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Veröffentlicht am 05.11.2017

Eine wundervolle Geschichte, aber die Sprache…

back to blue
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Klappentext
„Eine glückliche Familie – so etwas hat Kid nie gekannt. Sie hat gelernt zu verstecken, wer sie ist, was sie sich wünscht, wofür sie sich begeistert. Denn da, wo ihre Eltern sind, ist kein ...

Klappentext
„Eine glückliche Familie – so etwas hat Kid nie gekannt. Sie hat gelernt zu verstecken, wer sie ist, was sie sich wünscht, wofür sie sich begeistert. Denn da, wo ihre Eltern sind, ist kein Raum für sie. Als sie Maxim kennenlernt, wendet sich ihr Leben: Zum ersten Mal weiß sie, was es heißt, glücklich zu sein. Doch ihre Eltern gönnen ihr dieses Glück nicht. Erst nach und nach begreift Kid, dass Träume nur wahr werden, wenn man um sie kämpft.“

Gestaltung
Das Cover sieht aus wie eine zusammengefaltete oder liegende Bluse im Jeansfarbton mit kleinen dezenten Blümchen drauf. Der Titel sowie der Autorenname sind dabei sehr unscheinbar und diskret versteckt worden: im Etikett bzw. Schildchen, das in der Bluse eingenäht ist. Auf dem Buchrücken ist dieses Schildchen zentral und mit Relieflack erhoben. Unter diesem Schutzumschlag behält das Buch das blau geblümte Jeansmuster bei. Ich mag die Gestaltung sehr, da das Blau den Titel aufgreift und diese Farbe in der Geschichte eine bedeutsame Rolle spielt.

Meine Meinung
Besonders ist nicht nur das Cover von „Back to blue“, sondern auch der Inhalt ist sehr außergewöhnlich. Geschrieben ist der Roman wie ein Tagebucheintrag aus der Sicht der Protagonistin Kid. Deswegen gibt es nie direkte wörtliche Rede, sondern die gesamte Handlung wird rückblickend aus ihrer Sicht erzählt. Sie gibt aber von anderen zu ihr gesagtes wieder, was für den Leser dann ersichtlich in kursiv gedruckt ist.

Kid ist eine Jugendliche. Verständlicherweise spiegelt sich dies in ihrer Art ein Tagebuch zu schreiben wieder. Die Sprache ist sehr schön an Kids Alter angepasst. Allerdings taten sich für mich hier einige Schwierigkeiten auf.

Zum einen hat es mich ab und an immer wieder gestört, dass sehr oft Artikel fehlten. Sätze wie „Ich hüte es wie Augapfel.“ haben mich immer wieder zum Stolpern gebracht und meinen Lesefluss behindert. Auch die Steigerung vieler Wörter (z.B. „genialst“) wurde irgendwann störend. Natürlich ist mir bewusst, dass dies die Sprache der Jugendlichen ist und es normal ist, dass sie Wörter oft in der letzten Steigerungsform nutzen, aber so häufig wie dies hier in „Back to blue“ angewandt wurde, verwenden die Jugendlichen es gar nicht.

So wirkte die Nutzung der Umgangssprache auf mich irgendwann zu hoch dosiert und ein wenig erzwungen. Vor allem weil Kid Autorin werden möchte, hat es mich doch auch verwundert, dass sie in der geschriebenen Sprache ebenso umgangssprachlich in ihr Tagebuch schreibt, wie viele sprechen.

Schön fand ich allerdings, dass in den Tagebucheinträgen auch kleine Gedichte zu finden waren. Sie haben sich nicht gereimt oder irgendeiner besonderen Versform entsprochen, aber gerade das hat sie besonders gemacht. Hat man sie gelesen, so hatte man tatsächlich den Eindruck, dass sie von einer Jugendlichen stammen könnten.

