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Veröffentlicht am 08.09.2024

Natur- und Gartenfreunde dürften hier voll auf ihre Kosten kommen

Ein Garten offenbart sich
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Katrin de Vries kehrt nach Jahren in der Großstadt in ihre alte Heimat Ostfriesland zurück. Sie zieht mit ihrer Familie in ein altes Backsteinhaus, zu dem auch ein großer Garten gehört. Zunächst wird dieser ...

Katrin de Vries kehrt nach Jahren in der Großstadt in ihre alte Heimat Ostfriesland zurück. Sie zieht mit ihrer Familie in ein altes Backsteinhaus, zu dem auch ein großer Garten gehört. Zunächst wird dieser nach gängigen Maßstäben gepflegt: Rasen wird gemäht, Bäume beschnitten und Unkraut gejätet. Doch irgendwann entscheidet sie mit ihrer Familie, diesen Garten nicht länger in die gängigen Muster zu zwingen und lässt der Natur ihren Lauf. 

An diesem Wandel darf man beim Lesen des Buchs teilhaben. Dabei gibt es einiges zu entdecken, denn man erhält einen ganz neuen Blick auf Flora und Fauna. Langsam, aber stetig, ändert sich der Garten. Die Natur erobert sich dieses Stück Land zurück und gestaltet es nach eigenem Bedarf. Das wird in diesem Buch interessant vermittelt. Der Schreibstil ist sehr angenehm lesbar, stellenweise sogar geradezu poetisch. Man hat das Gefühl, der Autorin gegenüber zu sitzen und ihrer Erzählung zu lauschen. Dieser Eindruck wird besonders intensiv, wenn sie von früheren Zeiten berichtet und dabei ihre Familiengeschichte einfließen lässt. 

Leider gibt es in diesem Buch keine Bilder, die die Schönheit des Naturgartens zeigen. Dennoch ist das Buch für Natur- und Gartenfreunde auf jeden Fall eine Empfehlung wert. 

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Veröffentlicht am 28.07.2024

Ein spannender Fall für Kate Burkholder

Zorniges Herz
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Eigentlich sollte Polizeichefin Kate Burkholder sich ganz auf ihre bevorstehende Hochzeit konzentrieren, doch dann wird junge Amische Aden Karn mit einer Armbrust getötet. Die Befragungen ergeben, dass ...

Eigentlich sollte Polizeichefin Kate Burkholder sich ganz auf ihre bevorstehende Hochzeit konzentrieren, doch dann wird junge Amische Aden Karn mit einer Armbrust getötet. Die Befragungen ergeben, dass Aden überall beliebt war. Zunächst laufen die Ermittlungen ins Leere, bis Kate auf ein dunkles Geheimnis stößt, dass dem Fall eine völlig neue Wendung gibt...

"Zorniges Herz" ist bereits der fünfzehnte Fall für Kate Burkholder, die als Amische aufwuchs, die Gemeinschaft aber verließ und nun als Polizeichefin von Painters Mill arbeitet. Da die Bände in sich abgeschlossen sind und wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung eingestreut werden, kann man dem aktuellen Geschehen auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Teil dieser Serie gelesen hat.

In einem spannenden Prolog beobachtet man, wie Aden Karn ermordet wird. Man stellt sich sofort die Frage, wer so voller Hass ist, dass er den jungen Mann geradezu hinrichtet. Dadurch wird das Interesse an diesem Fall sofort geweckt.

Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Da Handlungsorte und Protagonisten anschaulich beschrieben werden, kann man sich alles mühelos vorstellen. Die Einblicke in das amische Leben geben dieser Serie einen ganz besonderen Reiz. Im privaten Handlungsstrang beobachtet man die Hochzeitsvorbereitungen. Diese Details drängen sich allerdings nicht zu sehr in den Vordergrund, sondern sorgen dafür, dass die Hauptprotagonistin noch lebendiger wirkt.

Kate Burkholders Ermittlungen verlaufen zunächst eher zäh, denn die amischen Zeugen, die Aden kannten, erzählen nur Gutes über ihn. Deshalb setzt Kate alles daran, den Tod des fleißigen und freundlichen jungen Mannes aufzuklären. Ihre Bemühungen, Licht ins Dunkle zu bringen, wirken authentisch. Man wird dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen. Doch erst als es überraschende Erkenntnisse gibt, nehmen die Ermittlungen Fahrt auf. Die Spannung steigert sich stetig und gipfelt schließlich in einem Finale, das einem den Atem raubt.

