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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.08.2024

Düster, spannend, blutig - ansprechender Auftakt einer Reihe

Empire of Sins and Souls 1 - Das verratene Herz
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Aufmachung:
Selten habe ich ein Buch gesehen, das mich durch die Aufmachung bereits so sehr angesprochen hat wie dieses. Das Cover deutet bereits erkennbar auf die düstere Stimmung hin, die sich zwischen ...

Aufmachung:
Selten habe ich ein Buch gesehen, das mich durch die Aufmachung bereits so sehr angesprochen hat wie dieses. Das Cover deutet bereits erkennbar auf die düstere Stimmung hin, die sich zwischen den Buchdeckeln entfalten wird. Auch der blutrote Rosen-Farbschnitt passt einfach perfekt.

Plot:
Ich liebe düstere, Gothic-artig anmutende Geschichten, daher wusste ich, dass ich zu Empire of Sins and Souls unbedingt greifen muss. Das Buch fängt mit einem großen Paukenschlag an, der mich sogleich in die Geschichte gesogen hat.
Tatsächlich hat es mich auch nicht gestört, dass im Anschluss erst einmal ein Rückblick eingebaut wurde. Diese stilistische Wahl der Autorin kann ich gut nachvollziehen und hatte bei mir auch die beabsichtigte Wirkung.
Im Laufe der Geschichte fand ich allerdings, dass die Spannungskurve etwas absackte. (Das hatte mehrere Gründe, dazu komme ich gleich noch.) Die Suche nach den Reliquien war zum Teil sogar nahezu verwirrend (Spiegelszene) und ich kam mit den unterschiedlichen Lords, die erwähnt wurden, durcheinander – dafür gibt es im hinteren Teil des Buches allerdings einen Glossar, der Abhilfe schaffen kann.

ÜBRIGENS: Der Klappentext ist in meinen Augen irreführend - ich würde empfehlen, das letzte Drittel des Inhaltsangaben-Absatzes nicht zu lesen. Die dort erwähnte Person taucht auf Seite 380 zum ersten Mal wirklich auf - von insgesamt 386 Seiten. Ein halbes Buch lang darauf zu warten, dass ein Konflikt entsteht, der dann nicht kommt, ist doch leicht unzufriedenstellend.

Charaktere:
Ich hätte mir gewünscht, dass sich Zoé etwas stärker mit ihrer Gefühlswelt hätte auseinandersetzen dürfen. Zwar bekommt man hin und wieder einen Blick hinter die Kulissen, aber insgesamt hat es ihrer Charakterentwicklung nicht gutgetan, ihre Emotionen gegen Null herunterzudrehen. Ein Charakter muss für den Leser nachvollziehbar handeln. Zumindest brauche ich das, damit ich ein Gefühl für die Protagonistin und ihre Handlungen bekomme. Stattdessen wurde hier nur das Nötigste getan. (Auch dafür gibt es eine Erklärung, die absolut nachvollziehbar ist. Das bringt aber nichts, wenn ich die Protagonistin dadurch nicht kennen- und lieben lernen kann.)
Ich mag Alexei als Charakter nicht. Gar nicht. Er ist zu inkonsequent nett und dann wieder „böse“; mitfühlend und dann wieder kalt. (Und bloß als Vergleich: seine Generalin Nika war auch ein Wechselbad der Gefühle, aber ihr habe ich es abgekauft.) Als Charakter, insbesondere als Love Interest, hat er einfach nicht funktioniert.
Es gab auch keine Chemie zwischen ihm und Zoé – und das war ein Problem, weil sich das Buch nach und nach stärker auf die Liebesgeschichte konzentriert hat. Ich habe aber so eine Ahnung, dass eine gewisse, neu erschienene Person im zweiten Teil ohnehin die Perspektiven etwas verrücken wird, daher konnte ich darüber hinwegsehen.

Schlusswort:
Zwischen dem Beenden des Buches und der Rezension liegt etwas weniger als eine Woche. Je mehr Zeit vergeht, desto mehr rücken die (wenigen) negativen Details und die etwas langatmigen Stellen in den Hintergrund und desto mehr wird mir klar, wie viele meines Erachtens wirklich spannende und ausdrucksstarke Momente dieses Buch hatte. Daher hebe ich meine ursprüngliche Einschätzung von 3,5 Sternen nun auf 4 Sterne an.
Jetzt heißt es, bis November auf den zweiten Teil zu warten.

