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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.03.2025

Starke zweite Hälfte

Achtzehnter Stock
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3,5 von 5

"Achtzehnter Stock" von Sara Gmuer ist ein Buch, das mich erst ab der zweiten Hälfte so einigermaßen in seinen Bann gezogen hat. Das lag zum Teil auch an den Protagonisten, die wir begleiten. ...

3,5 von 5

"Achtzehnter Stock" von Sara Gmuer ist ein Buch, das mich erst ab der zweiten Hälfte so einigermaßen in seinen Bann gezogen hat. Das lag zum Teil auch an den Protagonisten, die wir begleiten. Aus der Sicht von Wanda erfahren wir, wie das Leben im Achtzehnten Stock eines Plattenbaus abläuft und wo sich das Glück finden lässt.

Für mich war es schwierig sich in der Geschichte zurechtzufinden. Dis lag vielleicht auch daran, dass alles aus der Sicht von Wanda geschildert wird und ich sie besonders zu Beginn super unsympathisch fand. Dazu ging es zwar oft um ihre Tochter Karlie, diese ist aber nie wirklich zu Wort gekommen und ihre Gefühle haben erst gegen Ende des Buches wirklich eine Rolle gespielt.
So blieb ich die gesamte Zeit etwas auf Distanz. Der Schreibstil ist dagegen rau, ehrlich, nah am Geschehen und nimmt zudem immer mehr an Fahrt auf, je länger die Geschichte dauert. So macht es auch von Zeit zu Zeit mehr Spaß, der Geschichte zu folgen.

Dennoch fehlte mir an gewissen Stellen die Tiefe. Alles ist sehr schnelllebig und zwischendurch bekam ich das Gefühl, dass Ideen nicht zu Ende gebracht wurden. Genug gute Ansätze sind vorhanden und wenn man zwischen den Zeilen liest, dann nimmt die Geschichte einen doch mehr mit als man denkt. Die Geschichte ist keinesfalls leicht, sondern hart. Ein Protagonist, der mir sympathisch gewesen wäre, hätte das Lesen angenehmer gemacht. So war, wie gesagt, besonders die erste Hälfte der Geschichte eine Herausforderung für mich.

Alles in allem hat Sara Gmuer es aber geschafft eine Geschichte zu schreiben, die im Kopf hängen bleibt und zum Nachdenken anregt. Es ist eine Empfehlung für alle, die sich mal in eine etwas andere Geschichte wagen und das Glück im Achtzehnten Stock finden wollen.

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Veröffentlicht am 28.12.2024

Winterlich

Magical Winter Nights
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In "Magical Winter Nights" lesen wir fünf Geschichten, die während der Weihnachtszeit spielen. Begegnen alten Bekannten und finden in manchen Protagonisten neue Freunde. Dabei sei gesagt, dass die Geschichten ...

In "Magical Winter Nights" lesen wir fünf Geschichten, die während der Weihnachtszeit spielen. Begegnen alten Bekannten und finden in manchen Protagonisten neue Freunde. Dabei sei gesagt, dass die Geschichten keine Weihnachtsgeschichten, sondern wirklich eher winterliche Geschichten sind. Wenn man sich aber darauf einlässt, hat man definitiv eine gute Zeit.

Alle Schreibstile der Autorinnen sind sehr angenehm, sodass man durch die Seiten fliegen kann. Emotionen und Gefühle der einzelnen Protagonisten werden zu einem großen Teil sehr authentisch widergespiegelt. Wobei ich sagen muss, dass mir die Geschichte von Marina Neumeier am besten gefallen hat. Ohne Vorwissen habe ich direkt in die Geschichte gefunden und es kamen wirklich weihnachtliche Gefühle auf. Bei den anderen Geschichten kann es dann doch eher von Vorteil sein, wenn man schon etwas von der jeweiligen Autorin gelesen hat. Deshalb mochte ich auch die Kurzgeschichte von Kyra Groh sehr gerne, eben weil ich die Protagonisten kannte. Ob es mir auch so ergangen wäre, wenn ich die Protagonisten noch nicht gekannt hätte, wage ich zu bezweifeln.

Leider gibt es eine Geschichte, die für mich ein bisschen aus dem Raster fällt und mit ihrem Ende die winterliche und positive Stimmung zunichte macht: "Before the Stars Break". Mit dieser Kurzgeschichte bin ich über das gesamte Buch hinweg nicht warm geworden und leider hat das Ende einen negativen Nachgeschmack hinterlassen.

