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Veröffentlicht am 31.12.2025

Zu viel und zu wenig

The Nightmare Before Kissmas
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Coal ist der Weihnachtsprinz und soll während der Weihnachtszeit seiner besten Freundin Iris, der Prinzessin von Ostern, den Hof machen um sie zum großen Fest zu heiraten. Doch von der arrangierten Ehe ...

Coal ist der Weihnachtsprinz und soll während der Weihnachtszeit seiner besten Freundin Iris, der Prinzessin von Ostern, den Hof machen um sie zum großen Fest zu heiraten. Doch von der arrangierten Ehe seines Vaters Santa hält Coal nichts. Insbesondere, als Hex auftaucht, der Prinz von Halloween, der Coal schwer beeindruckt hat. Wie kommt er aus dem Dilemma wieder raus?

Ich hab erwartet, dass dieses Buch die perfekte Lektüre für den November ist. Während es um Weihnachten spielt und der Halloween-Prinz ein wichtiger Protagonist ist, habe ich mich auf viel festliche Weihnachtsstimmung mit einem Hauch düsteren Vibe gefreut. Den düsteren Vibe gibt es, nur liegt das nicht an Halloween, sondern den dunklen Machenschaften von Santa Claus und diese verdecken auch noch die weihnachtlichen Momente (denn Schlittenrennen, Krawatten mit Kürbislaternen, die Weihnachtsmützen tragen und viele weitere kleine passende Details gibt es). Die Probleme in der Geschichte sind einfach zu viele. Die arrangierte Ehe wäre genug, aber Santa Claus ist wirklich, wirklich teuflisch. Auch die Mutter von Coal und Kris, die einfach abgehauen ist, spielt immer und immer wieder eine Rolle. Das ist mir einfach zu viel gewesen.

Die Witze in der Geschichte sind auch oft einfach... niveaulos. Coal spielt erstens gerne Streiche und zweitens geht ihm einiges schief. Obwohl er im Laufe des Buches eine Entwicklung durchmacht und die Anliegen der royalen Feiertagsfamilien ernster nimmt, ist er oft zu naiv. Die Liebesgeschichte zwischen Coal und Hex ist süß, aber die spicy Szenen waren überhaupt nicht meins. Es folgen zwei direkt aufeinander, Coal labert die ganze Zeit und den Rest empfand ich als verkrampft und fast schon unangenehm. Es gibt so viel Potenzial in diesem Buch und die Idee, dass hinter jedem Feiertag ein Königshaus steckt und die den Menschen gebrachte Freude wieder zurückkommt und für Magie genutzt werden kann, ist einfach megagut! Aber so vieles wurde zu wenig erklärt oder geschildert. Das Ende endet auch einfach... zu einfach, vieeel zu einfach! Ich mein, ehrlich? Das ergibt einfach keinen Sinn, ist zu gewollt und konstruiert!


Fazit:
Statt eines schönen Weihnachtsromans mit düsteren Halloweenvibes habe ich nur einen unreifen Protagonisten und viel zu viele Probleme bekommen, die die Stimmung trüben und viel zu einfach aus der Welt geschafft werden können. Die Geschichte wollte zu viel, hat zu viele dunkle Themen, zu wenig Worldbuilding und zu wenig nachvollziehbare Entwicklung.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.09.2025

Das Buch hat mich sooo aufgeregt!

Morbidly Yours
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Der Ire Callum ist Bestatter und kann das Familienunternehmen wegen einer Testamentsklausel nur erben, wenn er bis zu seinem 35. Geburtstag verheiratet ist. Dumm nur, dass er eine Sozialphobie hat und ...

Der Ire Callum ist Bestatter und kann das Familienunternehmen wegen einer Testamentsklausel nur erben, wenn er bis zu seinem 35. Geburtstag verheiratet ist. Dumm nur, dass er eine Sozialphobie hat und Frauen, allgemein Menschen, nur sehr schwer kennenlernt. Nebenan zieht plötzlich die quirlige Texanerin, die ihn aus seinem Schneckenhaus holt. Doch Lark hat seit dem Tod ihres Mannes der Liebe abgeschworen…