WARNUNG:
Die Altersempfehlung von 18+ sowie die Trigger-Warnung bitte beachten, im Buch wurden v.a. in den ersten ca. 50 Seiten durchaus schwer verdauliche Themen recht eindrücklich beschrieben.

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Veröffentlicht am 01.07.2024

Wohlfühlbuch mit ernsten Themen und ganz viel Nostalgie

The Summer of Broken Rules
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Für mich war es ein absolutes Wohlfühlbuch, das starke Nostalgie an Kindheitstage aufkommen lässt.

Wäre “The Summer of Broken Rules“ ein einfacher Liebesroman, hätte die Geschichte für mich nicht funktioniert. ...

Für mich war es ein absolutes Wohlfühlbuch, das starke Nostalgie an Kindheitstage aufkommen lässt.

Wäre “The Summer of Broken Rules“ ein einfacher Liebesroman, hätte die Geschichte für mich nicht funktioniert. Die Liebesbeziehung hatte kaum Zeit, sich zu entfalten. Wenn überhaupt, war es ein fließender Übergang zwischen Freundschaft und Liebe, was nicht gerade meine bevorzugte Konstellation ist, da mir dabei die Spannung fehlt. Insgesamt hatte ich Probleme damit, mich in die Gefühlswelt der Protagonistin Meredith hineinzuversetzen.
Obwohl sowohl Trauer als auch Liebe omnipräsente Thematiken waren und ich diese auch gut und verständlich umgesetzt fand, haben sich diese Gefühle leider nicht wirklich auf mich übertragen, was für mich immer ein recht großer Minuspunkt ist.

Und trotzdem komme ich nicht umhin, diesem Buch seine wohlverdienten 4 Sterne zu geben, weil es an anderer Stelle glänzen konnte: Sei es der Moment, als Meredith auf der Fähre aus ihrem Auto klettert und einer gewissen Person einen gehörigen Tritt ins Gesicht verpasst oder später im Spiel die krudesten Überfallszenarien ausgelebt werden – ich konnte mir alles so gut vorstellen, als wäre ich mittendrin.

Insbesondere das Killer-Spiel hat es mir immens angetan. Ich habe es geliebt, wie ernst alle Kandidaten es genommen haben. Es hatte diesen Touch von Kindheit, als man sich noch komplett austoben konnte und verbissen gegeneinander spielte, ohne sich selbst dabei zu ernst zu nehmen. „The Summer of Broken Rules“ hat in meinen Augen ganz stark das Glücklichsein um des Glückes Willen gefeiert; die bewusste Entscheidung dazu, das Leben zu lieben und in vollen Zügen zu genießen, auch wenn nicht alles perfekt ist.

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Veröffentlicht am 01.07.2024

Traurig, traurig, hoffnungsvoll und dann wieder traurig

Glow Like Northern Lights (Strong Hearts 1)
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Ich weiß nicht, wie oft mich das Buch tatsächlich zum Weinen gebracht hat. Mir war zwar schon nach dem Klappentext bewusst, dass es in „Glow like Northern Lights“ um Trauerbewältigung gehen würde, aber ...

Ich weiß nicht, wie oft mich das Buch tatsächlich zum Weinen gebracht hat. Mir war zwar schon nach dem Klappentext bewusst, dass es in „Glow like Northern Lights“ um Trauerbewältigung gehen würde, aber dass ich bereits im Prolog und im ersten Kapitel jeweils zu Tränen gerührt sein würde, kam dann doch recht unerwartet.

Leider hat der Liebesgeschichte der nötige Kick gefehlt – was daran liegen könnte, dass es sich hier um „Friends to Lovers“ handelt, was in meinen Augen in den wenigsten Fällen wirklich gut umgesetzt wird. Mir fehlt es an der Spannung und an großen Gefühlen; stattdessen entwickelt sich die Beziehung recht ruhig und unaufgeregt.

Die Darstellung von Lilianas Mutter war interessant umgesetzt: Ich hatte innerhalb kürzester Zeit eine unfassbare Wut auf diese Frau und was sie ihrem Kind mit ihren Worten antut. Allerdings war mir ihr Charakter im Großen und Ganzen dann doch etwas zu überzogen „gemein“ und erschien dadurch ein wenig unglaubhaft.

