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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.08.2024

Großartiges Thema

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BKA Kommissarin Yasira Saad sitzt bei einem Tinder Date, als ihre Begleitung auf ein Video aufmerksam wird. In diesem wird ein vor kurzem spurlos verschwundenes Mädchen gleich von drei Männern vergewaltigt, ...

BKA Kommissarin Yasira Saad sitzt bei einem Tinder Date, als ihre Begleitung auf ein Video aufmerksam wird. In diesem wird ein vor kurzem spurlos verschwundenes Mädchen gleich von drei Männern vergewaltigt, deren Aussehen eindeutig fremdländischen Männern zuzuordnen ist. Gemeinsam mit ihrem Kollegen nimmt sie die Ermittlungen auf, während gleichzeitig eine Gruppe Rechtsextremisten sich in Selbstjustiz übt. Die Stimmung schaukelt sich immer mehr hoch und den Ermittlern ist klar, dass sie alles daran setzen müssen, um Lena zu finden. Doch dann kommt Yasira eine schier unglaubliche Idee.
Marc Uwe Kling und Thriller? Funktioniert das? Genau das habe ich mich vorm Lesen des Buches gefragt und ich muss zugeben, dass es für mich nur bedingt funktioniert hat.
Mit einem recht prägnanten Schreibstil, bei dem kurze, knackige Sätze zwar ein schnelles vorankommen beim Lesen garantieren, erzählt Kling von einem extrem brisanten Thema. Bei mir kam allerdings nicht das Gefühl des Mitfieberns auf und ich habe die Geschichte recht unbeteiligt gelesen, was vielleicht aber auch gewollt ist, um zum Nachdenken anzuregen.
Für mich hat der Autor hier allerdings auch viel zu viele Themen mit in die Handlung gepackt, was zwar relativ spannend zu lesen war, aber leider auch dazu führte, dass alles nur an der Oberfläche angekratzt wurde. Wir machen hier Sprünge von sozialen Medien über Sorgen einer Mutter, hin zu Rassismus und Rechtsextremismus bis hin zur Entwicklung von KI, um all dem Tiefe zu verleihen, hätte es gute 200 Seiten mehr gebraucht, allerdings hätte das wiederum das Buch zu überladen wirken lassen. Ich bin da ziemlich hin- und hergerissen, denn was ich Kling zu Gute halte, ist, dass das Erzählte ohne jegliche Wertung bleibt und der Leser sich seine eigene Meinung bilden kann.
Die Handlung hat so einige Plottwists, wobei der eigentliche Fall, nämlich die entführte Lena, immer mehr in den Hintergrund rückt und letzten Endes bleiben für mich zu viele Fragen offen.
Die Ermittlungen erleben wir aus der Sicht der BKA Kommissarin Yasira Saad, die hier auch, was Charaktere angeht, den größten Raum erhält. Sowohl ihre Sorgen als alleinerziehende Mutter als auch als PoC konnte ich gut nachvollziehen und fand sie wirklich gut gezeichnet. Alle anderen Charaktere bleiben dafür blass, was für mich hier aber gut passte.
Mein Fazit: Alles in allem ließ sich das Buch zwar schnell weglesen, hinterlässt bei mir aber keinen bleibenden Eindruck. Hier wären weniger Themen einfach mehr gewesen und so fehlte es mir oft einfach an Tiefgang, der mich bestimmt mehr hätte mitreißen können. Das Ende bleibt mir zu offen und bezogen auf die gesamte Ermittlung fand ich es eher merkwürdig, was da zum Schluss geschah. Kurzweilige Unterhaltung, die mich nicht völlig überzeugen konnte.

Veröffentlicht am 28.07.2024

Nicht ganz überzeugt

Was der See birgt
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Gianna Pitti ist Polizeireporterin am Gardasee in Italien. Seitdem ihr Vater vor einem Jahr verschwand und sie mit ihrer Mutter alles andere als klar kommt, hat sie es alles andere als leicht. Doch als ...

Gianna Pitti ist Polizeireporterin am Gardasee in Italien. Seitdem ihr Vater vor einem Jahr verschwand und sie mit ihrer Mutter alles andere als klar kommt, hat sie es alles andere als leicht. Doch als die Leiche eines jungen Mannes am See aufgefunden wird, nimmt ihr Leben noch einmal eine Wendung, denn der junge Mann war ihr nicht unbekannt. Scheinbar war sie sogar die, die ihn zuletzt lebend gesehen hat, denn sie verbrachten die letzte Nacht zusammen.