Im Großen und Ganzen war es dennoch toll in die verschiedenen Welten abzutauchen, und in jeder Kurzgeschichte etwas ganz anderes zu erleben. Durch manche Geschichten bekommt man wirklich Lust, die Hauptreihen der Autorinnen zu lesen, wenn man es noch nicht getan hat. Wer sich also unter eine Decke kuscheln und gemütliche Stunden erleben möchte, dabei aber auch nicht zu hohe Erwartungen hat, ist hier richtig.

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Veröffentlicht am 27.10.2024

Anstrengender Beginn

Intermezzo
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Zu Beginn von "Intermezzo" wusste ich nicht so recht was mich erwartet – auch weil dies mein erstes Buch von Sally Rooney war. Mit Peter und Ivan begegnen wir zwei Brüdern, die wie Tag und Nacht sind. ...

Zu Beginn von "Intermezzo" wusste ich nicht so recht was mich erwartet – auch weil dies mein erstes Buch von Sally Rooney war. Mit Peter und Ivan begegnen wir zwei Brüdern, die wie Tag und Nacht sind. Und das ist besonders spürbar, wenn beide mal aufeinandertreffen – was eher selten der Fall ist. Zudem begegnen wir den unterschiedlichsten Nebenprotagonisten, die die Geschichte und Peter sowie Ivan deutlich beeinflussen.

Über die gesamte Geschichte entwickeln sich interessante Dynamiken und man taucht tiefer in die Beziehungen ein. Gerade Ivan und Margaret sorgen für etwas, mit dem man so vielleicht nicht gerechnet hätte, auch wenn sich ihre Beziehung – für mich – besonders zu Beginn etwas zu repetitiv anfühlte. So erging es mir generell auf den ersten, sagen wir mal 200 Seiten. Dort steigt man in die Geschichte ein, findet sich zurecht und wird manchmal vielleicht doch vom Schreibstil aus dem Konzept gebracht.

An sich hatte ich kein Problem mit den fehlenden Satzzeichen bei der Wörtlichen Rede, dafür aber mit den kurzen, manchmal wirklich sehr abgehakten Sätzen, die ich immer wieder lesen musste, damit ich verstehe, was gerade eigentlich gemeint ist. Dennoch schafft Rooney es, die Charaktere wirklich menschlich zu schreiben, und ihnen die genaue Menge an Authentizität zu verpassen. So trifft man – wie schon erwähnt – auf wirklich unterschiedliche Nebenprotagonisten wie Margaret, die mitten im Leben steht, Naomi, die gar nicht so recht weiß, wie das mit dem Leben geht und Sylvia... Ja. Über Sylvia erfährt man doch nicht so viel.

Insgesamt hat mich die Geschichte doch auch zum Nachdenken gebracht, gerade weil die menschlichen Beziehungen so intensiv wurden. Die Emotionen trotz des nüchternen Schreibstils spürbar. Und ich habe das Gefühl, je länger ich über die Geschichte nachdenke, desto spürbarer wird, was eigentlich wirklich in der Geschichte passiert.

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Veröffentlicht am 28.07.2024

Ein stetiges Auf und Ab

When The Moon Hatched
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3,5 von 5

In das Buch „When the moon hatched“ von Sarah A. Parker bin ich mit hohen Erwartungen gegangen, die leider nur teilweise erfüllt wurden.
In diesem Buch trifft man auf Protagonisten, deren Geschichte ...

3,5 von 5

In das Buch „When the moon hatched“ von Sarah A. Parker bin ich mit hohen Erwartungen gegangen, die leider nur teilweise erfüllt wurden.
In diesem Buch trifft man auf Protagonisten, deren Geschichte undurchsichtig ist und auf Drachen, die in einem Moment alles zerstören können. Irgendwann verschwimmen Wahrheit und Lüge, Vergangenheit und Gegenwart miteinander. Es wird schwer den Überblick zu behalten.

