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Veröffentlicht am 05.11.2017

Eine konfuse Geschichte, die die Erwartungen nicht erfüllen kann

Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen
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Klappentext
„Das Leben ist nichts für Feiglinge...

… denken sich die drei Freunde Dusk, Neil und Normandy, zu Beginn des 11. Schuljahres und starten ein gewagtes Experiment: Einmal jede Woche wird abwechselnd ...

Klappentext
„Das Leben ist nichts für Feiglinge...

… denken sich die drei Freunde Dusk, Neil und Normandy, zu Beginn des 11. Schuljahres und starten ein gewagtes Experiment: Einmal jede Woche wird abwechselnd einer der drei einem Menschen aus ihrer Schule eine Frage stellen, die bisher keiner auszusprechen wagte, obwohl alle nach der Antwort lechzen.

Hasst die ewig grantige Sekretärin wirklich alle Schüler, ist der schöne Tyler jetzt schwul oder nicht, nimmt der Freak aus der 12. Drogen und hat die Coole aus dem Langlaufteam mit einem ihrer beiden Teamkollegen was oder gar mit beiden? Was die drei besten Freunde allerdings damit lostreten, hätten sie nie geahnt. Ein kluges Buch über Freundschaft, Liebe und die Frage, was wir mit uns und unserem Leben anfangen und, was das eigentlich alles zu bedeuten hat.“

Gestaltung
Das Cover gefällt mir sehr gut. Ich mag die bunten Farben, sie sind schön aufeinander abgestimmt, auch wenn ich keinen direkten Bezug zwischen den Rauten und dem Inhalt der Geschichte ziehen kann. Besonders schön finde ich allerdings, dass der Titel auf kleinen weißen „Kästchen“ geschrieben ist, die aussehen wie Papierschnipsel. Diese Papierschnipseloptik zieht sich auch durch das Buch, denn jede Kapitelüberschrift ist auf einem solchen niedergeschrieben. Besonders toll ist auch, dass das Cover mit Glanzlack gedruckt wurde, während diese Papierschnipsel sich rau anfühlen. Das nenne ich doch mal eine optische Besonderheit!

Meine Meinung
Nachdem ich „Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen“ beendet hatte, musste ich erst einmal meine Gedanken sammeln. Das, was mir definitiv in den unterschiedlichsten Varianten durch den Kopf ging, war die Frage „Was war das denn?“. Ein Buch, das so seltsam war wie dieses, habe ich lange nicht mehr gelesen. Aber beginnen wir zunächst einmal ganz von vorne.

Als ich den Klappentext las, hatte ich die Erwartung an Susan Jubys Werk, dass wir eine schöne, realistische Geschichte über das Leben, Selbstfindung und die tiefe Bedeutung der Wahrheit bekommen würden. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass dieser Roman den Fokus gar nicht auf die Wahrheitssuche legt, wie vom Klappentext vermittelt, sondern dass sich der Fokus verteilt. Auf zwei Themen. Die Wahrheitssuche und die familiäre Situation der Protagonistin Normandy.

Die Gewichtung war meiner Meinung nach dabei jedoch etwas uneben, wobei uneben vielleicht nicht das richtige Wort ist. Die Familiengeschichte hatte meiner Meinung nach einen roten Faden und stand am Ende des Romans auch in Verbindung zur Wahrheitssuche. Aber bei der Wahrheitssuche fehlte einfach dieser rote Faden. Normandy und ihre Freunde befragen Mitschüler nach ihren Geheimnissen und das immer wieder. Sie fragen Schüler A, bekommen eine Antwort, dann fragen sie Schüler B, bekommen eine Antwort und so weiter. Mir fehlte hier einfach die Tiefe und der Zusammenhang zwischen den einzelnen Befragungen. Man hätte so viel mehr aus dieser ganzen Idee herausholen können.

