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Veröffentlicht am 28.06.2024

Sherlock Holmes auf vier Pfoten. Tierisch witziger CosyCrime mit viel englischem Charme

Kater Sherlock & Dog Watson / The Pussycat Poisoner
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Meine Inhaltsangabe:
Kater Sherlock lebt mit seiner Menschenfamilie sowie einer Maus und einer Spinne recht ruhig in einem ländlichen Londoner Vorort. Mit der Ruhe ist es bald vorbei, als seine Menschen ...

Meine Inhaltsangabe:
Kater Sherlock lebt mit seiner Menschenfamilie sowie einer Maus und einer Spinne recht ruhig in einem ländlichen Londoner Vorort. Mit der Ruhe ist es bald vorbei, als seine Menschen aus dem Tierheim die französische Bulldogge Dog Watson mit nach Hause bringen, verfressen, nervig, mit riesigen Fledermausohren. Sherlock ist not amused. Doch als ein übler Katzenvergifter im Ort bereits 2 Katzen auf dem Gewissen hat und nun auch noch Sherlocks Bruder Mycroft fast daran stirbt, entpuppt sich Dog Watson als ausgezeichneter Partner im Kampf gegen das Verbrechen. Und so machen sich die beiden auf die gefährliche Suche, befragen die Tiere der Gegend, stellen Vermutungen an und verwerfen diese wieder. Als Kater Sherlock in höchste Gefahr gerät zeigt sich, wie wichtig gute Freunde sind.

Mein Eindruck:
Tiere, die miteinander sprechen und menschliche Fälle lösen klingt erst mal nach ziemlichem Quatsch und Kinderkram. Aber weit gefehlt, wenn es um Kater Sherlock und Dog Watson geht. Ja, die Tiere sprechen miteinander, sogar eine Haselmaus und eine Spinne sind mit im Team und doch kommt es nicht kindisch rüber, weil alle diese Tiere noch richtige Tiere sein dürfen. Und sie können ja auch nur untereinander und nicht mit den Menschen sprechen. Die Autorin hat neben einem spannenden Kriminalfall vor allem ganz viel Humor in die Story gepackt und ich musste so oft lachen. Der Humor ist trocken und englisch und damit genau mein Ding. Die Dialoge sind zu köstlich, jede der vorkommenden Figuren ist bildhaft und detailliert beschrieben, bis hin zum südländischen Akzent des Mäuserichs Luis, der mich wirklich oft zum Lachen gebracht hat. Der Giftmordfall selbst lädt zum Miträtseln ein und ich wurde mehrfach auf die falsche Fährte gelockt. Die Beschreibungen von Figuren und Setting sind herrlich bildhaft, so dass ich das Gelesene wie einen Film vor mir sah. Der lebendige, lockere Schreibstil lies mich durch die Seiten fliegen und ich wollte einfach immer weiterlesen um zu wissen, was noch so alles passiert. Liebenswerte, skurrile Figuren, ein spannender Kriminalfall und eine Riesenportion herrlich trockenen Humors. Das sind die Zutaten zu diesem Buch und das Ende lässt auf eine Fortsetzung hoffen, die ich auf jeden Fall auch lesen werde. Ganz toll, furchtbar witzig, kurzweilig und unterhaltsam. Daher natürlich 5/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 27.06.2024

Eine ganz besondere Freundschaft. Humorvoll, liebenswert, herzerwärmend!

Hat irgendjemand Oscar gesehen?
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Meine Inhaltsangabe:
Aurora ist ein lautes, impulsives Mädchen, das aufgrund ihrer Neurodiversität nicht wirklich aus ihrer Haut kann und daher bei ihren Mitschülern nicht so wirklich ankommt. Als eines ...

