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Veröffentlicht am 28.12.2024

Don’t judge a book by its cover

Mordscoach
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Lilli Pabst ist das Pseudonym einer Berliner Psychologin. Unter diesem Namen hat sie ihren ersten Kriminalroman „Mordscoach“ im November 2024 bei Ullstein veröffentlicht. Das Cover erinnerte mich sofort ...

Lilli Pabst ist das Pseudonym einer Berliner Psychologin. Unter diesem Namen hat sie ihren ersten Kriminalroman „Mordscoach“ im November 2024 bei Ullstein veröffentlicht. Das Cover erinnerte mich sofort an die „Achtsam Morden“-Reihe von Karsten Dusse, was meine Erwartungen an den Inhalt in eine andere Richtung lenkte. Wieder einmal wurde mir klar, dass man ein Buch nicht nach seinem Cover bewerten sollte.

Zum Inhalt: Eines Tages sitzt der Psychologin Sophie Stach in ihrer Praxis eine neue Patientin gegenüber. Das Erstgespräch verläuft zunächst unspektakulär, doch beim Verabschieden enthüllt die Frau, dass sie die Geliebte von Sophies Mann ist. Halb im Affekt, halb durch einen Unfall, tötet Sophie die junge Frau und lässt die Leiche verschwinden.

Sophie vertuscht ihre Tat und übernimmt keine Verantwortung dafür. Stattdessen schildert sie ihre Eifersucht und die Umstände, die zu ihrer Handlung führten. Im Verlauf des Buches wurde mir die Protagonistin jedoch immer unsympathischer. Zwar erklärt sie ihre Taten aus psychologischer Sicht – was zu ihrer beruflichen Rolle passt – doch auch das Wissen über die psychologischen Hintergründe lässt die Tat nicht ungeschehen.

Das plötzliche Ende des Romans, das ohne wirkliche Auflösung auskommt, gefällt mir nicht. Es wirkt, als würde hier bereits ein zweiter Teil vorbereitet werden, was ich als unbefriedigend empfinde.

Wegen der Covergestaltung habe ich das Buch gedanklich immer wieder mit den Kriminalromanen von Karsten Dusse verglichen. Leider hält „Mordscoach“ diesem Vergleich nicht stand.

Der Schreibstil von Lilli Pabst ist flüssig und angenehm zu lesen. Dennoch gibt es Schwächen im Lektorat: Gelegentlich wurden die Namen der handelnden Personen vertauscht oder – wie im Klappentext – komplett verändert, was den Lesefluss stört.

Fazit: „Mordscoach“ hat interessante Ansätze, bleibt jedoch hinter den Erwartungen zurück. Wer ein Buch à la „Achtsam Morden“ erwartet, könnte enttäuscht sein. Der Kriminalroman biete zwar Unterhaltung, leidet aber unter unsympathischen Figuren und einem unbefriedigenden Ende. Daher 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 28.07.2024

Rumänisch-deutsche Familiengeschichte

Das Pfauengemälde
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„Das Pfauengemälde“ von Maria Bidian (Paul Zsolnay Verlag, Juli 2024) ist eine deutsch-rumänisches Familienporträt, das tief in die Geschichte und Kultur Rumäniens eintaucht. Der Roman erzählt die Geschichte ...