Schon länger standen die Bücher des Autors Lenz Koppelstätter auf meiner want to read Liste, da dachte ich, warum nicht gleich mit seiner neuen Reihe beginnen?! Ganz leicht fiel mir der Einstieg allerdings nicht, denn für mich war der Schreibstil zunächst sehr gewöhnungsbedürftig. Trotz kurzer Sätze hatte ich den Eindruck, dass es zu ausschweifend und zu wenig auf dem Punkt war, so dass es für mich zu einigen Längen in der Story kam, zumindest zu Beginn.

So richtig spannend wird es also zunächst einmal nicht, doch was dem Buch zu Beginn fehlt, wird dann alles in die zweite Hälfte eingebaut. Mir persönlich hätte es besser gefallen, wenn man zu Beginn nicht den Schwerpunkt auf Charaktervorstellungen und Landschaft des Gardasees gelegt hätte, sondern einfach durchweg sowohl den Fall als auch die Vorstellung etwas verteilt hätte. So gab es für mich zuerst eher Langeweile und dann überschlägt sich alles.

Der Fall an sich war eigentlich ganz interessant, aber vieles wird zu schnell abgehandelt. Gerade auch was das Private der Charaktere betrifft. Das, vermute ich zumindest, aber mit daran liegt, dass es eine Reihe wird.

Protagonistin Gianna mochte ich sehr gerne, sie ist sehr sympathisch und authentisch und eine interessante Persönlichkeit. Da man hier aber nicht nur ihre Perspektive, sondern auch die ihres Onkels Francesco kennenlernt, gibt es auch noch viele Dinge, die offen bleiben. Francescos Perspektive war einfach anders, denn er leidet an einer beginnenden Demenz. Das zu lesen, war emotional, denn man spürt, wie wenig er es wahrhaben möchte, verständlicherweise.

Mein Fazit: irgendwie glaube ich, dass dem Buch mehr Seiten gut getan hätten. Alles, was zu Beginn ausschweifend erzählt wurde, wird nachher zu schnell abgehandelt. Mir hätte es besser gefallen, wenn von Beginn an mehr Tempo da gewesen wäre, so war es zu Beginn für mich langatmig, dann zu schnell abgehandelt.

Veröffentlicht am 22.07.2024

Die Abgründe in dir

Dunkler Abgrund
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Clara Lofthus hat es geschafft und ist, trotz aller Widrigkeiten, steil die Karriereleiter emporgeklettert und ist nun Justizministerin. Erst vor kurzem kam ihr Mann Haarvard bei einem Unfall ums Leben ...

Clara Lofthus hat es geschafft und ist, trotz aller Widrigkeiten, steil die Karriereleiter emporgeklettert und ist nun Justizministerin. Erst vor kurzem kam ihr Mann Haarvard bei einem Unfall ums Leben und seitdem ist Clara als alleinerziehende Mutter für ihre Zwillinge Andreas und Nicolai da, zumindest soweit ihr Job das erlaubt. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse, Clara erhält mysteriöse Botschaften, die sie als Mörderin titulieren, bei einer Feier wird sie angegriffen und das schlimmste überhaupt: als sie heimkommt, fehlt von ihren Söhnen jede Spur. Clara muss sich ihrer Vergangenheit stellen, um ihre Söhne wiederbekommen zu können.
Das düstere Cover machte mich neugierig auf diesen skandinavischen Krimi aus der Feder von Autorin Ruth Lillegraven. Was ich allerdings nicht wusste, ist, dass das Buch quasi ein zweiter Band ist, der zumindest teilweise auf den Vorgänger aufbaut, da man scheinbar mehr über Claras verstorbenen Mann Haarvard im ersten Band erfahren hat. Ich war also zu Beginn etwas verwirrt, auch wegen der vielen, teils sehr schnellen Perspektivwechseln, aber auch, weil ich den Eindruck hatte, mir fehle Hintergrundwissen.
Ansonsten hat mir der Schreibstil der Autorin sehr gut gefallen, definitiv leicht verständlich, mit dem für skandinavische Krimis fast schon typischen Maß an Schwere und Düsternis.
Es fiel mir nicht ganz so leicht, in dieses Buch hineinzufinden, wie ich schon sagte, fielen mir die schnellen Perspektivwechsel sehr schwer und somit dauerte es auch ein wenig, bis für mich Spannung aufkommen wollte. Doch mit fortschreiten der Handlung gab es auch immer mehr Sogwirkung und Spannung.
Viele kurze Kapitel und drei große Abschnitte unterteilen das Buch. Die Kapitel sind jeweils in der Ich-Perspektive geschrieben, was es mir etwas schwerer machte, die Charaktere auseinander zu halten. Doch nach einer Weile war doch klar, wer gerade aktuell handelte.
Der Fall ist an sich sehr spannend angelegt und man hat einige Momente, um selbst miträtseln zu können. Viele Plottwists habe ich nicht voraussehen können und vieles hat mich bestürzt zurückgelassen.
Clara ist eine durchaus toughe Frau, trotzdem wirkt sie eher unterkühlt als warmherzig, auch wenn man das durchaus verstehen kann, wenn man mehr über ihre Vergangenheit erfährt. Doch eine wahre Sympathieträgerin ist sie für mich auf jeden Fall nicht.
Mein Fazit: Vermutlich wäre es hier wirklich ratsam gewesen, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Ich habe leider erst während des Lesens bemerkt, dass ich das Gefühl habe, das mir was fehle. So kamen für mich Spannung und Interesse an dem Buch erst langsam in Schwung. Stilistisch hat es mir sehr gut gefallen und auch der gesamte Fall inkl. Wendungen ist gelungen.