Und nicht nur hierbei fehlte die Tiefe. Auch die Figuren blieben eher flach und unnahbar. Vor allem Normandys berühmte Künstlerschwester Keira. Sie wird als sehr gefühlskalt dargestellt und spielt in Normandys Leben eine große Rolle, aber der Leser lernt diese Figur überhaupt nicht richtig kennen. Man versteht daher weder Keiras Intentionen noch ihre Beweggründe für bestimmte Handlungsweisen. Auch die Eltern bleiben eher unscharf. Das einzige, das man detailliert und immer wieder erzählt bekommt, ist die „tragische“ Familiengeschichte: Keira ist eine Graphic Novel Künstlerin, die in ihren Werken ihre Familie zeichnet und sie sehr negativ darstellt (es grenzt eigentlich schon sehr nah an Rufmord). Vor allem Normandy leidet sehr darunter, was sie nicht müde wird, immer und immer wieder zu betonen.

Vor allem da als Erzählperspektive die Ich-Form von Normandy gewählt wurde, erleben wir als Leser ihre Sicht natürlich auch intensiver. Aber gerade dann hätte ich erwartet, dass wir mehr über die Figuren aus Normandys Leben erfahren. Auch ihre besten Freunde Neil und Dusk bleiben eher blass was ihre Charaktereigenschaften angeht (auch wenn wir sie noch ein bisschen besser kennen lernen, als Normandys Familie). Dafür wird aber sehr ausführlich geschildert was jede Figur klamottentechnisch trägt. Bezüge zu Filmen aus den 70ern andauernd inklusive. Hiermit konnte ich leider überhaupt nichts anfangen und Beschreibungen darüber, was Figuren tragen, die dann eine halbe Seite oder länger gehen, interessieren mich nicht wirklich.

Zudem ist „Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen“ in Essayform geschrieben, da Normandy auf eine Kunstschule geht und dieses Essay ihre Abschlussarbeit ist. Der Beginn des Romans war daher recht amüsant, da nur von „der Autorin“ die Rede war und ich als Leserin immer an Frau Juby denken musste. Aber (und das ist ein dickes aber!) es werden auch Fußnoten verwendet und das nicht gerade sparsam. Teilweise gibt es Seiten, auf denen die Fußnote die gesamte Seite einnimmt. Manche Fußnoten waren wirklich amüsant, aber den Großteil hätte man einfach streichen können, da sie unnütze Informationen über irgendwelche Recherchen von Normandy darstellen. Zudem störte es sehr stark beim Lesen, wenn auf einer Seite zu viele Fußnoten standen. Mit ein, zwei konnte man sich noch arrangieren, aber mehr als das? Nein. Ging gar nicht.

Fazit
Der Klappentext weckt definitiv ganz andere Erwartungen an diesen Roman. Man erwartet eine Geschichte voller Lebensweisheiten rund um die Wahrheit und Selbstfindung. Aber stattdessen bekommt man eine etwas wirre Geschichte, die manchmal den roten Faden etwas misst. Zudem geht es nicht ausschließlich um die Wahrheitssuche, sondern vielmehr darum, Familienprobleme zu bewältigen. Da „Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen“ in Essayform geschrieben ist, finden sich auch viele Fußnoten, die teilweise sehr den Lesefluss stören. Langweilig und verwirrend sind auch die langen Beschreibungen dessen, was die Figuren an Kleidung tragen, da ich mich nicht mit den 70ern oder mit verschiedenen Arten von Stoffen auskenne. Zudem blieb vor allem die Schwester der Protagonistin, die eine große Rolle spielt, sehr unscharf, sodass man sie gar nicht nachvollziehen konnte.
Ganz knappe 3 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
Einzelband

Veröffentlicht am 05.11.2017

Außergewöhnliche Idee mit viel Langatmigkeit

Der Mann, der den Regen träumt
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Klappentext
„‘Wie Kreide, vom Regen zu einem weißen Schleier verwaschen, begannen seine Umrisse zu verschwimmen und seine Konturen schwanden, beinahe unmerklich. Im einen Moment sah Elsa einen Mann vor ...

