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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.08.2024

Mitreißender Thriller, der süchtig macht

Yoko
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Yoko ist liebenswert und hilfsbereit. Sie kümmert sich um ihren Vater und stellt im Verlauf der Geschichte Glückskekse her. So ein sympathischer Mensch kann doch niemals zur Mörderin werden, oder?

Bernhard ...

Yoko ist liebenswert und hilfsbereit. Sie kümmert sich um ihren Vater und stellt im Verlauf der Geschichte Glückskekse her. So ein sympathischer Mensch kann doch niemals zur Mörderin werden, oder?

Bernhard Aichner erzählt schonungslos makaber und fesselnd von diesem Wandel, den ihr keiner zugetraut hätte. Diese extreme Entwicklung wird nachvollziehbar beschrieben und lotet aus, wozu jeder von uns fähig sein könnte. Ihr Motiv: Rache. Meine Erwartungen, die ich nach dem Klappentext hatte, waren nicht zu hoch. Ich habe den Thriller verschlungen. Es gibt keine Längen, die Figuren sind interessant, Hintergründe tiefgründig und alles läuft perfekt ineinander. Ich konnte mit Yoko bis zum Ende mitfiebern und selbst, wenn man Selbstjustiz verurteilt, kann man diese Mörderin mögen.

Sehr empfehlenswert, wenn man pure Spannung sucht.

Veröffentlicht am 05.08.2024

Überraschend, fesselnd, fantastisch

Feuerjagd
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Als der Vater der 15-jährige Trey in das dörfliche Ardnakelty in Irland zurückkehrt, bringt er Unruhe und große finanzielle Pläne mit, die nichts Gutes befürchten lassen. Die vielschichtigen Figuren sind ...

Als der Vater der 15-jährige Trey in das dörfliche Ardnakelty in Irland zurückkehrt, bringt er Unruhe und große finanzielle Pläne mit, die nichts Gutes befürchten lassen. Die vielschichtigen Figuren sind lebendig beschrieben, wirken lebensnah und haben einige Herausforderungen zu bewältigen, die schwierig zu durchschauen sind, was zur Spannung beigetragen hat. Tana Frenchs Direktheit und kritische Kraft in allem, was nicht gesagt wird, ist bemerkenswert. Langsam entfaltet sich eine fesselnde Geschichte, die stetig ihr Tempo erhöht. Die Sogkraft war gewaltig und es wird sich nicht mit unnötigen Nebensächlichkeiten abgegeben. Zum anderen ist da das passende Setting eines nicht idyllischen Ortes mit einer beklemmenden Atmosphäre. Es war ein unvorhersehbares Lesevergnügen, und ein großartiger Krimi, der mich überraschen konnte und auf ganzer Linie überzeugt hat.

Veröffentlicht am 05.08.2024

Zusammenhalt, Freundschaft und vieles mehr

Unser Buch der seltsamen Dinge
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Es ist eine Zeitreise in die Vergangenheit zu den Anfängen der 80er: die 12-jährige Miv und ihre beste Freundin Sharon sind unzertrennlich. Damit findet sich die persönliche Krise einer bevorstehenden ...

Es ist eine Zeitreise in die Vergangenheit zu den Anfängen der 80er: die 12-jährige Miv und ihre beste Freundin Sharon sind unzertrennlich. Damit findet sich die persönliche Krise einer bevorstehenden Fern-Freundschaft in einer Mörderjagd nach dem Yorkshire Ripper wieder, um die Gegend wieder sicher zu machen und möglicherweise nicht umziehen zu müssen, während sich ein Gesellschaftspanorama eröffnet, welches viele dunkle Abgründe aufzeigt. Jennie Godfrey hat viele Themen einfließen lassen, wobei das Erwachsenwerden und Freundschaft deutlich hervortreten.

«Das Buch der seltsamen Dinge» wühlt sehr auf und ist ergreifend, weil es einfühlsam von schwierigen Schicksalen, Ungerechtigkeit und wunderbaren Figuren erzählt, die eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen. Diese Mischung aus Spannung und großer Tragweite ist Jennie Godfrey hervorragend gelungen. Ich brauchte zwar einige Seiten, aber schließlich konnte ich mich der Sogkraft nicht entziehen. Ein abwechslungsreiches und packendes Buch, das zu überzeugen weiß. Sehr empfehlenswert für alle, die starke Figuren und herzzerreißende Geschichten mögen.

