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Veröffentlicht am 15.09.2016

Das Monster

I Am Death. Der Totmacher (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 7)
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Oops! He did it again. Chris Carter hat wieder einen Roman mit hohem Ekelfaktor geschrieben. Der Autor schafft es tatsächlich, die Grausamkeiten der Vorgängerromane mit seinem neuen Thriller „I Am Death. ...

Oops! He did it again. Chris Carter hat wieder einen Roman mit hohem Ekelfaktor geschrieben. Der Autor schafft es tatsächlich, die Grausamkeiten der Vorgängerromane mit seinem neuen Thriller „I Am Death. Der Totmacher“ noch zu überbieten. Welcher Psychopath treibt wohl diesmal sein Unwesen in der Stadt der Engel?
Drei Frauen werden auf unterschiedliche Weise entführt und grausam gefoltert, bevor sie ermordet werden. Jedes Mal hinterlässt der Täter die Botschaft »Ich bin der Tod.«
Profiler Robert Hunter und sein Partner Carlos Garcia vom LAPD ermitteln. Dabei ahnen sie nicht, dass ihnen der wahre Horror erst noch bevorsteht. Denn der Täter hat auch den 11-jährigen Ricky entführt. Er nennt ihn „Wurm“, erniedrigt und zwingt ihn, bei den Morden zuzuschauen. Außerdem wird das Ganze auch noch gefilmt.
Nicht nur Hunter glaubt, den Mörder zu kennen. Doch das Monster versteht es, sich zu verwandeln, wie ein Chamäleon. Ein perfider und grausamer Wettlauf gegen die Zeit beginnt…
Erneut lässt uns Chris Carter in die tiefen menschlichen Abgründe eines Psychopathen blicken, wobei wiederum alle Klischees bedient werden, weil der Täter selbst ein Opfer ist, mit einem wirklich traumatischen Kindheitserlebnis.
Der Autor schildert das Psychogramm eines Mörders, der keine Perversion, keine Grausamkeit auslässt. „I Am Death. Der Totmacher“ ist keine Gute-Nacht-Lektüre. Die Morde werden brutal und detailliert beschrieben. Die Auflösung ist überraschend und absolut stimmig. Dennoch lässt mich das Ende etwas zwiespältig zurück.

Fazit: Ein typischer Carter, bloody as hell. Nur wirklich eingefleischten Fans zu empfehlen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein ungleiches Paar

Death de LYX - Lärmfeuer
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Mit Lärmfeuer wurden laut Wikipedia in früheren Jahrhunderten Signalstellen zur einfachen Nachrichtenübermittlung benannt. Lärmen bedeutet in diesem Fall Alarm schlagen. Das traditionelle Lärmfeuer im ...


Mit Lärmfeuer wurden laut Wikipedia in früheren Jahrhunderten Signalstellen zur einfachen Nachrichtenübermittlung benannt. Lärmen bedeutet in diesem Fall Alarm schlagen. Das traditionelle Lärmfeuer im hessischen Odenwald fällt in diesem Frühjahr etwas anders aus als sonst. Denn in den Flammen werden verkohlte, menschliche Knochenreste entdeckt. Zufällig sind auch der junge Polizist Frank Liebknecht aus Vielbrunn und sein Kollege Marcel Neidhard von der Erbacher Kripo unter den Gästen.
Gerade mal 65 Seiten umfasst diese spannende, wunderbar schräge Geschichte von Brigitte Pons, die sich hervorragend als Einstieg in die Krimireihe um den sympathischen Ermittler Frank Liebknecht eignet. Aber auch eingefleischte Fans der Reihe kommen auf ihre Kosten. Die gesamte Handlung findet an einem einzigen Abend ausschließlich an einem Ort statt.
Eigentlich handelt es sich um eine Tragödie, wären da nicht die witzigen Kabbeleien der beiden Protagonisten. Ab und zu werden Abschnitte in Kursivschrift eingestreut, erzählt aus der Sicht eines Mannes in der Ich-Perspektive. Diese Perspektivwechsel sorgen für Dynamik. Wer ist der Mann und was führt er im Schilde?
Brigitte Pons dreht unerbittlich an der Spannungsschraube. Eine packende Kurzgeschichte mit Nervenkitzel-Garantie, die durch klare Sprache und flüssigen Stil überzeugt. Unterlegt ist der Kriminalfall mit bestens recherchierten historischen Hintergründen. Und so ganz nebenbei wird auch noch ein Diebstahl aufgeklärt.