Klappentext
„‘Wie Kreide, vom Regen zu einem weißen Schleier verwaschen, begannen seine Umrisse zu verschwimmen und seine Konturen schwanden, beinahe unmerklich. Im einen Moment sah Elsa einen Mann vor sich und im nächsten nur noch eine graue Silhouette. Seine Haut wurde zu Nebel. Die Sonne hinter ihm ließ ihn erstrahlen und umrahmte ihn mit ihrem goldenen Schein, bis er nichts mehr von einem Mann an sich hatte, sondern immer mehr einer Wolke glich, die durch Zufall die Form eines Menschen angenommen hatte.‘

Finn ist kein gewöhnlicher Mann, ihn umgibt ein Geheimnis. Es ist der Grund für sein Einsiedlerleben und der Grund, warum die Einwohner von Thunderstown ihm nicht wohlgesinnt sind. Doch trotz aller Gerüchte und Anfeindungen hält Elsa zu Finn. Gemeinsam versuchen sie, ihre Liebe gegen all die Widerstände zu behaupten.“

Gestaltung
Ganz besonders angezogen hat mich dieses unglaubliche Cover. Der weiße Rand, der ein wenig so aussieht wie zerrissenes Papier, umrahmt dieses wundervolle Bild wirklich sehr schön und betont es zudem. Richtig gut gefällt mir der lila Hintergrund, der am Rand dunkler ist und hinter dem Titel etwas heller. Die schwarzen Schatten von Bäumen, Vögeln und Blumen geben dem Cover dabei etwas mystisch Magisches und die Regentropfen passen perfekt zum wundervoll verträumten Titel. Das Cover spiegelt einfach auch schon den ungewöhnlich klingenden Titel wieder.

Meine Meinung
Nachdem ich dieses grandiose Cover gesehen hatte, habe ich sofort den Klappentext gelesen und war Feuer und Flamme. Dieser Roman klang nach etwas vollkommen anderem als dem, was man bisher kennt und was sonst üblich ist. Meine Neugier und vor allem auch meine Erwartungen waren geweckt und sogar recht hoch aufgrund dieser vielversprechenden Inhaltsangabe.

Allerdings hat das, was ich bekam, meine Erwartungen nicht ganz getroffen. Es war zwar wirklich etwas Besonderes und vor allem auch sehr außergewöhnliches, aber über große Strecken des Romans habe ich mich auch einfach nur gelangweilt. Es ist zu Beginn lange Zeit sehr schwer nachvollziehbar und erkennbar, worum es überhaupt geht und was genau passiert. Als Leser beginnt man sich da schon zu fragen, wohin die Geschichte eigentlich laufen soll und wo der rote Faden ist. Ich habe ihn jedenfalls nicht gefunden. Auch nicht im weiteren Handlungsverlauf.

Die Protagonistin Elsa zieht um in eine neue Stadt, beginnt ihr Leben dort und der Leser folgt ihr dabei. Auch wenn sie bald Finn begegnet und versucht seinem Geheimnis auf die Spur zu kommen, passiert einfach nichts Spannendes oder gar Berührendes. Es war einfach nur langatmig und langweilig. Teilweise war es später im Roman dann auch recht schwer, nachvollziehen zu können, was es nun genau mit Finn auf sich hat und was in dem Dorf nun vorgeht.

Zudem blieben meiner Meinung nach die Figuren recht platt und unnahbar, da man kaum einen richtigen Einblick in sie erhält. So ist es auch schwer, einen Zugang zu den Charakteren, vor allem zu Elsa und Finn, zu erhalten. Dabei lebt diese Geschichte ja eigentlich geradezu von diesen beiden Figuren sowie ihrer Beziehung.

Der Schreibstil von Ali Shaw war jedoch sehr poetisch. Aber durch den Erzähler in der 3. Person Vergangenheit etwas gewöhnungsbedürftig. Vielleicht hat auch dieser Erzählstil dazu beigetragen, dass die Figuren den Leser nicht erreicht haben und schwer greifbar waren. Schade ist aber vor allem, dass diese spannende Idee eines Mannes, der aus Regen besteht, nicht in Spannung umgesetzt wurde, sondern eher in Langeweile verläuft.