Auch Kids „Titelthemenpoesie“, Ausschnitte von Überschriften aus einer Tageszeitung, welche Kid in ihr Tagebuch klebt, gefiel mir sehr. Die Überschriften passten sehr gut zu dem jeweiligen Kapitel und spiegelten die Stimmung von diesem wieder. Ich mochte zudem, dass die Kapitel nie zu lang waren, sondern immer eine sehr angenehme Länge hatten.

Auch bei den Figuren hat Autorin Rusalka Reh eine große Variation gezeigt: Kid, ihr Freund Maxim, die alte Silvia und sogar Rachel, die eine kleinere Rolle hat, waren mir sympathisch. Es gab aber auch Figuren, für die der Leser Antisympathien entwickelt: Kids „beste Freundin“ Pirka und ihre Eltern, kurz „das Duo“ genannt. Gestört hat mich allerdings am „Duo“, dass nicht erklärt und auch nicht ersichtlich wurde, warum die beiden ihre Tochter Kid nicht lieben und sie stattdessen schlecht behandeln.

Zudem gab es zwei inhaltliche Dinge, die mir beim Lesen aufgefallen sind. Zum einen fiel Kid einmal eine Treppe herunter und dabei ging einfach so ihr Handy an. Dass es einfach so beim Fallen angehen sollte, fand ich sehr fraglich (den Grund warum es angehen musste, kann man sich aus der Handlung erdenken, aber gerade in diesem Zusammenhang, frage ich mich, ob es der Autorin nicht möglich gewesen wäre, das Problem anders zu lösen). Das zweite, das mich verwundert hat, war, dass Kid ihr Tagebuch erst sehr spät vor ihrer Mutter versteckt. Erst im letzten Drittel kam sie auf die Idee, dass ja jemand ihre Gedanken lesen könnte.

Das Ende kam auch sehr plötzlich. Es ist ein sehr offenes Ende und beim Lesen merkte ich überhaupt nicht, dass auf einmal Schluss war. Ich las, blätterte um und das war’s (verwundertes zurückblättern und nach weiteren Seiten suchen inklusive)! Einerseits ist es schön, dass es so offen ist, da man sich so nun selber überlegen kann, wie man Kids Geschichte enden lassen möchte. Andererseits war es mir aber auch zu abrupt.

Fazit
Mir hat „Back to blue“ von der Geschichte her sehr sehr gut gefallen. Ich habe es innerhalb von einem Tag verschlungen, weil die Kapitel eine angenehme Länge hatten, es schnell zu lesen war und so viel Spannung aufgebaut wurde, dass der Leser einfach nur wissen möchte, wie es mit Kid weiter geht. Allerdings wurde für meinen Geschmack zu viel Umgangssprache genutzt und das Ende hat mich total überrumpelt, weil es so plötzlich kam.
Daher gute 3 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
Einzelband

Veröffentlicht am 03.11.2017

Streckenweise langatmig, streckenweise wendungsreich und spannend

Auf und davon
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Klappentext
„Wer würde nicht gerne einfach mal verschwinden? In den nächsten Bus springen und alles hinter sich lassen? Genau das macht die sechzehnjährige Mim Malone. Es reicht ihr, immer das zu tun, ...

Klappentext
„Wer würde nicht gerne einfach mal verschwinden? In den nächsten Bus springen und alles hinter sich lassen? Genau das macht die sechzehnjährige Mim Malone. Es reicht ihr, immer das zu tun, was ihr Vater und seine neue Frau für richtig halten. Sie will wissen, weshalb ihre Mom aus ihrem Leben verschwunden ist. Und ihre Gedanken sollen endlich aufhören, in ihrem Kopf Karussell zu fahren. Also steigt sie einfach in den Greyhound-Bus und haut ab, zu ihrer Mom. Während draußen die Landschaft vorbeifliegt, macht Mim einige unvergessliche Bekanntschaften – die wunderbare Arlene, den unheimlichen Ponchomann und den äußerst attraktiven Beck, an den sie ihr Herz zu verlieren droht ... Doch dann verändert ein tragischer Unfall von einem auf den anderen Augenblick alles. Und Mim muss sich den wirklich entscheidenden Fragen in ihrem Leben stellen.“

