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Veröffentlicht am 24.11.2025

Tolle Illustrationen aber mäßig schlüssige Geschichte

Die Geschichte vom Mädchen und dem Fisch
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Manchmal entdeckt man ein Buch und hat große Erwartungen daran. Und manchmal bleibt man nach dem Lesen eines Buches ratlos zurück. So erging es uns mit dem Buch "Die Geschichte vom Mädchen und dem Fisch" ...

Manchmal entdeckt man ein Buch und hat große Erwartungen daran. Und manchmal bleibt man nach dem Lesen eines Buches ratlos zurück. So erging es uns mit dem Buch "Die Geschichte vom Mädchen und dem Fisch" von Carolina Parada. Die Illustrationen sind einfach wahnsinnig gut gelungen, aber die Erzählung an sich konnte uns leider gar nicht erreichen. Sie ist realitätsfern und die Botschaft dahinter wohl eher schwer für Kinder zu greifen, vor allem da es ein Buch mit einer Altersempfehlung ab 3 Jahren ist.

Die Autorin:

Carolina Parada wurde in Kolumbien geboren. Sie promovierte als Entwicklungsbiologin und arbeitet in der Forschung. Gleichzeitig ist sie als Illustratorin und Autorin tätig. Sie lässt sich vor allem von der Natur inspirieren. "Die Geschichte vom Mädchen und dem Fisch" ist ihr erstes Kinderbuch.

Inhalt:

„Das Mädchen verbringt seine Tage damit, bunte Blätter zu sammeln, in den Himmel zu schauen und Ameisen zu zählen, denen es lustige Namen gibt. Doch eines Tages wird ein besonderer Fisch aus einem rasenden Lastwagen herausgeschleudert, und das Mädchen muss einen Weg finden, ihn zu retten. Der Fisch braucht Salzwasser zum Leben, aber weder in der Küche noch in der Bergstadt gibt es genug davon. Die beiden müssen sich also an einen neuen Ort wagen … Ein aufregendes Abenteuer, in dem die Protagonistin viel Grips und Mut beweist, um ihrem neuen Freund zu helfen. Farbenfrohe Illustrationen begleiten diese emotionale Reise, an deren Ende Freudentränen fließen.“ (Produktbeschreibung)

Gedanken zum Bilderbuch
Auf dem Cover sehen wir das Mädchen mit dem Fisch, den es zum Freund gewinnt, nachdem es ihn vor dem Vertrocknen gerettet hat. Um die beiden herum schwirren Blüten, von oben regnet es Tropfen. Das Gesicht des Mädchens wirkt freudig und der Fisch entspannt. Die Verbindung der beiden ist toll in Szene gesetzt.

Die detailreichen Illustrationen setzen sich im Innern des Buches fort. So verfolgen wir durch die großflächigen Bilder den Weg des Mädchens und des Fisches. Die beide treffen unverhofft aufeinander und das Mädchen muss allerhand versuchen, um den Fisch zu retten. Am Ende sind es ihre Tränen, die ihm das Leben schenken. Die zwei werden Freunde und verbringen viel Zeit zusammen. Der Fisch hockt dabei in einem kleinen Glas voll Tränenflüssigkeit, zeigt seine Freude durch vereinzelte Sprünge aus dem Glas heraus. Doch was passiert, wenn die Tränen der Traurigkeit versiegen? Das Mädchen macht sich mit dem Fisch auf den Weg, um eine Lösung zu finden. Am Ende findet der Fisch zurück ins Meer und trifft dort auf seine Familie. Es wird angedeutet, dass das Mädchen regelmäßig zum Strand fährt und weiter seinen Freund trifft.

Die Botschaft ist für uns als Erwachsene nach einigem Grübeln ersichtlich. Es geht darum, dass man Hilfe schenkt, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwartet. Es zeigt, dass aus Trauer auch etwas Gutes entspringen kann. Aber es zeigt leider auch, dass ein Fisch in einem Miniglas gehalten wird und dass man mit ihm auf dem Rad gefahrlos durch die Gegend radeln kann. Pädagogisch fragwürdig.

Fazit:

"Die Geschichte vom Mädchen und dem Fisch" konnte uns leider nicht wirklich überzeugen. Zu abgehoben die Erzählung, zu realitätsfern der Umgang mit dem Fisch und zu unfertig die Handlung. Das können die Illustrationen aber ein wenig wett machen.