Veröffentlicht am 10.07.2024

Von allem etwas

Forever Never
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Brick Callan, Barkeeper und Sheriff auf der kleinen Insel Mackinac kann es nicht fassen, ausgerechnet die Frau, die ihn regelrecht um den Verstand gebracht hat und plötzlich nach Chicago verschwand, kehrt ...

Brick Callan, Barkeeper und Sheriff auf der kleinen Insel Mackinac kann es nicht fassen, ausgerechnet die Frau, die ihn regelrecht um den Verstand gebracht hat und plötzlich nach Chicago verschwand, kehrt nach Hause zurück. Mit allen Mitteln möchte er verhindern, Remi zu oft zu begegnen, weil er weiß, dass sie ihn wieder völlig verrückt machen wird. Doch Remi scheint Geheimnisse mit nach Hause gebracht zu haben und Brick kann gar nicht anders, als sich um Remi zu kümmern. Diese bringt allerdings genau das Chaos in sein Leben, dass er erwartet hat.
Das Cover der Printausgabe finde ich richtig hübsch und es macht neugierig. Der Einstieg gelingt hier auch absolut mühelos, denn die Autorin beschreibt Charaktere und Setting so wie die gesamte Handlung sehr intensiv und mit flüssigem Schreibstil.
Die Story allerdings war für mich ein wenig ein auf und ab. An manchen Stellen wurde es mir zu zäh und viele Gedanken der Charaktere drehten sich zu oft im Kreis. Zwar wird hier noch neben der Lovestory noch ein wenig Crime mit eingebracht, aber bis das spannender wird, dauert es recht lang. So drehten sich weite Teile im Kreis und ich hatte den Eindruck, die Story wird absichtlich in die Länge gezogen.
Aus wechselnden Perspektiven zwischen den Protagonisten Remi und Brick erleben wir die Geschichte durch einen personellen Erzähler, dadurch blieb ich den Charakteren gegenüber auch etwas auf Distanz. Hin und wieder gibt es auch Rückblicke auf die Zeit, als Remi noch zu Hause lebte und was in Chicago geschah. Für mich waren diese Rückblicke gar nicht unbedingt notwendig, weil man recht viel darüber in der Handlung in der Gegenwart nachgedacht wurde.
Spice in Romance ist Geschmackssache und im Grunde brauche ich diesen nicht. Für mich war es hier auch ein bisschen drüber, aber ich kann mir vorstellen, dass viele das so mögen können. Brick war halt hier wieder der mit dem Größten und dem besten Standvermögen, im wahrsten Sinne des Wortes.
Remi mochte ich ganz gerne, sie nimmt kein Blatt vor den Mund, ist lebhaft, ehrlich und loyal. Ihre direkte Art ist erfrischend und bringt Schwung in die Handlung.
Brick ist mehr der schweigsame, grumpy Held, gebaut wie ein Bär und doch ebenso loyal und hilfsbereit, wie man es von einem Sheriff erwarten würde. Was mich an ihm nervte, war, dass er Remi immer wieder wegstieß und doch wieder anzog, was einfach auch für Längen sorgte.
Die Nebencharaktere bleiben recht blass, wobei man zumindest auf Remis Familie einen klaren Blick erhält und später auch ein wenig auf Bricks Vater.
Mein Fazit: Für meinen persönlichen Geschmack ging es hier etwas zu sehr auf und ab. Auch wenn die Geschichte leicht zu lesen ist und zwischendurch durchaus spannend wird und Spaß macht. Für Romance Lover, die gerne viel Spice mögen.