Fazit
„Der Mann, der den Regen träumt“ ist wunderschön gestaltet vom Cover bis hin zu den kleinen Illustrationen bei den Kapitelüberschriften. Alles ist perfekt auf den wunderschönen Titel abgestimmt. Die Idee hinter diesem Roman ist wirklich interessant und klingt spannend, allerdings verspricht der Klappentext mehr neuartiges, spannendes, als man dann im Nachhinein auch bekommt. Vor allem die Langatmigkeit und die flachen Figuren führen hier eher zu Langeweile. Der Leser bekommt zwar eine außergewöhnliche Geschichte, allerdings fehlt an vielen Stellen einfach die Spannung.
3 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
Einzelband

Veröffentlicht am 05.11.2017

Skurril, unterhaltsam und anders mit kleinen Kritikpunkten

Der Asteroid ist noch das kleinste Problem
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Klappentext
„Ein Asteroid rast auf die Erde zu. Ein großer und ziemlich gefährlicher. Vielleicht nicht unbedingt einer von der Sorte „Ich-töte-alle-Dinosaurier", aber zumindest einer in Richtung „Ich-lösche-ganz-Kalifornien-aus-und-zerstöre-Japan-mit-einem-Tsunami". ...

Klappentext
„Ein Asteroid rast auf die Erde zu. Ein großer und ziemlich gefährlicher. Vielleicht nicht unbedingt einer von der Sorte „Ich-töte-alle-Dinosaurier", aber zumindest einer in Richtung „Ich-lösche-ganz-Kalifornien-aus-und-zerstöre-Japan-mit-einem-Tsunami". Yuri, Physikgenie, soll zusammen mit einem Team von Superhirnen aus der ganzen Welt diese Katastrophe verhindern. Die gute Nachricht ist: Yuri weiß, wie er den Asteroiden stoppen kann. Die schlechte Nachricht: Er ist gerade mal 17, und keiner seiner Kollegen nimmt ihn so richtig ernst. Schließlich haben sie länger Physik studiert, als er überhaupt auf der Welt ist. Doch von einer Sekunde auf die andere scheint der Asteroid nicht mehr Yuris größtes Problem zu sein, denn er lernt Luna kennen. Ein Hippie-Mädchen, das ihm zeigt, wie das Leben aussehen kann, wenn man nicht als Genie auf die Welt gekommen ist und mit 12 seinen Schulabschluss gemacht hat. Sie nimmt ihn mit ins Leben und zeigt ihm, wie schön es sein kann …“

Gestaltung
Mich bringt das Cover zum Schmunzeln, denn mit dem herzförmigen Asteroiden bringt es die Geschichte visuell sehr schön auf den Punkt. Die zwei kleineren Herzen, die es dann in zwei sich kreuzenden Umlaufbahnen umrunden, gefallen mir auch sehr, da man ihnen auch Verbindungen zur Handlung andichten kann. Die Schriftarten des Titels erinnern mich an das aktuell sehr moderne Handlettering und die Kombination verschiedener Schriften mag ich dabei sehr.

Meine Meinung
Durch eine Freundin, die sich das Buch kaufte und mir den Klappentext zeigte, erfuhr ich das erste Mal von diesem Buch. Was mich an der Geschichte besonders fasziniert hat, war der vor-apokalyptische Handlungsaspekt, denn ein Asteroid droht, auf die Erde zu stürzen und dabei ganze Landstriche auszulöschen. Dies hat der Geschichte um Protagonist Yuri für mich die gewisse Prise Salz verliehen, denn ohne den Asteroiden wäre die Handlung doch recht eintönig gewesen. Gleichzeitig fand ich die Geschichte aber auch etwas schrullig und seltsam aufgrund der vielen Eigenarten, die hier zusammen kommen.

