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AndyRiedl

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.09.2025

Eine weirde Mischung

Dr. No
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Vorweg mach ich festhalten: Das war meine erste Lektüre eines Buchs von Percival Everett. Ich habe mich hier drauf gestürzt und hatte große Vorfreude, nachdem James bei vielen Bekannten so viel Zuneigung ...

Vorweg mach ich festhalten: Das war meine erste Lektüre eines Buchs von Percival Everett. Ich habe mich hier drauf gestürzt und hatte große Vorfreude, nachdem James bei vielen Bekannten so viel Zuneigung erfahren hat. Eine hohe Erwartungshaltung kann einem den Spaß auch verderben. Ich glaube das löst einen Teil meiner Enttäuschung in diesem Fall aus. Der Roman ist aber auch eine wilde Mischung unterschiedlicher Einflüsse und Elemente. Und aus meiner Sicht ist diese leider nicht sehr gut gelungen.
Wenn wir mal das wenig ansprechende Cover vernachlässigen und uns „nur“ auf den Inhalt konzentrieren, dann finden wir einen spannenden Hauptcharakter vor, der Mathematikprofessor und Asperger-Autist ist. Das Buch könnte sich nur um sein Leben drehen, und damit wäre es schon spannend. Was nämlich funktioniert, ist die Kombination mit seinem Forschungsschwerpunkt „nichts“. Da stecken originelle Ideen drin, die ein Buch tragen können. Percival Everett hat das nun in James Bond Bösewicht Setup gepackt, das schlicht absurd ist. Er erzeugt einen Bruch zwischen den unterschiedlichen Perspektiven, der zumindest in meinem Kopf nicht durch seine gelungene und gut lesbare Erzählweise gekittet werden kann. Das Konzept des Buchs geht einfach nicht auf und Dr. No ist eben nicht das nächste Station Eleven. Schade, schade Marmelade. Da gab es dieses Jahr schon bessere Bücher und ich empfehle dieses Buch nicht.

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Veröffentlicht am 10.04.2025

Angenehm wohlig wie ein Griff in weiches Katzenfell

Die Magnolienkatzen
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Romane, und wie ich sie als Leser aufnehme, sind grundsätzlich auch davon abhängig, in welchen Umständen ich mich befinde. „Die Magnolienkätzchen“ hatte ich mir als Wochenlektüre für eine der stressigsten ...

Romane, und wie ich sie als Leser aufnehme, sind grundsätzlich auch davon abhängig, in welchen Umständen ich mich befinde. „Die Magnolienkätzchen“ hatte ich mir als Wochenlektüre für eine der stressigsten Arbeitswochen überhaupt ausgesucht. Eine Woche in der Termin auf Termin folgte und kaum Zeit zum Luftholen blieb. Der Roman begleitete mich in dieser Woche überragend. Er ist auf der einen Seite seicht und langweilig, denn die Handlung dreht sich in der Hauptsache um die ersten Wochen und Monate von einer Katzenmutter und ihren fünf Katzenbabys. Auf der anderen Seite strahlt dies auch eine sehr große Ruhe aus und die Lektüre hat mehr noch als sonst meditative Züge.

Wenn mir nun jemand die Aufgabe übertragen würde, über 250 Seiten dem Aufwachsen von fünf Katzenbabys zu widmen, würde ich die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen. Noriko Morishita macht das aber ganz vorzüglich. Ich konnte mir bis dato nicht vorstellen, welche Details rund um die ersten Schritte von Katzenbabys beobachtbar und beschreibbar sind. Die Autorin hat Augen und Ohren gespitzt und auch kleinste Details sprachlich nachgezeichnet. Über reine Details zu den Katzen geht sie darüber hinaus auch auf die Wirkung von Katzen als Gefährten der Menschen ein und zeichnet nach welche psychologischen Effekte sich ergeben. Man wird gerade hierdurch der Katzen auch über den Roman hinaus nicht überdrüssig, sondern sehnt sogar eher selbst eine solche Beziehung herbei. Insgesamt ist „Die Magnolienkatzen“ damit nicht der große literarische Wurf (aber wer hätte das auch gedacht und gewollt) sondern erfüllt wunderbar den Zweck eines Wohlfühlbuchs.

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Mit Dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken

Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken
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„Mit Dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken“ hätte ich so gerne viel mehr gemocht. Es ist ein Buch, dessen Autorin ich gerne in den sozialen Medien lese und mich deshalb sehr auf diesen Roman gefreut ...