Die Geschichte hat sich SO gut angehört: Liebenswerter Bestatter mit Humor trifft auf eine extrovertierte Nachbarin, womit Welten aufeinander stoßen und sich daraufhin ineinanderfügen. Und anfangs war es auch genau das! Die beiden haben sich direkt so gut verstanden und der Vibe zwischen Lark und Callum war wunderschön zu lesen. Doch da kommt direkt das erste Problem daher: Die beiden verstehen sich nicht nur von Anfang an supergut, sondern verlieben sich direkt darauf. Kaum sind die Schmetterlinge im Bauch da, geht das Gefühl auf die nächste Ebene und es wird immer der Körper des bzw. der Gegenüber betrachtet. Kein „slow burn - Eine Liebe, die Zeit braucht, um zu wachsen“, wie es überall beworben wird. Und somit ist das Buch auch sehr spicy; und das gedanklich schon bevor die beiden wirklich miteinander im Bett landen. Leider habe ich das nach dem Aufschlagen des Buches befürchtet, weil noch vor dem ersten Kapitel eine Wörterübersicht mit Übersetzung von dirty talk zu finden ist. Dass Lark von Callum nur das Eine will, nachdem sie der Liebe abgeschworen hat, ist ihr direkt von Beginn an klar. Doch leider spielt sie dadurch nur mit dem überaus liebenswürdigen Mann (der zu Recht auf der Buchrückseite als der „beliebteste Bookboyfriend seit immer“ betitelt wird), der sich so sehr um sie bemüht. Das hat mich so, so, so wütend gemacht! Geärgert hat mich auch, dass die beiden Charaktere so widersprüchlich in ihrem Verhalten sind. Callum hat eine Sozialphobie, doch beim Kennenlernen mit Lark ist hierzu nichts zu merken und später wird er auch sehr mutig bezüglich etwas. Dazu ist Lark als quirlige Quasselstrippe genau das Gegenteil, denn im Beruf traut sie sich nicht sich durchsetzen, sondern gibt die People Pleaserin. Außerdem wird Callum im Laufe der Geschichte als demisexuell beschrieben, was ich bisher gar nicht kannte und das Einbinden dieser LGBTQ+ -Eigenschaft richtig schön fand. Dennoch spielt es gar keine Rolle, weil Callum wie schon gesagt direkt in Lark verknallt war. Leider wurde aus den Charakteren und ihren besonderen Eigenschaften zu wenig rausgeholt. Die Geschichte hätte anfangs mehr auseinandergezogen gehört und später weniger nerviges Drama vertragen. Dass das Ende mir dann ebenfalls nicht gefallen hat, weil vieles so unrealistisch uns aus heiterem Himmel gelöst wurde, ist für euch dann leider auch keine Überraschung mehr, oder?

Mich hat das Buch auch gereizt, weil es in Irland spielt und das wurde wirklich schön umgesetzt. Callum nutzt oft irische Begriffe, die direkt danach übersetzt wurden, und auch manche bekannte Orte haben eine Rolle gespielt. Leider geht der Wortwitz zwischen irischem und amerikanischem Englisch unter. Vieles habe ich nicht begriffen, wurde auch nur teilweise erklärt… aber dann ist es halt auch nicht mehr lustig. Ist so etwas dann überhaupt zu übersetzen? Ich weiß es nicht. Darüber hinaus ist die Übersetzung aber auch nicht wirklich gelungen gewesen. Viele Sätze sind total holprig und schräg, weil einige Wörter bzw. Phrasen wortwörtlich übersetzt wurden (da fragt man sich, ob hier auch mit KI unterstützt wird?). Außerdem fand ich anfangs viele Gespräche verwirrend, kann aber nicht sagen, ob das an dem Schreibstil, der Übersetzung oder fehlenden Kenntnissen von mir in der Popkultur lag.


Fazit:
„Morbidly Yours“ hat eine besondere Geschichte versprochen und mir anfangs auch noch wegen dem angenehmen und amüsanten Vibe zwischen den Protagonisten sehr gut gefallen. Doch dann ging die Geschichte mit einer schrägen Übersetzung, nicht-konsistenten Charakterdarstellungen, nervigem Verhalten und für mich zu viel spicy Szenen weiter, während das Ende mit einer völlig unrealistischen und unverständlichen Auflösung negativ punktet. Ich hab mich so auf die Geschichte gefreut, aber leider wurde sie zu meinem größten Flop des Jahres – schade!

Veröffentlicht am 30.06.2025

WO ist der rote Faden?

Die Bücherfrauen von Listland. Der Gesang der Seeschwalben
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Die 55-jährige Anna hat mit der älteren Fenja einen Podcast über deren Bücherleidenschaft und -engagement gedreht, der ziemlich gut ankam. Deshalb hat Anna mit einem Verlag geplant, die Lebensgeschichte ...

