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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.08.2025

Ein toller Thriller

Himmelerdenblau
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Romy Hausmann schreibt genau die Thriller, die ich lesen möchte! Es muss nicht immer blutrünstig und brutal sein. Hausmann beleuchtet die seelischen Abgründe der Menschen und schafft es, ambivalente Figuren ...

Romy Hausmann schreibt genau die Thriller, die ich lesen möchte! Es muss nicht immer blutrünstig und brutal sein. Hausmann beleuchtet die seelischen Abgründe der Menschen und schafft es, ambivalente Figuren zu schaffen, die die gesamte Palette der menschlichen Emotionen abbilden.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und die Geschichte ist extrem gut konzipiert. Am Ende bleiben keine losen Stränge offen und die Auflösung hat mich wirklich überrascht. Alle Charaktere haben ihr Päckchen zu tragen und sind mehr oder weniger tragische Figuren - das macht sie aber auch greifbar.

Die Demenz des Hauptprotagonisten Theo fand ich sehr gut und realistisch dargestellt (ich kenne niemanden mit Demenz, gehe aber davon aus, dass Theos Verhalten gut recherchiert war). Auch die anderen Personen, allen voran Liv, Phil und Sophia, fand ich gut gezeichnet, Nicht immer sympathisch, aber ihre Handlungen waren mit Kenntnis der Hintergrundgeschichten immer nachvollziehbar.

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Veröffentlicht am 21.01.2025

So soll ein Thriller sein

Schatten der Schuld
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Petra Johann gehört mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Auch dieser Krimi ist absolut gelungen! Die Figuren sind gut ausgearbeitet und das Verhältnis zwischen privaten Umständen der Kriminalbeamt:innen ...

Petra Johann gehört mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Auch dieser Krimi ist absolut gelungen! Die Figuren sind gut ausgearbeitet und das Verhältnis zwischen privaten Umständen der Kriminalbeamt:innen und der eigentlichen Ermittlungsarbeit für meinen Geschmack genau richtig. Die Geschichte selbst ist komplex, aber nicht verwirrend, und so gut geschrieben, dass ich bis zum Ende nicht auf die Lösung gekommen bin.

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Veröffentlicht am 21.01.2025

Tolles Buch!

The Wilderness of Girls
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Das Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen und gehört zu meinen Highlights 2024. Es ist ein Jugendbuch, das man aber auch als Erwachsene sehr gut lesen kann. Es werden einige sensible Themen angesprochen, ...

Das Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen und gehört zu meinen Highlights 2024. Es ist ein Jugendbuch, das man aber auch als Erwachsene sehr gut lesen kann. Es werden einige sensible Themen angesprochen, weshalb die Triggerwarnung zu Beginn auf jeden Fall sinnvoll ist, für alle, die diese Themen belasten könnten.

Ich finde es etwas schwer, meine Eindrücke zusammenzufassen, da es so viele wichtige, magische und eindrückliche Momente gibt, aber auch traurige, wütend und fassungslos machende. Aber ich versiche es mal.

Es geht um das Mädchen Rhi, das bei ihrem Vater und ihrer Stiefmutter zwar in sehr guten finanziellen Verhältnissen, aber in einer kalten, abweisenden, regelrecht feindlichen Atmosphäre aufwächst. Als ihr Vater wegen irgendwelcher krummen Geschäfte verhaftet wird und die Stiefmutter sich ins Ausland absetzt, kommt sie zu ihrem Onkel, dem Bruder ihrer verstorbenen Mutter.

Dort lernt sie das erste Mal wirkliche Zuneigung kennen. Lange erfährt man als Leser:in aber nicht, warum Rhi solche Schwierigkeiten hat, zu vertrauen und nicht glaubt, dass sie Glück verdient hat.

Eines Morgens trifft sie am Waldrand auf eine Gruppe von vier scheinbar verwilderten Mädchen und zwei Wölfen. Da eines der Mädchen verletzt ist, sorgt Rhi für medizinische Hilfe. Dies hat aber auch zur Folge, dass die "wilden" Mädchen jetzt Teil des "Systems" unserer modernen Welt werden. Natürlich werden sie nicht einfach wieder in den Wald gelassen, sondern psychiatrisch untergebracht.

Ich fand die Einschübe aus den Erinnerungen der Mädchen sehr interessant. Aufgewachsen sind sie mit einem Mann, den sie "Mutter" nannten, und der ihnen alles über das Leben im Wald beigebracht hat. Er hat sie auch "Magie" gelehrt, bspw. um Regen oder Jagdwild herbeizuwünschen oder Krankheiten zu heilen. Jetzt müssen sie plötzlich versuchen, sich in der Gesellschaft anzupassen, die sie gar nicht kennen und in der so viele Regeln und Zwänge vorherrschen, die sie nicht verstehen und in der magie als Spinnerei abgetan wird. Und sie müssen sich der Frage stellen, ob ihre gesamte Vergangenheit eine Lüge war.

Rhi freundet sich mit den Mädchen an und wird in das "Rudel" aufgenommen. Während sie den Mädchen hilft, in der Welt zurechtzukommen, lernt sie gleichzeitig, was es heißt, Teil einer Gruppe zu sein, sich gegenseitig zu unterstützen und zu verstehen.

