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Kuckerneese

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.06.2024

Die Kraft und Einflussnahme von Büchern

Der Club der Bücherfreundinnen
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Der Roman "Der Club der Bücherfreundinnen" von der Autorin Amy Lynn Green ist ein historisches Buch mit dem Handlungsschauplatz in einem kleinen Ort namens Derby, Maine an der US-Küste in der Zeit des ...

Der Roman "Der Club der Bücherfreundinnen" von der Autorin Amy Lynn Green ist ein historisches Buch mit dem Handlungsschauplatz in einem kleinen Ort namens Derby, Maine an der US-Küste in der Zeit des zweiten Weltkrieges.
In den Zeiten des Krieges wird dort buchstäblich aus der Not heraus ein kleiner Buchclub gegründet.
Die Autorin beschreibt in ihrem Buch vier unterschiedliche starke weibliche Charaktere, die sich in diesem neu gegründeten Buchclub näher Kennenlernen. Die vier Frauen sind von unterschiedlicher sozialer Herkunft und befinden sich in verschiedenen, auf ihr jeweiliges Alter abgestimmten Lebenssituationen. Sie treffen aus unterschiedlichen Antriebsmotiven im Buchclub aufeinander. Im Laufe der Zeit verändert sich ihr Zugang zur Literatur und auch zueinander. Der Club wird für sie ein regelrechter Zufluchtsort.

Das Buch legt die Kraft und Einflussnahme von Büchern auf Menschen offen. Durch sie entsteht für Personen aus den unterschiedlichsten Herkünften ein gemeinsames Wir-Gefühl. Es spielt auf einmal keine Rolle mehr, ob du Arm oder Reich, Dick oder Dünn, Schlau oder weniger Schlau bist. Das einzige was zählt, ist das Gefühl, ein Teil einer gemeinsamen Geschichte, eines inhaltlichen Raumes zu sein. Ich finde den Inhalt und das Fazit dieses Buches gerade in unserer heutigen Zeit sehr wichtig.

Zusammenfassend ist es ein sehr gelungenes und lesenswertes Buch, welches ich aufgrund des Inhaltes, der Schreibweise und den wunderbaren Charakteren jedem Leser sehr ans Herz legen kann.

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Veröffentlicht am 03.06.2024

KI - eine Lebensentscheidung

Der 1. Patient
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Der Justiz-Krimi "Der 1. Patient" ist nunmehr der vierte Fall des Berliner Strafverteidigers Rocco Eberhardt und des Rechtsmediziners Justus Jarmer von den Autoren Florian Schwiecker und Michael Tsokos.

Für ...

Der Justiz-Krimi "Der 1. Patient" ist nunmehr der vierte Fall des Berliner Strafverteidigers Rocco Eberhardt und des Rechtsmediziners Justus Jarmer von den Autoren Florian Schwiecker und Michael Tsokos.

Für Chefärztin Dr. Sasha Müller endet die normale-Routine Operation im Albtraum. Noch während der Operation stirbt ihr Patient an einem anaphylaktischen Schock, ausgelöst durch das verabreichte Kontrastmittel. Chefärztin Dr. Sasha Müller wird wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Da sie aber während der gesamten Operation durch ein KI-System unterstützt wurde, ist die Schuldfrage nicht so einfach zu ermitteln. Wer letztendlich auf der Anklagebank sitzen müsste, ist die Aufgabe vom exzellentesten Strafverteidigers Berlins sowie des renommierten Rechtsmediziners Justus Jarmer.

Ich habe bereits die vorhergehenden drei Bücher verschlungen und bin dankbar über das vierte Buch, dass ich wieder in einem Atemzug verschlungen habe. Als Berliner sind diese Bücher ein ganz klares Muss! Das Buchcover ist perfekt gelungen und reiht sich vom Aussehen wunderbar in die vorherigen Buchcover ein.
Dieser Fall ist an Aktualität in jedem Lebensbereich nicht zu übertreffen. Die Abwägung der Einsetzung von der KI im medizinischen Bereich ist aber an ethischer Brisanz einzigartig und wird unsere Gesellschaft noch vor viele Fragen und Entscheidungen stellen.
Dieses Buch bekommt von mir eine klare Leseempfehlungen! Ich warte schon jetzt auf den fünften Fall!

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Veröffentlicht am 16.12.2024

Festival eines Buchstabenorchesters

Über allen Bergen
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Die Autorin Valentine Goby nimmt den Leser in ihrem Werk „Über allen Bergen“ auf eine beeindruckende Reise in die Welt der französischen Alpen und in die Welt von Freundschaft mit.

Der zwölfjährige jüdische ...

Die Autorin Valentine Goby nimmt den Leser in ihrem Werk „Über allen Bergen“ auf eine beeindruckende Reise in die Welt der französischen Alpen und in die Welt von Freundschaft mit.

Der zwölfjährige jüdische Junge Vadim wird von seiner Mutter während des zweiten Weltkrieges in die Alpen Frankreichs geschickt, da Paris immer gefährlicher wird. Von nun an heißt er Vincent und verbringt in den nächsten drei Jahreszeiten eine unvergessliche Zeit, hoch oben in der beeindruckenden Natur der Alpen.