Einerseits sticht das Buch so natürlich aus der Masse hervor, andererseits kam mir manches aber auch einfach nur seltsam und komisch vor, sodass ich dem Buch etwas unschlüssig gegenüberstehe. Der 17jährige Russe Yuri soll mit einem Team amerikanischer Wissenschaftler den Asteroiden aufhalten, doch diese Pläne wird von etwas viel größerem durchkreuzt: der Liebe. So lernt Yuri Luna kennen und verliebt sich in sie. Er ist ein Genie und hat sein Wissen aus Büchern, jedoch hat er recht wenig Lebenserfahrung und so dreht sich die Geschichte größtenteils darum, wie Yuri lernt, Spaß zu haben.

Dabei fand ich es beispielsweise komisch, dass Yuri an den unpassendsten Stellen an Sex gedacht hat. Ich kann mir zwar denken, dass dies sein noch recht junges Alter zeigen und verdeutlichen soll, dass Yuri trotz allem Anschein, immer noch ein Teenager ist. Aber ich fand es manchmal einfach unpassend. Auch konnte ich mir manchmal einfach nicht vorstellen, dass Yuri ein möglicher Anwärter für den Nobelpreis sein soll, denn in seinen Handlungen fehlte seine Intelligenz manchmal dann doch. Gleichzeitig empfand ich es als seltsam und unglaubwürdig, dass er nicht so gut englisch sprechen kann, obwohl englisch doch die Wissenschaftssprache Nummer eins ist und die meisten wissenschaftlichen Arbeiten in dieser Sprache verfasst sind.

Mir gefiel aber der Mittelpart des Buches sehr gut, denn die Skurrilität nimmt hier ihren Lauf und es kommen immer mehr Dinge zusammen, mit denen man anfangs nicht gerechnet hätte. Durch den Asteroiden kam die Frage auf, wie Yuri sich entscheiden wird (wird er helfen, die Erde zu retten oder wird er sich für Luna entscheiden?) und dies hat für mich die Handlung angetrieben. Zwischen nachholen der verlorenen Kindheit (denn als Teenager-Genie hat Yuri eine solche nicht gehabt) und sich näherndem Asteroiden entsteht so im Handlungsverlauf eine Art kleiner Showdown.
Fazit
„Der Asteroid ist das kleinste Problem“ ist eine skurrile Geschichte über ein jugendliches Physik-Genie, das ein Mädchen kennen lernt, seine Kindheit nachholt und gleichzeitig vor dem Konflikt steht, ob er sich für die Liebe oder die Rettung der Welt entscheidet. So wurde einerseits meine Neugier geweckt und die bizarren Ereignisse der Handlung haben mich durchaus auch gut unterhalten, aber gleichzeitig gab es auch Punkte, die mich dazu gebracht haben, meine Stirn zu kräuseln, weil ich es zu seltsam oder unglaubwürdig fand.
Gute 3 von 5 Sterne!

Reihen-Infos
Einzelband


Veröffentlicht am 05.11.2017

Zarte, nachdenkliche Geschichte, die mir zu trocken und langweilig war

Das Licht der letzten Tage
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Klappentext
„Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist. Ein Wimpernschlag, und sie ging unter. Doch selbst jetzt, während das Licht der letzten Tage langsam schwindet, geben die Überlebenden ...

Klappentext
„Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist. Ein Wimpernschlag, und sie ging unter. Doch selbst jetzt, während das Licht der letzten Tage langsam schwindet, geben die Überlebenden nicht auf. Sie haben nicht vergessen, wie wunderschön die Welt war. Sie vermissen all das, was einst so wundervoll und selbstverständlich war, und sie weigern sich zu akzeptieren, dass alles für immer verloren sein soll. Auf ihrem Weg werden sie von Hoffnung geleitet – und Zuversicht. Denn selbst das schwächste Licht erhellt die Dunkelheit. Immer.“

Gestaltung
Das Cover gefällt mir wirklich ausgesprochen gut, da ich vor allem den Himmel mit seinem Farbverlauf wunderschön finde. Auch die Skyline der Stadt gefällt mir sehr gut. Es passt hervorragend zur Geschichte, da es für mich Ernsthaftigkeit und erwachsene Themen widerspiegelt. Auch passen die Farben meiner Meinung nach sehr gut zu diesem Roman.