Gestaltung
Die Gestaltung passt gut zu „Auf und Davon“, da dieser Roman als Roadtrip Roman beworben wird und dies somit schon direkt am Cover ersichtlich wird. Mir persönlich gefällt es nicht so gut, da das gewisse Etwas fehlt. Die schwarzen Schatten, das Mädchen, das von der Sonne angeschienen wird und die Prärie im Hintergrund sind für mich keine besonderen Eyecatcher, aufgrund derer ich das Buch direkt in der Buchhandlung in die Hand nehmen würde.

Meine Meinung
David Arnolds Roman ist zunächst an mir vorbeigegangen. Ich hatte ihn einfach nicht wahrgenommen, doch als „Auf und davon“ mir irgendwann auf der Verlagshomepage begegnete und ich den Klappentext las, war mir klar „Das musst du lesen!“. Ich erwartete einen Roadtrip Roman voller Lebensweisheiten, die mich bewegen und aus denen ich vielleicht auch den ein oder anderen Rat für mein Leben ziehen kann.

Leider war dieser Roman aber eher sehr langatmig und trocken. Die von mir erhofften kleinen Weisheiten gab es zwar, aber nur seicht gestreut, nicht, wie von mir erhofft, mit Pauken und Trompetenschlag. Sie waren eher leise und ich musste geradezu suchen, um sie aus dem Text zu saugen.

Dafür muss ich aber auch sagen, dass David Arnold in diesem Roman sehr viele ernste Themen aufgreift (vielleicht auch ein wenig zu viele). Protagonistin und Scheidungskind Mim fährt in einem Bus durch Amerika, von ihrem aktuellen Wohnort bei ihrem Vater hin zu ihrer schwer kranken Mutter, um dieser beizustehen. Auf ihrem Weg trifft sie die unterschiedlichsten Menschen und erlebt die verschiedensten Abenteuer. Dabei streift der Autor Themen wie Behinderung, Gewalt, Krankheiten und auch Gefahren des Reisens.

Ich finde zwar, dass all diese Themen zum Roman gepasst haben, aber manchmal habe ich mich auch gefragt, ob es nicht auch gereicht hätte weniger Themen aufzunehmen und sich dann voll und ganz auf diese zu konzentrieren. Auf diese Art und Weise hat der Autor nämlich alles nur marginal gestriffen oder gar angekratzt, aber nicht ausführlich behandelt. Er hat zwar zum Nachdenken angeregt, uns Lesern aber nur kleine Bröckchen hingeworfen, nach dem Motto „Den Rest wisst ihr ja oder könnt ihr euch denken“.

Gut gefallen hat mir allerdings, dass es auf Mims Reise so einige Wendungen und Überraschungen gibt, mit denen man als Leser so gar nicht rechnet. Nichtsdestotrotz schwankte die Handlung zwischen interessanten und eher langweiligen, langatmigen Strecken. Wer eher auf Action und viel Tamtam steht, sollte definitiv die Finger von diesem Roman lassen, da Mims Reise nicht auf solche Aspekte ausgelegt ist.

Fazit
„Auf und davon“ ist ein Roadtrip Roman mit leisen Lebensweisheiten, die man bei genauem hinsehen findet. An sich war die Handlung überraschend und voller unerwarteter Wendungen, aber dennoch durchzog die Langatmigkeit diesen Roman von der ersten bis zur letzten Seite. Der Autor streift viele ernste Themen, von denen ich mir manchmal gewünscht hätte, dass er sie tiefergehend behandelt.
3 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
Einzelband

Veröffentlicht am 03.11.2017

Alles so leicht, nur nicht dieser Roman

Alles so leicht
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Klappentext
„Stevie hat nichts mehr zu verlieren. Sie ist fest entschlossen, aus diesem Körper, aus diesem Leben zu verschwinden. Aber alle wollen sie daran hindern. Ihr Vater, der sie ins Therapiezentrum ...

