefvater auf, da ihre Eltern nicht ...

1866 wird Emilia del Valle in den USA geboren. Ihre Eltern sind eine irische Nonne und ein chilenischer Aristokrat, doch sie wächst in armen Verhältnissen bei ihrem Stiefvater auf, da ihre Eltern nicht miteinander vereiratet sind, sondern es nur ein Abenteuer war. Das Schreiben ist ihr Leben. Daneben spielen Männer eine große Rolle für sie. Mit einem von ihnen reist sie nach Chile, um über den Bürgerkrieg zu berichten.
Es geht also vor allem um Liebe und Familie, daneben um Dinge wie den Bürgerkrieg.
******
Ich habe Isabel Allende früher sehr gerne gelesen, fand ihre letzten Romane aber so durchwachsen, dass ich ernsthaft überlegt habe, ob ich diese Autorin noch mal lesen möchte. Ich wollte es ein letztes Mal mit Emilia del Valle versuchen. -Nun steht für mich fest, dass dies mein letzter Roman von Isabel Allende war.
Den Schreibstil empfand ich erst als etwas anstrengend zu lesen, doch ich gewöhnte mich schnell daran, fand ihn dann sogar sehr gut.
Emilia ist auch eine faszinierende Figur. Ich kann also nur schwer erklären, was mir hier gefehlt hat, warum ich endgültig keine Lust mehr auf die Romane dieser Autorin habe.
Mal fand ich die Handlung fesselnd und spannend, aber meist war ich einfach nur gelangweilt, fand keinen rechten Zugang, habe Seiten nur noch überflogen. Ich gelangte immer mehr zu der Erkenntnis, dass ich dieses Buch nicht lesen will und muss.
Da es sich um kein Rezensionsexemplar handelte, habe ich mir irgendwann die Freiheit rausgenommen, das Buch abzubrechen.
Fans der Autorin werden den Roman wohl lieben, und auch Leser, die historische Romane mit starken Frauen im Mittelpunkt mögen, werden vielleicht Gefallen an "Mein Name ist Emilia del Valle" finden. Für mich war es leider nichts, obwohl ich historische Romane liebe und diese Autorin früher sehr gerne gelesen habe.

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Veröffentlicht am 16.06.2024

Deprimierend und enttäuschend

Cascadia
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Ich kannte Julia Phillips noch nicht, entdecke aber gerne neue AutorInnen. Ihr Debüt wurde bereits gefeiert und ausgezeichnet, das Cover von "Cascadia" ist toll, der Klappentext klang so gut - das konnte ...

Ich kannte Julia Phillips noch nicht, entdecke aber gerne neue AutorInnen. Ihr Debüt wurde bereits gefeiert und ausgezeichnet, das Cover von "Cascadia" ist toll, der Klappentext klang so gut - das konnte doch eigentlich nur eine tolle Lektüre werden, oder? -Und doch war das leider nicht der Fall ...

Es geht um zwei Schwestern, Elena und Samantha, die auf einer Insel im Nordwesten der USA zusammen mit ihrer Mutter in ärmlichen Verhältnissen leben. Beide haben Jobs, damit die Familie über die Runden kommt - und natürlich träumen beide von einem anderen, neuen, besseren Leben. Diesen Traum wollen sie gemeinsam wahr werden lassen.
Eines Tages taucht ein Bär auf. Und dieser Bär wird das Leben von Elena und Samantha unwiderbringlich verändern ...

Wie gesagt, das klang interessant, spannend und gut. Natürlich wollte ich diesen Roman lesen. Rückblickend bin ich aber sehr enttäuscht und empfinde die Lektüre für mich als Verschwendung von Lebens- und Lesezeit. Dieser Roman war anders als erwartet, und er blieb definitiv hinter meinen Erwartungen zurück.
Zu Beginn findet man im Buch ein Zitat aus Schneeweißchen und Rosenrot, einem Werk der Gebrüder Grimm. Somit ahnt man, wenn man das Buch aufschlägt, schon, worum es gehen wird, was dieser Roman letztlich und wirklich ist. Immerhin in dieser Hinsicht hält "Cascadia", was versprochen wird. Wenn ich dieses Wissen im Vorfeld schon gehabt hätte, hätte ich vielleicht/wahrscheinlich auf die Lektüre verzichtet, denn ich bin kein Fan von Märchen und Märchenadaptionen. Leider findet sich etwa auf dem Buchumschlag kein Hinweis darauf, in welche Richtung "Cascadia" wirklich geht und was den Leser wirklich erwartet.
Julia Phillips schreibt weder besonders gut noch besonders schlecht; absolut durchschnittlich eben. Ihr Stil lässt sich angenehm flüssig lesen, ist aber nichts, was den Leser beeindruckt und/oder lange in Erinnerung bleiben wird.
Weder die Figuren noch die Handlung konnten mich fesseln und begeistern, sondern ich empfand die Lektüre im Gegenteil als langatmig und musste mich zum Weiterlesen zwingen. Ein Minimum an Spannung kommt lediglich am Ende auf, als deutlich wird, dass und welche Konflikte da schon länger zwischen den beiden Schwestern schwelen.
Jeder Leser wird diesen Roman anders empfinden, denn es gibt so viele Interpretationsmöglichkeiten. Mein Fall war das nicht, denn mir blieb alles viel zu diffus, ich hatte einfach zu jeder Zeit viel zu viele Fragezeichen im Kopf. Alles an diesem Roman war einfach nur seltsam, auch und vielleicht gerade auch das Ende.
Das größte Manko aber: "Cascadia" ist unfassbar negativ, bedrückend. Mir ging das einfach zu sehr an die Substanz; ich konnte die Geschichte vor allem auch wegen dieser Stimmung kaum ertragen und wollte das Buch auch deswegen mehrfach abbrechen.
Fazit also: Leser, die Märchenadaptionen mögen, gerne so viel wie möglich selbst interpretieren, könnten Gefallen an diesem Roman finden. Für mich war es leider ein Fehlgriff.

