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Veröffentlicht am 22.07.2024

Nicht ganz konsequent

Healing Kitchen - Quick & Easy
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Mag sein, dass man mit dem Alter vernünftiger wird. Der Geschmack ändert sich ja ein Leben lang. Warum also nicht auch die Einstellung? Auf alle Fälle bemerke ich an mir selbst, dass ich anders auf meine ...

Mag sein, dass man mit dem Alter vernünftiger wird. Der Geschmack ändert sich ja ein Leben lang. Warum also nicht auch die Einstellung? Auf alle Fälle bemerke ich an mir selbst, dass ich anders auf meine Ernährung achte, als ich es noch vor wenigen Jahren tat. Daher hat mich dieses Buch geradezu magisch angezogen. Dass ich nicht vegan leben möchte, aber nicht sehr oft Fleisch esse, also quasi Teilzeitvegetarier bin, passt nicht ganz zum Buch, das gebe ich zu. Hier sind alle Gerichte vegan. Für mich sind leider Tofu, Mandelmilch und Co. Ersatzprodukte, die ich nicht verwenden möchte, da sie mir auch nicht schmecken.

Mich stört ziemlich schnell etwas ganz heftig: Die Autorin verwendet z.B. Knoblauchpulver und Zwiebelflocken. Auch Konserven werden häufig verwendet. Für mich ist das komplett gegen den Sinn des Buches. Auf hochverarbeitete Produkte verzichten bedeutet für mich auch, solche Lebensmittel nur frisch zu verarbeiten, nicht industriell verarbeitet, und sei es auch nur getrocknet. So ist für mich die Idee der gesunden Ernährung, die heilen soll, nicht konsequent umgesetzt. Die Saatencracker sind eine leckere Knabberei, doch musste ich auch hier umstellen, denn obwohl ich Saaten oft und viel verwende, habe ich nicht alle im Rezept aufgezählten da. Hanfsaaten und Chiasamen fehlen mir komplett und Leinsamen liebe ich, aber ungeschrotet.

Insgesamt sind es nicht allzu viele Rezepte, die ich für mich nutzen kann, zumal ich ganz viele Lebensmittel, die hier verarbeitet werden, nicht mag. Trotzdem bereichert mich das Buch. Schon allein die Informationen zu den Unverträglichkeiten und Stoffen, die diese auslösen, sind sehr interessant und hilfreich. Der klassische Aufbau der Rezepte ist gut und übersichtlich. Die Fotos zu den Rezepten zeigen mir direkt, ob mich ein Rezept anspricht oder nicht. Das ist mir immer besonders wichtig. Es werden eben viele Zutaten benötigt, die ich nicht standardmäßig im Vorrat habe. Damit hatte ich in solch einem Ausmaß nicht gerechnet.

Auch wenn all das gerade recht negativ klingen mag, finde ich das Buch doch gelungen. Es ist nur nicht ganz das, was ich mir gewünscht habe. Dafür kann aber weder das Buch, noch die Autorin etwas. Die Gerichte sind mit Liebe zusammengestellt, abwechslungsreich und sprechen auch optisch sehr an. Dass sie dem Körper gut tun, ist nicht verwunderlich. Die Kritik geht hauptsächlich an die Verwendung einiger Zutaten, die meiner Meinung und Erfahrung nach dem Körper leider eben doch nicht gut tun. Daher gebe ich insgesamt drei Sterne.

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Veröffentlicht am 20.07.2024

Flucht in den Schlaf

Anna O.
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Anna Ogilvy liegt seit der Nacht, in der man sie neben zwei Leichen fand, im Tiefschlaf. Ist sie die Mörderin, spielt sie ihre Krankheit nur oder steckt viel mehr hinter all dem? Ist jemand, der schlafwandelnd ...

Anna Ogilvy liegt seit der Nacht, in der man sie neben zwei Leichen fand, im Tiefschlaf. Ist sie die Mörderin, spielt sie ihre Krankheit nur oder steckt viel mehr hinter all dem? Ist jemand, der schlafwandelnd Verbrechen begeht, schuldfähig? Der Psychologe Dr. Benedict Prince ist Experte für Verbrechen, die im Schlaf begangen wurden. Er soll Anna O. wecken. Doch viele Augen sind auf ihn gerichtet und die Zeit wird knapp. Ben ahnt nicht, in welcher Gefahr er sich befindet.