Veröffentlicht am 05.08.2024

Eine sehr lesenswerte philosophische Reise

Mitte des Lebens
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«Mitte des Lebens» gibt keinen Weg vor und ist daher auch kein Ratgeber, sondern eine philosophische Betrachtung allgemeiner Aussagen, um „existentielle Fragen, die in dieser Phase aufbrechen können, klug ...

«Mitte des Lebens» gibt keinen Weg vor und ist daher auch kein Ratgeber, sondern eine philosophische Betrachtung allgemeiner Aussagen, um „existentielle Fragen, die in dieser Phase aufbrechen können, klug und gewinnbringend zu bewältigen, sodass wir in der mittleren Jahren zur freisten Zeit unseres Lebens ansetzten können.“ Dabei muss man es nicht insgesamt lesen, sondern kann sich auch die Kapitel vornehmen, die einen am meisten ansprechen. Sieben unterschiedliche Schwerpunkte (mit einer Lesedauer von je 30-50 Minuten) wie beispielsweise Sterblichkeit, Gefühle des Bedauerns und der Dankbarkeit, Sinnerfüllung oder die Lebenskrise als Kipppunkt.

Barbara Bleisch schreibt wunderbar geistreich, gewandt und einleuchtend. Der Aufbau und die Strukturierung finde ich sehr gelungen. Bleisch betrachtet das Buch als eine Karte, zur Navigierung durch die eigenen Möglichkeiten. Mir haben ihre akademischen Ausführungen, Rückschlüsse, herangezogenen philosophischen und literarischen Stimmen sowie anschaulichen Anregungen sehr gefallen, weil ich mich für Philosophie begeistern kann. Einige Abschnitte habe ich wiederholt gelesen, weil ich sie ganz aufsaugen wollte und ich habe zahlreiche Markierungen gemacht. Dabei kommen viele Fragen auf, die unweigerlich zum Weiterdenken anregen und zu persönlichen Erkenntnissen führen. Es war eine interessante Auseinandersetzung mit der eigenen Suche nach Rat, dem Älterwerden dem „Gefühl, sich nicht auszukennen, […ein] Moment persönlicher Verlorenheit, [der] philosophischer nicht sein könnte“. Daher betrachte ich dieses Buch tatsächlich wie ein Karte, die ich bestimmt noch öfter zur Hand nehmen werde. Ein großartiges Buch und sehr lesenswert, denn „gegenwärtig kommt die Generation der Millennials in der Lebensmitte an“ und dieses Buch füllt die nötige Leerstelle aus.

Veröffentlicht am 01.08.2024

Sehr faszinierend und kunstvoll bebildert

Von Eintagsfliege bis Grönlandwal
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Wie lange leben Tiere? Dieser Frage geht dieses eindrucksvolle Sachbuch kindgerecht und mit vielen Fakten auf den Grund. 27 Tiere werden, überwiegend auf einer Doppelseite, vorgestellt. Manchmal auch auf ...

Wie lange leben Tiere? Dieser Frage geht dieses eindrucksvolle Sachbuch kindgerecht und mit vielen Fakten auf den Grund. 27 Tiere werden, überwiegend auf einer Doppelseite, vorgestellt. Manchmal auch auf zwei Doppelseiten, wie der Monarchfalter, der in großen Schwärmen besonders beeindruckt. Die farbigen Illustrationen von Jesse Hosgson sind fantastisch und werden spektakulär in Szene gesetzt. Das Cover gibt bereits einen kleinen Eindruck der künstlerischen Bilder aus dem Buch, die in Großformat noch mehr alle Blicke auf sich ziehen.

Der Aufbau ist sehr übersichtlich gestaltet: Es beginnt mit dem kürzesten Lebenszyklus und endet mit dem Längsten. Dabei ist die Auswahl der Tiere vielfältig - 5 Minuten oder erstaunliche 11.000 Jahre umfassen die Lebensdauer. Darüber hinaus erfährt man, wie die Tiere dieses Leben verbringen und es wird auch nachdem Warum gefragt, während es auch um den Schutz der Tiere und den Einfluss der Menschen auf die Lebensdauer geht.

Ich fand es schön, dass Fachbegriffe genutzt und die meisten erklärt wurden. Dadurch kann das Buch verschiedene Altersgruppen bedienen und auch für ältere Kinder lehrreich und faszinierend sein. Das macht es zu einem Sachbuch, welches auch Erwachsene zum Staunen bringt und daher zum gemeinsamen Lesen einlädt.