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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.01.2025

unsympathische Protagonistin

Spark of the Everflame
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„Vielleicht musste ich nicht gegen jemanden kämpfen, sondern brauchte etwas, wofür ich kämpfen konnte.“ (Kapitel 12, 35%)

Diem Bellator hat weiße Haare und graue Augen, was für einen Menschen, genannt ...

„Vielleicht musste ich nicht gegen jemanden kämpfen, sondern brauchte etwas, wofür ich kämpfen konnte.“ (Kapitel 12, 35%)

Diem Bellator hat weiße Haare und graue Augen, was für einen Menschen, genannt Mortal, sehr ungewöhnlich ist. Denn die Menschen in Emarion haben alle braune Haare und braune Augen.
„Mortals konnten nur braune Augen tragen, eine weitere Folge des Forging Spells.“ (Kapitel 1, 4%)
Andere Augenfarben lassen auf die Descended zurückführen, die von den Göttern abstammen und die Menschen beherrschen. Diem hatte allerdings als Kind eine schlimme Krankheit, die ihr alle Farbe entzogen hat. Oder zumindest ist das die Geschichte, die sie darüber erzählt. Niemand darf wissen, wer genau ihr Erzeuger ist; nichtmal Diem weiß es. Das ist nur eines von vielen Geheimnissen ihrer Mutter. Als sie dann auch noch verschwindet, bricht bei Diem Chaos aus.

Ich habe das Buch bis 39% gelesen. Diem ist ein unsympathischer Charakter. Obwohl sie eine Heilerin ist und alles für ihre Familie, vor allem für ihren Bruder Teller geben und tun würde, ist sie ein absoluter Hitzkopf, reagiert impulsiv und ohne Rücksicht auf Verluste. Sie muß ständig zeigen, wie toll ihr Vater, der ehemalige Commander der Armee, sie ausgebildet hat und daß sie keine zahme, stille Frau ist. Sie weiß sich zu wehren, kann aber nicht einschätzen, wann sie sich lieber zurückhalten sollte.
„Ich konnte nicht widerstehen, einen Blick über die Schulter auf die Wachen zu werfen, und ihre finsteren Blicke mit einem triumphierenden Lächeln zu erwidern.“ (Kapitel 13, 39%)
Sie lebt in einer Welt voller Descended, ihre Mutter behandelt diese im Palast, ihr Bruder geht mit ihnen zur Schule, und trotzdem hat sie überhaupt keine Ahnung von den kleinsten Dingen.
„Du weisst doch, dass die Descended ihre Magie nicht außerhalb ihres Heimatreichs einsetzen können […].“ (Kapitel 2, 10%)

Diem erzählt ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive und da sie mich mit ihrem Verhalten nur aufregt, und nicht auf die gute Art, habe ich mich zum Abbruch entschlossen.

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Veröffentlicht am 25.09.2024

Ich wollte es gar nicht abbrechen ...

Die Augen der Medusa
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„Eine Welt, in der alles möglich ist, solange wir so tun, als ob es wahr wäre.“ (S. 21)

Dieses Buch klang perfekt: eine Utopie, die sich in eine Dystopie verwandelt, gemischt mit Steampunk-Elementen. ...

„Eine Welt, in der alles möglich ist, solange wir so tun, als ob es wahr wäre.“ (S. 21)

Dieses Buch klang perfekt: eine Utopie, die sich in eine Dystopie verwandelt, gemischt mit Steampunk-Elementen. Auch der Einstieg war berauschend: die Autorin hat sich viel Zeit für Beschreibungen genommen, sei es die Umgebung oder das Ambiente, alles wurde ausführlich mit vielen Adjektiven versehen.
Zunächst war ich vom ersten Kapitel etwas verwirrt, weil es mit einer theaterlichen Darbietung von Maribel begann, gefolgt von einem Abend in einer Bar. Alles war schön, perfekt, gehoben, traumhaft, absolut bildgewaltig.
Im nächsten Kapitel lernt der Leser dann Elara kennen, die Hauptperson. Sie zeigt ein bisschen, daß die Stadt Etherion, in der die Geschichte spielt, gar nicht so perfekt ist. Elara selbst hat einige Prothesen, die durch Äther und Metall bestehen. Hier kommen die Steampunk-Elemente besser zur Geltung.
Auch ein Konflikt wird bereits eingeführt, der mich direkt angesprochen hat, auf den ich allerdings nicht weiter eingehen möchte. Es wurden große Reden geschwungen und Gefühle angesprochen.
Rundum hatte ich einen wunderbaren Start in Die Augen der Medusa, ich wollte nicht so richtig aufhören zu lesen.