Ein spannender Fall, der Kate Burkholder in große Gefahr bringt.

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Veröffentlicht am 10.07.2024

Nicht ganz so spannend wie der erste Teil

Signum
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Nach "Refugium" ist "Signum" der zweite Band der Stormland-Trilogie. Die Handlung knüpft nahtlos an das Ende des ersten Teils an. Um den Ereignissen besser folgen zu können, sollte deshalb die Reihenfolge ...

Nach "Refugium" ist "Signum" der zweite Band der Stormland-Trilogie. Die Handlung knüpft nahtlos an das Ende des ersten Teils an. Um den Ereignissen besser folgen zu können, sollte deshalb die Reihenfolge eingehalten werden.

Kim Ribbing hält Martin Rudbeck im Keller seiner Villa gefangen, um zu verstehen, was den Arzt bei seinen fragwürdigen Behandlungsmethoden antreibt. Seine Freundin, die ehemalige Polizistin und jetzige Buchautorin, Julia Malmros weiß nichts davon. Kim hat auch nicht vor, ihr jemals davon zu erzählen. Doch dann laufen die Dinge aus dem Ruder und Julia muss die Entscheidung treffen, wie sie zu Kim steht.

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Da die Kapitel nicht allzu lang sind und häufig an entscheidenden Stellen stoppen, gerät man früh in den Sog der Ereignisse. Es gibt ein Wiedersehen mit Charakteren, die man bereits aus dem ersten Band kennt. Der Autor streut die Hinweise, wie sie zueinander stehen, gekonnt ein. Dadurch wird die Erinnerung an die Ereignisse des ersten Teils geweckt.

Dieses Mal verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse. Der Zwiespalt, in dem sich die Protagonisten befinden, wird glaubhaft vermittelt. Welche Einstellung man selbst zu den jeweiligen Handlungen der Hauptcharaktere hat, muss man beim Lesen für sich allein treffen. Allzu zartbesaitet sollte man allerdings nicht sein, da es heftige Szenen gibt.

Die Spannung ist zwar durchgehend spürbar, flacht aber zwischendurch gelegentlich ab, da sich die Handlung auf einigen Nebenplätzen zuträgt. Handlungsorte und Akteure werden so detailliert beschrieben, dass man alles mühelos vor Augen hat. Die Beziehung zwischen Kim Ribbing und Julia Malmros ist weiterhin kompliziert. Dieser Handlungsstrang nimmt einigen Raum ein und lässt die beiden Hauptprotagonisten nicht immer sympathisch wirken. Dennoch folgt man gespannt dem Geschehen, das zum Ende hin richtig Fahrt aufnimmt.

Nicht ganz so spannend wie der erste Teil, weckt aber dennoch die Neugier auf das große Finale.

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Veröffentlicht am 23.06.2024

Spannend und bedrohlich

Hast du Zeit?
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Als Maren Liefers abends alleine in ihrem Beerdigungsinstitut arbeitet, wird sie von einem Unbekannten angegriffen, der ihr "Hast du Zeit?" ins Ohr flüstert. Vier Jahre später fühlt sich die Krankenschwester ...


Als Maren Liefers abends alleine in ihrem Beerdigungsinstitut arbeitet, wird sie von einem Unbekannten angegriffen, der ihr "Hast du Zeit?" ins Ohr flüstert. Vier Jahre später fühlt sich die Krankenschwester Constanze Goldmann verfolgt und lebt in ständiger Angst. Als sie sich ihrer Freundin Michelle anvertraut, bittet diese ihren Vater um Hilfe, der bereits pensioniert ist, aber früher bei der Bundestagspolizei tätig war. Lars Erik Grotheers Hilfe kommt allerdings zu spät. Constanzes Verfolger schlägt zu, als Grotheer selbst ins Visier der Polizei gerät. Grotheer macht sich große Vorwürfe und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Genau wie Lilly Constanzo, deren Lebensgefährtin von der Straße abgedrängt und verschleppt wurde....

Der Autor versteht es hervorragend, vom ersten Moment an, Interesse an der Handlung zu wecken. Ein düsterer Prolog stimmt auf das Grauen ein, das die Opfer in diesem Thriller erwartet. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Da die Szenen häufig an entscheidenden Stellen wechseln, gerät man früh in den Sog der Ereignisse. 