Insgesamt fand ich, dass gerade die Trauer-Thematik sowie die Art, wie sich Krankheit und Tod auf Familienmitglieder oder die Freundesgruppe auswirken, sehr gut umgesetzt. Die Liebesgeschichte hätte für meinen Geschmack mehr Drama vertragen können (allerdings nicht die Sorte „er hat noch eine Freundin“, der Aspekt hat mich die erste Hälfte des Buches immens genervt).

Vorsicht, der Cliffhanger ist fies. Ich finde es auch nicht gerade erbaulich, noch einige Monate auf die Problemlösung in Band 2 warten zu müssen.

Zuletzt sei gesagt: Ich habe das Buch beendet, wie ich es begonnen habe – heulend.

Fazit: 3,5 Sterne
(zusammengefasst: Thematik hat überzeugt und ich würde das Buch weiterempfehlen, aber mir hat auf zwischenmenschlicher Ebene etwas gefehlt und die Protagonisten waren zu flach)

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Wenn Nebencharaktere der Geschichte schaden

Play of Hearts
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Play of Hearts hat mich am Anfang insbesondere dadurch überzeugt, dass Evies Einsamkeit für mich als Leserin unfassbar gut fühlbar wurde. Die Autorin hat es innerhalb weniger Seiten geschafft, die Verzweiflung ...

Play of Hearts hat mich am Anfang insbesondere dadurch überzeugt, dass Evies Einsamkeit für mich als Leserin unfassbar gut fühlbar wurde. Die Autorin hat es innerhalb weniger Seiten geschafft, die Verzweiflung der Protagonistin derart nahbar darzustellen, dass ich regelrecht mitgelitten habe. Dementsprechend hatte ich erwartet, dass diese emotionale Nähe gerade das sein wird, was dieses Buch am Ende für mich ausmacht, was letztendlich aber leider nicht der Fall war.

Ab dem Zeitpunkt, als Arthur in Erscheinung trat, hat mich das Buch ein wenig verloren. Ich konnte mit ihm als Charakter rein gar nichts anfangen, die Beziehung zwischen den Protagonisten schritt zu schnell voran und hatte kein Hintergrundleben – ich konnte nicht nachvollziehen, wo diese übermächtigen Gefühle plötzlich herkamen und wieso sich Evie im Fortgang der Geschichte so obsessiv verhielt, wenn es um Arthur ging. Gerade das fand ich auch so traurig, nachdem der Anfang ihr Gefühlschaos derart gut darstellen konnte.

Ich war mir während des Lesens auch bewusst, dass die Autorin das vermutlich gerade so gewollt geschrieben hat, aber es hat mir den Mittelteil trotzdem etwas „versalzen“.

Das hat sich etwas gebessert, sobald die Geschichte in den mystischen Zirkus mit zauberhaften, aber gleichzeitig geheimnisvoll-düsteren Nebencharaktere überwechselte. Man hat das Gefühl, keinem wirklich trauen zu können, weil irgendwie jeder seine Geheimnisse hat. Allem voran Rémi, der im Laufe des Buches immer mehr an Charakter gewann – im Gegensatz zu einem gewissen anderen Herren.

Auch nach Ende von Band 1 sind viele Fragen ungeklärt und viele Geheimnisse noch ungelüftet, sodass ich denke, auch noch nach dem zweiten Band zu greifen. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, an einigen Stellen hat er ob seiner emotionalen Tiefe sogar geglänzt.

Fazit:
Eine toll umgesetzte magische Welt – wenn auch nicht ganz greifbar, aber vielleicht auch deshalb umso magischer – und viele, viele magische Personen, von denen man nicht so recht weiß, ob sie nun zu den Guten oder Bösen gehören.
Mein einziger Kritikpunkt ist und bleibt tatsächlich Arthur – als Charakter, als Love Interest und als Teil einer nicht nachvollziehbaren Liebesgeschichte; nachdem das allerdings einen relativ großen Teil des Buches einnahm bzw. er die treibende Kraft hinter vielen von Evies Aktionen war, hat es mir den Lesespaß leider doch etwas verdorben: Die Unglaubwürdigkeit dieser Vernarrtheit hat mich immer wieder unsanft aus der Geschichte herausgerissen, der Mittelteil wurde dadurch etwas zäh und ich war irgendwann nur noch genervt, wenn ich den Namen „Arthur“ lesen musste.

