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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.08.2024

James fesselt mit einem düsteren Mordfall und überraschenden Wendungen

Und morgen bist du tot
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Stell dir vor, du genießt gerade deinen Kaffee am Strand von Brighton, als plötzlich die Idylle von einem grausamen Fund gestört wird: die Leichen zweier Jugendlicher, denen lebenswichtige Organe fehlen. ...

Stell dir vor, du genießt gerade deinen Kaffee am Strand von Brighton, als plötzlich die Idylle von einem grausamen Fund gestört wird: die Leichen zweier Jugendlicher, denen lebenswichtige Organe fehlen. Willkommen in der Welt von Roy Grace, wo nicht einmal die schönsten Strandtage sicher sind.

In „Und morgen bist du tot“ erleben wir den sympathischen Ermittler Roy Grace, wie er sich durch die dunklen Gassen des internationalen Organhandels kämpft. Während Grace‘ Privatleben durch eine neue Liebe aufblüht, wird er beruflich in die Tiefen menschlicher Abgründe gezogen. Peter James schafft es meisterhaft, dich von der ersten Seite an zu fesseln und durch die Handlung zu führen, als wärst du selbst Teil von Grace‘ Ermittlerteam.

Die Geschichte beginnt düster und nimmt schnell an Fahrt auf. Ein herzzerreißender Einblick in die Lebensrealität der Straßenkinder Rumäniens, die unter den schlimmsten Bedingungen leben und durch falsche Versprechungen in die Hände skrupelloser Organhändler geraten. Und dann ist da Lynn Beckett, die verzweifelte Mutter, die für ihre Tochter Caitleen alles tun würde – und ich meine wirklich alles.

Man kann sich kaum vorstellen, welche moralischen Dilemmata dieses Buch aufwirft. Ist das Leben eines rumänischen Teenagers weniger wert als das eines britischen Mädchens? Roy Grace sagt eindeutig Nein. Aber Lynn Beckett sieht das möglicherweise anders, und genau das macht die Geschichte so fesselnd und emotional aufwühlend. Du wirst dich fragen, wie weit du selbst gehen würdest, um das Leben eines geliebten Menschen zu retten.

James schafft es, dich nicht nur mit einer spannenden Kriminalgeschichte zu fesseln, sondern auch zum Nachdenken anzuregen. Vielleicht wirst du nach diesem Buch ernsthaft über einen Organspenderausweis nachdenken – ich habe es getan.

Ein kleiner Wermutstropfen: Das Ende des Buches. Während der Anfang dich langsam in die düstere Welt des Organhandels einführt und die Spannung kontinuierlich steigt, lässt das Ende dich etwas unbefriedigt zurück. Aber hey, nicht jede Geschichte kann perfekt sein, und der Weg dorthin ist definitiv die Lektüre wert.

Peter James gelingt es erneut, mit „Und morgen bist du tot“ einen tiefgründigen und packenden Thriller zu schaffen, der dich nicht so schnell loslässt. Ein Muss für alle Roy Grace-Fans und Thriller-Liebhaber, die eine Geschichte suchen, die sowohl das Herz als auch den Verstand anspricht.

Also schnapp dir dieses Buch, lehn dich zurück und lass dich in eine Welt entführen, die dich bis zur letzten Seite in Atem hält. Und wer weiß, vielleicht wirst du danach den nächsten Strandspaziergang mit anderen Augen sehen.

Veröffentlicht am 01.08.2024

Guttenberg reflektiert über seine politische Karriere und persönliche Niederlagen

Vorerst gescheitert
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Wenn du schon immer mal wissen wolltest, wie man aus einem politischen Himmelsstürmer einen ungeschickten Ikarus macht, dann ist „Vorerst gescheitert“ von Karl-Theodor zu Guttenberg genau das richtige ...

Wenn du schon immer mal wissen wolltest, wie man aus einem politischen Himmelsstürmer einen ungeschickten Ikarus macht, dann ist „Vorerst gescheitert“ von Karl-Theodor zu Guttenberg genau das richtige Buch für dich. Der ehemalige politische Überflieger lässt dich an seinem Aufstieg und vor allem an seinem tiefen Fall teilhaben. Es ist, als würde man einem prominenten Seiltänzer zusehen, der das Seil plötzlich verliert – und das im freien Fall.