Klappentext
„Stevie hat nichts mehr zu verlieren. Sie ist fest entschlossen, aus diesem Körper, aus diesem Leben zu verschwinden. Aber alle wollen sie daran hindern. Ihr Vater, der sie ins Therapiezentrum einweisen ließ. Anna, die so ganz anders ist als die anderen Seelenklempner. Und selbst den Mädchen, mit denen sie ein Zimmer und ein Schicksal teilt, fühlt sich Stevie jeden Tag näher. Aber sie wird sich nicht öffnen, sie hat schließlich einen Plan.“

Gestaltung
Ein Glück, dass das englische Originalcover übernommen wurde! Ich mag die verschiedenen Blautöne und das Motiv sehr gerne. Passend zum Titel sieht man Wolken, Vögel und Luftballons an einer Schnur, welche an einer Hand befestigt wurde. Somit wird den leichten Dingen ihre Unbeschwertheit genommen, wodurch das Cover perfekt die Handlung widerspiegelt. Ich für meinen Teil finde es einfach nur cool, dass die Gegenstände so aussehen, als seien sie aus Papier gefertigt.

Meine Meinung
Ich falle am besten direkt mit der Tür ins Haus. Ich habe mir nach der tollen Aufmachung und dem vielversprechend klingendem Klappentext mehr erhofft. Es geht in diesem Roman um Protagonistin Stevie. Stevie leidet unter Magersucht und das seit dem Unfalltod ihres Bruders. Hierfür fühlt Stevie sich verantwortlich, sodass sie beschlossen hat, sich zu Tode zu hungern. Aus Schuldgefühlen. Ihr Vater weist sie deswegen in ein Therapiezentrum ein.

Für mich war schon dieser Schritt nicht sehr nachvollziehbar. Warum wählt die Protagonistin so einen langen, qualvollen Weg um zu sterben? Sie gibt sich zwar die Schuld, aber will sie sich bestrafen, indem sie sich so lange zu Tode hungert? Warum macht sie es dann nicht kurz und schmerzlos? Normalerweise entsteht diese psychische Erkrankung doch eher durch ein gestörtes Selbstbild in Bezug auf ein falsches Körpergefühl. Natürlich habe ich verstanden, dass Stevie auch unter diesem Aspekt gelitten hat, sie selber stellt es jedoch vorrangig so dar, als sei sie wegen dem Unfalltod krank geworden (wobei sie natürlich ihrer Meinung nach nicht krank ist). Mir war hier einfach nicht ganz klar, warum Stevie ihre Schuldgefühle auf ihren Körper projiziert statt direkt Selbstmordversuche zu unternehmen.

Das mag nun vielleicht hart geklungen haben, aber mir erschien Stevie im Roman einfach nicht wie eine an Magersuchterkrankte, sondern eher als wäre sie ein bockiges kleines Mädchen, das von allen anderen erwartet, dass sie eine Sonderrolle bekommt und von allen mit besonderer Vorsicht behandelt wird. Sie wehrt sich lange Zeit gegen die Therapie, ihre Therapeutin und auch die anderen erkrankten Mädchen haben es nicht leicht mit ihr. Für mich fehlte Stevie einfach ein gewisses Feingefühl, denn auch die anderen Patientinnen sind aus guten Gründen dort und haben genauso Respekt verdient wie Stevie.

Gut gefallen hat mir, dass man als Leser die Handlung aus Stevies Tagebucheinträgen erfährt. Zwischendurch werden Rückblenden über die Geschehnisse rund um den Unfall ihres Bruders eingestreut. So liest sich „Alles so leicht“ wirklich sehr beklemmend, was auch den Titel in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt, denn…in „Alles so leicht“ ist es alles andere als leicht.