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Veröffentlicht am 26.07.2024

Es schmerzt…

Golden Bay − How it Hurts
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Nachdem uns "Golden Bay – How it feels" nicht ganz so sehr begeistern konnte, wollten wir dennoch wissen, wie die Story in "Golden Bay – How it hurts" weitergeht. Bianca Iosivoni hat eine lebendige Art ...

Nachdem uns "Golden Bay – How it feels" nicht ganz so sehr begeistern konnte, wollten wir dennoch wissen, wie die Story in "Golden Bay – How it hurts" weitergeht. Bianca Iosivoni hat eine lebendige Art zu schreiben, doch leider zog sich die Geschichte immer wieder in die Länge, nahm nur an wenigen Stellen Fahrt auf und entwickelte sich eher schleppend voran. Immerhin konnten wir aber Holden nun mehr ins Herz schließen, da die Geschichte diesmal aus seiner Perspektive geschildert wird und wir so seinen Charakter und seine Beweggründe deutlich besser nachvollziehen konnten.

Die Autorin und der Sprecher:

Bianca Iosivoni (geboren 1986) schreibt hauptberuflich Young-Adult- und New-Adult-Romane, sowie Fantasy. Bereits als Teenager begann sie zu schreiben. Sie studierte Sozialwissenschaften und arbeitete in einer Online-Redaktion. Schon immer begleiteten sie zahlreiche Ideen für Geschichten, sodass sie ständig ein Notizbuch parat hat. Sie ist auf Twitter, Instagram, Pinterest und auf ihrer Website zu finden.

Oliver Kube (geboren 1973) machte seine Schauspielausbildung an den Magdeburger Kammerspielen. Er ist freiberuflicher Schauspieler, Sprecher und Puppenspieler. Auch in Radio-Features ist er zu hören.

Inhalt:

** Achtung Spoiler für alle, die den ersten Teil noch nicht kennen. **

„Mit seiner Rückkehr nach Golden Bay hat Holden Embers Gefühlswelt erneut zum Einstürzen gebracht. Auch wenn es ihn fast umbringt, sie leiden zu sehen, kann er ihr nicht geben, was sie sich so verzweifelt von ihm wünscht – die Wahrheit über jene Nacht vor fünf Jahren. Die Nacht, die alles zwischen ihnen veränderte. Stattdessen will er ihr der gute Freund sein, den sie gerade so dringend braucht – auch wenn ihn ihre Nähe mit jedem Ausflug und jeder Berührung fast um den Verstand bringt. Doch Holden muss nicht nur gegen seine Gefühle für Ember ankämpfen, sondern auch gegen seine dunkle Vergangenheit: Zwielichtige Gestalten, Lügen und Geheimnisse drohen ihn erneut in den Abgrund zu reißen – und ihm wird klar, dass Ember in seiner Nähe immer in Gefahr sein wird …“ (Produktbeschreibung)

Gedanken zum Hörbuch:

Das Cover des Buches ist hauptsächlich in blau/türkis gehalten, vermischt mit ein wenig rosa am Rand. Durch die Farben ziehen sich schimmernde Schlieren, die an Wellen erinnern und vielleicht das Setting mit Sonne und Meer aufgreifen. Über dem mit Goldfolie versehenen Buchtitel befindet sich goldene Glitzersprenkel, welche den Titel noch einmal unterstreichen und einen edlen Look erzeugt.

Bianca Iosivoni hat einen gut verständlichen und flüssigen Schreibstil. Ihre Erzählweise ist lebendig und bereits im ersten Teil der Reihe erschafft sie so eine Rahmenhandlung mit einigen sympathischen Nebencharakteren, die einen guten Einblick in das Inselleben gibt. Die Geschichte setzt dabei recht nahtlos an den ersten Band an. Diesmal kommt, wie bereits erwähnt, Holden zu Wort und erzählt aus seiner Sicht. Dabei gibt es auch immer wieder Rückblenden, die Szenen aus der Vergangenheit beschreiben und so Holdens Geschichte Stück für Stück ans Licht bringen. Nachdem uns Holden in "Golden Bay – How it feels" eher unsympathisch war, kann die Autorin jetzt das Ruder rumreißen und wir erleben mit, wie tiefgründig, pflichtbewusst und fürsorglich er in seinem Inneren in Wirklichkeit ist.

Leider tritt die Story weiterhin ziemlich auf der Stelle. Die Protagonisten und vor allem die Beziehung zueinander entwickeln sich kaum weiter. Sie bleibt über weite Strecken oberflächlich und scheint nur auf der körperlichen Anziehung und der gemeinsamen Vergangenheit zu beruhen.