Meine Inhaltsangabe:
Aurora ist ein lautes, impulsives Mädchen, das aufgrund ihrer Neurodiversität nicht wirklich aus ihrer Haut kann und daher bei ihren Mitschülern nicht so wirklich ankommt. Als eines Tages der gleichaltrige Oscar in der Nachbarschaft einzieht, entsteht zwischen den beiden nahezu sofort eine tiefe Freundschaft. Oscar ist autistisch, spricht nicht und liebt nichts so sehr wie alles, was oben ist (Vögel, Sonne, Wolken). Während Oscar für alle einfach nur der stumme, seltsame Junge ist, lernt Aurora, in ihm und seiner sehr reduzierten Gestik zu lesen, wie in einem Buch. Als Oscar eines Tages vor Schulbeginn spurlos verschwindet, macht sich Aurora Vorwürfe, weil sie nicht richtig auf ihn geachtet hat. Sie leidet sehr darunter und will nichts auf der Welt mehr, als Oscar, ihren allerbesten Freund, wieder zu finden. Eine große Suchaktion beginnt, an der nahezu der gesamte Ort teilnimmt. Denn jeder kennt Oscar irgendwie, hat ihn schon mal gesehen und in dem stummen, seltsamen Jungen etwas erkannt, dass tief berührt.

»Ich glaube, er hat dich gewählt, Aurora. Du bist Oscars besonderer Mensch.« Ich lächelte. »Ja. Das bin ich.« (Seite 31)

Mein Eindruck:
Hier treffen Neurodiversität (Aurora) und Autismus (Oscar) auf eine sehr berührende, humorvolle und liebenswerte Art und Weise aufeinander. Die Autorin lässt – in einer zugegebenermaßen eher heilen Welt, aber die soll es ja auch geben im echten Leben – diese beiden Kinder aufeinandertreffen und zeichnet eine ganz außergewöhnliche, tiefe Freundschaft, die einem ans Herz geht. Ich liebe Aurora, die oft zu laut und zappelig ist, die mit ihren Gefühlen und Meinungen immer direkt herausplatzt, die vor Lebendigkeit geradezu sprüht und die gleichzeitig kindlich, weise und warmherzig ist. Ich liebe Oscar, den in sich gekehrten, stummen Jungen in Khakishorts und Karohemden, der gerne wie ein Vogel zwitschert und mit den Händen flattert und der alles genau beobachtet. Beide zusammen sind unschlagbar bezaubernd und tief beeindruckend. Aber auch alle anderen Figuren sind liebenswert und besonders. Erzählt wird die Geschichte je nach Kapitel von den Figuren selbst. Die meisten sind von Aurora erzählt in ihrer typischen quirligen, lebhaften Art. Dann gibt es einige wenige kurze, in sich gekehrte Kapitel aus der Sicht von Oscar und wieder andere, die von der Softballtrainerin Jewell, von der Trödelmarktfrau Maxine, dem Farmer Carney, Künstlerin Ezelda oder von Oscars Schulbegleiter/Lehrer Topher erzählt werden. Und jedes einzelne zeigt mir einen weiteren Blick auf die Situation, auf den Fortgang der Geschichte oder gibt mir einen Rückblick, der alles noch intensiver macht. Ich musste oft lachen und schmunzeln, aber auch mehr als einmal an einem dicken Kloß im Hals schwer schlucken oder auch ein Tränchen verdrücken. Eine außergewöhnlich intensive Geschichte über eine außergewöhnlich intensive Freundschaft. Und über Vorurteile, Toleranz, Familie, Mut, Anderssein, Zusammenhalt, Loyalität und Liebe. Großes Kino, 5/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 26.06.2024

Koboldkoole Komics zeichnen? Aber klar doch! Damit gelingt es sicher

KoboldKroniken. Dein Comic-Zeichenbuch
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Meine Inhaltsangabe:
Dario hat Murks gebaut und aus Versehen mit Zaubertinte ein Monster nach Kwertz geschickt, das dort jetzt sein Unwesen treibt. Er braucht dringend die Hilfe vom Leser, um das Monster ...

Meine Inhaltsangabe:
Dario hat Murks gebaut und aus Versehen mit Zaubertinte ein Monster nach Kwertz geschickt, das dort jetzt sein Unwesen treibt. Er braucht dringend die Hilfe vom Leser, um das Monster zeichnenderweise unschädlich zu machen. Um das zu erreichen, gibt es einige Zeichenaufgaben zu bestehen, die den Leser dann auf die eigentliche Heldentat vorbereiten.