Mich konnte die Handlung jedoch nicht wirklich fesseln und ich wurde auch nicht wirklich berührt. Größtenteils löste der Roman bei mir nichts wirklich aus. Ich habe es eher neutral gelesen. Die Spannung in der Geschichte entsteht vorrangig dadurch, dass der Leser nicht weiß, was mit Stevies Bruder passiert ist und zum anderen daraus, dass man sich die ganze Zeit fragt, ob Stevie sich nun umbringen wird oder nicht.

Schön fand ich allerdings, dass eine beklemmende Atmosphäre geschaffen wurde. Auch wenn die Geschichte an sich für mich hätte berührender sein können, habe ich es dennoch so empfunden, dass das Alltagsleben in der Therapie sehr bedrückend ist. Es wurde deutlich, wie schwierig es ist gegen die Krankheiten anzukämpfen.

Fazit
Ich habe mir von „Alles so leicht“ etwas mehr versprochen. Ich hatte erwartet, dass ich tief bewegt und gerührt werde, allerdings habe ich diese Geschichte eher mit neutralen Gefühlen gelesen. Immerhin war die beklemmende Atmosphäre greifbar. Generell war der Roman aber eher durchwachsen und konnte mich nicht mitreißen.
3 von 5 Sternen

Reihen-Infos
Einzelband

Veröffentlicht am 03.11.2017

Ein Krimi mit Augenmerk auf der polizeilichen Ermittlung

Alle Augen auf dich
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Klappentext
„Myriam Bellinger, Star der Internetserie Missing, wurde entführt. Die Täter hinterlassen keine Spuren, und Hauptkommissarin Amelie Fröhlich, die die Ermittlungen leitet, tappt völlig im Dunkeln. ...

Klappentext
„Myriam Bellinger, Star der Internetserie Missing, wurde entführt. Die Täter hinterlassen keine Spuren, und Hauptkommissarin Amelie Fröhlich, die die Ermittlungen leitet, tappt völlig im Dunkeln. Da erscheint auf der Fanpage der Serie ein Videoblog. Man sieht – Myriam Bellinger, gefesselt, misshandelt und gefangen in einer winzigen Zelle. Tag für Tag kann die schockierte Öffentlichkeit Myriams Leiden nun online mitverfolgen. Dabei scheint sie sich zunehmend in einen ihrer Entführer zu verlieben. Die Kommentare der Internetgemeinde werden immer emotionaler, und die Klickzahlen schießen in die Höhe. Erst recht, als die erste Lösegeldforderung eintrifft: Zwei Millionen Euro, zu finanzieren über Crowdfunding!“

Gestaltung
Schlichtes rot mit weißen Köpfen und einem schwarzen – erstmal wirkt das Cover so recht unauffällig, aber der Zusammenhang von dem Bild und dem Buchtitel sowie Inhalt stechen doch sofort ins Auge. Der schwarze Frauenkopf könnte Myriam sein, die von vielen Menschen, den weißen Köpfen, beobachtet wird. Es ruhen sozusagen „alle Augen auf ihr“. Das Interessanteste an diesem Buch ist allerdings, dass die Oberfläche leicht geribbelt ist und somit auch für den Tastsinn ein Erlebnis darstellt.