Der Sprecher Oliver Kube hat dagegen aber einen tollen Job geleistet und konnte uns sofort in seinen Bann ziehen. Er schafft es die heimelige Atmosphäre, die Bianca Iosivoni mit dem Inselleben geschaffen hat, wieder aufzunehmen. Er besitzt die Fähigkeit, verschiedenen Charakteren einzigartige Stimmen und Nuancen zu verleihen, was das Lauschen der Geschichten zu einem Hörvergnügen macht. Seine Darstellung von Emotionen und unterschiedlichen Persönlichkeiten ist voller Lebendigkeit und damit sehr überzeugend. Der Sprachstil ist klar und präzise, was das Verfolgen der Handlung erleichtert. Die Stimmfarbe empfinden wir als sehr ansprechend und sie ist für Hörbücher ausgesprochen gut geeignet. Sie war bis jetzt immer ein Garant für ein tolles Hörerlebnis.
Leider gibt die hier zu Grunde liegende Erzählung an sich aber nicht viel her. Die sympathische Clique gerät in den Hintergrund und die wiederholende Darstellung der Ereignisse zwischen Ember und Holden (sie streiten sich, klären dabei aber keine Fragen und kommen sich dann sexuell näher) ist ermüdend. Auch Holdens Gedanken wiederholen sich ständig: Es war der größte Fehler seines Lebens, Ember allein zu lassen, er würde es inzwischen anders machen, hätte er die Umstände gekannt …

Absolut unklar blieb für uns die Tatsache, wieso Holden komplett ohne Plan auf die Insel zurückkehrte. Er ist in seiner Vergangenheit in kriminelle Machenschaften verwickelt worden und auch die Rückblenden machen deutlich, dass er in den letzten fünf Jahren nicht wirklich Fuß fassen konnte. Es ergab für uns also absolut keinen Sinn, wieso er glauben sollte, dass er nach Golden Bay zurückkehren könne und dabei nicht wieder von seiner Vergangenheit eingeholt werden würde.
Die ein oder andere Szene war für uns außerdem ziemlich konstruiert (Triple Date) und besonders die Floskeln am Schluss „Es ist nicht wo, wie es aussieht“ und „Ich kann dir alles erklären“ nagten dann wirklich an unserer Geduld für Holden. Positiv anzumerken ist jedoch noch, dass Holden sich endlich Hilfe sucht und nicht alles im Alleingang macht oder gar erneut in die Kriminalität abrutscht.

Fazit:

"Golden Bay – How it hurts" konnte uns leider nicht überzeugen. Normalerweise möchte man als Frau gerne von einem Protagonisten hören oder lesen, der einem am Herzen liegt und der ein guter Kerl ist. Das kommt bei dem Buch leider nicht zum Tragen, da Holden arrogant auftritt sowie sein Verhalten wenig liebenswert ist und seine Bemühungen nur auf einer sexuellen Ebene zu finden sind. Lediglich in seinen Gedanken können wir seine sensible Seite erkennen. Das kann auch der tolle Sprecher nicht mehr rausreißen. Zudem entwickeln sich Ember und Holden nicht weiter, sie lernen sich nach der langen Trennung nicht neu kennen. Das wäre jedoch aus unserer Sicht super wichtig gewesen, um die Beziehung der beiden glaubhaft zu machen. Diese bleibt jedoch auf rein sexuellen Erlebnissen hängen und so verspürten wir auch nicht den Drang, unbedingt weiterhören zu müssen. Das Männer- und Frauenbild, welches in dieser Reihe vermittelt wird, empfinden wir als wenig angebracht und kaum empfehlenswert für die junge Leserschaft. Hier gibt es einen Mann, der bekommt, was er will, ohne auf die Frau tatsächlich einzugehen. Und dann gibt es eine Frau, die in nur ganz seltenen Fällen stark auftritt und sich gegen die Geheimnisse zur Wehr zu setzen versucht, dabei aber immer wieder grandios scheitert.

"How it feels" und "How it hurts" in Kombination mit wechselnder Perspektive, deutlich gestraffter Handlung und mit einem positiveren Bild der Paarbeziehung hätte uns besser gefallen. Den dritten Teil der Reihe werden wir uns nicht mehr anhören.

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Veröffentlicht am 21.08.2023

Eher was für kleine Fußballprofis

Die wilden Kerle - Buch 6: Raban, der Held
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Auf der Leipziger Buchmesse verschlug es uns auch an den Stand des 360 Grad Verlags. Bei einem netten Gespräch mit dem Verleger bekamen wir sowohl "Punkte" von Giancarlo Macri & Carolina Zanotti als auch ...

