Sehr gelungener Start in ein düsteres Kapitel deutscher Geschichte
Zwanzig Jahre - 1933"Zwanzig Jahre - 1933" ist genau die Art von Verbindung zwischen historisch belegten Fakten und Fiktion, die ich mir in einem historischen Roman wünsche.
Roman Just erzählt in seinem Roman die Geschichte ...
"Zwanzig Jahre - 1933" ist genau die Art von Verbindung zwischen historisch belegten Fakten und Fiktion, die ich mir in einem historischen Roman wünsche.
Roman Just erzählt in seinem Roman die Geschichte im Jahre 1933 zweier Familien, die auf unterschiedlichen Kontinenten leben. Da ist auf der einen Seite die Familie von Dannenburg in Greifswald, Deutsches Reich und auf der anderen Seite die Familie McKenzie in Massachusetts, USA. Die Familien verbindet die enge Freundschaft der Familienoberhäupter Otto und John.
Während Otto von Dannenburg frühzeitig die Veränderung in Deutschland durch die Machtergreifung Adolf Hitlers und seiner NSDAP erkennt und mit ansehen muß, wie sein eigener Bruder Walter von der Ideologie der Nazis geblendet und vereinnahmt wird, findet er durch John James McKenzie die erhoffte Hilfe, um seinen Sohn Peter vor den Nationalsozialisten zu schützen. Durch fiktive Romanstränge wird diese ohnehin schon sehr spannende, bewegende und erschütternde, düstere Episode in unserer deutschen Historie noch um einiges lebendiger und greifbarer erzählt. Es wirkt auf uns Leser/innen - obgleich den meisten von uns dieses Jahr durchaus bekannt ist - unbegreiflich, wie ein kulturell bunt aufgestelltes Land, wo unterschiedliche Menschen mit ihren unterschiedlichen Religionen und Abstammungen seit Jahren friedlich und respektvoll zusammen gelebt haben, binnen einem Jahr fremdgesteuert beginnen, einer brutalen, irrsinnigen Ideologie zu folgen. Roman Just zeigt in seinem Roman auf, daß diese Verblendung nicht einmal vor der eigenen Familie Halt findet.
Der Roman lebt zum einen von der Fiktion die beiden Familien betreffend und zum anderen von der geschichtlichen Kenntnis seiner Leser/innen, die dadurch mit den beiden Familien hoffen und bangen, wie sie durch dieses Jahr 1933 hindurchkommen werden.
Ein sehr gelungener Start in eine neue Romanreihe, die Lust auf seine weiteren Bände macht!