Veröffentlicht am 24.06.2024

Bräuchte mehr Tiefgang

The Last Dragon King - Die Chroniken von Avalier 1
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Arwen lebt mit ihrer Mutter und ihrer jüngeren Schwester in dem kleinen Dorf Cinder, als ausgerechnet zum Maifest der Drachenkönig Valdren, bzw. dessen Soldaten auftauchen. Denn nach dem Tod seiner Frau, ...

Arwen lebt mit ihrer Mutter und ihrer jüngeren Schwester in dem kleinen Dorf Cinder, als ausgerechnet zum Maifest der Drachenkönig Valdren, bzw. dessen Soldaten auftauchen. Denn nach dem Tod seiner Frau, die bei der Geburt ihres Kindes verstarb, ist er auf der Suche nach einer Frau, deren Magie so stark ist, um das Kind eines Drachen austragen zu können. Arwens Mutter, die nicht ihre leibliche Mutter ist, sondern sie nur aufgezogen hat, drängt Arwen zur Flucht, was diese sich nicht erklären kann. Doch sie läuft direkt einem der Krieger in die Arme und sie muss sich von den Witterern auf Magie testen lassen. Allerdings hätte sie nicht im Geringsten geahnt, wie stark ihre Magie wirklich ist. Gemeinsam mit den Soldaten kehrt sie an den Königshof und muss sich zur Wahl der möglichen Königin stellen.
Wow, die Aufmachung dieses Buches ist ein absolutes Highlight und gefällt mir persönlich extrem gut und auch wenn der Klappentext nicht völlig außergewöhnlich klang, mag ich solche Geschichten einfach unheimlich gern.
Der Beginn hat mich dann auch ganz tief in seinen Bann gezogen, denn es war von Seite eins an richtig spannend und einfach mitreißend geschrieben. Ich fühlte mich umgehend nach Cinder versetzt und konnte mir sowohl Dorf als auch Einwohner sofort vorstellen. Der Schreibstil ist wirklich flüssig und auch recht bildhaft, ohne Ausschweifungen und das Kopfkino begann.
Es blieb auch wirklich eine ganze Zeit lang spannend, die leichten Konflikte im Schloss, die Annäherung zwischen Arwen und dem Drachenkönig und das gesamte Drumherum haben mich wirklich gut unterhalten. Zwar hätte ich mir hier ein bisschen mehr Bilder von Jade City und dem Palast gewünscht, aber da es sich spannend las, war es noch in Ordnung.
Leider wurde aber dann so an der Handlung gezogen, dass ich den Eindruck hatte, viele Momente wurden hier weggelassen. Das Buch hätte ein absolutes Highlight werden können, wären viele Konflikte, sowohl zwischen Arwen und Valdren als auch zwischen den Reichen besser ausgearbeitet gewesen. All das blieb mir ohne jeglichen Tiefgang, was ich extrem schade fand, denn der Anfang des Buches beweist ja, dass die Autorin das absolut beherrscht. Im Original hat das Buch ein paar Seiten mehr, so dass ich mich frage, ob es vielleicht gekürzt sein könnte.
Insgesamt fand ich die Geschichte nicht schlecht, was ich immer ein bisschen begrüße in Fantasy/Romantasy Stories ist, dass der Spice nicht in den Vordergrund rückt, was hier zum Glück für mich soweit passte.
Die Handlung erleben wir aus Arwens Sicht, die, was ihre Herkunft betrifft, genauso ahnungslos ist, wie wir Leser, auch wenn ich mir durchaus denken konnte, was dahintersteckt. Arwen hat mir aber unheimlich gut gefallen, sie ist unheimlich mitfühlend, mutig, stark und hat einfach das Herz am rechten Fleck. Ihre Schlagfertigkeit ließ mich manches Mal schmunzeln und auch der Drachenkönig darselbst war ein wirklich toller Charakter, mit viel Sinn für Gerechtigkeit und auch Humor. Gründe für seine Handlung, der Suche nach der passenden Frau, waren logisch und glaubwürdig.
Auch die Nebencharaktere, die wirklich zahlreich waren, sind zumindest vorstellbar, wenn leider auch ohne jeglichen Tiefgang. Sie tauchen auf und sind wieder weg, ohne wirklichen Eindruck zu hinterlassen.

Mein Fazit

Diese Geschichte begann wie ein absolutes Highlight, doch leider hat mich die Geschichte ab ca. der Hälfte verloren. Hier fehlte es mir in jeder Hinsicht an Tiefgang, sowohl Wordlbuilding, als auch Magie, Konflikte oder Charaktere, aus all dem hätte man viel mehr herausholen können und um ein Highlight zu werden, auch müssen, denn eins ist sicher, Potential dafür ist vorhanden und das nicht zu knapp. Wer Fantasy für zwischendurch mag, wird hier wirklich gut unterhalten.