„Mit Dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken“ hätte ich so gerne viel mehr gemocht. Es ist ein Buch, dessen Autorin ich gerne in den sozialen Medien lese und mich deshalb sehr auf diesen Roman gefreut hatte. Am Ende habe ich den Zugang zu diesem Roman nie vollends gefunden. Elisa erzählt der von ihr bewunderten Dichterin Mascha Kaleko die „Highlights“ ihres Lebens. Es ist nicht besonders schlimm, dass ich mit dem Dialog zwischen Elisa und Mascha Kaleko und der Lyrik von Mascha Kaleko nichts anzufangen weiß. Dies ist ja nur ein kleiner Teil dieses Romans.
Was mich dann mehr bekümmert, ist meine Teilnahmslosigkeit bzgl. des Rests der Romanhandlung. So richtig Spannung wollte da nicht aufkommen. Ich fand die Personen auch nur bedingt interessant. Und insgesamt war die Lektüre dann auch manchmal eintönig und langweilig. Aber ganz schlecht war dann alles auch nicht. Ich kann den Hang zum Ausbruch und zu Punkkultur nachvollziehen und habe diese Teile sehr gerne gelesen. Hier verbirgt sich vieles, was in der Nuance sehr gut gefallen hat. Insgesamt hat mich das Gesamtpaket aber nicht überzeugt. Ich wünsche dem Buch, dass es andere so berührt, wie ich es für mich selbst gewünscht hätte.

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Veröffentlicht am 14.09.2024

Interessante Idee mit etwas lahmer Umsetzung

Du kennst sie
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Ich bin jetzt nicht der größte Thriller-Freund. Ich habe meinen Anteil an Thrillern gelesen und meistens ist mir das Ganze zu platt und vorhersehbar. Dieses Buch hat mich mit seinem großartigen Cover und ...

Ich bin jetzt nicht der größte Thriller-Freund. Ich habe meinen Anteil an Thrillern gelesen und meistens ist mir das Ganze zu platt und vorhersehbar. Dieses Buch hat mich mit seinem großartigen Cover und einem Einstieg angelockt, der vielversprechend war. Es war erfrischend, dass es um zwei weibliche Hauptcharaktere ging. Die Hauptfiguren versprachen eine gewisse Tiefe und die Handlung hatte schon zu Beginn spannende Ansätze. Leider konnte das Buch die guten ersten Eindrücke nicht dauerhaft bestätigen. Das Erzähltempo war teilweise sehr schleppend und die Geschichte hat sich zu sehr in den Niederungen der Figurenentwicklung verlaufen. Ja, stellenweise war es lahm. Der Spannungsaufbau gelang nicht vollends. Und so hege ich viele Sympathien für die deutliche weibliche Erzählperspektive und die damit verbundenen Elemente des Buchs. Dennoch tendiere ich dazu, zunächst wieder die Finger von Thrillern zu lassen und mich anderen Büchern zuzuwenden.

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Veröffentlicht am 14.07.2024

Zerfahrene Annährung

Seinetwegen
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Zora del Buono hat ein autofiktionales Werk über ihr Leben ohne Vater und die Suche nach dem Mann, der seinen Tod verschuldet hat, geschrieben. Dieses Buch bringt vieles mit, was ich grundsätzlich an Büchern ...

Zora del Buono hat ein autofiktionales Werk über ihr Leben ohne Vater und die Suche nach dem Mann, der seinen Tod verschuldet hat, geschrieben. Dieses Buch bringt vieles mit, was ich grundsätzlich an Büchern mag. Eine anekdotische Erzählweise ist das eine. Viele eingebettete, nerdige Informationen ist etwas anderes, das mir grundsätzlich gefällt. Auf der anderen Seite geht dem Buch hierdurch etwas der rote Faden verloren. Vielleicht ist es auch angebracht zu vermerken, dass das Buch zwar mit einem großen Thema daherkommt, dafür aber recht substanzlos ist. Zumindest ist das meine persönliche Einschätzung.
Meine persönlichen Erwartungen konnte das Buch somit leider nicht erfüllen und es wird mir wahrscheinlich auch nicht lange im Gedächtnis bleiben. Und das obwohl sich das Buch zwischen so vielen interessanten Schauplätzen (Berlin, Schweiz, etc.) bewegt und genügend Themen angerissen hat. Schade, da war mehr drin!

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