Das Buch ist als Interview zwischen Karl-Theodor zu Guttenberg und Giovanni di Lorenzo aufgebaut. Dabei stellt der „Zeit“-Chefredakteur die Fragen, die wir alle gerne stellen würden – von der Plagiats-Affäre bis zu den Hoffnungen für eine politische Rückkehr. Die Dialoge sind spannend, manchmal amüsant und oft auch ernüchternd.

Zu Guttenberg gibt sich selbstkritisch und reflektiert, bleibt dabei aber in der Darstellung seiner Fehler stets charmant. Er ist wie der Freund, der dir nach einer durchzechten Nacht erzählt, dass es gar nicht so schlimm war, dass er die Vase deiner Mutter umgestoßen hat – es war ja schließlich ein Unfall, und außerdem hat die Vase vorher auch schon einen Sprung gehabt.

Es ist interessant zu sehen, wie di Lorenzo ihn immer wieder in die Enge treibt, während Guttenberg elegant ausweicht und seine Version der Geschichte präsentiert. Die Diskussion über die Doktorarbeit liest sich fast wie ein Krimi, wobei der Täter stets beteuert, er habe den Mord nur begangen, weil er wirklich sehr, sehr müde war.

Aber es geht nicht nur um die Skandale. Das Buch bietet auch Einblicke in Guttenbergs Zeit als Wirtschafts- und Verteidigungsminister, die Herausforderungen der Bundeswehrreform und seine Sicht auf die politischen Mechanismen in Deutschland und Europa. Er spricht über seine Familie, seine Herkunft und die Zeit nach seinem Rücktritt.

Der humorvolle Teil des Buches kommt nicht zu kurz – Guttenberg zeigt sich durchaus selbstironisch und kann über die Absurditäten des politischen Lebens lachen. Er erkennt die Fallstricke, die ihn zu Fall gebracht haben, und gibt zu, dass er oft mehr Glück als Verstand hatte. Manchmal klingt er wie jemand, der sich in einem Spielcasino verirrt hat und am Ende feststellt, dass er Haus und Hof verspielt hat – aber hey, wenigstens war es spannend!

Alles in allem ist „Vorerst gescheitert“ eine lohnende Lektüre für alle, die sich für Politik, Macht und die menschlichen Schwächen interessieren. Es ist eine ehrliche, manchmal ernüchternde, aber immer interessante Reise durch das Leben eines Mannes, der hoch hinaus wollte und dabei die Bodenhaftung verlor.

Wenn du dich also auf einen literarischen Boxkampf zwischen einem charmanten Politiker und einem hartnäckigen Journalisten einlassen möchtest, dann schnapp dir dieses Buch. Es wird dich zum Nachdenken anregen, dich unterhalten und dir zeigen, dass selbst die größten Hochstapler nur Menschen sind – mit all ihren Fehlern und Schwächen.

Veröffentlicht am 01.08.2024

Humorvolle Geschichte über Moritz' Suche nach der großen Liebe

Und immer war's die Frau fürs Leben
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Moritz, unser Hauptcharakter, ist wie der lebende Beweis für das alte Sprichwort: „Willst du den perfekten Partner, dann sei bereit, ihn zu verjagen.“ Moritz hat eine bemerkenswerte Fähigkeit, sich Hals ...

Moritz, unser Hauptcharakter, ist wie der lebende Beweis für das alte Sprichwort: „Willst du den perfekten Partner, dann sei bereit, ihn zu verjagen.“ Moritz hat eine bemerkenswerte Fähigkeit, sich Hals über Kopf zu verlieben, nur um dann die Flucht zu ergreifen, sobald es ernst wird. Der Grund? Er möchte bloß keine Scherereien haben. Also, was macht ein Mann in solch einer misslichen Lage? Natürlich wettet er mit seinem Bruder Markus, innerhalb eines Jahres die Frau fürs Leben zu finden. Und damit beginnt das Abenteuer, das dich auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mitnimmt.

Harald Braun und die Co-Autorinnen liefern eine Sammlung von Geschichten, die auf humorvolle und manchmal tiefsinnige Weise miteinander verwoben sind. Diese Geschichten bauen aufeinander auf, was dem Buch eine angenehme Struktur und einen kontinuierlichen Fluss verleiht. Manchmal musste ich lachen, manchmal schmunzeln, und gelegentlich gab es auch diese Augenblicke des „Oh nein, Moritz, das hast du nicht wirklich getan!“.

