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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.11.2024

Zäher Anfang, gutes Ende

Die Verlierer
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Mit Petra Hammesfahr verbindet mich eine Art Hass-Liebe: Entweder ich liebe ihr Buch oder ich komme gar nicht damit zurecht.
Und hier hat es ein bisschen gedauert, bis sich die Liebe entwickelt hat.
Die ...

Mit Petra Hammesfahr verbindet mich eine Art Hass-Liebe: Entweder ich liebe ihr Buch oder ich komme gar nicht damit zurecht.
Und hier hat es ein bisschen gedauert, bis sich die Liebe entwickelt hat.
Die Story beginnt mit dem Verschwinden einer Frau, die Ermittlungen laufen an.
Der Erzählstrang wechselt zwischen den Ermittlern und einem Jungen ab, von dem man erstmal gar nicht weiß, in welcher Verbindung er jetzt zu der Geschichte steht.
Der Anfang war für mich wirklich zäh. Ich kam nicht wirklich in die Geschichte hinein, habe das Buch auch zweimal weggelegt und nochmal von neuem begonnen.
Wenn man aber erstmal über den Punkt ist und man die Richtung erahnt, in die es gehen soll, dann wird das Buch richtig spannend. Dann hatte ich auch richtig Lust, weiterzulesen und konnte die Auflösung kaum erwarten.
Ein Psycho-Thriller ist es in meinen Augen trotzdem irgendwie nicht, denn dafür kam die Spannung zu spät.
Insgesamt bin ich aber versöhnt!

Veröffentlicht am 13.10.2024

Weniger ist mehr

Wer zu spät kommt, den belohnt das Leben
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Ich beschäftige mich schon länger mit dem Thema Minimalismus und dem räumlichen Verkleinern, deswegen habe ich mich gefreut, auf diesen Roman gestoßen zu sein.
Die Autorin kannte ich schon durch ihre vorherigen ...

Ich beschäftige mich schon länger mit dem Thema Minimalismus und dem räumlichen Verkleinern, deswegen habe ich mich gefreut, auf diesen Roman gestoßen zu sein.
Die Autorin kannte ich schon durch ihre vorherigen Bücher, deshalb war meine Erwartung groß: Und sie wurde nicht enttäuscht.
Man kommt sehr leicht in die Geschichte hinein. Gleich zu Beginn trifft man auf die Protagonistin Ella, die sich von ihrem Mann getrennt hat und jetzt als Experiment in ein Tiny House zieht.
Ich fand sie von Anfang an sympathisch.
Allerdings hat mir hier gefehlt, dass wir auf ihre Ausmist-Reise mitgenommen werden. Denn als das Buch beginnt, hat sie sich eigentlich schon von allem materiellen getrennt und ist dabei umzuziehen. Das fand ich ein bisschen schade, denn hier habe ich mir auch etwas Inspiration erwartet.
Überhaupt geht es in meinen Augen nur um Rande um das "Wenig-Besitzen". Es geht mehr darum, wie völlig unterschiedliche Charaktere aufeinander treffen und dennoch miteinander auskommen (müssen), um verdrängte Gefühle und Trauer, um eine Reise zu sich selbst.
Das hat mir sehr gut gefallen, weil viele Aspekte abgedeckt werden, die einem selbst in seinem Leben begegnen.
Neben Ella fand ich auch die anderen Figuren gelungen. Sie sind sehr unterschiedlich, aber jeder ist auf seine Art authentisch.
Die Liebesgeschichte war schön und hat das ganze nochmal etwas gemütlicher gemacht, hätte ich aber nicht unbedingt gebraucht, weil sie - zumindest am Anfang - sehr vorhersehbar war. Die Entwicklung fand ich dann aber wieder toll.
Auch der Schreibstil gefällt mir: Sehr ruhig, manchmal fast sachlich, aber dennoch gefühlvoll.
Ich hatte einige sehr schöne Lesestunden und werde mich jetzt weiter ans Ausmisten machen :)

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 14.08.2024

Tod durch Töne?