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Veröffentlicht am 25.05.2024

Ich kann den Hype nicht nachvollziehen ...

A Tempest of Tea
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Ich war schon immer wählerisch in Sachen Fantasy. Wenn mir was gefällt, lese ich dieses Genre aber sehr gerne. Leider ist das nur selten der Fall. "A Tempest of Tea" schien meinen Geschmack zu treffen; ...

Ich war schon immer wählerisch in Sachen Fantasy. Wenn mir was gefällt, lese ich dieses Genre aber sehr gerne. Leider ist das nur selten der Fall. "A Tempest of Tea" schien meinen Geschmack zu treffen; düstere Fantasy, Vampire, ein Teehaus ... das klang gut. Die Leseprobe gefiel mir. Rückblickend muss ich leider sagen, dass dieses Buch für mich einfach nur eine Verschwendung von Lebens- und Lesezeit war und nicht dazu beigetragen hat, meine Liebe für dieses Genre zu steigern - ganz im Gegenteil ...
Der Stil der Autorin ist nicht schlecht, lesen lässt sich das Ganze ganz gut. Erzählt wird abwechselnd aus der Perspektive der Mitglieder dieser Crew. Auch die Atmosphäre ist da.
Aber das war es dann auch schon.
Die Idee ist nicht schlecht, aber die Umsetzung gefiel mir leider überhaupt nicht.
Dieser erste Band der Dilogie war sehr langatmig. Es fehlte der rote Faden. Es gab einfach immer wieder Längen, ich musste mich zwingen, wirklich Satz für Satz, Zeile für Zeile zu lesen, statt nur noch zu überfliegen. Mehrmals dachte ich daran, das Buch abzubrechen.
Denn zudem konnten mich weder die Handlung noch die Figuren fesseln und begeistern. Alles blieb so blass und distanziert, ich konnte keinerlei Beziehung aufbauen.
Manche Passagen, etwa die leidenschaftlichen Szenen, passten irgendwie überhaupt nicht zum Rest der Geschichte, wirkten daher auf mich wie Fremdkörper.
Ich hatte mir von dieser Dilogie mehr und etwas anderes erwartet, wenngleich es immerhin wie versprochen um Vampire und ein Teehaus ging und düster war. Aber insgesamt hat die Autorin hier viel Potenzial verschenkt; etwa bzgl. Teehaus und Tee hatte ich mir wirklich mehr erhofft. Auch in dieser Hinsicht war "A Tempest of Tea" enttäuschend.
Am Ende dieses Auftaktes wurde es dann tatsächlich noch überraschend und spannend mit dem cliffhanger. Band 2 der Dilogie könnte in eine andere Richtung gehen und interessant werden. Aber: mir persönlich gefällt diese angedeutete, andere Richtung noch weniger als die Richtung dieses ersten Bandes. Daher werde ich den zweiten Band nicht lesen.
Vielleicht haben eingefleischte Fantasy-Fans mehr Freude an dieser Geschichte - für mich war es leider überhaupt nichts.

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Veröffentlicht am 01.05.2024

Langweilig, enttäuschend, seltsam ...

Leute von früher
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Man soll ja immer in allen Dingen das Gute sehen. Fangen wir also damit an: "Leute von früher" hat mich immerhin ein für alle Mal gelehrt, kein Buch mehr zu lesen, wenn ich schon die Leseprobe absolut ...

Man soll ja immer in allen Dingen das Gute sehen. Fangen wir also damit an: "Leute von früher" hat mich immerhin ein für alle Mal gelehrt, kein Buch mehr zu lesen, wenn ich schon die Leseprobe absolut schlecht fand. Immerhin diese Erkenntnis und diese Lehre verdanke ich diesem Werk.
Denn ich fand schon die Leseprobe absolut enttäuschend. Wochen später wollte ich diesem Buch und dieser Autorin aber doch noch eine Chance geben; schließlich entdecke ich gerne neue AutorInnen und schließlich klang der Klappentext echt spannend und interessant.
Aber hier habe ich es wirklich bereut, nicht auf meinen ersten Eindruck nach der Leseprobe gehört zu haben.
Der Stil der Autorin ist in Ordnung, auch die Kulisse gefiel mir. Aber das Potenzial wurde einfach nicht ausgeschöpft, es war langweilig, es war enttäuschend, es war nichtssagend - es war leider einfach verschwendete Lese- und Lebenszeit.
Mir fehlte wirklicher Tiefgang; mir fehlte all das, was im Klappentext versprochen wurde. Ich hatte mir das Ganze viel mystischer, viel spannender, viel intensiver vorgestellt.
Auch und gerade die Geschichte dieser beiden Frauen, ihre Liebe, bot so viel mehr Potenzial, daraus hätte man so viel mehr machen können, das hätte man so viel besser machen können!
Die Figuren blieben blass, fremd, ich konnte keinen Zugang zu ihnen finden.
Auch das Ende wirkte seltsam, wie ein Fremdkörper.
Auch die Dialoge fand ich einfach nur enttäuschend, langweilig, nichtssagend, ohne roten Faden. Irgendwie fehlten mir insgesamt dieser rote Faden sowie der Tiefgang.
Ich hatte bis zuletzt gehofft, dass sich noch was ändern würde, dass mich diese Geschichte noch fesseln und packen und begeistern würde, sich noch eine gewisse Sogwirkung entfalten würde ... aber das war leider nichts. 315 Seiten pure Langeweile, Enttäuschung und Fragezeichen. Schade um die Zeit.

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