Meine Meinung
Angezogen hat mich an diesem Buch einerseits das traumhaft schöne Cover und andererseits die Tatsache, dass es ein Endzeitroman ist. Ich erwartete dramatische Szenen, Kämpfe, Action, Rasanz und noch so vieles mehr. Doch was habe ich bekommen? Eine Handlung, die sich ziemlich in die Länge zog und bei der ich mich eher durchkämpfen musste.

„Das Licht der letzten Tage“ war nicht schlecht, nein, keineswegs! Es war ein sehr ruhiger, nachdenklich stimmender, zarter Roman, der sich durch den sehr einfühlsamen Schreibstil der Autorin ausgezeichnet darauf versteht, die kleinen Dinge einzufangen. Es gibt verschiedene Zeitabschnitte und je weiter man liest, desto mehr erkennt man feine Verknüpfungen und Verbindungen zwischen den Figuren. Das war meiner Meinung nach wirklich toll gemacht! Ich habe selten so eine in sich unglaublich verbundene Geschichte gelesen.

Gefallen hat mir auch, dass wir Leser hier einmal den Anfang des Weltuntergangs bzw. der dystopischen Welt miterleben! Das ist etwas ganz besonderes, zumindest für mich, da ich dies so in anderen dystopischen oder Endzeit Romanen noch nicht erlebt habe. Meist wird nur am Rande erwähnt, wodurch die Veränderungen der Welt gekommen sind, aber hier erleben wir die Anfänge direkt mit! Erst dann gibt es einen Sprung und der Leser findet sich 20 Jahre nach der Epidemie, welche den Auslöser des Untergangs der menschlichen Rasse darstellt, wieder. Auch das Ende fand ich sehr passend für die Geschichte, da es einen kleinen Hoffnungsfunken gibt und der Rest der eigenen Fantasie überlassen wird.

Aber insgesamt muss ich sagen, dass ich etwas ganz anderes erwartet habe. Gar nicht so eine ruhige, eng verknüpfte Geschichte, sondern eher...ja etwas lautes, dramatisches (wobei es ja schon dramatisch zu ging, aber ich meine dramatisch eher im Sinne von Kämpfen) und actiongeladenes. Ich habe mich eher gelangweilt beim Lesen, vieles war mir zu verworren und Spannung kam nur streckenweise auf.

Fazit
Mit “Das Licht der letzten Tage” begegnet uns ein ruhiges Endzeitsetting, das zum Nachdenken anregt. Wer aber wie ich Action und rasante Szenen erwartet, der ist hier falsch gewickelt. Schön sind die vielen Querverbindungen zwischen den Figuren und das Ende. Aber ansonsten kam bei mir nur streckenweise Spannung auf.
3 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 05.11.2017

Ergreifende Atmosphäre, tolle Protagonistin, nur die Handlung war etwas zu ruhig

Das Fieber
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Klappentext
„Herbst 1918 : Die Spanische Grippe hat die Welt bereits im Griff. Aber für Cleo ist sie weit weg, sie ist mit sich selbst und ihrer Zukunft beschäftigt: Heiraten, Bohemien werden oder an die ...

Klappentext
„Herbst 1918 : Die Spanische Grippe hat die Welt bereits im Griff. Aber für Cleo ist sie weit weg, sie ist mit sich selbst und ihrer Zukunft beschäftigt: Heiraten, Bohemien werden oder an die Universität? Doch die Gegenwart holt Cleo bald brutal ein. Die Seuche erreicht ihre Heimatstadt: Schulen, Geschäfte, Theater schließen - das öffentliche Leben kommt zum Stillstand. Und die Zahl der Opfer wächst: Nicht Kleinkinder und Alte, sondern vor allem Menschen in der Blüte ihres Lebens sterben. Als das Rote Kreuz freiwillige Helfer sucht, beschließt Cleo, nicht mehr untätig zu sein. Selbst wenn es den Tod bedeuten könnte.“