Inwieweit Matthew Blake den Namen und Titel bewusst gewählt hat, weiß ich nicht. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Frauenrechtlerin Bertha Pappenheim als Patientin Anna O. von Josef Breuer und Sigmund Freud geführt. Sie war keine Schlafwandlerin, auch keine Mörderin und lag auch nicht im unerklärlichen Tiefschlaf, sondern litt unter der damals besonders bei Frauen gern diagnostizierten Hysterie. Mir scheint, ganz zufällig ist die Namenswahl dennoch nicht.

Gleich zu Anfang erfährt man von Bens Privatleben, seiner gescheiterten Ehe und seiner Tochter. Auch das Umfeld von Anna O. wird beschrieben, wie sie war, was sie machte und wie sie aufwuchs. Die Theorie über Schuld und Unschuld von Schlafwandlern, die Verbrechen begehen, ist schon interessant. Und die Vorstellung, dass jemand jahrelang im Tiefschlaf ist, gleich Dornröschen, ist für sich genommen schon erschreckend genug. Dem Koma gleich, dennoch anders, ein Dahindämmern und keiner weiß, wann dies endet, das ist für mich eine grausame Vorstellung. Dornröschen schläft, aber wieso und wie und wann kommt der Prinz, der sie wachküssen kann?

Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven, sodass man von Anfang an das Gefühl hat, besser informiert zu sein und den Überblick zu haben. Doch Blake hat ein paar erstaunliche Twists eingebaut, die ich nicht habe kommen sehen. Trotzdem hat mich der Thriller insgesamt nicht ganz überzeugen können. Vielleicht war die Auflösung doch ein wenig zu drüber, zu theatralisch und realitätsfern. Trotz gut gemachter kurzer Kapitel und unterschiedlicher Perspektiven sind ein paar Längen vorgekommen, die im krassen Gegensatz zu den sich überschlagenden Ereignissen gegen Ende stehen. Das war auf gewisse Weise verwirrend und nicht mein Geschmack. Erschwerend kommt hinzu, dass mich keine einzige Figur soweit erreichen konnte, dass ich Sympathie für sie empfand. Mir waren irgendwie alle egal. Im Nachhinein gesehen gab es jede Menge Hinweise und Wortspiele, die auf das Ende hindeuten. Möglicherweise ist die Story aber auch einfach etwas überfrachtet mit gleichzeitiger unnötiger Aufblähung unwichtiger Szenen.

Die Sprecher für das Hörbuch sind sehr klug ausgewählt worden. Sie haben sehr viel dazu beigetragen, dass ich durchhalten konnte. In vielen Teilen war die Story wirklich fesselnd, in anderen aber dann zu abgedreht und konstruiert, sodass ich insgesamt nicht über drei Sterne komme. Gute Idee, aber nur semi-gut ausgearbeitet.

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  • Handlung
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Veröffentlicht am 28.06.2024

Vielleicht einfach zu modern für meinen Geschmack

Zimmerpflanzenliebe
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Meine Mutter hat schon vor so vielen Jahren zu mir gesagt, dass alles irgendwann wiederkommt. Wie Recht sie doch hatte! Sogar Zimmerpflanzen bekommen ein Revival! Waren sie in meiner Kindheit Zeichen eines ...

Meine Mutter hat schon vor so vielen Jahren zu mir gesagt, dass alles irgendwann wiederkommt. Wie Recht sie doch hatte! Sogar Zimmerpflanzen bekommen ein Revival! Waren sie in meiner Kindheit Zeichen eines gemütlichen Zuhauses, fand man irgendwann nur noch sterile Wohnungen ohne jedes Grünzeug oder Blütenkram, wie viele das nannten. Ich erinnere mich daran, wie ich die Pflanzenbücher meiner Oma und meiner Mutter wälzte, mich in verschiedene Pflanzen verliebte, mir welche holte, mal Glück, mal weniger Glück mit ihnen hatte. Und nun scheint wieder dieser Punkt angekommen zu sein, in dem man sein Heim, seine Fensterbänke mit wunderschönen Pflanzen mit und ohne Blüten schmückt und dafür sorgt, dass sie sich wohlfühlen und prächtig gedeihen.

