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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.11.2017

Gegen das Vergessen

Der Pfad - Die Geschichte einer Flucht in die Freiheit
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„In Büchern gehen die Geschichten immer gut aus.“ (S. 230)

Dieses Buch ist eine Geschichte über eine Flucht, über den Krieg, über Familien und Freunde. Es ist die Geschichte von Rolf, wie er seinen Hund ...

„In Büchern gehen die Geschichten immer gut aus.“ (S. 230)

Dieses Buch ist eine Geschichte über eine Flucht, über den Krieg, über Familien und Freunde. Es ist die Geschichte von Rolf, wie er seinen Hund gerettet, seinen Vater verloren und einen neuen Freund gefunden hat. Es ist trotz allem aber auch ein Buch gegen das Vergessen, denn ganz unterschwellig werden die Gräueltaten des Naziregimes und des Krieges erwähnt.
Rolf ist 12 Jahre alt und befindet sich mit seinem Vater in Marseille. Sie wollen nach New York, wo Rolfs Mutter auf sie wartet. Endlich haben sie alle Papiere zusammen und sie machen sich auf den Weg zu den Pyrenäen. Ein Hirtenjunge, Manuel, soll sie über die Berge nach Spanien bringen und von dort geht es nach Lissabon und dann nach New York. Doch unterwegs wird Rolfs Vater von Deutschen festgenommen und Rolf und Manuel beschließen, auf die Suche nach ihm zu gehen.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und leicht, die Comics am Anfang und am Ende geben nicht nur einen guten Einstieg in das Buch und die Geschichte allgemein, sondern bieten auch den perfekten Abschluss, sodass der Leser sich nicht fragt, wie alles ausgegangen ist.
Alles in allem ein kapital gutes Buch. Ich kann es jedem empfehlen, der gegen das Vergessen liest.

Veröffentlicht am 20.09.2017

Spannend

Die Hörige
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Gunid und Ragald sind zwei sehr unterschiedliche und sehr gut zueinander passende Charaktere. Nicht nur ihre Kindheit und ihr gesellschaftlicher Stand unterscheiden sich, sondern auch ihr Mut. Während ...

Gunid und Ragald sind zwei sehr unterschiedliche und sehr gut zueinander passende Charaktere. Nicht nur ihre Kindheit und ihr gesellschaftlicher Stand unterscheiden sich, sondern auch ihr Mut. Während Gunid den kleinen Ragald vom Eis rettet, oder ihn sofort suchen geht, als er vermisst wird, schafft Ragald es nicht mal ohne Gunids Hilfe über eine schwankende Brücke. Und trotzdem ist er der Ritter und sie die Hörige.
Trotz allem ist ihre Freundschaft unerschütterlich, meistens zumindest. Gunid tut alles für Ragald und er lernt sie mehr zu schätzen als sowieso schon.
Doch dieses Buch ist keine Liebesgeschichte. Es geht um Krieg, den Verlust geliebter Menschen und das Lehenswesen. Historisch gesehen sehr spannend, mit einem Hauch Fantasie.
Der Schreibstil ist sehr flüssig, der Perspektivwechsel zwischen Gunid und Ragald macht alles spannender und die Charaktere und das Setting sind sehr realistisch. Als wäre man mit Gunid selbst auf dem Feld bei der Arbeit. Ich kann dieses Buch sehr empfehlen.

Veröffentlicht am 30.08.2017

Mörderischer Humor

Von einem, der auszog, das Morden zu lernen...
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Von einem, der auszog, das Morden zu lernen ist eine detaillierte Suche nach dem perfekten Mord. Das Opfer ist eine Frau, die nicht nur größer und schwerer als der Protagonist und Erzähler ist, sondern ...

Von einem, der auszog, das Morden zu lernen ist eine detaillierte Suche nach dem perfekten Mord. Das Opfer ist eine Frau, die nicht nur größer und schwerer als der Protagonist und Erzähler ist, sondern auch dessen Hund getreten hat. Dafür hat sie den Tod verdient. Doch wie er das anstellen soll, verrät ihm die kleine Stimme in seinem Kopf.

Dieses Buch ist witzig. Charmant. Mörderisch. Die kleine Stimme zeigt nicht nur Fälle von Morden, sondern auch wie die Polizei arbeitet. Und so stellt der Protagonist seine Recherche an, um den perfekten Mord an dieser Frau zu finden.
Während der Anekdoten und der Recherche wird öfter mal auf das Glossar verwiesen. Das kann ich sehr empfehlen, denn es lockert die Geschichte auf und bringt den Leser zum Lachen. Fast schon unanständig, wenn man das Thema bedenkt.
Der Protagonist tastet sich langsam an seine Aufgabe heran, schließt verschiedene Arten aus und begründet so seine endgültige Entscheidung. Zwischendurch befinden wir uns in der Gegenwart, der Mord ist schon geschehen, und der Protagonist sieht sich der schwarzen Frau gegenüber. Doch was es damit genau auf sich hat, müsst ihr schon selbst herausfinden. Ich kann das Buch nur empfehlen. Es hat einen mörderischen Humor, der sich lohnt.

