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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2025

Eine Zugfahrt - ein Gespräch

In einem Zug
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Wie das Cover unschwer erahnen lässt, sitzen sich in einem Zug von Wien nach München Eduard Brünhofer, schon etwas in die Jahre gekommen, und Catrin Meyr, eine Frau frühen mittleren Alters, schräg gegenüber. ...

Wie das Cover unschwer erahnen lässt, sitzen sich in einem Zug von Wien nach München Eduard Brünhofer, schon etwas in die Jahre gekommen, und Catrin Meyr, eine Frau frühen mittleren Alters, schräg gegenüber. Er einst erfolgreicher Liebesromanautor mit Schreibblockade, sie Physio- und Psychotherapeutin ohne längere tiefgreifende Beziehungen. Und so kommt es wie es kommen muss, sie verwickelt ihn in ein Gespräch. Nichts belangloses, sondern über die Liebe und mit jeder Frage entlockt sie Eduard mehr über seine eigene Liebe und die Beziehung zu seiner Ehefrau Gina.

Die raffinierten wie tiefgründigen Dialoge sind das Kernstück dieser Zugfahrt. Wortgewandt, mit Humor und Selbstironie führt uns Glattauer auch durch die Gedankenwelt von Eduard.

Die Spannung bzw. Anspannung wächst mit jeder Haltestelle, die hier eigene Kapitelüberschriften bilden und wo man als Leser noch die eine oder andere Anekdote zu dem jeweiligen Ort erfährt.

Eine kurzweilig geschriebene Geschichte mit überraschender Wendung. Eine Zugfahrt, ein Gespräch. Für Glattauer-Fans genau das Richtige.

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Außergewöhnlich schonungslos

Yoko
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Das in Pastellfarben gestaltete Cover dieses Buches ist schon ein Eyecatcher und kommt nur mit einem schwarzen Titelschriftzug daher.

Yoko ist eine junge Frau, die bei ihrem Vater in der Metzgerei gelernt ...

Das in Pastellfarben gestaltete Cover dieses Buches ist schon ein Eyecatcher und kommt nur mit einem schwarzen Titelschriftzug daher.

Yoko ist eine junge Frau, die bei ihrem Vater in der Metzgerei gelernt und diese später übernommen hat, um dort ihr Glück mit einer kleinen Glückskeksmanufaktur zu versuchen. Als sie eine Kiste Glückskekse an ein chinesisches Restaurant liefert und dort einem kleinen Hund zur Hilfe eilt, der von zwei Chinesen zu Tode geprügelt wird, fängt für sie der Alptraum an.

Bernhard Aichners Schreibstil ist speziell, rasant, brutal, schonungslos und an detailliert beschriebenen Aktionen wird nicht gespart. Der Rhythmik zwischen kurzen und längeren Sätzen ist gut austaxiert und machen den Thriller sehr dynamisch.

Yoko ist der Hauptcharakter, verletzlich, emotional, gerechtigkeitssuchend und über sich hinauswachsend. Alle weiteren Nebenfiguren geben der Geschichte den nötigen Hintergrund. Der Autor versteht es, die Spannung von Anfang an auf einem recht hohen Niveau zu platzieren und zu halten.

Leider war der Rachefeldzug in einigen Teilen etwas unglaubwürdig, trotzdem hat mich der Thriller gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 15.09.2024

Gute Story

Mit kaltem Kalkül
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Ich war schon sehr gespannt auf den neuen Thriller von Michael Tsokos, da es für mich tatsächlich das erste seiner Bücher war.

Für Frau Doktor Sabine Yao von der Spezialeinheit Extremdelikte war es der ...

Ich war schon sehr gespannt auf den neuen Thriller von Michael Tsokos, da es für mich tatsächlich das erste seiner Bücher war.

Für Frau Doktor Sabine Yao von der Spezialeinheit Extremdelikte war es der zweite Fall. Dieser Teil kann aber problemlos unabhängig vom ersten Fall gelesen werden. Die Beschreibung zur Person findet sich in der Klappe des Covers. Für Monica Monti und weiteren Personen hätte ich mir auch so eine kurze Charakterisierung gewünscht. Dann hätte man sich die ewigen Wiederholungen wie, italienischer Abstammung, Ex-Geheimdienstler und den soundsovielten Hinweis auf die Abteilung etc., der Frau Dr. Yao angehört, sparen können. Das hat meinen Lesefluss extrem behindert. Auch die sehr schnell wechselnden Kapitel waren etwas gewöhnungsbedürftig.

Die Story um den verschwundenen achtjährigen Yasser fand ich gut und die Ausführungen der rechtsmedizinischen Vorgehensweisen waren äußerst interessant und wurden gut für den Laien erklärt. Diese Einblicke bekommt man auch nicht alle Tage. Das Spannungslevel hat sich auf einem soliden mittleren Niveau eingependelt.