Ich habe das Buch auch als eine Art Methapher verstanden. Egal, was den "wilden Mädchen" in ihrer Kindheit erzählt wurde, ob Mutter nun irgendwie gestört war oder doch gute Absichten hatte - sie waren frei und glücklich, obwohl sie aus Perspektive unserer modernen, konsumgeprägten Welt "Nichts" hatten. Wir denken oft, dass wir doch alle Freiheiten haben, letztendlich sind wir (im globalen Norden) aber doch größteteils im Kapitalismus "gefangen" und eigentlich gar nicht so frei, wie wir denken. Auch die angesprochenen Themen wie toxische Männlichkeit, Patriarchat im Allgemeinen etc. zeigen auf, was in unserer Gesellschaft falsch läuft.

Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an und anhand der Geschichte der Mädchen beginnt man, auch sein eigenes Leben ein Stück weit zu hinterfragen. Gerade als Frau ist man so oft mit gesellschaftkichen Vorstellungen konfrontiert, wie man zu sein, auszusehen, sich kleiden soll etc. Das Buch schafft es, diese Fragen aus der Perspektive der unterschidelichen Mädchen zu beleuchten. Warum bleibt man in Situationen, die einem nicht gut tun? Was bedeutet Frau sein, Freiheit, Wildheit? Warum werden diese Eigenschaften oft als negativ wahrgenommen, obwohl sie doch empowernd sein sollten?

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Veröffentlicht am 26.07.2024

Absolute Leseempfehlung

Finster
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Wieder ein absolut tolles Buch von Ivar Leon Menger! (Einer meiner Lieblinsautor:innen, also ist diese Rezension vielleicht nicht ganz neutral. Das Buch ist aber wirklich klasse - versprochen!)

In dem ...

Wieder ein absolut tolles Buch von Ivar Leon Menger! (Einer meiner Lieblinsautor:innen, also ist diese Rezension vielleicht nicht ganz neutral. Das Buch ist aber wirklich klasse - versprochen!)

In dem beschaulichen Dörfchen Katzenbrunn ist eigentlich so gut wie Nichts los - außer dass alle paar Jahre Jungen verschwinden und nie wieder auftauchen. "Wer ist der Greifer?" Die Frage lässt Ex-Kommissar Stahl nicht los - und so kommt er 10 Jahre nach seiner Pensionierung zurück in das kleine Dorf, nachdem erneut ein Junge vermisst wird.

Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven der Dorfbewohner:innen. Das ist eigentlich nicht meine liebste Erzählweise, aber ich muss sagen: Hier ist es wirklich genial gemacht!

Was treibt der Leiter der Psychiatrischen Klinik? Was baut Annegrets Mann in seinem geheimen Keller? Wo hat die Gasthofwirtin Geli ihre Ohren? Was versteckt der Pfarrer in seinem Tresor? Irgendwie hat jede:r etwas zu verbergen ...

Der angenehme Schreibstil und die jeweils kurzen Kapitel lassen einen nur so durch das Buch fliegen und das Puzzle setzt sich zusammen ... oder?

Ein echter Page Turner, ich musste einfach wissen, wie es ausgeht!!

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Zwischen Grabrede und Gewissen

Die Totenklägerin
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Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, die Seiten sind nur so verflogen. Auch die Idee fand ich super, habe ich in der Form noch nie gelesen. Matilda, ursprünglich Anwältin, jetzt Trauerrednerin, hat ...

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, die Seiten sind nur so verflogen. Auch die Idee fand ich super, habe ich in der Form noch nie gelesen. Matilda, ursprünglich Anwältin, jetzt Trauerrednerin, hat es sich zur Aufgabe gemacht, in ihren Trauerreden im Sinne der Verstorbenen die Wahrheit ans Tageslicht zu befördern – auch wenn das den Hinterbliebenen nicht immer gefällt.

Während des Lesens erfährt man immer mehr über ihre familiären Hintergründe, das war durch einige Kapitel aus Matildas Ich-Perspektive stilistisch schön gelöst. So erfahren wir nach und nach, warum es sie ausgerechnet in das winzige Dorf Reuth geführt hat, im tiefsten Bayern, in das Haus ihrer Großmutter aus dem ihre Mutter als Teenagerin wiederum nicht schnell genug flüchten konnte.

Für ihren neuesten Fall wird sie ausgerechnet von einem 12-jährigen Mädchen beauftragt. Jackie vermutet, dass die Mutter ihrer Nachhilfelehrerin, obwohl sie schon 86 war, umgebracht wurde. Doch wer sollte ein Interesse daran haben und warum? Zuerst als Schnapsidee abgetan, fängt Matilda dann doch an, nachzuforschen, und fördert si einige Geheimnisse der Dorfbewohner:innen zutage …

Ich mochte sehr, wie Matilda, die zuerst sehr schroff und abweisend war, und Jackie sich immer mehr angefreundet haben und wie Matilda auch gemerkt hat, dass es sich durchaus lohnen kann, offener zu ihren Mitmenschen zu sein.

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