Unterteilt ist das Buch in die Kapitel Basics, Blattpflanzen, Fleischfressende Pflanzen, Kakteen & Sukkulenten, Die Unbekannten, Blütenpflanzen, Was es sonst noch gibt: Grünlilie & Co. Man erkennt sofort, wie sehr die Autorin ihre Pflanzen liebt und dass sie gern in einem Gewächshaus leben würde. Das erschlägt mich dann tatsächlich fast. All ihre Pflanzen sind groß, großblättrig, üppig und das demotiviert mich mehr, als dass es mich motivieren könnte. Meiner Meinung nach wäre es ansprechender, wenn die Pflanzen eine mittlere Größe hätten, die man auch als Anfänger leichter erreichen könnte.

Die Auswahl der Pflanzen ist relativ exotisch. Viele davon kannte ich nicht, sehr viele ähneln sich stark. Die bekanntesten Pflanzen finden sich kaum. Das finde ich dann wirklich schade, denn auch und gerade für diese wären Pflegetipps für mich super. Da fühle ich mich dann schon ein bisschen persönlich angegriffen, wenn die Autorin manche Pflanzen als Oma-Pflanzen abtut, zumal sie nach eigener Aussage kein Glück bei Grünlilien hat. Auch erzählt sie von der Hoya, dass es eine leichte Anfängerpflanze sei. Sehe ich anders – sie ist schon ein bisschen mimosig und blüht nur dann, wenn man richtig Glück hat. Auch finde ich erschreckend, dass selbst in Pflanzenratgeber Influencer-Sprech einzieht mit englischen Ausdrücken für so ziemlich alles. Muss nicht sein. Noch störender finde ich, dass bei den vielen Fotos sehr oft die Autorin mit drauf ist. Es geht doch um Pflanzen, oder irre ich mich?

Ich hatte mir ein Buch gewünscht, das mir hilft, schöne Zimmerpflanzen zu hegen und zu pflegen und das mit einem nicht allzu hohen Aufwand. Bekommen habe ich ein Buch, das in meinen Augen eher für Fortgeschrittene mit ausgefallenem Pflanzengeschmack ist, die eine entsprechende Ausrüstung haben und insgesamt doch viel Zeit damit verbringen möchten. Das führt bei mir zu einer Wertung von drei Sternen.

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Veröffentlicht am 27.06.2024

Kipp mal Bier rein!

Das Bierkochbuch
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Viele der Rezepte sind schon so etwas wie Standard und werden hier mit Bier gepimpt. Keine schlechte Idee im Grunde und zumindest eine Anregung, die eigenen viel genmachten Rezepte mal mit Bier abzuwandeln. ...

Viele der Rezepte sind schon so etwas wie Standard und werden hier mit Bier gepimpt. Keine schlechte Idee im Grunde und zumindest eine Anregung, die eigenen viel genmachten Rezepte mal mit Bier abzuwandeln. Man kann aber auch tatsächlich dann noch neue Ideen finden, wenn man wie ich eine Leidenschaft für Kochbücher hat, diese sammelt und sich selbst schon wundert, dass es noch Rezepte gibt, die man noch nicht kennt. Und das auch im Bereich Süßes!

Gut finde ich die Zwischentexte, das alphabetische Register inklusive der Grillrezepte (die sind fett markiert), die Bierkunde, das witzige Vorwort und die Biermenüs mit den zusammengestellten Rezepten.