Die Charaktere, soweit sie von Belang waren, wurden gut ausgearbeitet, so dass ich als Leser die eine oder andere Person sehr sympathisch bzw. empathisch empfand.

Durch das metallisch farbige Cover und die Tupferklemme mit der das Leichentuch zurückgezogen wird, sieht der Betrachter sofort, dass man sich in einem Sektionssaal befindet. Minimalistisch aber gut gestaltet, wobei Autorenname und Titel sehr viel Raum einnehmen.

Wer Tsokos-Fan ist, kommt hier auf seine Kosten.

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Veröffentlicht am 25.08.2024

Rumänisches Erbe mit all seinen Facetten

Das Pfauengemälde
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Zwei Jahre nachdem Anas geliebter Vater Nicu verstorben ist, bekommt sie einen Brief aus seiner Heimat. Endlich könnte sie das Pfauengemälde, das ihrem Vater so wichtig war, wiederbekommen. So reist sie ...

Zwei Jahre nachdem Anas geliebter Vater Nicu verstorben ist, bekommt sie einen Brief aus seiner Heimat. Endlich könnte sie das Pfauengemälde, das ihrem Vater so wichtig war, wiederbekommen. So reist sie zu ihren vielen Verwandten nach Rumänien, die ihr mit viel Herzlichkeit begegnen.

Die Autorin erzählt hier eine berührende Familiengeschichte, die geprägt ist durch die Enteignung von Grundbesitz, der kommunistischen Regierung Ceaușescus, Demonstrationen, Korruption und dem langjährigen Kampf das enteignete Hab und Gut zurückzubekommen. Für mich war es auch ein Exkurs in die Geschichte Rumäniens, sehr interessant.

Doch teilweise fand ich die Handlungen und Abläufe etwas unstrukturiert, was mich beim Lesen immer wieder daran gehindert hat, flüssig durch den Roman zu gelangen. Trotzdem hat es die Autorin geschafft, das Land, die Kultur und die dort lebenden Menschen/Charaktere sehr detailreich und authentisch darzustellen. Auch Anas Aufarbeitung von schmerzvollen Erinnerungen, Verlust und Trauer fängt die Autorin gekonnt ein.

Das Cover ist schon in seiner farblichen Gestaltung sehr ausdrucksstark, was mir gut gefällt. Auf jeden Fall ist dieses Buch für alle Leseinteressierte gut geeignet, die sich gleichzeitig mit der Geschichte des Landes auseinandersetzen möchten.

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Veröffentlicht am 31.07.2024

Interessante Ermittlerin

Im Unterholz
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In Schwedens Region Jämtland wird eine übel zugerichtete Frauenleiche gefunden. Die frühere Journalistin Vera wird von ihrem ehemaligen Chef auf die Hintergrundstory angesetzt. Je mehr sie aufdeckt, desto ...

In Schwedens Region Jämtland wird eine übel zugerichtete Frauenleiche gefunden. Die frühere Journalistin Vera wird von ihrem ehemaligen Chef auf die Hintergrundstory angesetzt. Je mehr sie aufdeckt, desto mehr taucht sie in die Tiefen der Vergangenheit ein.

Vera ist eine etwas in die Jahre gekommene Mitfünfzigerin, die nach ihrer Scheidung wieder in ihren Heimatort zurückgezogen ist. Ihren Charakter finde ich sehr authentisch. Endlich mal eine Protagonistin mit Falten und Kanten, etwas behäbig und unsortiert aber immer noch mit Ehrgeiz und Ausdauer gesegnet.

Die Handlung ist hier auf zwei Ebenen und Zeiten aufgebaut. Da die Kapitel keine Überschrift haben wurde ein Handlungsstrang in Kursivschrift geschrieben. Leider ist der Spannungsbau sehr seicht und pendelt sich auf einem unteren Niveau ein. Nach meinem Geschmack hätte die Spannung noch einiges an Energie vertragen können. Trotzdem ließ sich der Roman aufgrund seines Schreibstils angenehm lesen. Er basiert auf einem guten Rhythmus aus längeren und kürzeren Sätzen und Dialogen. Überaus detailreich werden Orte, Menschen und Situationen beschrieben, was dann und wann sehr langatmig erscheint.

Die Gestaltung des Covers finde ich richtig genial. Es dominiert schwarz und weiß, wobei der Titel mit einer tollen Haptik versehen wurde. Autorenname und Farbschnitt wurden mit der Kontrastfarbe gelb gestaltet, eine sehr schöne Kombination. Im Innencover befindet sich zur besseren Orientierung eine Landkarte der Region, immer gern genutzt.
Alles in allem ist es ein solider Kriminalroman mit Potenzial.

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