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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.10.2025

düster aber empfehlenswert

Dämonenfeuer - Schatten der Vergangenheit
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Diana führte ein beschauliches, ruhiges Leben und genoss die Zeit in ihrer Kriegerausbildung ebenso sehr wie die Zeit mit Aren, ihrem besten Freund. Ihm zuliebe nimmt sie an einer Veranstaltung zu seinem ...

Diana führte ein beschauliches, ruhiges Leben und genoss die Zeit in ihrer Kriegerausbildung ebenso sehr wie die Zeit mit Aren, ihrem besten Freund. Ihm zuliebe nimmt sie an einer Veranstaltung zu seinem Geburtstag teil, und lernt nicht nur Raymon kennen, sondern auch die Wirkung von Alkohol. Denn Diana teilt sich ihre Seele mit einem Dämon, dessen Ausbrüche sie zu unterdrücken versucht. Mit Alkohol ist die böse Seele endlich ruhig. Doch ihr Leben läuft aus dem Ruder und sie verliert alles, was ihr lieb war.

Zunächst war mir Diana recht sympathisch, weil sie zwar zurückgezogen lebte, aber trotzdem ziemlich gut in ihrer Ausbildung war. Kontrolle war sozusagen ihr zweiter Vorname. Selbst als sie sich in ihr Verderben führte, war sie immernoch ziemlich stark und hat versucht, Schwächeren zu helfen. Doch nachdem ihr mit Hilfe des mysteriösen Kriegers die Flucht aus ihrer Heimatstadt gelungen ist, muss sie ein wenig Verstand eingebüßt haben.
Diana ist, selbst als sie ihr Leben zurückgelassen hat und in eine neue Rolle schlüpft, ziemlich naiv und unschuldig, gleichzeitig aber extrem geheimniskrämerisch. Ihr Trauma war Mittelpunkt der Geschehnisse und ihre Weigerung, sich irgendjemandem anzuvertrauen, habe ich manchmal nicht nachvollziehen können. Die Geschichte hatte dadurch ein paar Längen.

Trotzdem hat mir Dämonenfeuer sehr gut gefallen. Der Beginn war düster und hart, und es ging dunkel weiter, aber das schlimmste war überstanden. Diana ist mir nicht ans Herz gewachsen, aber sie hat Potential. Der Krieger war mir von Beginn an sympathisch und ich bin gespannt, wie es mit ihm, Diana und den anderen Charakteren weitergeht.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Du hast doch einen Schatten!

City of Dust and Shadows
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„Oh, nein, ich danke Ihnen. Ohne Ihre Unfähigkeit hätte ich keinen Grund gehabt, Mademoiselle hier zu retten.“ (Kapitel 3, 11%)

Tess ist 18 Jahre alt, gerade mit der Schule fertig und möchte vor ihrem ...

„Oh, nein, ich danke Ihnen. Ohne Ihre Unfähigkeit hätte ich keinen Grund gehabt, Mademoiselle hier zu retten.“ (Kapitel 3, 11%)

Tess ist 18 Jahre alt, gerade mit der Schule fertig und möchte vor ihrem Medizinstudium ihre Schwester Claire in Paris besuchen. Dort angekommen muss sie jedoch feststellen, dass Claire seit mindestens einer Woche verschwunden ist. Mit größter Mühe erfährt sie von Claires Mitbewohnern von einer Bar, in der ihre Schwester gearbeitet hatte.
Diese Bar befindet sich in einer Seitengasse und ihr Betreten verursacht höllische Kopfschmerzen. „Alkohol hilft gegen die Dimensionsschmerzen“ (Kapitel 2, 7%) Ohne ihr Wissen betritt Tess die Schattenwelt, in der die Anx noch die offensichtlichsten Monster sind. Dort begegnet sie auch Lucien, der nicht nur aussieht wie ein potentieller Bookboyfriend, sondern auch noch ausgesprochen höflich ist. Zusammen machen sie sich auf die Suche nach Claire, mit einiger Hilfe.

City of Dust & Shadow hat mich mit sich in die Schattenwelt gerissen. Das Zusammenspiel der Charaktere hat mir ebenso gut gefallen, wie die Einführung in die Schattenwelt, die Tess, und damit auch der Leser, erhalten hat. Das Drogenthema fand ich zunächst ziemlich krass, hat aber prima in das Setting gepasst. Ich hatte zwischendurch eine Vermutung, wer der wahre Bösewicht sein könnte, habe aber bis zu dessen Enthüllung immer wieder geschwankt.
Tess macht eine nachvollziehbare Entwicklung durch, die ihre eigenen Traumata hat. Obwohl sie Krav Maga kann und nicht müde wird zu betonen, wie sehr sie das trainiert hat, macht sie das nicht zu einer kalten Kampfmaschine, die alles kann. Das war ganz nett.

Ein tolles Debüt, ich hoffe, da kommt noch mehr von der Autorin.