Mein Eindruck:
Ganz große Klasse, wie Bleckmann und Hussong es schaffen, die jungen Leser Schritt für Schritt zum Zeichnen und gleichermaßen zum Lesen zu animieren! Es gibt Möglichkeiten, frei Hand Dinge zu zeichnen, wobei die Kreativität herrlich herausgekitzelt wird. Aber man kann auch mit Schritt für Schritt-Anleitungen lernen, Rumpel, den Ümpf, einen Kardisten und das Monster zu malen. Das hat mir extrem viel Spaß gemacht und das Ergebnis kann sich echt sehen lassen, wie ich finde.

Spielerisch und nicht überfordernd ist hier das Motto, denn schließlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und schließlich soll der Spaß im Vordergrund stehen.
Es gibt sogar einen kleinen Comic-Crashkurs, in dem der interessierte Zeichenschüler einige Grundlagen kennenlernt und auch Fachausdrücke erklärt bekommt. Das alles auf die für diese Buchreihe so typische, sehr kreative und superlustige Art und Weise. Arbeitet man das Buch durch, hat man nicht nur einen kleinen Zeichenkurs hinter sich gebracht und bestenfalls eine ordentliche Portion Kreativität aus sich herausgekitzelt, sondern ist gleichzeitig noch ein bisschen tiefer in das KoboldKroniken-Universum eingetaucht. Mir hat das Durcharbeiten des Buches auf jeden Fall eine Menge Spaß gemacht, ich war ein paar Stündchen kreativ unterwegs und konnte am Ende mit einem Stück Stolz auf meine Ergebnisse schauen. Ein Buch, das fördert und fordert ohne zu überfordern, das Wissen vermittelt und einfach jede Menge Spaß macht. Knorke 5/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 19.06.2024

Eine Kochmödie, wie sie im Buch steht: Kochbuch und Komödie in einem

Hetero-Haxe
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Meine Inhaltsangabe:
Neben 20 Rezepten findet man in diesem Kochbuch der etwas anderen Art vor allem Geschichten über das aus Spanien zurückkehrende Auswanderer-Ehepaar Uwe und Oliver und ihre Erlebnisse ...

Meine Inhaltsangabe:
Neben 20 Rezepten findet man in diesem Kochbuch der etwas anderen Art vor allem Geschichten über das aus Spanien zurückkehrende Auswanderer-Ehepaar Uwe und Oliver und ihre Erlebnisse mit ihrem neuen Projekt, dem Hotel Montarasuites in Bodenmais. Die Rezepte werden mit je einem Bild, sowie den Zutaten und der Zubereitung vorgestellt. Zubereitungsdauer und Nährwertangaben fehlen, dafür ist angegeben, für wie viele Personen das Rezept ist. Die Rezepte selbst sind bodenständig, einfach, gut erklärt.

Mein Eindruck:
Nachdem ich von Tunten-Toast schon so begeistert war, konnte mich jetzt auch die Hetero-Haxe vollauf überzeugen! Überzeugen im Sinne von: selten so gelacht! Ja, es ist ein Kochbuch und ja, es gibt ja auch 20 Rezepte. Doch im Vordergrund stehen hier eindeutig die Anekdoten, in denen der Autor aus dem teils fiktiven, teils realen Nähkästchen plaudert. Bereits beim Vorwort war mir klar: das ist wieder was fürs Bauchmuskeltraining! Was auch gut ist, da die Rezepte allesamt nicht gerade der schlanken Linie zuträglich sind und das auch gar nicht wollen. Hier geht es um Genuss im weiteren Sinn. Nicht nur darum, den Kochvorgang zu zelebrieren und danach das leckere Essen zu genießen, sondern vor allem, sich in den wirklich witzigen Geschichten zu verlieren, etwas über die Bodenmaiser Einwohner zu erfahren und vor allem, sich köstlich zu amüsieren (wie doppeldeutig) und einfach einen Mordsspaß bei der Lektüre dieses sehr persönlichen und brüllend komischen Buches zu haben. Komisch vor allem für Menschen, die zum Lachen nicht in den Keller gehen, die offen sind für Queerness und die auch bei dem manchmal frivolen, frechen Humor nicht in anfangen zu hyperventilieren. Zwischen all den politisch unkorrekten, derben und super lustigen, nicht immer bierernst zu nehmenden Storys blitzt aber eins immer ganz deutlich durch: die Liebe und Leidenschaft des Autors für seine neue Heimat Bodenmais, für die Menschen darin, für sein Hotel, seinen Mann und nicht zu vergessen für seine Haustiere. Und das macht es einfach enorm liebens- und lesenswert. 5/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 14.06.2024