Moritz ist ein Charakter, der dir vielleicht manchmal den Kopf schütteln lässt, aber auf eine liebenswerte Art und Weise. Man erkennt sich selbst oder Freunde in seinen Handlungen wieder, was das Lesen noch amüsanter macht. Sein Bruder Markus fungiert als der rationale Gegenpol, der versucht, Moritz in die Realität zurückzuholen. Ihre Dynamik ist sowohl unterhaltsam als auch herzerwärmend.

Die verschiedenen Autorinnen, darunter bekannte Namen wie Gabriele von Braun und Mirjam Müntefering, fügen jeder Geschichte ihren eigenen Stil und ihre eigene Note hinzu. Das Resultat ist eine erfrischende Mischung aus Humor, Romantik und gelegentlicher Melancholie. Die Geschichten sind perfekt als leichte Sommerlektüre geeignet, ideal für einen entspannten Tag am Strand oder einen gemütlichen Abend auf dem Sofa.

Eine meiner Lieblingsgeschichten im Buch beschreibt, wie Moritz versucht, sich als überzeugter Single zu präsentieren, nur um am Ende wieder über seine eigenen Füße zu stolpern – und natürlich in eine neue, komplizierte Romanze. Die unerwarteten Wendungen und die charmanten Missgeschicke sorgen für viele Lacher.

Harald Braun und seine Mitautorinnen schaffen es, die Komplexität und die manchmal absurde Natur der Liebe auf den Punkt zu bringen. Moritz‘ Reise ist nicht nur eine Suche nach der Frau fürs Leben, sondern auch eine Suche nach sich selbst. Es ist, als ob wir ihn dabei beobachten, wie er endlich erwachsen wird – oder es zumindest versucht.

Insgesamt ist „Und immer war’s die Frau fürs Leben“ eine charmante, humorvolle und herzerwärmende Lektüre, die zeigt, dass der Weg zur großen Liebe oft über viele Stolpersteine führt. Und wer weiß, vielleicht findest auch du beim Lesen ein Stück von dir selbst in Moritz wieder. Also, schnapp dir dieses Buch, lehn dich zurück und genieße die Geschichten – du wirst es nicht bereuen!

Veröffentlicht am 01.08.2024

Drei Schauplätze, drei Überlebenskämpfe und ein Mörder

Survivor
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Wenn du jemals gedacht hast, ein Ausflug in die Wälder oder eine Fahrt mit einer Seilbahn sei der ultimative Weg, um dem Alltagsstress zu entfliehen, dann hat C.J. Tudor in „Survivor“ einige Überraschungen ...

Wenn du jemals gedacht hast, ein Ausflug in die Wälder oder eine Fahrt mit einer Seilbahn sei der ultimative Weg, um dem Alltagsstress zu entfliehen, dann hat C.J. Tudor in „Survivor“ einige Überraschungen für dich parat. Hier wird dein Survival-Instinkt mehr gefordert als bei einer Ikea-Samstags-Schnitzeljagd nach dem letzten Billy Regal in Eichenfurnier weiß.

„Survivor“ springt mit drei Handlungssträngen schneller umher als ein Eichhörnchen auf Espresso. Hannah findet sich in einem verunglückten Bus wieder, der weniger Raum bietet als die Economy Class auf einem Billigflieger. Meg, in einer Gondel gefangen, könnte mit ihrer Höhenangst einen neuen Rekord aufstellen, während Carter im idyllischen Einsiedler-Retreat mehr Schnee schippt, als ihm lieb ist. In jedem dieser winterlichen Wunderländer lauert ein Mörder – eine Situation, die mehr Vertrauensprobleme schafft als eine Staffel von „Game of Thrones“.

Die Geschichte bietet mehr Wendungen als eine Gebirgsstraße und hält dich mit Cliffhangern am Ende jedes Kapitels stärker gefesselt als die Sicherheitsgurte in der besagten Gondel. Tudor füllt ihre Szenarien mit so viel Suspense, dass selbst der stoischste Leser insgeheim einen Notfallplan aushecken möchte.