Doch dann wiederholten sich ganze Absätze, bei denen die Wörter in einer anderen Reihenfolge waren, als hätte die Autorin nach einer besseren Formulierung gesucht, aber vergessen, den ursprünglichen Satz wieder zu löschen. Beim ersten Mal habe ich das abgetan, aber leider trat es wiederholt auf.
Hinzu kommen sich wiederholende Wörter oder Beschreibungen: „[…] und sorgsam gewobenen blutstillenden Tüchern, um die Blutung zu stillen.“ (S. 130); „Der Boden war gesprenkelt mit Blut, das […] den glänzenden Boden bedeckte“ (S. 137) Das war dann leider der Punkt, an dem ich das Buch abbrechen mußte. Wenn es einmal auffällt und negativ im Kopf bleibt, hat das Weiterlesen für mich einfach keinen Sinn mehr. Wenn ich schon überlege, ob ich abbrechen soll oder nicht, ist es schon zu spät.

Und dabei fing es doch so gut an! Auch wenn superausführliche, blumige, fast schon bildgewaltige Beschreibungen nicht mein Ding sind, wurde mein Interesse geweckt und daß ich es nur wegen Formfehler verloren habe, macht mich in diesem Fall traurig. Und habt ihr dieses zauberhafte Cover gesehen?

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Veröffentlicht am 18.07.2024

der Schreibstil hat mir nicht zugesagt

Yrsa. Journey of Fate (Yrsa. Eine Wikingerin 1)
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„Ihr kleiner Bruder möchte hier leben. Bis er groß ist, zählt nur das. Er ist der Einzige, den sie noch hat.“ (Kapitel 1, 2%)

Mich hat der Klappentext sofort überzeugt, dieses Buch lesen zu wollen, auch ...

„Ihr kleiner Bruder möchte hier leben. Bis er groß ist, zählt nur das. Er ist der Einzige, den sie noch hat.“ (Kapitel 1, 2%)

Mich hat der Klappentext sofort überzeugt, dieses Buch lesen zu wollen, auch wenn das Cover nicht ganz meinem Farbgeschmack entspricht. Ich war gespannt auf diese junge Wikingerin, die sich in ein Abenteuer stürzt, um ihren Bruder zu finden.
Bekommen habe ich Yrsa, die zwar alles für ihren Bruder tut und schon immer eine Kämpferin sein möchte, es aber nicht ist. Aber gut, das kann ja im Laufe der Geschichte noch werden. Nicht jeder Held muß heldenhaft geboren werden und Yrsa und ihr Bruder Sjalfi haben es seit dem Tod ihrer Mutter nicht leicht im Dorf.

„Im gleichen Moment klopft es an der Türe. Mit dem Messer in der Hand reßt er die Türe auf. Ein Junge in löchrigen Kleidern, vielleicht sieben Winter alt, steht vor der Türe und zuckt zusammen, als er ihn sieht.“ (Kapitel 7, 12%)

114 Seiten später (etwa 19%) gebe ich auf. Es ist nicht so sehr Yrsas Charakter, der mich vordergründig stört, sondern der Schreibstil. Mal ganz von dem Wort „Türe“ abgesehen, was durchaus etwas Regionales oder Historisch anmutendes sein kann, ist es die Aneinanderreihung von Hauptsätzen. Die Beschreibungen der Welt werden genauso aufgezählt wie die Taten der Personen. In meinem Kopf geht es die ganze Zeit „und dann … und dann … und dann.“ Selbstverständlich schreibt die Autorin nicht so plump, aber ich komme über den Aufzählungscharakter nicht hinweg. Die Autorin nimmt sich viel Zeit, um die Welt aufzubauen, doch so wirklich voran gekommen bin ich in den ersten 100 Seiten nicht. Ich bin überrascht, überhaupt so weit gekommen zu sein, da ich schon nach dem ersten Kapitel das Buch beiseite gelegt hatte.