Auf der Leipziger Buchmesse verschlug es uns auch an den Stand des 360 Grad Verlags. Bei einem netten Gespräch mit dem Verleger bekamen wir sowohl "Punkte" von Giancarlo Macri & Carolina Zanotti als auch "Die Wilden Kerle – Raban der Held" von Joachim Masannek als Rezensionsexemplare gereicht. Während "Punkte" mich voll und ganz begeistern konnte, hatte ich mit den Wilden Kerlen so meine Probleme. Zu viele Fußballbegriffe, die ich nicht kenne, zu viele selbst erdachte Kraftausdrücke des Hauptprotagonisten Raban und eine eher wenig spannende Storyline machten mir das Vorlesen etwas schwer. Mein Sohn, der sich selbst für Fußball interessiert, konnte zwar mehr aus den Schilderungen der Spiele entnehmen, aber auch er war nicht mit voller Freude beim Lesen / Zuhören dabei. Für die beschriebenen Szenen auf dem Fußballfeld sollte man also definitiv Ahnung bezüglich des Vokabulars im Bereich des Fußballs haben.

Der Autor und der Illustrator:

Joachim Masannek (geboren 1960) studierte Germanistik und Philosophie und absolvierte ein Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen. Danach arbeitete er als Kameramann, Ausstatter und Drehbuchautor für Film, TV und Studioproduktionen. Mit der Kinderbuch-Reihe "Die Wilden Fußballkerle" landete er einen Erfolg und sie erschien inzwischen in 29 Ländern. Er war außerdem als Drehbuchautor und Regisseur an den Kinofilmen "Die Wilden Kerle" (Teile 1 bis  6) beteiligt. Er hat über 30 Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht sowie an neun Kinofilmen mitgearbeitet und sogar eine echte Wilde Kerle-Mannschaft aufgebaut. Masannek ist Vater von vier Kindern, zwei davon sind bereits erwachsen. Mit den zwei anderen lebt er auf einem Hausboot in Berlin.
Jan Birck (geboren 1963) ist ein deutscher Illustrator, Trickfilmkünstler und Cartoonist. Nach dem Abbruch seines Architekturstudiums arbeitete er als Werbegrafiker sowie im Trickfilmbereich. Gemeinsam mit Joachim Masannek erschuf er "Die Wilden Fußballkerle", deren 13 Bände zunächst im Baumhaus Verlag veröffentlich wurden, sowie drei gemeinsame Filme.

Inhalt:

„Alles ist gut, solange du WILD bist!
Raban fühlt sich wie das fünfte Rad am Wagen. Er glaub, dass die anderen Wilden Kerle ihn nicht mehr im Team haben wollen, weil er nicht so gut Fußball spielt wie sie. Willi, der Trainer, rät ihm, das Fußball-Orakel zu befragen. Also schleicht Raban Nachts ins Stadion. Doch zu seiner Verwunderung tauchen da auch die anderen Wilden Kerle auf. Plötzlich flammt wie von Geisterhand betrieben das Flutlicht auf und es erscheinen die besten Fußballspieler aller Zeiten … Sie fordern Raban zum Mitspielen auf. Wird er es tun? Und wie wird der Orakelspruch lauten?“
(Klappentext)

Kritik und Fazit:

Das Cover gefällt mir eigentlich recht gut. Unter dem typischen Die Wilden Kerle Logo sehen wir Raban, den Hauptprotagonisten dieses sechsten Bandes der Reihe. Dahinter laufen all die anderen Wilden Kerle (und Mädchen). Das Cover ist an sich recht dunkel gehalten, was vielleicht auch ältere Jungen und Mädchen ansprechen soll.

Der Klappentext ist etwas irreführend, denn ein Großteil der Handlung spielt sich vor besagtem Orakelspiel ab. Raban, der bei einem wichtigen Spiel einen schlimmen Fehler begeht, ohne darüber nachzudenken, was das für Konsequenzen für ihn und all seine Mitspieler hat, kämpft sehr stark dagegen an, dass er von seinen ehemaligen Freunden gemieden wird. Der Trainer versucht zu kitten, was zu kitten geht, aber auch er stößt auf eine Mauer, die er nicht durchdringen kann. So taucht dann bei Raban im Spiegel des Kleiderschankes ein anderer Raban auf. Und er beginnt, mit ihm Zwiegespräche zu führen. Wir haben hier also einen Jungen mit wilder Vorstellungskraft, welche aber im Anschluss nicht näher beleuchtet wird.