Fazit: Ich habe diesen Kurzkrimi in einem Rutsch verschlungen. Ein unterhaltsames, temporeiches und hochspannendes Lesevergnügen!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Das Morden geht weiter

Post Mortem - Zeit der Asche
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Auch in „Zeit der Asche“, dem zweiten Band der Post Mortem-Reihe, verfolgen Profikiller Avram Kuyper und Interpol-Agentin Emilia Ness noch immer die Fährte eines Mannes, der keine Grenzen und kein Gewissen ...


Auch in „Zeit der Asche“, dem zweiten Band der Post Mortem-Reihe, verfolgen Profikiller Avram Kuyper und Interpol-Agentin Emilia Ness noch immer die Fährte eines Mannes, der keine Grenzen und kein Gewissen kennt.
Die Bestie Belial ist zwar tot, doch in einem abgelegenen Landhaus in Südfrankreich taucht ein neues Opfer auf. Das kriminelle Netzwerk ist größer als geahnt. Folter und Mord auf Bestellung und nach Wunsch des Kunden. Das Ganze wird auch noch gefilmt.
Avram und Emilia agieren unabhängig voneinander, müssen dann aber doch zusammenarbeiten. Der eine getrieben von Rache für Bruder und Sohn, die im ersten Band „Tränen aus Blut“ zu den Opfern gehörten, die andere von dem Wunsch, endlich die Täter zur Strecke zu bringen.
Mark Roderick gelingt es erneut, einerseits Spannung aufzubauen, anderseits die Grausamkeit der Verbrechen nie zu sehr in den Vordergrund zu schieben. Die Handlung ist vielschichtig, der Plot komplex. Allerdings hat der Autor die Angewohnheit, Sachverhalte mehrfach zu wiederholen. Das geht zu Lasten der Spannung.
Der zweite Band ist eine solide Fortsetzung mit kleinen Schwächen. Denn die Charaktere haben sich meines Erachtens nicht wirklich weiterentwickelt. Auch spannungsmäßig reicht „Zeit der Asche“ nicht an den Debütroman heran. Bleibt zu hoffen, dass Mark Roderick mit dem dritten Band, „Tage des Zorns“, wieder zu alter Form aufläuft.

Fazit: Ein zweiter Band, der dem gelungenen Erstling leider nicht das Wasser reichen kann, schade…

Veröffentlicht am 15.09.2016

Sex and Drugs and Rock 'n' Roll

Der Pavian
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Kaum zu glauben, dass „Der Pavian“ von einer Frau geschrieben wurde. Denn es handelt sich um einen echten Hardboiled-Thriller. Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Worum geht es?
Schauplatz ist Stockholm, ...


Kaum zu glauben, dass „Der Pavian“ von einer Frau geschrieben wurde. Denn es handelt sich um einen echten Hardboiled-Thriller. Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Worum geht es?
Schauplatz ist Stockholm, die dunkle Seite. Amanda ist nur deshalb Polizistin geworden, um sich zu rächen. Rache für den Selbstmord ihrer Schwester Sanna. Zwei Typen sollen dafür büßen:
Adnan, ein Krimineller und Loser. Er hatte Sanna Drogen verkauft und ist gerade erst aus dem Gefängnis entlassen worden sowie Magnus, ein Frauenheld und Kontroll-Freak. Er war der zuständige Kommissar für Sannas Anzeige wegen Vergewaltigung. Alle drei finden sich kurz darauf in einer spannungsreichen Ménage-à-trois wieder. Das kann natürlich nicht gut gehen.
Atemlos, in einem ganz eigenen Stakkato-Stil, schildert Anna Karolina Larsson den Rachetrip einer starken Frau. Es geht um Sex und Gewalt, morbide und extrem. Die Sprache ist derb, teilweise sexistisch, passt aber zum Geschehen. Denn es herrscht Krieg zwischen Jugos und Russen. Ein tödliches Netz aus Bestechung und Korruption, in das auch die Polizei verstrickt zu sein scheint.
Kurze Kapitel und viele Perspektivwechsel sorgen für Dynamik und einen durchgängigen Spannungsbogen bis zum unerwarteten Ende. Ein gestohlener Pavian, eine neue Geschäftsidee und eine Reise nach Sri Lanka. Nur schrittweise wird enthüllt, wohin das Ganze führen soll. „Der Pavian“ bietet morbide, extreme, zuweilen grenzwertige Unterhaltung. Nichts für zartbesaitete Gemüter!