Es ist schade, daß ich Yrsa nicht auf ihrer Reise begleiten kann, aber ich bin mir sicher, sie wird andere Begleiter finden. Auf mich wartet bereits das nächste Abenteuer!

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Veröffentlicht am 16.07.2024

Bin ich zu alt dafür?

Moonlight Academy. Feenzauber
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„Inständig hoffte ich, dass Elijah nicht dabei war. Schließlich hatte er mir versprochen, nicht mehr zu springen. Aber selbst wenn er es doch machte, sollte es mich nicht mehr interessieren. Trotzdem tat ...

„Inständig hoffte ich, dass Elijah nicht dabei war. Schließlich hatte er mir versprochen, nicht mehr zu springen. Aber selbst wenn er es doch machte, sollte es mich nicht mehr interessieren. Trotzdem tat es das.“ (40%)

Dieses Zitat beschreibt das Buch perfekt, denn alles, worum es bei der Protagonistin geht, ist ihre Liebe zu Elijah, die wegen eines Fluches verboten ist. Aber sie liebt ihn doch, obwohl er doch Schluß gemacht hat. Aber sie sieht ihn jeden Tag und muß ständig an ihn denken, obwohl ihre Vernunft sehr wohl vorhanden ist und sie weiß, daß sie ihre Familien verfluchen, sollten sie sich noch einmal küssen. Aber…

Es ist so anstrengend, daß die Nebengeschichte komplett untergeht. Dabei klingt die Moonlight Academy in Irland ziemlich idyllisch, wunderschön und ein bisschen heimelig.
Die Schüler sind alle quasi erwachsen; zumindest ist die Protagonistin Elanor 19, als sie an die Academy kommt. Ihr Bruder ist ebenfalls an der Academy, allerdings als Lehrer, und dessen bester Freund ist zufällig nur zwei Jahre älter als Elanor, tättowiert und ziemlich heiß und offiziell nur Trainer, und kein Lehrer. Man ahnt es schon.
Die Feen sind auch alle ziemlich spannend, mit ihren unterschiedlichen Merkmalen und ihrer Magie, ihren Fähigkeiten und Talenten. Und als wäre das nicht schon genug, kommen neben dem Fluch von Elanor und Elijah auch noch ältere Flüche hinzu, die die ganze Feengemeinschaft betreffen, und ein Mordfall. Doch das ist alles ziemlich egal, denn Elanor kann an nichts anderes denken, als an Elijah.

Ich habe mit mir gehadert, ob ich es weiterlesen soll, oder nicht. Meine Seelenschwester Ronja aus der Bücherstöberecke kann von meiner Unentschlossenheit klagen. Doch es ist ein abgeschlossener Band, man kann ihn soweit auch ohne Vorwissen lesen, warum sollte ich es nicht doch tun?
Und dann kam oben genanntes Zitat und damit war klar, mir reichts. Man weiß doch sowieso, wer das Mädchen bekommt … (es ist immer der Typ, der einen Spitznamen verwendet.) Und alles andere ist so nebensächlich, daß es untergeht. Bin ich zu alt für Teeniedramen?

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Veröffentlicht am 04.07.2024

keine wirkliche Charakterentwicklung

Die unendliche Reise der Aubry Tourvel
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„Vielleicht ist ihre Krankheit ja nur die Zurückweisung des sesshaften Lebens, vielleicht rebelliert ihr Körper nur gegen die Trägheit, in der sich die Menschheit über die Jahrtausende hinweg eingerichtet ...