Ich mochte die ständigen selbst erdachten Schimpfwörter oder Kraftausdrücke leider überhaupt nicht. Leseschwächere Kinder werden hiermit auch erhebliche Probleme haben und immer wieder ins Stolpern geraten. Selbst ich, eine geübte Vorleserin, geriet sehr oft an meine Grenzen. Denn Ausdrücke wie dampfhammerhart, allmächtiger Fettnäpfchenflaschengeist, pechschwefeliges Rübenkraut usw. sind lediglich sinnfreie Aneinanderreihung von Worten oder Wortneuschöpfungen. Ob es sich hierbei ausschließlich um Merkmale Rabans handelt, oder sich dies durch alle weiteren Bände so zieht, weiß ich leider nicht, da ich nur diesen sechsten Band kenne.

Und hier schließt sich direkt ein weiteres Problem an. Während der Erzählung ploppen immer wieder Szenen aus den vorangegangenen Büchern auf, die sich aber leider meiner Kenntnisse entziehen. Man sollte die Bücher wohl eher der Reihe nach lesen, um alles verstehen zu können. Wir haben aber ja leider einen Teil aus der Mitte der Reihe zu Rezensionszwecken bekommen. Die vorherigen Geschichten wären wohl aber wirklich von großem Vorteil gewesen. Denn ohne sie, versteht man einige erwähnte Anekdoten nicht so recht.

Ein dritter Kritikpunkt ist dann die sich stark wiederholende Art der Beschreibungen der Protagonisten. So werden die anderen kickenden Charaktere immer wieder auf die gleiche Art beschrieben: „»Tippkick Maxi«, der Mann mit dem härtesten Schuss auf der Welt“, „Fabi, der schnellste Rechtsaußen der Welt“, „Rocce, der Zauberer, der Sohn eines brasilianischen Fußballgotts“, „Leon, unser Anführer, der Slalomdribbler, Torjäger und Blitzpasstorvorbereiter“ etc. etc. Bei einem Buch von etwa 120 Seiten mit eineigen Bildern kann man sich vorstellen, wie ermüdend es ist, diese Beschreibungen wiederholend lesen zu müssen. Und dann noch dazu die Wiederholungen bezüglich Rabans Spiderman Schlafanzugs …

Raban hat außerdem irgendwie ein merkwürdiges Verhältnis zu seiner Mutter. Wieso es so distanziert ist (die beiden schenken sich zum Beispiel Weihnachtsgeschenke, die nicht zu der beschenkten Person passen) bleibt unklar und für mich absolut unverständlich. Am Ende der Story finden sie zwar etwas näher zueinander, das kommt aber so platt daher, dass es weiterhin ein Mysterium bleibt.

"Die Wilden Kerle – Raban der Held" konnte mich und meinen Sohn leider in vielerlei Hinsicht nicht begeistert. Ich habe gelesen, dass sich dieser sechste Band aufgrund seiner Spiritualität sehr von den anderen Bänden unterscheidet. Das ändert aber wohl eher nichts am allgemeinen Schreibstil und der wiederholenden Art der Beschreibungen. Außer dem Streit nach dem verheerenden Fußballspiel gibt es im gesamten Buch kaum Interaktion zwischen den Charakteren. Raban ist einsam und so wenig spannend ist leider auch die Geschichte um ihn herum geraten. Da hilft auch seine blühende Fantasie nicht mehr weiter.

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Veröffentlicht am 12.04.2023

Schöne Idee aber leider zu konstruiert, um glaubhaft zu sein.

Alva und das Rätsel der flüsternden Pflanzen
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Manchmal fällt es doch schwer, ein Buch zu bewerten. Da gibt es die Themen Umweltschutz und Naturverbundenheit, die mich im Prinzip sehr umtreiben und dann gibt es da eine recht unsympathische Hauptprotagonistin, ...

Manchmal fällt es doch schwer, ein Buch zu bewerten. Da gibt es die Themen Umweltschutz und Naturverbundenheit, die mich im Prinzip sehr umtreiben und dann gibt es da eine recht unsympathische Hauptprotagonistin, die es einem schwer macht, bei der Stange zu bleibe. So erging es mir mit dem Buch "Alva und das Rätsel der flüsternden Pflanzen" von Yarrow Townsend. Ich habe eigentlich kein Problem mit speziellen, nicht immer sympathisch wirkenden Charakteren. Das war beispielsweise bei "Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche" für mich gar kein Problem. Mit Alva wurde ich allerdings einfach nicht warm, da das Mädchen ständig mit Unhöflichkeiten um sich wirft und dem Alm-Öhi aus Heidi echt Konkurrenz macht, ohne dabei eine liebevolle Seite zu präsentieren.