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Veröffentlicht am 09.07.2025

Fallons Nivität ist sehr unterhaltsam

Kingdom of Crows 1: House of Beating Wings
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„»Über welche Magie verfügt eure Enkelin, Ceres?«
»Freundlichkeit. Das ist Fallons einzige Magie.«“ (Prolog, 3%)

Fallon ist nicht nur ein Halbling, also halb Mensch, halb Fae, sondern auch noch eine mit ...

„»Über welche Magie verfügt eure Enkelin, Ceres?«
»Freundlichkeit. Das ist Fallons einzige Magie.«“ (Prolog, 3%)

Fallon ist nicht nur ein Halbling, also halb Mensch, halb Fae, sondern auch noch eine mit runden Ohren und ohne Magie. Trotzdem werden ihr Kräfte hinterher gesagt, denn als sie als Kind in den Kanal gefallen ist, wurde sie nicht von den Schlangen getötet, wie es erwartet wurde. Als Schlangenbeschwörerin ist sie geächtet und hat kein leichtes Leben. Doch das hatte sie noch nie, denn ihre Mutter, ihre Großmutter und sie wurden aus der Fae-Gesellschaft ausgestoßen und sind kaum mehr wert als Menschen.
Mit 22 Jahren arbeitet Fallon in einer Taverne mit fragwürdigem Ruf, hat unterstützende Freunde und ist mit dem Prinz Dante befreundet. Und doch zieht es sie raus in die Welt.

„[…] ich bin nicht das dumme Mädchen, für das du mich hältst. Ich mache nicht einfach eine Reise in ein Land, von dem du behauptest, es sei schön und gerecht.“ (Kapitel 51, 65%)

Dieses Buch hat mich auf vielen Ebene fertig gemacht, doch am Ende hat es mir total gut gefallen und ich möchte wissen, wie es weitergeht. Fallon Rossi ist extrem naiv, und obwohl sie es schon ziemlich drauf hat und eine freche Zunge, schüttelt sie diese Naivität bis zum Ende nicht wirklich ab. Geleitet wird sie von ihren Gefühlen, die regelmäßig wanken. Sie hört Dinge und nimmt sie einfach hin, ohne darüber nachzudenken.; sie wird in ihren Gefühlen verletzt, stürzt Hals über Kopf in ein Abenteuer, ohne Rücksicht auf Verluste, und wundert sich dann, wenn alle wütend sind.

Es ist wirklich schwierig zu Beschreiben, was mich an Fallon so fertig gemacht hat, ohne zu spoilern. Deswegen: SPOILER BEGINN

Fallon stürzt ohne groß Nachdenken in einem leichten Abendkleid bekleidet in das Abenteuer ihres Lebens, oder so der nennen wir es Plan. Obwohl sie jungfräulich und tatsächlich in diesen Dingen unschuldig ist, verliert sie ihre prüde Art vor einer sprechenden Krähe, denn es ist ja nur ein Tier.
Auf ihrer Reise beweist sie ein ungeahntes Durchhaltevermögen für ein mehr oder weniger verwöhntes Stadtkind.
Sie erfährt einiges über sich, die Fae, die Crow, aber hinterfragt nichts. Die Geschichte der Fae über die Crow ist ganz anders, aber dann ist das eben so.
Ihre (wunden) Brustwarzen! Meine Güte, was hatte es für einen Sinn, die so häufig zu erwähnen?
Und zum Schluß, die Sexszene. Ich habe sie nur überflogen, aber sie kam mir nicht besonders romantisch vor. Fallon war auch nicht sehr begeistert, und trotz allem (!) hängt sie so an Dante. Unverständlich.

SPOILER ENDE

Die Interaktion zwischen Fallon und ihrem Dämon fand ich sehr unterhaltsam., unter anderem wegen ihrer Naivität. Die Fremdwörter ausgeschrieben zu sehen, wie sie ausgesprochen werden, hat mir auch gut gefallen. Ich hasse nichts mehr, als Wörter überlesen zu müssen, weil ich sie eh nicht aussprechen kann.
Wie ich schon oben erwähnte, hat mir das Buch am Ende so gut gefallen, dass ich wissen möchte, wie es weitergeht. Und der dritte Teil der Reihe ist Anfang Juni 2025 erschienen, ich kann also noch ein bisschen an Fallons Seite bleiben.

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Veröffentlicht am 28.05.2025

phantastische Unterhaltung

Dragons in Secret - Jadeblut
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„Geschichte aus der Perspektive von Drachen, die die alte Zeit hautnah miterlebt haben, verwandelt einfaches Schwarz-Weiß in Grauschattierungen. Es ist nicht immer so simple, wie es von den Siegern eines ...