Tödlicher Schall
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Endlich geht die Geschichte rund um Matthias Hegel und Jula Ansorge weiter! Es wird wieder gemordet - und natürlich auch ermittelt. Auch wenn dieser - wie die vorherigen Bände - in sich abgeschlossen ist, ...

Endlich geht die Geschichte rund um Matthias Hegel und Jula Ansorge weiter! Es wird wieder gemordet - und natürlich auch ermittelt. Auch wenn dieser - wie die vorherigen Bände - in sich abgeschlossen ist, empfehle ich, die Reihenfolge beim Lesen einzuhalten, denn dann kann man die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren einfach besser verstehen.

Es wird wieder gemordet in Berlin und auch diesmal steht Hegel im Mittelpunkt der Geschehnisse bzw. ist dafür verantwortlich. Er hat im Laufe seines Lebens wirklich viele Feinde angehäuft, die ihm etwas Böses wollen - und das ist mein erster kleiner Mini-Kritikpunkt. Die komplette Handlung beruht auf eine persönliche Abrechnung des Täters und Hegel, aber gerade in Hinblick auf den vierten Teil wäre es abwechslungsreicher gewesen, wenn diesmal ein anderer Ausgangspunkt gewählt worden wäre.

Nichtsdestotrotz ist die Story spannend - und zwar von Anfang an. Es geht wieder viel um das Hören, hier ist Hegel ja der Profi. Ich fand es super interessant zu lesen, welche akustischen Phänomene es gibt und wie diese als Waffe eingesetzt werden können. Die Erklärungen hierzu waren für mich als Laien nicht zu langatmig und sogar einigermaßen verständlich - auch wenn ich natürlich nicht beurteilen kann, ob das wirklich alles so stimmt und in der Realität funktionieren würde. Das stört mich aber nicht.

Es beginnt eine Jagd nach Hegels ehemaligen Freund und Studienkollegen Vries, der Rache nehmen möchte. Für was, weiß man lange Zeit gar nicht genau. Ich fand es super, dass man von Anfang an wusste, wer der Täter ist. Es wurde auch immer wieder aus dessen Sicht erzählt. Trotzdem wurde nicht zu viel vorweggenommen, sodass es spannend blieb und es offene Fragen gab, über die man während des Lesens rätseln konnte.

Genervt haben mich diesmal leider sehr Julas kleiner Bruder und sein bester Freund. Friedrich und Elias kennt man ja schon aus den Vorgängern und ja, sie sind Teenies - aber trotzdem konnte ich mir bei ihren Handlungen nur immer wieder die Hand vor den Kopf schlagen. Für mich hätten sie nicht so viel Raum einnehmen müssen.

Richtig gut war aber das Ende. Erst denkt man, es ist vorbei und man ist so einigermaßen zufrieden - aber dann kommt der richtige Showdown, der wirklich überraschend ist und nochmal alles an Spannung bietet, was ein guter Thriller braucht. Super! Und wirklich ganz zum Schluss wurde noch ein ganz fieser Cliffhanger eingebaut - ich freue mich also auf Band 6!

Insgesamt bin ich mit kleine Abzügen zufrieden. Es ist nicht der stärkste Teil der Reihe, aber absolut lesenswert.
Von mir gibts 4 Sterne!

Veröffentlicht am 14.08.2024

Zwei die sich finden

Funny Story
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Wenn man den Klappentext des Buches liest, dann erwartet man eine Liebesgeschichte, deren Ausgang man schon kennt, ein paar witzige Situationen und gute Unterhaltung. Genau das bekommt man auch - aber ...

Wenn man den Klappentext des Buches liest, dann erwartet man eine Liebesgeschichte, deren Ausgang man schon kennt, ein paar witzige Situationen und gute Unterhaltung. Genau das bekommt man auch - aber meiner Meinung nach noch einiges mehr, denn ich hätte nicht gedacht, dass so viel Tiefe in diesem Roman steckt.

Der Anfang des Buches ist sowohl lustig als auch tragisch, denn die Protagonistin Daphne wird kurz vor der Hochzeit sitzen gelassen und hat nur wenig Zeit, sich eine neue Bleibe zu suchen - also zieht sie zum Ex-Verlobten der Frau, für die sie sitzengelassen wurde. Eigentlich total traurig, aber so locker und lustig geschrieben, dass man eher schmunzeln als weinen muss.