Die Autorin:

Yarrow Townsend studierte Englische und Französische Literatur in Oxford. Dort stellte sie fest, dass es sich im Botanischen Garten wunderbar für Prüfungen lernen lässt. Schon als Kind hat sie sich viel in der freien Natur aufgehalten. Nachdem sie ihr Studium absolviert hatte, arbeitete sie als Englischlehrerin. Inzwischen ist sie mit einem Boot unterwegs und reist durch die Kanäle Englands.

Inhalt:

„Alvas Zuhause ist in Gefahr. Denn ausgerechnet ihre geliebten Pflanzen sollen etwas mit der Krankheit zu tun haben, die sich überall ausbreitet. Alva will unbedingt die Wahrheit herausfinden! Heimlich schleicht sie sich auf ein Handelsboot, wo sie auf ihre Reisegefährten trifft: Idris und Ariana. Zusammen bezwingen sie wilde Wasser und unbekannte Wälder. Wird es ihnen gelingen, das Geheimnis zu lüften und das Heilmittel zu beschaffen?“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:

Bereits auf dem Cover lässt sich die Thematik der Naturverbundenheit erahnen. Denn drei Kinder sind auf einem Boot unterwegs, die Flussufer sind mit Bäumen gesäumt, deren Kronen über ihnen wie ein Blätterdach zusammengewachsen sind. Es entsteht eine ziemlich harmonische Atmosphäre, die im Grunde aber nicht die Atmosphäre der Geschichte widerspiegelt. Denn da geht es um Gefahren, Verbrechen und den Tod, der auf dem Weg überall zu lauern scheint.

Im Innern ist das Buch sehr hübsch gestaltet. Jedem Kapitel ist eine kleine Illustration einer Pflanze vorangestellt mitsamt Kräuterkunde. Das greift ganz wunderbar das Buch von Alvas Mutter auf, welches viele Details der Pflanzenwelt beherbergt und in der Geschichte eine wichtige Rolle spielt. Alva selbst versteht es außerdem, sich mit den Pflanzen zu unterhalten. Sie helfen ihr und stehen ihr immer wieder mit Ratschlägen zur Seite, retten sie sogar aus der ein oder anderen gefährlichen Situation.

Alva selbst ist, wie bereits oben erwähnt, ein ziemlich unsympathisches und grummeliges Einsiedlermädchen. Sie hat vor einigen Jahren ihre Mutter an einer schweren Krankheit verloren und lebt seitdem alleine in einem kleinen Haus am Waldrand. Die Nachbarn versorgen sie hin und wieder mit Lebensmittel, außerdem haben sie ein wachsames Auge auf das Mädchen. Dennoch behandelt Alva sie wir Störenfriede und zeigt keinerlei Dankbarkeit. Das ändert sich ein klein wenig im Verlauf der Geschichte, aber diese Wandlung ist nicht gerade geschickt in die Geschichte eingeflochten, sondern kommt eher wie mit der Brechstange daher. Alva will also niemandem helfen und ihr eigenes Ding machen, sodass die Verbindung zu Idris und Ariana fast bis zum Ende sehr brüchig ist.

Idris hingegen will seinen erkrankten Bruder retten und reist deswegen mit Alva zusammen gen Norden. Ariana soll weggeschafft werden, will das aber nicht, sie ahnt sogar, dass die Krankheit nicht durch die Pflanzen verursacht wird, sondern durch das Wasser des Flusses. Alva zieht es nach Fleetwater, weil sie glaubt, dass ihre Mutter dort die Rettung sah. So finden die drei Kinder also zusammen und bestreiten den Weg Richtung Norden.

Das Lesen empfand ich als recht ermüdend und anstrengend, da Alva immer gegen alles ist, was sich ihr auf dem Weg bietet. Sie ist gegen die Pflanzen, die ihr bei der Heilung des Pferdes helfen wollen. Sie ist gegen Idris, der sie um Hilfe für seinen Bruder bittet und sie ist gegen Ariana, die sie für ein verwöhntes Mädchen hält, dass sie nur aufhalten wird. Außerdem ändert sich Alva im Verlauf der Geschichte kaum. Sie schließt Idris und Ariana zwar irgend wann in ihr Herz, aber ihre ruppige Art, die mir ab einem gewissen Punkt auch einfach nicht mehr verständlich war, bleibt bestehen. Die ständigen Streitereien, die besonders Alva vom Zaun bricht, sind zermürbend.