In diesem Thriller gibt es keinen klassischen Ermittler. Der pensionierte Bundestagspolizist Lars Erik Grotheer ermittelt auf eigene Faust, da er sich große Vorwürfe macht, den Überfall auf die Freundin seiner Tochter nicht verhindert zu haben. Lilly Constanzo macht sich, unabhängig von Grotheers Nachforschungen, ebenfalls auf die Suche nach ihrer entführten Lebensgefährtin. 

Der Schreibstil ist flüssig und mitreißend. Handlungsorte und Protagonisten werden so authentisch beschrieben, dass man die entsprechenden Szenen mühelos vor Augen hat. Die Einschübe, in denen der Täter zu Wort kommt, sorgen für Gänsehautfeeling und eine äußerst bedrohliche Atmosphäre. Man wird dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen. Doch Andreas Winkelmann versteht es wieder hervorragend, seine Spuren so geschickt auszulegen, dass man zuweilen in die Irre geleitet wird und die eigenen Schlussfolgerungen überdenken muss. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und die bereits früh aufgebaute Spannung steigt nochmals an, um schließlich in einem Finale zu gipfeln, das man atemlos verfolgt. 

Ein spannender Thriller, für den man sich auf jeden Fall Zeit nehmen sollte. 

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Veröffentlicht am 22.06.2024

Spannender Thriller

Wenn sie lügt
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Norah, Goran, Peggy, Rolaf und Daniel sind eine eingeschworene Freundesclique, in der sich jeder auf den anderen verlassen kann. Das ändert sich schlagartig, als Norah sich in den etwas älteren David verliebt, ...

Norah, Goran, Peggy, Rolaf und Daniel sind eine eingeschworene Freundesclique, in der sich jeder auf den anderen verlassen kann. Das ändert sich schlagartig, als Norah sich in den etwas älteren David verliebt, der alles dafür tut, Norah der Clique zu entfremden. Als Norah die Beziehung zu David beendet, dreht er durch und erschießt auf einem abgelegenen Parkplatz Anna und Sebastian. Norah wird zur Freundin des Killers abgestempelt und hat hart zu kämpfen, ihr Gleichgewicht wiederzufinden. Knapp zwanzig Jahre später bekommt sie Drohbriefe. Obwohl der Inhalt Norah zusetzt, bittet sie niemanden um Hilfe. Ihre Mutter ruft allerdings Goran an, der mittlerweile in Berlin lebt. Er kommt sofort, um seiner ehemals besten Freundin zur Seite zu stehen. Gemeinsam müssen sie in der Vergangenheit nach Hinweisen suchen, um den Verfasser der Briefe zu finden. Dabei kommen dunkle Geheimnisse ans Tageslicht....

Die Handlung trägt sich auf unterschiedlichen Zeitebenen zu. Im aktuellen Handlungsstrang beobachtet man, wie Goran und Norah versuchen, dem Verfasser der Drohbriefe auf die Schliche zu kommen. Rückblicke in das Jahr 2004 zeigen, was damals geschah und wie die einzelnen Charaktere die damaligen Ereignisse wahrgenommen haben. Dabei stellt sich auch heraus, dass es einige Geheimnisse gibt, die nun ans Tageslicht drängen. 

Dieser Thriller kommt ganz ohne klassische Ermittlerfiguren aus, da Norah und besonders Goran, auf eigene Faust versuchen, das Rätsel um die Drohbriefe zu entschlüsseln. Handlungsorte und Protagonisten werden in beiden Zeitebenen authentisch beschrieben. Dadurch kann man sich früh auf die Ereignisse einlassen. In einer Perspektive kommt auch der Briefeschreiber zu Wort, hier wird allerdings nicht zu viel verraten. Man bemerkt, dass er von großem Hass angetrieben wird, doch Hinweise auf die Identität gibt es nicht. Man wird dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen. Doch immer, wenn man meint, dass man eine winzige Spur entdeckt hat, kommt es durch neue Wendungen zu Überraschungen. Dadurch weiß man bald nicht mehr, wem man vertrauen kann und das macht einen großen Reiz der Handlung aus. Da der anonyme Schreiber zunehmend aggressiver wird, gerät man in den Sog der Ereignisse. Die Spannung ist nicht nur durchgehend spürbar, sondern kann sich zum Ende hin sogar noch steigern. 

Ein spannender Thriller, der durch überraschende Wendungen und durchgehende Spannung überzeugen kann. 

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