Die 55-jährige Anna hat mit der älteren Fenja einen Podcast über deren Bücherleidenschaft und -engagement gedreht, der ziemlich gut ankam. Deshalb hat Anna mit einem Verlag geplant, die Lebensgeschichte der alten Frau aufzuschreiben. Doch in Listland angekommen, ist diese verschwunden und stattdessen deren grießgrämige Tochter vor Ort, mit der Anna während eines Unwetters die alten Bücherschätze vom Dachboden zu retten versucht. Dort finden sie ein ausgehöhltes Buch, das dort schon lange versteckt war. Wie geht es nun weiter?

Direkt zu Beginn hat mich der Prolog irritiert, weil ich ihn zeitlich nicht einordnen konnte. Für mich unnötig, weil er mich nur verwirrt und nicht neugierig gemacht hat. Kein gutes Omen, denn der Rest der Geschichte konnte mich auch kaum noch überzeugen. Zunächst hat mich Fenjas Verschwinden ohne eine weitere Erklärung gestört, denn sie hatte mit Anna einen festen Termin, und der spätere Grund steht mit ihrem unhöflichen Verhalten überhaupt nicht in Relation. Dann suchen Anna und Fenjas Tochter nach ihr, sehen sie aber nur aus der Ferne und kehren gescheitert heim. Hier hängt alles in der Schwebe und die Geschichte geht überhaupt nicht voran. Ich habe mich oft gefragt, um was es in der Erzählung eigentlich geht (Fenjas Vergangenheit und Vorfahren) und wo der Sinn all dessen liegt. Die Geschichte hat zwar mit den Geheimnissen rund um Fenjas und Lenes Familie einen roten Faden, aber der ist so verknotet, verwurschtelt und oft versteckt, dass das Lesen des Buches mir keinen Spaß mehr gemacht hat. Auch Anna als Protagonistin konnte mich nicht erreichen. Zuerst ist sie an den ersten Tagen verzweifelt, dass ihr berufliches Projekt zu scheitern droht, später ist ihr das fast gleichgültig. Außerdem hat mich ihre Liebesgeschichte auch nicht erreicht, da sie sehr hölzern beschrieben und vieles grundlos verkompliziert wurde. In Listlands Gegenwart fehlt es an Spannung, weil auch nicht mehr die Bücher und überraschenden Funde auf dem Dachboden näher betrachtet werden. Die Kapitel aus der Vergangenheit um Lene haben mir hingegen viel besser gefallen. Hier wird im Jahre 1937 über deren Leben auf dem abgeschiedenen Listland erzählt, wie sie aufwächst, ein Buch nach dem anderen verschlingt und sich verliebt.

Erst im letzten Drittel wird die Geschichte interessant und nimmt an Fahrt auf. Hier werden endlich Geheimnisse gelüftet und die Vergangenheit mit der Gegenwart verknüpft. Obwohl hier vieles sehr konstruiert war, konnte die Autorin mich sogar mit einem Detail überraschen.

Die alte Dame Fenja wird als Bücherfrau beschrieben, aber die Leidenschaft ist für mich nicht erkennbar. Sie lässt Bücher, sogar antiquarische Familienerbstücke, auf dem Dachboden verschimmeln, und das ohne nachvollziehbaren Grund. Ab und zu wird beschrieben, dass sie sich z. B. in der Bücherei engagiert, aber richtige Bücherliebe ist von ihrer Seite nicht zu erkennen. Hier hätte ich es schöner gefunden, wenn der Podcast von Anna und Fenja auch teilweise abgedruckt gewesen wäre. Lenes Leidenschaft für Geschichten im Früher hingegen ist sehr schön geschildert und stets präsent. Die Beschreibung von Listland, der Natur und dem entschleunigten Leben, haben mir sehr gut gefallen.

Fazit:
„Der Gesang der Seeschwalben“ ist ein Buch mit sehr vielen Schwächen, die ich nicht erwartet hatte. Die Bücherliebe und das Leben auf Listland haben mir sehr gut gefallen, jedoch fehlt der Geschichte Spannung und natürliche Leichtigkeit. Vor allem der versteckte und verknotete rote Faden haben dazu beigetragen, dass vieles nicht voranging. Sehr schade! Band 2 würde mich noch interessieren, aber ich habe Angst, dass er genauso schlecht geschrieben ist.

Veröffentlicht am 30.09.2024

Leider überraschend übernatürlich und spirituell

Die Unmöglichkeit des Lebens
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Die pensionierte Mathematiklehrerin Grace ist einsam und blickt kritisch auf ihr Leben und ihre Handlungen zurück, als sie überraschend ein Haus auf Ibiza erbt. Eine ehemalige Kollegin, die sie nur kurz ...