Die Charaktere sind so tief geschichtet wie die Schneedecken, die sie umgeben. Allerdings könnte die schiere Anzahl der Protagonisten dich an die Grenzen deiner Merkfähigkeit für Namen bringen – nicht ideal, wenn du schon bei drei verschiedenen Netflix-Serien den Überblick behalten musst.

Stilistisch ist „Survivor“ wie ein ungestümer Schlittenritt – rasant, gefährlich und manchmal rumpelig, wenn die Übersetzung etwas holpert. Das Buch fordert dich heraus, den frostigen Bedingungen und dem düsteren Geheimnis von Tudors Welt zu trotzen, was es zu einer idealen Lektüre für diejenigen macht, die ihren Puls gerne in der Komfortzone ihres beheizten Wohnzimmers beschleunigen.

Fazit: „Survivor“ ist kein gemütlicher Winterroman, sondern eine eiskalte Erinnerung daran, dass dein nächster Skiurlaub immer noch sicherer ist als ein Ausflug in Tudors Fantasie. Also, schnapp dir eine heiße Schokolade und mach dich bereit für eine Geschichte, die dich eher erfrieren lässt, als dass sie dein Herz erwärmt.

Veröffentlicht am 01.08.2024

Drei Schauplätze, drei Überlebenskämpfe und ein Mörder

Survivor
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Wenn du jemals gedacht hast, ein Ausflug in die Wälder oder eine Fahrt mit einer Seilbahn sei der ultimative Weg, um dem Alltagsstress zu entfliehen, dann hat C.J. Tudor in „Survivor“ einige Überraschungen ...

Wenn du jemals gedacht hast, ein Ausflug in die Wälder oder eine Fahrt mit einer Seilbahn sei der ultimative Weg, um dem Alltagsstress zu entfliehen, dann hat C.J. Tudor in „Survivor“ einige Überraschungen für dich parat. Hier wird dein Survival-Instinkt mehr gefordert als bei einer Ikea-Samstags-Schnitzeljagd nach dem letzten Billy Regal in Eichenfurnier weiß.

„Survivor“ springt mit drei Handlungssträngen schneller umher als ein Eichhörnchen auf Espresso. Hannah findet sich in einem verunglückten Bus wieder, der weniger Raum bietet als die Economy Class auf einem Billigflieger. Meg, in einer Gondel gefangen, könnte mit ihrer Höhenangst einen neuen Rekord aufstellen, während Carter im idyllischen Einsiedler-Retreat mehr Schnee schippt, als ihm lieb ist. In jedem dieser winterlichen Wunderländer lauert ein Mörder – eine Situation, die mehr Vertrauensprobleme schafft als eine Staffel von „Game of Thrones“.

Die Geschichte bietet mehr Wendungen als eine Gebirgsstraße und hält dich mit Cliffhangern am Ende jedes Kapitels stärker gefesselt als die Sicherheitsgurte in der besagten Gondel. Tudor füllt ihre Szenarien mit so viel Suspense, dass selbst der stoischste Leser insgeheim einen Notfallplan aushecken möchte.

Die Charaktere sind so tief geschichtet wie die Schneedecken, die sie umgeben. Allerdings könnte die schiere Anzahl der Protagonisten dich an die Grenzen deiner Merkfähigkeit für Namen bringen – nicht ideal, wenn du schon bei drei verschiedenen Netflix-Serien den Überblick behalten musst.

Stilistisch ist „Survivor“ wie ein ungestümer Schlittenritt – rasant, gefährlich und manchmal rumpelig, wenn die Übersetzung etwas holpert. Das Buch fordert dich heraus, den frostigen Bedingungen und dem düsteren Geheimnis von Tudors Welt zu trotzen, was es zu einer idealen Lektüre für diejenigen macht, die ihren Puls gerne in der Komfortzone ihres beheizten Wohnzimmers beschleunigen.

Fazit: „Survivor“ ist kein gemütlicher Winterroman, sondern eine eiskalte Erinnerung daran, dass dein nächster Skiurlaub immer noch sicherer ist als ein Ausflug in Tudors Fantasie. Also, schnapp dir eine heiße Schokolade und mach dich bereit für eine Geschichte, die dich eher erfrieren lässt, als dass sie dein Herz erwärmt.