Meine Meinung
Erzählt wird „Alle Augen auf dich“ aus zwei unterschiedlichen Perspektiven in der 3. Person. So erfährt der Leser zum einen die Erlebnisse von Myriams Freund Jo und zum anderen die Erlebnisse und Ermittlungsarbeiten aus Sicht der Kommissarin Amelie Fröhlich.
So kam es auch zu zwei parallel verlaufenden Handlungssträngen, die unabhängig voneinander waren. Ich hatte mir erhofft, dass diese beiden Handlungsstränge irgendwann zusammenlaufen, einander berühren oder irgendeine Bedeutung füreinander haben. Leider war dies nicht der Fall. Amelie ermittelt alleine „vor sich hin“ und auch Jo ermittelt für sich alleine, da er einen Filmriss hat und in Folge dessen eine Frau sucht, die ihm Geld gestohlen hat. Diesen Handlungsstrang hätte man meiner Meinung nach entweder ganz weglassen können, da er für die Geschichte um Myriam ohne Bedeutung war, oder man hätte ihn besser mit der Handlung an sich verweben können. So kam es mir allerdings eher vor, wie zwei nebeneinander her verlaufende Geschichten.

Ich habe diesen Roman auch nicht als Thriller empfunden, da der Leser die ganze Zeit einfach nur die Polizeiarbeiten und nebenbei ein wenig Jos „Recherchen“ miterlebt, aber sonst? Thrill kam bei mir jedenfalls nicht auf. Ich würde „Alle Augen auf dich“ eher als trockenen Krimi beschreiben und nicht als Jugendthriller. Ich fand es auch irgendwie ziemlich vorhersehbar. Schon zu Beginn des Romans ahnte ich, wer Myriam entführt hat und dann war es am Ende auch so.

Da es die ganze Zeit über immer nur um die polizeilichen Ermittlungsarbeiten ging, war es teilweise schon sehr langweilig. Natürlich habe ich mitgerätselt und spekuliert, wer denn die Entführer sein könnten, aber richtige Spannung wollte einfach nicht aufkommen. Die Videos, die die entführte Myriam zeigen, spielten zum Beispiel eher nur eine Nebenrolle und wurden immer nur nebenbei mal erwähnt sowie beschrieben, wenn einer der Ermittler sich eines angesehen hat. Wäre das Augenmerk mehr auf diese Videos sowie die Entführung an sich gelegt worden und nicht auf die Ermittlungsarbeiten, so hätte auch mehr Thrill oder Spannung eingebracht werden können. Auch eine weitere Erzähkperspektive neben der von Jo und Amelie, vielleicht aus Sicht des unbekannten Entführers, hätten die Spannung vielleicht steigern können.

Fazit
Die Handlung plätschert nur so vor sich hin, sodass ich mich manchmal wirklich nach deren Sinn gefragt habe. Im Klappentext geht es hauptsächlich um Myriam, sodass man denken könnte, es würde ein wenig mehr Augenmerk auf ihr liegen. Aber „Alle Augen auf dich“ konzentriert sich wirklich ausschließlich auf die Ermittlungsarbeiten der Polizei, sodass es eher einem Krimi gleicht und keinem Thriller. Dennoch rätselt der Leser mit, wer die Entführer sind, sodass es zu kurzweiliger Unterhaltung kommt.
Knappe 3 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 03.11.2017

Leider ohne tiefere Botschaft

Abschied für immer und nie
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Klappentext
„‘Mal im Ernst, Evie, was haben wir schon zu verlieren?‘ Was die krebskranke Evie noch will, ist eine letzte Reise. Noch einmal das Adrenalin in den Adern spüren. Noch einmal auf den Rat ihrer ...

Klappentext
„‘Mal im Ernst, Evie, was haben wir schon zu verlieren?‘ Was die krebskranke Evie noch will, ist eine letzte Reise. Noch einmal das Adrenalin in den Adern spüren. Noch einmal auf den Rat ihrer Freundin Stella hören: Lebe wagemutig. Aber die Flucht aus der Klinik wird alles verändern? Evie fällt es unsagbar schwer, in die Welt der Gesunden zurückzufinden. Bis sie Marcus trifft. In seiner Nähe fühlt sie sich lebendig. In seinen Exzessen, seinen fantastischen Höhenflügen. Nur ahnt sie nicht, dass sie nur einen Schritt vor dem Abgrund steht?“

Gestaltung
Auch wenn ich zwischen Cover und Handlung keine Verbindungen erkennen kann, so gefällt mir die Aufmachung doch sehr gut. Die Farben sind hervorragend aufeinander abgestimmt und der Titel sticht auch super hervor. Vor allem dass die Buchstaben mit helleren und dunkleren Farben hinterlegt sind, sieht super aus, da es zu den Lichtern der Stadt am unteren Coverrand passt.