Fazit: Sex und Gewalt, Spannung und Action. Ein abgründiges Debüt mit einer unkonventionellen Heldin. Faszinierend düster!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Schwur, Schuld und (gerechte) Strafe

Ostfriesenschwur
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„Ein Blick aufs Meer relativiert alles.“ sagt Ubbo Heide, ehemaliger Chef der ostfriesischen Kriminalpolizei. Doch die Idylle trügt. Denn kurz darauf wird ihm in sein Feriendomizil auf Wangerooge ein abgetrennter ...

„Ein Blick aufs Meer relativiert alles.“ sagt Ubbo Heide, ehemaliger Chef der ostfriesischen Kriminalpolizei. Doch die Idylle trügt. Denn kurz darauf wird ihm in sein Feriendomizil auf Wangerooge ein abgetrennter Kopf zugeschickt. Später wird in Cuxhaven ein Rumpf gefunden. Doch beide Teile passen nicht zusammen. „Ostfriesenschwur“ ist bereits der 10. Fall für Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen und ihr Team.

Ann Kathrin hat zwar einen neuen Chef, Martin Büscher, aber der alte kann es nicht lassen. Will er auch gar nicht, denn Ubbo scheint die Opfer zu kennen. Als ein zweiter Kopf gefunden wird, ist schnell klar, dass es sich bei den Toten um Menschen handelt, denen Ubbo ihre Taten nicht nachweisen konnte. Er musste sie laufen lassen. Ein psychopathischer Killer, der sich selbst ‚der Vollstrecker‘ nennt, scheint nun die Arbeit der Polizei zu übernehmen.

Ein weiterer Handlungsstrang erzählt die Geschichte von Odysseus, einem Pädo. Wer ist Täter, wer ist Opfer? Zitat: „Er erkannte Täter, Opfer und Seinesgleichen.“ Wo ist die Verbindung? In Gelsenkirchen, anlässlich einer Lesung von Ubbos neuem Buch, laufen die Fäden zusammen. Nichtsdestotrotz, weitere Morde geschehen. Als sich Ann Kathrin entschließt, einen Lockvogel einzusetzen, läuft die Geschichte völlig aus dem Ruder...

Gekonnt springt Klaus-Peter Wolf durch Zeit und Raum. Wechselnde Perspektiven, falsche Fährten und überraschende Wendungen. Das treibt die Leser voran und verhindert im vorliegenden Fall das Aufkommen jeglicher Form von Langeweile. Echt schräg, wenn der Killer aus der Ich-Perspektive erzählt, in mörderische Wut gerät „Ich muss wieder in den Flow kommen.“ - und den Leser mit in den Abgrund zieht.

Ein Glück, dass es Rupert gibt, der immer wieder für humorvolle Einlagen sorgt. Gut gefallen hat mir, dass real existierende Personen, wie der Maurer Peter Grendel, der Journalist Holger Bloem, Wolfs Ehefrau Bettina Göschl sowie Krimi-Couch-Chef Lars Schafft, hier eine Rolle spielen. Auch mit Gesellschaftskritik (Gutmenschen!) spart der Autor nicht. Was ist Recht? Wie kann man es durchsetzen? Wie die Gesellschaft vor Tätern schützen?

Selbst wenn der Leser der Polizei immer einen Schritt voraus ist, wird Spannung aufgebaut, die langsam gesteigert wird und nicht mehr nachlässt, bis zum fulminanten Finale. „Ostfriesenschwur“ besticht durch tiefgründige Fragen, gut recherchierte Hintergründe zum Thema IT, Hightech, FB & Co, einen schrägen Humor und skurrile Typen, denen ich gerne wieder über die Schultern schauen möchte.

Fazit: Eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Gut, für mich aber nicht das beste Buch aus dieser Reihe!