Weniger gut finde ich, dass im gesamten Buch bei keinem einzigen Rezept ein Foto ist. Ich erwarte einfach von einem guten Kochbuch, dass es mir mit Fotos der fertigen Gerichte Lust auf das Gericht und damit das Nachkochen macht. Bei mir fallen Rezepte ohne Fotos schnell hinten runter. Hier war es für mich also sehr schwer, am Ball zu bleiben. Zudem sind keine Nähwertangaben vorhanden, was mich zwar weniger stört, von vielen im Bekanntenkreis aber als unabdingbar angesehen wird. Für mich ist schlimmer, dass sich einige Ungereimtheiten oder auch Fehler eingeschlichen haben. Es ist gleich mal bei den Bierstöckchen vergessen worden zu erwähnen, wann denn nun das Bier in den Teig kommt. Kann man herausfinden, klar, finde ich dennoch nicht okay, zumal sich solche Dinge öfter im Buch finden.

Daher finde ich es sehr schwer, dieses Kochbuch zu bewerten. Ich selbst bin etwas enttäuscht, wie ich dargelegt habe. Aber ich kann mir vorstellen, dass es ein prima Geschenk ist für alle, die Bier sehr viel mehr mögen als ich und mehr als nur eine Sorte trinken und von daher auch zum Kochen im Haus haben. Mit viel gutem Willen gebe ich drei Sterne, da mir zwei dann doch extrem wenig vorkämen.

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Veröffentlicht am 27.06.2024

Wenn zwei sich nicht entscheiden können

Man sieht sich
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Friederika fühlt sich wie jeder Teenager unwohl in ihrer Haut und findet tausend Fehler an sich selbst. Sie nennt sich jetzt Frie und der neue Schüler Robert verliebt sich auf der Stelle in sie, behält ...

Friederika fühlt sich wie jeder Teenager unwohl in ihrer Haut und findet tausend Fehler an sich selbst. Sie nennt sich jetzt Frie und der neue Schüler Robert verliebt sich auf der Stelle in sie, behält es aber für sich. Sie sind enge Freunde und bleiben es mehr oder weniger auch, als sich ihre Wege trennen. Immer wieder laufen sie sich zufällig über den Weg und schaffen es doch nie, endlich zusammenzufinden. Beide haben viel erlebt und sich verändert, aber so, dass sie dem anderen noch immer oder sogar noch mehr gefallen. Wie oft sieht man sich, bis man sich sieht?

Die Idee des Romans und die ersten Kapitel gefallen mir unbeschreiblich gut. Sie zeigen die beiden in ihrer Jugend in den 1990ern, die sich von meiner in den 1980ern gar nicht so sehr unterscheidet. Man erlebt sie gemeinsam und man erlebt sie jeweils auch einzeln, eben in den Zeiten, in denen sie sich aus den Augen verlieren. Auf gut einem Drittel des Buches macht das Spaß, aber irgendwann nutzt es sich ab und wird ein bisschen langweilig, zumal Frie in meinen Augen oft zickig und mit zu wenig Blick auf andere durchs Leben geht.

Daher wird mit der Zeit der Stil, der mir anfangs super gut gefiel, langweilig, auch sprachlich gesehen. Der Titel taucht als Spruch immer wieder auf, aber irgendwann fand ich einfach, dass sich die beiden zwar treffen, aber gar nicht wirklich wahrnehmen, also nicht sehen. Ich mochte beide und konnte beide nicht ausstehen. Dieser Zwiespalt macht den Genuss noch schmäler. Ich kann verstehen, wenn man zögert, aber irgendwann sollte man die Dinge dann aber entweder angehen, oder aber abbrechen – und zwar richtig. Die Gründe für die Entscheidungen der beiden sind in meinen Augen einfach nicht triftig genug, um sich selbst das Glück zu verweigern. Dann kommt noch ein Klischee dazu: Natürlich wusste Mama immer alles schon von Anfang an.

Das Hörbuch geht satte 888 Minuten, das Print hat 480 Seiten. Das ist dann schon ein wenig fordernd und anstrengend. Das Ende ist keine große Überraschung, aber stimmig zum restlichen Buch. Insofern keine totale Zeitvergeudung, aber ich hätte nichts verpasst, hätte ich es nicht entdeckt. Katrin Daliots Stimme ist angenehm, aber sie liest das Hörbuch ein bisschen eingeschlafen vor. Da sind keine Emotionen in der Stimme und wenn Figuren irgendwie aufgebracht sind, klingt das bei ihr sehr gestelzt. Das ergibt bei mir dann insgesamt drei Sterne.

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