Veröffentlicht am 14.06.2017

Erschreckend real

Die fünfte Welle
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„Ich kann ihm nicht vertrauen. Ich muss ihm vertrauen. Ich kann ihm nicht glauben. Ich muss ihm glauben. Ist das das letztendliche Ziele der Anderen, die Welle, die alle Wellen beendet: uns unsere Menschlichkeit ...

„Ich kann ihm nicht vertrauen. Ich muss ihm vertrauen. Ich kann ihm nicht glauben. Ich muss ihm glauben. Ist das das letztendliche Ziele der Anderen, die Welle, die alle Wellen beendet: uns unsere Menschlichkeit bist auf die blanken, animalischen Knochen auszuziehen, bis wir nur noch seelenlose Raubtiere sind, die die Drecksarbeit erledigen, so einsam wie Haie mit genauso wenig Mitgefühl?“ (S.378)

Cassie, von Cassiopeia, ist für ihre 16 Jahre beeindruckend stark. Obwohl sie so zielich jeden, der ihr wichtig war, verloren hat, gibt sie nicht auf. Sie hat ihrem Bruder Sammy versprochen, dass sie ihn holen kommt. Und sie ist fest entschlossen, dieses Versprechen zu halten. Auch ein Schuss in ihr Bein und der verfolgende Silencer wird sie nicht aufhalten können. Oder doch?
Wie würde wohl ein Angriff von Außerirdischen aussehen? Cassie zieht viele Vergleiche mit bekannten Filmen und Büchern und stellt dabei fest, dass nicht so läuft wie in diesen. Die Angriffswellen werden durch Cassies Erinnerungen erklärt und beschrieben, was das Ganze noch furchtbarer wirken lässt. Die Vorstellung einer schleichenden Invasion ist so viel schlimmer, wenn man das Ausmaß erst so richtig begreift.
Der Autor führt uns in eine Welt, wie sie schlimmer kaum enden kann. Dieses Buch regt zum Nachdenken an. Aber sehr wahrscheinlich ändert das ja doch nichts. Die Menschheit sucht im All nach intelligentem Leben, weil es auf der Erde keines gibt.

Veröffentlicht am 04.06.2017

lesenswert

Zähmung - Das Vermächtnis der Wölfe (Band 1)
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Sina weiß gar nicht, wie ihr geschieht. Erst wird sie entführt, dann gerettet, um dann ohne Erinnerungen bei Tarek und seinem Großvater Shetan aufzuwachen. Doch obwohl sie sich sehr verloren fühlt, findet ...

Sina weiß gar nicht, wie ihr geschieht. Erst wird sie entführt, dann gerettet, um dann ohne Erinnerungen bei Tarek und seinem Großvater Shetan aufzuwachen. Doch obwohl sie sich sehr verloren fühlt, findet sie bei den beiden schnell ein neues Zuhause.
Sina ist ein wirklich sympathischer Charakter. Gerade bei weiblichen Helden denke ich mir oft, wie krass sie eigentlich drauf sind. Auf Anhieb stark, ihre Aufgabe annehmend, bloß keine Schwäche zeigen. Da ist mir Sina gleich menschlicher vorgekommen, denn als sie von ihrem vermeintlichen Schicksal erfährt, gerät sie in Panik. Genau so würde ich vermutlich auch reagieren. Außerdem plagen sie Selbstzweifel, wie jeden „normalen“ Menschen auch. Trotzdem stellt sie sich allen Aufgaben, arbeitet an sich und ihrer Kraft, in jeder Hinsicht, und gibt nicht auf. Das ist fast schon verbissen.
Tarek ist dagegen ihr Gegenpol, oder auch ihr größer Fan. Er lehrt sie nicht nur in Schwertkampf und Bogenschießen, sondern baut sie auch auf, wo er nur kann. Klar gibt es auch kleine Reibereien, aber im Großen und Ganzen ist er für sie da.
Trotz allem lauert die Tyrannin Zayda über ihrem Leben, denn sie trachtet Sina nach eben diesem, und jagt sie durch ganz Tyarul.
Alles in allem ist das Buch zwar ein ganz schöner Wälzer, aber die Welt Tyarul lohnt einfach dort länger zu verweilen. Und Sina, Tarek und deren Freunde werden auch ganz schnell zu den eigenen Freunden. Hier also eine klare Leseempfehlung!