In den drei Jahreszeiten erlebt Vincent dort eine Zeit, die er wohl nie wieder in seinem Leben vergessen wird. Die beeindruckende und einmalige Art des Schreibens der Autorin, lässt den Leser hautnah alles miterleben. Man atmet die klare, kalte und einschneidende Luft des Alpenwinter mit ein und kann tatsächlich das frisch geerntete Heu auf saftigen Almwiesen riechen. Die Beschreibungen der Naturgewalten ist für jeden Leser, der Berge und die Natur liebt, ein wahres Festival eines Buchstabenorchesters.

Das Buchcover ist wunderschön. Es ist farb- und bildlich hervorragend gestaltet. Diese Buchreihe hat mich durch den klaren und schlüssigen Schreibstil von Anfang an mitgenommen und gefesselt.
Das Buch bekommt von mir eine klare Leseempfehlung und ist für Jung oder Alt gleichermaßen empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 15.08.2024

Freundschaft macht Stark

Unser Buch der seltsamen Dinge
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Das Buch "Unser Buch der seltsamen Dinge" von der in Yorkshire geborenen und aufgewachsenen Schriftstellerin Jennie Godfrey ist ihr Debütroman.

Der Inhalt spielt in den späten 70iger Jahren in der Grafschaft ...

Das Buch "Unser Buch der seltsamen Dinge" von der in Yorkshire geborenen und aufgewachsenen Schriftstellerin Jennie Godfrey ist ihr Debütroman.

Der Inhalt spielt in den späten 70iger Jahren in der Grafschaft Yorkshire in England. Ein Serienkiller der weltweit als Yorkshire Ripper bekannt ist, versetzt die Menschen in Angst und hält die britische Polizei auf Trapp. Das zwölfjährige Mädchen Miv lebt mit ihrer Familie in einfachen Verhältnissen. Als ihre Mutter von heut auf morgen aus ungeklärten Gründen einfach aufhört zu sprechen und nicht mehr an ihren Leben teilnimmt, zieht ihre Tante in die Wohnung mit ein und es verändert sich alles für Miv. Eines Tages bekommt sie mit, dass der Vater in Erwägung zieht, aufgrund der Morde des Serienkillers mit der gesamten Familie die Stadt zu verlassen. Miv bekommt Panik und beschließt zu handeln. Ihre beste Freundin Sharon und sie beschließen einen Plan um den Täter ausfindig zu machen. Das Ganze hat für Miv das Ziel, wenn sie den Täter der Polizei übergeben haben, gibt es für den Vater keinen Grund mehr die Stadt zu verlassen. Durch die Jagt nach dem Mörder wird die Freundschaft der beiden Mädchen noch intensiver und Einzigartig.

Dies ist eins der intensivsten Bücher die ich gelesen habe. Das Buch hat mich tief berührt und mir vor Augen gehalten, wie wichtig und Einzigartig richtige Freundschaften sind. Das Buch steht zurecht - bisher nur in England - auf der Bestsellerliste. Es ist ihr gelungen, die damalige Zeit mit den rasanten Umbrüchen in Politik, Gesellschaft und auch in den Bereichen der Familie sehr gut widerzuspiegeln. Die Schreibweise ist klar und flüssig sowie bildhaft. Der Leser ist sofort im Geschehen und verliert durch Nebenschauplätze nie den roten Faden.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Ich freue mich auf weitere Bücher der Schriftstellerin.

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Zaghafte Gefühle des Erwachsenwerdens

Schwarzer September
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Dieser kleine Roman entführt die Leser in den Sommer der frühen 70er-Jahre an der ligurischen Küste und erzählt von Gigio, der mit zwölf Jahren zum ersten Mal verliebt ist. Gemeinsam mit Astel, der Tochter ...

Dieser kleine Roman entführt die Leser in den Sommer der frühen 70er-Jahre an der ligurischen Küste und erzählt von Gigio, der mit zwölf Jahren zum ersten Mal verliebt ist. Gemeinsam mit Astel, der Tochter einer äthiopischen Familie, entdeckt er nicht nur Musik und Sprache, sondern auch die ersten zaghaften Gefühle des Erwachsenwerdens. Diese leisen, kleinen Momente machen den Einstieg besonders ehrlich. Ich fand die Erkundung seiner eigenen Haare, die sich in eine Lockenpacht entwickelte richtig süss.

Doch die anfängliche Leichtigkeit hält nicht lange an, denn als Astels Vater ermordet wird und der Verdacht auf ihre Mutter fällt, gerät alles ins Wanken. Gigios Vater übernimmt die Verteidigung und plötzlich ist die unbeschwerte leichte Sommerzeit von Konflikten und Unsicherheit durchzogen.

Der Erzählstil ist zunächst ungewohnt, aber sehr Niveauvoll geprägt. Er entfaltet schnell seinen eigenen Reiz und passt gut zu rückblickenden Perspektiven. Besonders eindrucksvoll sind die fein gezeichneten Familienkonstellationen und die dichte, fast greifbare Atmosphäre. Insgesamt ein ruhiger, aber intensiver Roman, der noch lange nachhallt und definitiv lesenswert ist.

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