3*

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Zu viel verschenktes Potenzial

The Stars are Dying
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Ich habe selten ein so schön aufgemachtes Buch gesehen, die Gestaltung ist innen wie außen ein einziger Augenschmaus. Und auch die Inhaltsangabe versprach eine turbulente, Action-geladene Romantasy-Geschichte. ...

Ich habe selten ein so schön aufgemachtes Buch gesehen, die Gestaltung ist innen wie außen ein einziger Augenschmaus. Und auch die Inhaltsangabe versprach eine turbulente, Action-geladene Romantasy-Geschichte. Ich bin immer noch zwiegespalten, ob ich „The Stars Are Dying“ eher gut oder eher schlecht finde, weil es einige wirklich tolle Aspekte hatte, aber insgesamt waren auch sehr viele Details unstimmig.

1.
Die Liebesgeschichte in diesem Buch hat leider überhaupt nicht gefunkt und das lag meines Erachtens an den zwei viel zu unausgereiften Hauptcharakteren:
Gerade mit Astraeas Hintergrundgeschichte hätte man sie als Protagonistin so wunderbar vielschichtig aufbauen können. Sie hätte eine starke und trotzdem sanftmütige Protagonistin sein können, stattdessen wirkte sie stur, wechselhaft und – obwohl sie das eigentlich nicht war – passiv, ohne aber dabei wirklich als Charakter greifbar zu werden.
Nyte war sogar noch unnahbarer. Eigentlich weiß man von ihm am Ende des Buches noch ungefähr genauso viel wie am Anfang: nämlich dass er eine Obsession für Astraea hat.

Nachdem schon die Charaktere selbst keinerlei wirkliche Charakterzüge aufwiesen, blieb es schwer, zwischen den Protagonisten irgendeine Art von Chemie zu spüren. Die Romantik wirkte völlig erzwungen und unnatürlich, weil die Figuren nie ein wirkliches Gespräch geführt geschweige denn eine Beziehung aufgebaut haben.
Dieses Hin und Her zwischen Hass und Anziehung wurde irgendwann nur noch nervig.

2.
Der Schreibstil wäre eigentlich wirklich angenehm zu lesen gewesen, hätte es nicht dazwischen immer wieder Szenen- und Gedankensprünge gegeben. Das hat das Verständnis und den Lesefluss teilweise so sehr gestört, dass ich die Szenen nochmals lesen musste.

3.
Das Buch hätte gekürzt werden müssen, teilweise zog es sich echt ewig. Der im Klappentext beworbene Wettkampf war ein bloßer Nebenplot, der teilweise einfallslos wirkte und gleichzeitig die wirrsten Szenen im Buch hervorbrachte. Mir hat die erste Hälfte ohne Wettkampf tatsächlich sogar besser gefallen. Und das Traurige daran ist tatsächlich, dass die „Auflösung“ am Ende des Wettkampfs echt überraschend und gut umgesetzt war; der Wettkampf selbst fühlte sich aber als bloßes Mittel zum Zweck an.

Fazit:
Durch die emotionale Abkapselung von den Protagonisten wirkte das Buch während des Lesens mehr wie ein Bericht denn ein Roman. Ich musste mich stellenweise richtig durchquälen. Traumatische Erlebnisse wurden mir zu schnell unter den Teppich gekehrt, emotional kamen die Geschehnisse nicht bei mir als Leserin an.

Das Ende mit der Auflösung hat mir hingegen sehr gut gefallen. Auch mit etwas zeitlichem Abstand nach Beenden des Buchs finde ich, dass der Plot im Gesamten einige sehr gute Ideen enthält. Leider scheitert es an der Detailumsetzung. Ohne die emotionale Bindung zu den Charakteren hätte ich genauso gut eine Zusammenfassung lesen können: Das hätte Zeit gespart und ich hätte kaum etwas verpasst.

ABER: Trotz allem bin ich am Überlegen, Band 2 noch eine Chance zu geben. Ich fand den Konflikt am Ende und das gesamte Worldbuilding richtig toll und habe die Hoffnung, dass die Autorin nun mit einem Verlag, der ihr den Rücken stärkt und ggf. Hilfestellung gibt (meines Wissens wurde The Stars are Dying ja ursprünglich noch als Selfpublisher Ausgabe veröffentlicht), die Probleme bezüglich der Umsetzung in den Griff bekommt.

2,5 Sterne (Tendenz zu 3)

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