Meine Meinung
Als mir der Klappentext von „Abschied für immer und nie“ begegnet ist, war mir bewusst, dass es sich hier um eine ernstere und traurige Geschichte handeln würde. Immerhin hat Protagonistin Evie Krebs. Jedoch habe ich auch einen gewissen Hoffnungsschimmer erwartet. Eine Geschichte, die von Kraft zeugt und die Stärke krebskranker Menschen hervorheben würde.

Doch was der Klappentext nicht eindeutig verrät (bzw. was mir erst nun nach Lesen des Buches klar wird, da es im Klappentext nur angedeutet wird): Die erste Hälfte des Buches befasst sich damit, wie das junge Mädchen versucht mit ihrer schweren Diagnose klar zu kommen. Sie beschäftigt sich damit, wie sie die ihr noch verbliebene Zeit verbringen will. Evies Einstellung zum Leben ändert sich. Die zweite Hälfte spielt dann jedoch wieder in Evies ganz normalem Alltagsleben, nachdem sie aus dem Krankenhaus entlassen wurde und das Gröbste „überstanden“ ist (ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten).

In dieser zweiten Hälfte wendet sich Evie nun jedoch den Medikamenten und den Drogen zu. Medikamentenmissbrauch und Sucht sind hier die Hauptthemen. Konnte ich in der ersten Buchhälfte noch mit den Figuren mitfühlen und mich in sie hineinversetzen, so war mir Evie in der zweiten Hälfte oftmals zu undurchschaubar und manchmal sogar geradezu nervig. Sie bemitleidet sich selber und das für meinen Geschmack zu viel und oft. Statt etwas gegen ihr Schicksal zu unternehmen, flieht sie in den massiven Missbrauch von Tabletten, um sich so zu betäuben. Sie kommt in ihrem eigenen Leben nicht mehr klar. Leider kam auch ich zu diesem Zeitpunkt mit etwas nicht mehr klar: nämlich mit Evie.

Ich dachte, ich würde hier eine lebesbejahende Geschichte mit einem Hoffnungsschimmer vorfinden. Stattdessen eröffnete sich mir eher eine zerstörerische Protagonistin voller Wut und Rebellion. Wäre diese zweite Hälfte nicht gewesen, so hätte mich „Abschied für immer und nie“ durchaus überzeugen können, aber so konnte ich dieses Buch einfach nicht verstehen. Warum diese Kombination aus Krebsgeschichte und Tablettenmissbrauch?

Mir fehlte die tiefere Botschaft, ein Sinn hinter allem. Natürlich müssen Bücher nicht immer belehrend sein, aber bei solch einer ernsten Thematik (bzw. in diesem Fall ja sogar die Kombination aus zwei ernsten Themen!) erwarte ich einfach, dass ich am Ende zu einer Erkenntnis gelange oder dass mir das Buch eine Botschaft mit auf den Weg gibt. Aber nein. Nichts.

Fazit
„Abschied für immer und nie“ ist eher durchwachsen. Nach einem schönen Start, der mir gut gefallen hat, folgt eine wirklich sehr krasse, abrupte Wendung, die die Geschichte in Bahnen gelenkt hat, die mir nicht mehr ganz so gut gefallen haben. Protagonistin Evie hat sich sehr verändert und bei mir an Sympathiepunkten eingebüßt aufgrund ihres Selbstmitleides und ihrer Tatenlosigkeit. Sie greift zu Tabletten statt zu versuchen, ihre Probleme anders anzugehen.
3 von 5 Sternen!

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