Unsagbar witzig, traurig, berührend, poetisch, frivol. Ein Herzensbuch!

Die unerhörte Reise der Familie Lawson
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Meine Inhaltsangabe:
Victor lebt mit seinem Vater und zwei Mitbewohnern in einem Baumhaus. Hört sich normal an, doch Vater ist ein Roboter und die Mitbewohner sind Maschinen (Schwester Grob, ein Gesundheitsroboter ...

Meine Inhaltsangabe:
Victor lebt mit seinem Vater und zwei Mitbewohnern in einem Baumhaus. Hört sich normal an, doch Vater ist ein Roboter und die Mitbewohner sind Maschinen (Schwester Grob, ein Gesundheitsroboter und Staubsaug-Roboter Rambo). Sie leben dort ihr zurückgezogenes Leben, immer auf der Hut, weil Menschen wie Victor gejagt und getötet werden. Es ist eine Welt der Maschinen. Eines Tages findet Victor den Androiden Tom und nimmt ihn bei sich auf. Dass er damit eine Lawine lostritt, die sein Leben für immer verändert, ahnt er nicht. Er zieht damit die Aufmerksamkeit der herrschenden Androiden auf sich, die ihn töten wollen. Um Victor zu schützen, opfert sein Vater Giovanni sich, wird in die Stadt verschleppt und soll dort umprogrammiert werden. Victor macht sich mit Tom, Schwester Grob und Rambo auf die Reise, um Giovanni zu retten.

Mein Eindruck:
Unglaublich, was Klune sich da wieder hat einfallen lassen. Wieder einmal schafft er es, dass mir die Zeilen des Buches direkt ins Herz wandern, sich dort einnisten und ich aus dieser Welt gar nicht mehr raus möchte. Die Charaktere sind so dermaßen liebenswert, vielschichtig, tiefgründig und urkomisch, dass man sie am liebsten sofort kennenlernen möchte. Schwester Grob hat mich so oft zum laut Lachen gebracht und wegen Rambo musste ich oft kichern. Victor, Tom und Giovanni haben mein Herz berührt, wie es in einem Buch selten der Fall ist. Nur ein einziger Mensch in dem Buch und doch fühlt es sich nicht so an, da die Story allzu menschlich ist. Mir sind die Maschinen und Roboter mehr ans Herz gewachsen, als so manche humanoide Figur in anderen Büchern. Das ist mein 3. Klune-Buch und bei allen hatte ich beim Lesen dieselben Gefühle und Empfindungen. Fast am Platzen vor Lachen, dann wieder ganz umwölkt vor lauter Traurigkeit, dann begeistert wegen des einfach nur wundervollen Schreibstils, der mir lebendige Bilder und Gefühle beschert, voller Mitleid und Liebe und mit einem Herzen, das mit all diesen Gefühlen klarkommen muss. Ein echtes Leseerlebnis, dass ich nicht missen möchte. Klug, witzig, sanft, melancholisch, fantasievoll, berührend. Ein Jahres-Highlight! 5/5 + Highlight-Sternchen. Ach ja: und dieses Cover wieder! Es ist wieder ganz außergewöhnlich und schön und hat einen Wiedererkennungswert. Ich liebs!

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