Die pensionierte Mathematiklehrerin Grace ist einsam und blickt kritisch auf ihr Leben und ihre Handlungen zurück, als sie überraschend ein Haus auf Ibiza erbt. Eine ehemalige Kollegin, die sie nur kurz kannte, vererbt das Haus an Grace anstatt ihrer eigenen Tochter. Doch warum? Und warum ist ihr Tod so mysteriös? Was Grace herausfindet ist so viel größer, als sie sich vorstellen kann.

Die Geschehnisse um Grace und Christina werden durch Briefe in eine Rahmenhandlunge eingebettet. Ein ehemaliger Schüler von Grace schreibt ihr und berichtet von seinen Problemen. Da es Grace auch lange nicht gut ging, sie durch die Erbschaft auf Ibiza aber Frieden mit sich und ihrem Leben gefunden hat, berichtet sie davon und schreibt einen langen Brief an ihren Schüler, der quasi dieses Buch ist. Denn Grace hat auf Ibiza unglaubliches erlebt. Und damit sind wir direkt bei meinem Problem mit diesem Buch: Im Verlauf kommt Übernatürliches auf, das immer weiter vertieft wird und alles, was Grace auf Ibizia erlebt und durchlebt, damit zusammenhängt. Matt Haig schreibt stets über das Leben und all seine Facetten, auch oft Romane mit magischem Realismus. Aber hier war es mehr, es ist sehr übersinnlich, was ich überhaupt nicht erwartet hätte und dadurch nicht wusste, wie ich es einordnen soll. Passiert das jetzt echt? Was will Matt Haig uns damit sagen? Wohin will der Autor mit der Geschichte? Dieses Buch beinhaltet Übersinnliches, oft schon Surreales und Spirituelles, worauf ich mich gerne eingelassen hätte, statt unsicher über den Plot des Buches zu sein. Deshalb hatte ich auch eigentlich keine Lust weiterzulesen, weil alles so langwierig wurde, aber durch die kurzen Kapitel konnte ich trotzdem gut in der Geschichte vorankommen. Und auch durch Matt Haigs nachdenklichen und flüssigen Schreibstil und Lebensweisheiten ist diese Geschichte recht schön, obwohl ich mir vergleichsweise nur wenig Zitate markiert habe, weil ich eben nicht wusste, wie ich all das, was Matt Haig beschreibt, einordnen sollte.

>>Wir sind aus dem Nichts geboren, das ganze Universum ist aus dem Nichts geboren, und doch sind wir hier, das unmögliche Etwas, das aus dem Nichts zum Sein gekommen ist. Die Unmöglichkeit des Lebens.<<

Grace ist Mathematikerin, sieht alles rational, und hat mit ihren 72 Jahren schon vieles erlebt, manches hätte sie gerne anders gemacht. Ich finde es schön, welche Entwicklung sie durchmacht und belastende Gedanken immer mehr loslässt. Ihre Gefühlswelt ist sehr anschaulich beschrieben und mir haben auch die vielen mathematischen Vergleiche und Beschreibungen gefallen. Das hat das Besondere des Buches nur noch mehr hervorgehoben. Matt Haig wollte hier die Magie des Lebens zeigen, ich weiß, aber ich konnte es leider nicht aufnehmen und nachempfinden. Vor allem weil dieses Übersinnliche Grace einfach aus ihrer negativen Situation herausgenommen hat. „Die Unmöglichkeit des Lebens“ ist eine lebensbejahende Geschichte, aber in der Realität ist das alles leider nicht so einfach, da muss man es selbst durchleben und wird nicht daraus gerettet. Vor allem weil Matt Haig als Mensch selbst schon viel Schlimmes durchmachen musste und es als Autor wirklich gekonnt in seinen Büchern umsetzt, finde ich es sehr schade, dass es hier für Grace eher so einfach und eben unrealistisch ist.

Jetzt bin ich schon wieder von den positiven Aspekten des Buches in die negativen abgerutscht. Neben dem Schreibstil und der geschickten Einbindung von Mathematik hat mir, trotz Überraschung und meiner Unsicherheit darüber, die Idee von Matt Haig doch recht gut gefallen. Denn diese Gedanken hatte ich oft schon selbst. Ich hab mir vorgestellt, dass und wie es passieren könnte und ehrlicherweise hoffe ich bei unserer momentanen Situation auf Erden, das genau das auch passieren wird. Auch sehr gut gefallen hat mir das Setting auf Ibiza. Ich war noch nie auf der Insel, aber ihre vielen Facetten zwischen Partys und Natur werden sehr anschaulich dargestellt. Dabei wurde auch auf Umweltschutz und Kritik am Massentourismus eingegangen. Ein schönes und überaus passendes Setting für diese Geschichte.