Die verschiedenen Gedankengänge und Handlungen der Protagonisten waren außerdem manchmal etwas wirr. Was erhofft sich Idris genau vom Norden? Wieso mosert Alva herum, dass Idris und Ariana nicht dankbar sind, dass Alva sie nach Fleetwater gebracht hat? Denn dort müssen sie ja sowieso vorbeikommen, um ganz in den Norden zu gelangen (siehe Karte im Buch). Wieso weiß Ariana immer, was Alva denkt? Gibt es hier eine weitere magische Gabe, wie das Sprechen mit den Pflanzen? Alva vermutet das Heilmittel im Nordosten in einem Versteck ihrer Mutter. Idris will dort aber nicht hin, sondern weiter in den Norden, weil er denkt, dass da die Ursache für die Krankheit liegt. Wäre es aber nicht sinnvoller nach dem Heilmittel anstatt nach der Ursache zu suchen, um den Bruder zu retten? Hier entsteht eine gekünstelte Trennung des Protagonisten-Trios.

Ein paar erzählerische Auffälligkeiten sind außerdem zu verzeichnen. Zu oft liest man Dinge wie „Es war als wüsste Ariana, was Alva denkt“. Außerdem will Alva nicht über die Erinnerungen an ihre Familie reden, tut es aber im darauffolgenden Satz dennoch, obwohl keiner in sie dringt (S. 169). Ariana erzählt über ihre eigene Familie und ihre Vergangenheit. Alva beschwert sich in Gedanken, dass sie nicht über ihre Ma reden will (S. 161). Hier stimmen die Zusammenhänge immer wieder nicht. So wirken sowohl die Handlung als auch die Gedankenwelt immer wieder wirr und willkürlich.

In der Geschichte darf natürlich nicht der Bösewicht fehlen. Wer das genau ist, wird eigentlich ziemlich schnell klar und was es mit der Krankheit auf sich hat, war für mich auch sehr früh ersichtlich, da die Autorin kleine Details und Hinweise in der Geschichte nennt. So war es für mich nicht verwunderlich, wie sich der Verlauf der Handlung gestaltete. Allerdings bin ich der Meinung, dass die Jagd, die auf Alva losbricht, schon gleich zu Beginn der Geschichte hätte im Keim erstickt werden können. Dass Alva sich heimlich auf den Weg machen kann, ist leider absolut unrealistisch und so ist der gesamte Fortgang der Story zu konstruiert. Auch macht das Verhalten des Bösewichts gegen Ende der Story nicht wirklich Sinn. Da wird etwas zerstört, was eigentlich seine Lebensgrundlage darstellt und trotzdem erfahren wir in kurzen Passagen aus seiner Sicht, dass alles nach Plan laufen würde?

Ich habe in anderen Rezensionen außerdem gelesen, dass sich über die Brutalität und die Todesfälle beschwert wurde. Das empfand ich nicht als so extrem. Sicherlich gibt es die ein oder anderen brutalere Szene, allerdings werden diese doch recht distanziert beschrieben, sodass man als Leser einen gewissen Abstand zu den Geschehnissen halten kann. Sollte man aber ein Kind haben, welches mit der Thematik seine Schwierigkeiten hat, dann ist diese Buch vielleicht nicht sonderlich geeignet.

Ich könnte jetzt noch einiges mehr dazu schreiben, allerdings würde ich dann zu viel über den Verlauf der Geschichte und vor allem den Ausgang verraten. Deshalb kann ich hier nur schwer all meine Kritikpunkte anbringen.

"Alva und das Rätsel der flüsternden Pflanzen" konnte mich also leider nicht überzeugen. Das Lesen war anstrengend, der Plot vorhersehbar und konstruiert, die Hauptprotagonistin unsympathisch und der Antrieb aller Protagonisten nicht immer schlüssig. Zu viele Baustellen, die meiner Meinung nach die wirklich tolle Grundidee der Geschichte zerstörten. Wäre es kein Rezensionsexemplar gewesen, ich weiß nicht, ob ich es überhaupt zu Ende gelesen hätte.

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Veröffentlicht am 16.03.2023

Ich habe mir etwas ganz anderes darunter vorgestellt.