„Das Pfauengemälde“ von Maria Bidian (Paul Zsolnay Verlag, Juli 2024) ist eine deutsch-rumänisches Familienporträt, das tief in die Geschichte und Kultur Rumäniens eintaucht. Der Roman erzählt die Geschichte von Ana, deren Vater Nicu mit seiner Familie in Deutschland lebte. Nicu hatte es sich zur Lebensaufgabe gemacht, den Familienbesitz, der im kommunistischen Rumänien enteignet wurde, wieder zurück zu bekommen. Sinnbildlich hierfür steh das titelgebende „Pfauengemälde“. Während seines letzten Besuche in Rumänien starb Nicu plötzlich und Ana kämpf noch heute, 2 Jahre später, mit ihrer Trauer und der Verarbeitung von Nicus Todes.
Als Ana nun Post von ihrer rumänischen Verwandtschaft erhält, dass nun noch letzte Formalitäten erledigt werden müssen, damit das sagenumwobene Haus wieder in Familienbesitz gelangt, macht Ana sich auf den Weg nach Rumänien an die Orte ihrer Kindheit. Ihr Hauptinteresse gilt dem „Pfauengemälde“, das ihrem Vater so wichtig war. In Rumänien tritt sie nicht nur auf ihre Familie väterlicherseits, sondern sie sieht sich auch mit ihren Erinnerungen und der eigenen familiären Geschichte konfrontiert. Eingebettet ist alles in die Schilderungen der rumänisches Lebensweise und der bewegten Geschichte des Landes.
Ich hatte ein wenig Schwierigkeiten den Einstieg in den Roman zu finden und musste mich hie und da auch durch kleinere Längen kämpfen. Schwierig war für mich zudem die große Anzahl an Personen. Ich hatte immer wieder Probleme, die einzelnen Akteure richtig einzuordnen. Im Großen und Ganzen ist es jedoch eine sehr berührende Familiengeschichte, die tief mit der rumänischen Geschichte verwoben ist. Ich kann mir vorstellen, dass jemand, der beispielsweise eine familiäre Bindung zu Rumänien hat und damit mehr Vorwissen zu Land und Kultur mitbringt als ich, der Handlung viel besser folgen kann und einen besonderen Zugang zu diesem Roman finden könnte.

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Veröffentlicht am 25.06.2024

Thriller mit Schwächen

Das Baumhaus
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„Das Baumhaus“ von Vera Buck, erschienen am 14. Mai 2024 im Rowohlt Verlag, spielt in Schweden und wird aus vier unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Der Thriller umfasst 398 Seiten.
Die Geschichte ...

„Das Baumhaus“ von Vera Buck, erschienen am 14. Mai 2024 im Rowohlt Verlag, spielt in Schweden und wird aus vier unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Der Thriller umfasst 398 Seiten.
Die Geschichte beginnt nach einem gruselig-grausamen Prolog mit Rose, die eine Faszination für das Vergängliche und die Verwesung hat. Sie erforscht, welchen Einfluss verwesende Kadaver auf das Blattwerk von Bäumen und Gräsern haben.
Dann gibt es die Perspektiven von Nora und Henrik. Die beiden wollen ihren Urlaub gemeinsam mit ihrem fünfjährigen Sohn Finn im Ferienhaus von Henriks Familie verbringen. Das Haus liegt an einem See und ist von Wäldern umschlossen.
Ein weiterer wichtiger Handlungsstrang dreht sich um Marla und ein Baumhaus. Über all dem schwebt ein altes, dunkles Geheimnis, das bis in die Gegenwart reicht.
Vera Buck erzählt äußerst rasant, spannend und vielschichtig. Die unterschiedlichen Handlungsstränge werden im Verlauf des Thrillers mehr und mehr miteinander verwoben. Mir gefielen die Charaktere sehr gut, da sie tiefgründig und interessant gestaltet sind.
Einige Details des Buches erschienen mir jedoch leider wenig nachvollziehbar. So wirkt es auf mich eher unrealistisch, dass eine Forensikerin Gebeine findet und diese nicht unmittelbar der Polizei übergibt und dennoch sofort von der Polizei angeworben wird. Auch war ich nicht wirklich glücklich mit dem Ende – ohne spoilern zu wollen.
Insgesamt war der Thriller spannend, konnte mich aber aufgrund einiger für mich nicht logischer Details und wegen zu vieler Handlungsstränge zum Ende hin nicht vollends überzeugen.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Eine Geschichte wie eine russische Matroschka

Böser, böser Wolf
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Zunächst beginnt Böser, böser Wolf von Alexandra Benedict (erschienen im Tropen Verlag im Februar 2026) als klassischer Thriller aus unterschiedlichen Erzählperspektiven: der eines Entführungsopfers und ...

Zunächst beginnt Böser, böser Wolf von Alexandra Benedict (erschienen im Tropen Verlag im Februar 2026) als klassischer Thriller aus unterschiedlichen Erzählperspektiven: der eines Entführungsopfers und der einer Ermittlerin. Der Plot ist in drei Abschnitte unterteilt, doch mit dem zweiten Abschnitt beginnen wir, zwischen den Welten zu wandeln. Es entwickelt sich eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte. Unterschiedliche Realitätsebenen sind miteinander verwoben und greifen ineinander, bis derdie Leserin sich zwischen den Ebenen wiederfindet. Geschichten und Märchen bekommen ein Eigenleben und verselbstständigen sich zusehends.