„Geschichte aus der Perspektive von Drachen, die die alte Zeit hautnah miterlebt haben, verwandelt einfaches Schwarz-Weiß in Grauschattierungen. Es ist nicht immer so simple, wie es von den Siegern eines Konfliktes für spätere Generationen niedergeschrieben wird.“ (Kapitel 19, 56%)

Ashley Evenas ist auf der Suche des Sinns ihres Lebens, denn die Arbeit in einem Fast-Food-Laden ist genauso wenig bereichernd wie alle anderen Jobs, die sie schon hinter sich hat. Als Waisenkind wurde sie von der Familie Evans adoptiert und ihr Adoptivbruder Zac ist ihr bester Freund. Sie leben über dem Buchladen der Familie, wobei Ashley mit ihrer Katze Buttercup eine eigene kleine Wohnung hat.
An ihrem 21. Geburtstag erhält sie ein geheimnisvolles Kästchen mit einem Schlüssel und einer Adresse für eine Privatbank. In der Hoffnung, etwas über ihre Eltern zu erfahren, fährt sie am nächsten Tag in die Bank. Beim Betreten ihres Schließfaches, ist sie maßlos enttäuscht. Ihre Eltern scheinen große Fantasy-Fans gewesen zu sein, anders kann sie sich die riesige Drachenfigur nicht erklären. Außerdem fällt sie in Ohnmacht, nachdem sie eine Drachenschuppe berührt hat. Missgelaunt und von einem Nervengift ausgehend, verlässt sie die Bank und wird prompt angegriffen.

Endlich mal ein Buch über Drachen, die nicht nur mächtig sind oder als Reittiere benutzt werden, sondern auch als Menschen unter uns leben. Die Gesellschaft der Drachen ist genauso vielschichtig und kompliziert, wie Menschen. Trotzdem ist es sehr spannend, über Dynastien und Clans zu lesen, ihre strengen Regeln zu erfahren und mitzuerleben, wie Ashley sich in dieser neuen Welt bewegt.
Mir gefällt das Erzähltempo, weil es konstant spannend ist, nichts unnötig in die Länge gezogen oder übereilt wird. Die Charaktere sind eigensinnig, ergänzen sich aber perfekt. Mich stört nicht mal die moderne Sprache (z.B. nice, oder hot), weil es nicht übertrieben häufig vorkommt.
Bis zum Ende habe ich mitgefiebert und nach dem Epilog erscheint mit der 4.11.2025 zu lange hin, bis der zweite Teil erscheint.

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Veröffentlicht am 24.06.2024

ich komme immer wieder gerne nach Fallbury

Sommerträume im Sunset Hill House (Herzklopfen in Schottland)
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„Wenn wir aufhören zu träumen, hören wir auf zu leben.“ (S. 14)

Ich kehre immer wieder gerne nach Fallbury zurück, als wäre ich in diesem kleinen schottischen Fischerdorf ebenso zu Hause wie all die Charaktere, ...

„Wenn wir aufhören zu träumen, hören wir auf zu leben.“ (S. 14)

Ich kehre immer wieder gerne nach Fallbury zurück, als wäre ich in diesem kleinen schottischen Fischerdorf ebenso zu Hause wie all die Charaktere, die ich in den vorangegangenen Teilen kennen lernen durfte. Hanna Holmgren hat nicht nur eine urige Umgebung geschaffen, sondern eine kleine Familie, die von Band zu Band erweitert wird. Ein richtiger Wohlfühlroman.

Lara arbeitet in einem Pflegeheim und obwohl sie die Arbeit als Berufung ansieht, vergräbt sie sich trotzdem in Überstunden und vernachlässigt ihr privates Leben. Nach der Scheidung von ihrem Exmann hat sie vor allem eines im Sinn: Ablenkung. Doch dann bekommt sie dieses Anwaltsschreiben, in dem von einem Erbe in Schottland die Rede ist und sie macht sich nicht nur auf die Reise, dieses Erbe anzutreten, sondern auch auf die Suche nach sich selbst und ihren Wurzeln. Auch wenn das überhaupt nicht zu ihrem Plan gehört hat, genauso wenig wie Jonathan.

Die Autorin hat es wieder geschafft und einen ganz bezaubernden Roman veröffentlicht. Lara ist ein sehr sympathischer Charakter, offen, freundlich und gefühlvoll. Sie ist nicht nur empfänglich für die Raue Seite von Schottland, sondern auch für die Herzlichkeit und Offenheit der Bewohner von Fallbury. Gleichzeitig möchte sie niemanden enttäuschen und tut sich unheimlich schwer, auf ihr Herz zu hören. Jonathan ist da ganz genau so.
Doch das beste an diesem Roman ist, daß es keinen künstlich erzeugten Konflikt gibt. Die Spannung zwischen Jonathan und Lara wird durch das ausstehende Erbe erzeugt, da braucht es nicht noch zwingend einen weiteren Konflikt. Die gesamte Geschichte war so einfühlsam und liebevoll, dabei trotzdem spannend und unterhaltsam, daß ich am liebsten direkt nach Fallbury reisen würde, um dort selbst zu leben. Bitte bitte mehr davon!

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