Wunderwelt der Tiere im Meer
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Die Meere faszinieren uns inzwischen schon eine ganze Weile und wir schnappen uns gerne jedes Buch darüber, was uns in die Finger kommt. So auch bei "Wunderwelt der Tiere im Meer" von Chae Strathie & Erin ...

Die Meere faszinieren uns inzwischen schon eine ganze Weile und wir schnappen uns gerne jedes Buch darüber, was uns in die Finger kommt. So auch bei "Wunderwelt der Tiere im Meer" von Chae Strathie & Erin Brown. Doch irgendwie haben wir hier mehr wissenschaftliche Fakten für Kinder erwartet, als Geschichten aus Sicht einzelner Tiere. Zwar lässt sich hier auch ein wenig lernen, doch es wird in immer gleicher Weise produziert, und so fehlte es uns an Varianz zwischen den Geschichten. Ich selbst hätte das Buch ab der Mitte abgebrochen, da wir es schon über Monate hinweg immer wieder lesen, doch mein Sohn hat noch Biss und möchte es weiter vorgelesen bekommen. Doch wirklich darauf drängen tut er nicht.

Der Autor und die Illustratorin:

Chae Strathie ist Autor und Journalist. Er wuchs in New Lanark (Zentralschottland) auf und studierte in Edinburgh Film und Fotografie. Nach seinem Abschluss arbeitete er als Reporter für »The Sunday Post«. Parallel dazu begann er mit dem Schreiben seiner Kinderbücher. Inzwischen lebt er in Dundee und ist Redakteur für das »Living Magazine«.
Erin Brown illustrierte neben Tales from the Ocean auch Tales from the Forrest aus der gleichen Reihe.

Inhalt:

„Das Meer ist voller Überraschungen!
Tauch ein ins Wasser und in die wundervolle Welt der Meerestiere. Folge Seepferdchen, Seesternen, Krebsen, dem Mondfisch, der Seekuh, Schildkröten, Delfinen, Pinguinen und vielen mehr.
Wunderschön illustrierte abenteuerliche und spannende Geschichten, die Kraft fürs Leben geben. Für Naturliebhaber jeden Alters!“
(Klappentext)

Kritik und Fazit:

Das Cover ist sehr liebevoll und bezaubern gestaltet. Um den Titel herum wimmelt es nur so von Meerestieren jeglicher Art. Der hellblaue Hintergrund verweist auf deren natürliches Habitat, das Meer. Die Tiere haben eine leichte Mimik verpasst bekommen, sodass sie einen fröhlich und unbeschwert anzuschauen scheinen. So muss man einfach zu dem Buch greifen und es sich näher anschauen.

Auch die Illustrationen im Innern sind vielfältig und recht naturgetreu gehalten. Dabei sind die Seiten meist etwas dunkler, was einerseits ja die Tiefen des Meeres widerspiegelt, andererseits das Lesen aber auch ein wenig anstrengend macht. Je dunkler der Hintergrund, umso schwerer ist die schwarze Schrift zu lesen.

Das Buch an sich ist dann in vier Themen untergliedert: Am Riff, Küsten und flache Gewässer, tropische und warme Gewässer, Arktis und Polargewässer. Der Leser taucht also in ganz unterschiedliche Welten ein und hat Teil an den Abenteuern von vier bis sieben Tieren jener Meere. Der Autor beschreibt dabei mit leichten Worten, was die Meerestiere erleben, welchen Herausforderungen sie sich im Laufe ihres Lebens stellen müssen und bekommen dabei auch Hilfe von außen. Allerdings sind die Geschichten alle recht ähnlich aufgebaut, sodass mich das Vorlesen etwas ermüdete. Ein Meerestier wird kurz vorgestellt, es folgt die Erklärung des Problems (eine neue Muschel muss her, der Panzer wird zu klein, ein neues zu Hause wird gesucht…). Wie man an den Beispielen schon sieht, ähneln sich die Probleme der Meeresbewohner auch ein wenig.

"Wunderwelt der Tiere im Meer" konnte uns als Familie leider nicht mit sich reißen. So lesen wir bereits über viele Wochen oder gar Monate immer wieder an dem Buch und sind bisher dennoch erst etwa in der Mitte angelangt. Es fehlt an Varianz und Einfallsreichtum. Wir hätten uns mehr Fakten über das Meer und die Bewohner gewünscht. So wurden unsere Erwartungen leider überhaupt nicht erfüllt. Ich bin gespannt ob und wenn ja, wann wir das Buch beenden werden.

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