Ich würde das Buch als Fantasy-Thriller einordnen. Aufgrund der Genrezuweisung als Thriller habe ich jedoch etwas anderes erwartet und bis zuletzt gehofft, dass die Autorin die Kurve zurück in Richtung Realität bekommt. Das Ende hat mich daher ein wenig enttäuscht und meine Erwartungen nicht erfüllt.

Fazit: Sehr starker und spannender Beginn, zur Mitte hin eine durchaus überraschende Wendung – nicht nur im Plot, sondern auch im Genre. Als Thriller hat mich das Buch leider nicht abgeholt. 3/5 Sterne

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Viele Themen oberflächlich abgekratzt

Quarks. Das Journal, das dich schlauer macht
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Quarks - Das Journal, das dich schlau macht. Hebe dein Wissen auf die nächste Stufe mit Fragen, Challenges und Fakten, die dich wirklich weiterbringen, erschienen im frechverlag im August 2025, ist ein ...

Quarks - Das Journal, das dich schlau macht. Hebe dein Wissen auf die nächste Stufe mit Fragen, Challenges und Fakten, die dich wirklich weiterbringen, erschienen im frechverlag im August 2025, ist ein Mitmachbuch für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren.
Das Buch ist so aufgebaut, dass auf jeder Doppelseite ein anderes Thema behandelt wird. Die linke Seite bietet jeweils Hintergrundinformationen und Erklärungen, die rechte Seite lädt zum Mitmachen, Ausfüllen und Reflektieren ein.
Die Themenpalette ist breit gefächert und reicht von Gesundheit und Ernährung über IT und Nachhaltigkeit bis hin zum Psychologie und kuriosen Alltagsfakten. So wird beispielsweise erklärt, was die Farbe der Zunge über unsere Gesundheit aussagt, welche Nahrungsmittel wie viel Zucker enthalten, wie man Fake-Bilder im Internet erkennt, warum Papiertüten nicht nachhaltig sind, was das Wort Sale in unserem Gehirn auslöst oder warum wir mehr Komplimente machen sollten. Die Themen sind zwar mehr oder weniger relevant für junge Menschen, werden aber alle nur sehr kurz angerissen und äußerst oberflächlich behandelt.
Zudem wirkt die thematische Anordnung beliebig. Es fehlt ein roter Faden, der die Lesenden durch das Buch führt. Die Reihenfolge der Inhalte scheint willkürlich, eine erkennbare thematische Bündelung oder Unterteilung in Kapitel ist nicht gegeben. Auch die Auswahlkriterien der behandelten Themen bleiben unklar
Ich habe mehr von dem Buch erwartet, da ich die Sendung Quarks als gut recherchiertes Wissensmagazin kenne, das Themen übersichtlich und gut verständlich zusammenfasst, jedoch nicht nur an der Oberfläche kratzt. Die Erwartung überträgt sich zwangsläufig auf ein Buch, das unter der gleichen Marke erscheint.
Die Sprache ist für mich ein weiterer Kritikpunkt. Ich empfinde die Wortwahl häufig als zu umgangssprachlich und der Versuch Jugendlichen in Jugendsprache zu begegnen, wird das Buch schnell altmodisch und veraltet wirken lassen, denn Sprache, die sich krampfhaft an aktuellen Trends orientiert, verliert schnell an Authentizität. Statt auf die Intelligenz und das Interesse einer jungen Zielgruppe zu vertrauen, verlässt sich das Buch zu oft auf flapsige Formulierungen (krass, ‘ne, nice, fancy, easy…) und vermeintlich „coole“ Ausdrücke, die ich in der gesprochenen Sprache, nicht aber der Schriftsprache verorte. Das ist schade, denn das grundlegende Konzept des Buches, wissenschaftliche Themen in interaktiver Form zu vermitteln, birgt sehr viel Potential. Eine Fokussierung auf weniger Themen, die jedoch fundierter behandelt werden, verbunden mit einer klareren Struktur hätten dem Buch gutgetan.

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