Fazit:
„Die Unmöglichkeit des Lebens“ spielt auf Ibiza und handelt von Graces Leben, aber überraschenderweise auch von Übersinnlichem und Spirituellem. Ich wusste einfach lange nicht, wie ich mit den Geschehnissen umgehen soll, was mir Matt Haig damit sagen will. Wenn der Droemer Verlag im Klappentext erwähnt hätte, dass die Geschichte auch übersinnlich wird, wäre ich mit dieser Erwartung ans Lesen gegangen und hätte dies von Anfang an mit einfließen und somit bestimmt auch genießen können. Denn bisher habe ich alle Bücher von Matt Haig geliebt.

Veröffentlicht am 24.07.2024

Hätte am liebsten abgebrochen

Broken Heart Summer – Sunset Days
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Rea und Maya reisen gemeinsam nach Hawaii um dort Mayas Vater zu finden. Direkt am Flughafen treffen sie auf eine Gruppe junger Männer, bei der Cam dabei ist und Rea sogleich beeindrucken kann. Nachdem ...

Rea und Maya reisen gemeinsam nach Hawaii um dort Mayas Vater zu finden. Direkt am Flughafen treffen sie auf eine Gruppe junger Männer, bei der Cam dabei ist und Rea sogleich beeindrucken kann. Nachdem Rea Mayas vermeintlichen Vater überraschend schnell gefunden hat, verbringt sie ihre freie Zeit nur noch mit Cam, anstatt ihren Medizinbüchern. Und so nimmt die Liebesgeschichte ihren Lauf…

Die Geschichte ist aus wechselnden Perspektiven der Freudinnen Rea und Maya geschrieben, was mir sehr gut gefallen hat um beide nachvollziehen zu können und auch zum sonst üblichen wechselnden Kapitel des Liebespaars überraschend erfrischend ist. Allerdings wurde mir Rea direkt zu Beginn sehr unsympathisch: Sie schießt sich als angehende Medizinstudentin mit Pillen ab um ihrer Flugangst zu umgehen, ist eine absolute Streberin, die sich neben ihrer extrovertierten Freundin Maya versteckt und hat vor allem Angst und Unwohlsein (Angst vorm Fliegen & Meer, Reiseübelkeit in jedem Transportmittel usw.). Obwohl ich ihr charakterlich näher bin als Maya, habe ich diese lebenslustige junge Frau hingegen viel sympathischer empfunden, weil sie Freude sucht, aber auch Unsicherheit verspüren kann, z. B. über das Kennenlernen ihres Vaters. Cam, der Loveinterest von Rea, mag ich auch sehr, weil er sehr einfühlsam und bodenständig ist. Da ich aber nur einen Teil des Pärchens mag, konnte mich die Liebesgeschichte leider nicht berühren, obwohl sie angenehm langsam und gefühlvoll verläuft und ich slow burn am liebsten lese.

Der Geschichte fehlen meiner Meinung nach Höhepunkte. Es geschieht zwar auch mal etwas Unvorhergesehenes, aber es fehlt die Romantik und Besonderheit. Rea, die mit ihrer Mutter eine typisch amerikanische Abmachung hat und als Streberin (ohne Hobby) durch ihre großen Liebe vor Augen geführt bekommt, dass es viel mehr im Leben gibt, ist so typisch und klischeehaft. Und Mayas Geständnis ist für die meisten Leser/innen schon von Beginn an klar. Am Ende gibt es auch seltsame Aussagen, die es für mich in dem Konflikt nicht gebraucht hätten. Die Beziehung und deren Zukunft von Rea und Cam hat mich überraschen können – negativ. Ich habe immer in der Hoffnung weitergelesen, dass die Liebesgeschichte vielleicht romantisch wird; und auch die Leseprobe zum zweiten Teil, sodass ich Rea doch noch verstehen könnte, aber mein Lesegefühl wurde immer negativer. Hätte ich das Buch doch abgebrochen.

Positiv an dem Buch finde ich die Einbindung des Handlungsorts Hawaii. Über Surfen und Schnorcheln hinaus wird auch viel Augenmerk auf die Landschaft und Tierwelt gelegt – sogar von Hawaiis Geschichte erfährt man das ein oder andere beim Lesen. Ein wunderschönes Setting, das ich sehr genossen habe!




Fazit:
„Sunset Days“ hat mich leider sehr enttäuscht. Eine unsympathische Protagonistin, typische Klischees und ein offensichtliche angedeutetes „unerwartetes Geständnis“ haben mir einfach keine Freude beim Lesen bereitet. Aber das Setting auf Hawaii, das war gut!

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