Besonders am Anfang ist es herausfordernd den Überblick über alle Protagonisten und deren Beziehungen zueinander, sowie die Lebewesen zu behalten. Besonders die Machtstrukturen werfen viele Fragen auf, sodass es kein leichtes ist, sich in der Welt zurechtzufinden. Generell wurden viele meiner Fragen nicht wirklich beantwortet, was dazu geführt hat, dass die Freude am Lesen, zu Beginn, wirklich gering war.
Doch auch in der Mitte des Buches gab es immer wieder Szenen, die für mich nur wenig Sinn ergeben haben und nicht unbedingt für die Geschichte von unfassbarer Bedeutung waren.
Dies ändert allerdings nichts daran, dass der Schreibstil recht gut zu lesen ist und man mit der Zeit durch die Seiten fliegt, auch wenn die Handlung vielleicht nicht immer ein Highlight ist. Trotzdem wurden bestimmte Formulierungen wirklich häufig verwendet, sodass sich manche Stellen repetitiv angefühlt haben. Mehr Varianz in diesen wäre schön gewesen.

Ebenfalls ist mir Raeve, als Hauptprotagonistin, mit ihrem Verhalten irgendwann ziemlich auf die Nerven gegangen. Wenn man ihre Geschichte und die Vergangenheit kennt, kann man es teilweise nachvollziehen, trotzdem ist sie, an manchen Stellen zu stur und abweisend gewesen. Ich hatte irgendwann das Gefühl, dass ihr nichts wirklich recht gemacht werden kann, was einfach nur anstrengend wurde.
Kaan dagegen ist irgendwie das genaue Gegenteil von ihr. Er versucht alles, um ihr Vertrauen zu gewinnen und besonders die wenigen Kapitel aus seiner Sicht sorgen dafür, dass man tiefe Einblicke in seine Gefühlswelt bekommt.
Ihre Beziehung zueinander ist auf jeden Fall etwas besonders. Genauso wie das Magiesystem, das ich wirklich interessant finde. Besonders im Hinblick auf die Gottheiten hat es einige spannende Punkte in die Geschichte einfließen lassen.

Schlussendlich bleibt mir aber zu sagen, dass ich zwar über weite Strecken gut unterhalten wurde, es aber immer wieder Stellen gab, die mir die Lust am Lesen etwas genommen haben. Mehr Varianz wäre hier und da schön gewesen. Im Endeffekt haben mir die Nebenprotagonisten sogar mehr gegeben als Raeve und Kaan. Sie haben die Geschichte bunter gemacht.
Es ist also ein Buch, das man durchaus lesen kann, aber für mich bei weitem kein Highlight.

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Veröffentlicht am 14.07.2024

In die Vergangenheit

Die drei !!!, Der Ball der Baronesse (drei Ausrufezeichen)
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In „Die drei !!! - Der Ball der Baronesse“ begleiten wir Kim, Franzi und Marie ins 19. Jahrhundert auf ein Wasserschloss. Dort begegnen die drei Lissi, einer Baronesse, die Schriftstellerin werden möchte ...

In „Die drei !!! - Der Ball der Baronesse“ begleiten wir Kim, Franzi und Marie ins 19. Jahrhundert auf ein Wasserschloss. Dort begegnen die drei Lissi, einer Baronesse, die Schriftstellerin werden möchte und lernen dabei viel über die vergangenen Zeiten.

Schon zu Beginn des Buches wird deutlich, dass diese Geschichte anders wird, als das was man bisher von den drei !!! gelesen hat. Denn diese Geschichte wurde von Kim für Franzi und Marie geschrieben. Doch dies merkt man nur am Anfang und am Ende der Geschichte, denn in der Mitte befindet sich die Reise ins 19. Jahrhundert, die so einige Herausforderungen bereithält.
Generell wird durch die Beschreibungen und die Atmosphäre vieles lebendig, sodass man ein gutes Bild vom Setting bekommt. Der einfache Schreibstil sorgt zudem dafür, dass keine Verständnisfragen aufkommen. Eigentlich so wie bei allen anderen Büchern der drei !!! auch.
Doch besonders hier haben mir die anderen Protagonisten gefallen, die alle etwas Geheimnisvolles an sich hatten und dafür gesorgt haben, dass die Geschichte spannend wird.

Leider waren manche Szenen für mich nicht so ausgearbeitet, wie ich es mir gewünscht hätte. An der ein oder anderen Stelle, wäre es schön gewesen noch ein paar Details mehr zu erfahren. Auch die Auflösung des Falls konnte mich nicht komplett überzeugen, was schade ist.

Alles in allem ist es trotzdem eine unterhaltsame Geschichte, die mal etwas anders ist als die, die man sonst kennt.
Definitiv eine Empfehlung für Fans der drei !!!.

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