„Vielleicht ist ihre Krankheit ja nur die Zurückweisung des sesshaften Lebens, vielleicht rebelliert ihr Körper nur gegen die Trägheit, in der sich die Menschheit über die Jahrtausende hinweg eingerichtet hat.“ (35%)

Aubry und ihre beiden Schwestern entdecken einen Wunschbrunnen und nehmen sich vor, etwas für sie Wertvolles zu opfern und große Wünsche zu wünschen. Doch als Aubry, die jüngste der drei, an der Reihe ist, hat sie zwar einen großartigen Wunsch, aber kann den Rätselball, den sie erst vor kurzem gefunden hatte, nicht fallen lassen. Sie macht einen Rückzieher und zieht den Zorn ihrer Schwestern auf sich.
Eines Abends dann überkommt sie ein plötzlicher Anfall und Blut spritzt aus allen Öffnungen. Auf dem Weg zum Arzt geht es ihr besser, doch auf dem Weg zurück nach Hause wieder schlechter. Tagelang doktert der Arzt in seiner Praxis an der kleinen Aubry rum, doch es geht ihr nur immer schlechter. Bis sie es schafft, dem Ganzen zu entkommen.
Im Alter von 12 Jahren verläßt Aubry Frankreich und ihre Familie, um alleine weiterzuziehen. Sie entwickelt mühlselig Fähigkeiten, die ihr das Überleben in der Welt sichern, unter anderem kann sie mit einem Speer umgehen und sichert sich dadurch nicht nur Nahrung, sonder eine Weile auch einen Platz auf einem Schiff als Fischfängerin.

Ich mag Geschichten, in denen es um Reisen geht: sei es Die unwahrscheinliche Pilgerreise von Harold Fry, Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand oder Das unsichtbare Leben der Addie LaRue. Diese Bücher waren großartig und ich hatte für die unendliche Reise dementsprechend hohe Erwartungen.
Aubrys Reise ist faszinierend, zumindest am Anfang. Sie beschreibt ein paar Begebenheiten, wie sie zu ihren Fähigkeiten gekommen ist, was sie in einigen Ländern erlebt hat, und auch, welche Bekanntschaften sie so macht. Ihre erste Liebe, ihre erste Intimität, und die zweite und die dritte, und ab da wurde es irgendwie repetitiv und langweilig. Sobald sie etwas mehr Zeit mit einem Mann zusammen verbracht hat, sei es in der Wüste oder in einem Zug, ist es gleich die große Liebe und wird intim. Die Gespräche sind, wie der Schreibstil, recht einfach, aber auch oberflächlich und zuweilen verwirrend. Es fühlt sich an wie eine Geschichte, die Aubry selbst erzählt, und manchmal schweift sie mit ihren Gedanken ab.
Nach 59% und dem dritten Mann, dem sie ihr Herz geschenkt hat, hat sie sich nicht wirklich weiterentwickelt. Sie ist immer noch das 9jährige Mädchen mit dem Rätselball, im Körper einer 40jährigen. Sie kann zwar jagen und ein paar Sprachen und sehr gut für sich selbst sorgen, aber mehr Entwicklung gibt es da nicht. Das finde ich sehr schade.
Der oben stehende Klappentext verrät zwar, daß es noch weiter geht, doch die versprochene Spannung bis zum Schluß fehlt mir bereits in der Mitte und die Protagonistin finde ich auch nicht sehr sympathisch. Viel Gemeinsamkeiten mit Addie LaRue gibt es auch nicht, außer daß alles in Frankreich begann.

Die unendliche Geschichte der Aurby Tourvel begann spannend, doch ist schnell eintönig. Das hätte auch kürzer sein können, denn zur Charakterentwicklung hat es nicht wirklich beigetragen. Und damit endet ihre unendliche Reise, zumindest für mich, bei 59% (274 Seiten).

„»Sind sie wirklich um die ganze Welt gelaufen?«, fragt er sie.
»Fünf Mal.«“ (39%)

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