Daphne ist eine sehr sympathische Protagonistin. Das liegt nicht nur daran, dass sie in einer Bücherei arbeitet und Bücher liebt, sondern dass sie Rücksicht auf andere nimmt und sich selbst nicht in der Vordergrund stellt. Etwas mehr Selbstbewusstsein könnte sie vertragen, deswegen fand ich ihre Entwicklung innerhalb des Buches auch richtig schön.

Richtig ans Herz gewachsen ist mir allerdings ihr Zweck-Mitbewohner Miles. Er hat eine Art an sich, mit Menschen umzugehen, dass man ihn einfach mögen muss. Er ist offen, herzlich und denkt zuerst an andere.

Dass die Zwei also gut zusammen passen, sieht man auf den ersten Blick. Vor allem besser als ihre Ex-Partner. Diese wurden allerdings auch etwas zu einseitig dargestellt, es ist von Anfang an klar, wen der Leser mögen soll und wen nicht. Bei diesem Genre stört mich das nicht so sehr.

Unerwartet war für mich die Tiefe der Handlung. Denn es geht um mehr als dass sich zwei Menschen finden. In zahlreichen Situationen wird deutlich gemacht, worauf es im Leben eigentlich ankommt. Hier wird das Buch auch manchmal ernst und regt zum Nachdenken an. Das ist ein sehr großer Pluspunkt.

Einzig und allein hat es mich etwas gestört, dass es zum Ende hin doch sehr viel Hin und Her gibt, was ein bisschen künstlich wirkt. Das hätte ich nicht gebraucht.

Dennoch spreche ich für diese "Funny Story" gerne eine Leseempfehlung aus: 4 Sterne von mir!

Veröffentlicht am 08.07.2024

Mörderischer Urlaub

Das Paradies war früher schöner
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Bei dem Buch handelt es sich um den ersten Band einer Reihe rund um Oberst Benedikt Kordesch. Dieser ermittelt seit langer Zeit mal wieder in einem Mordfall, allerdings eher unfreiwillig. Denn eigentlich ...

Bei dem Buch handelt es sich um den ersten Band einer Reihe rund um Oberst Benedikt Kordesch. Dieser ermittelt seit langer Zeit mal wieder in einem Mordfall, allerdings eher unfreiwillig. Denn eigentlich sitzt er lieber am Schreibtisch.

Kordesch hat einige Ängste, die auf seine Vergangenheit beruhen. Deshalb kommt es immer wieder zu skurrilen Situationen und er hat mich ein bisschen an "Monk" erinnert. Manchmal war es wirklich lustig, manchmal hat es nicht ganz meinen Humor getroffen. Das fand ich allerdings nicht so schlimm. Mehr gestört hat mich, dass er sich in eigen Situationen nicht korrekt verhält und ziemlich naiv ist. Inhaltlich gehe ich an dieser Stelle nicht weiter darauf ein, weil ich sonst spoilern müsste.

Die Krimihandlung an sich ist klassisch aufgebaut: Es gibt eine Leiche, viele Verdächtige, die nächste Leiche und noch mehr Verdächtige. Man verfolgt die Ermittlungen, es gibt immer neue Hinweise und kann selbst miträtseln. Allerdings war es schwer, den Täter zu erraten, denn zwischen den Zeilen lässt der Autor wenig durchblicken.

Typisch für einen Regionalkrimi werden Ausdrücke und Redewendungen benutzt, die vor Ort verwendet werden. Manchmal habe ich das nicht übersetzen können, aber keine Sorge: Der Inhalt erschließt sich dann durch den Kontext. Zusammen mit den Beschreibungen der Orte und der Landschaft gibt es ein gutes Gesamtbild.

Mit dem Humor war es allerdings so eine Sache. Meiner wurde nicht immer getroffen. Das fand ich aber nicht weiter schlimm.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Ich bin gespannt, wie sich Kordesch weiter entwickelt. Am Ende hat er angefangen sich seinen Ängsten zu stellen - ob das anhält? Ich freue mich schon auf den nächsten Band!