Gestaltung
Wie aus dem Königskinder Verlag gewohnt, ist die Gestaltung von „Das Fieber“ sehr außergewöhnlich. Der schlichte rosafarbene Hintergrund lässt das graue „Muster“ davor noch viel blasser als ohnehin schon erscheinen. Das „Muster“ besteht aus immer wieder ein und demselben Schwarzweißbild einer Krankenschwester mit Mundschutz, die stocksteif da zustehen scheint. Ich finde die Gestaltung sehr besonders und eigenwillig. Definitiv sticht sie hervor, allerdings mag ich die Grau-Rosa-Kombination nicht so gerne.

Meine Meinung
„Das Fieber“ ist eine Art historischer Roman. Normalerweise lese ich dieses Genre nicht, da ich nicht so viel mit geschichtlichen Daten und Zusammenhängen anfangen kann. Aber hier hat mich der Klappentext einfach sofort „gecatched“. Warum genau, kann ich eigentlich gar nicht so genau sagen. Ich fand einfach, dass es nach einer besonderen Geschichte klingt. Nach einem Mädchen, das zur Frau wird, nach harten Zeiten, nach Entwicklung, Mut und dem Bekämpfen von Angst. Ich dachte mir einfach, dass es eine ergreifende Geschichte werden könnte.

Und was soll ich sagen? Das war es auch in gewisser Weise. Dieser Roman lebt definitiv durch seine Protagonistin und die Atmosphäre. Die Protagonistin Cleo erschien zunächst als typische Jugendliche mit all den Problemen, die sich in diesem Alter stellen. Vor allem beim Schulabschluss. Sie macht sich Gedanken um ihre Zukunft und hauptsächlich darum, was sie eigentlich möchte und vom Leben erwartet. Doch all diese Gedanken erscheinen ihr plötzlich nebensächlich, als die spanische Grippe ausbricht.

Durch den Ausbruch der Krankheit wird Cleo erwachsen, sie entwickelt sich. War sie zu Beginn schon sehr reif und nachdenklich für ihr Alter, so ist sie nach der Zeit mit der spanischen Grippe noch viel erwachsener als schon zuvor. Cleo ist nicht das typische Teenagermädchen, das man aus so vielen anderen Jugendbüchern kennt, sondern sie denkt wirklich mit, ist klug, hilfsbereit und voller Empathie für andere.

An dieser Stelle merkt man beim Lesen meiner Rezension vermutlich schon, dass ich Cleo als Protagonistin sehr mochte. Dies lag nicht nur daran, dass sie die Ich-Erzählerin ist, sondern auch daran, dass ich mich sehr gut mit ihr identifizieren konnte. Die Unsicherheit darüber, wie es mit dem eigenen Leben weiter gehen soll, erlebt jeder Mensch. Und als dann die Grippe „dazwischen kommt“, scheint dies gar keine Rolle mehr zu spielen. Doch eigentlich spürt man als Leser, dass es Cleo dabei hilft, noch weiter zu reifen und sich dessen bewusst zu werden, was im Leben zählt.

Allerdings muss ich auch sagen, dass für meinen Geschmack die Handlung etwas vor sich hingeplätschert ist. Die Atmosphäre war sehr greifbar in ihrer Bedrückung, Hilflosigkeit und Traurigkeit. Dieser Aspekt gefiel mir sehr gut. Aber dennoch hätte ich mir ein wenig mehr Überraschungsmomente gewünscht, damit die Geschichte abwechslungsreicher wird. Mir war zu Beginn schon klar, dass es eine ruhige Handlung sein wird, die mich da erwartet, aber dennoch hatte ich gedacht, dass es mehr Momente gibt, in denen man erstaunt wird.

Fazit
„Das Fieber“ zeichnet sehr realistisch und greifbar die Hilflosigkeit, Angst und Bedrückung der damaligen Zeit wieder. Vor allem die Protagonistin trägt die Handlung und sorgt dafür, dass sie glaubwürdig erscheint. Auch die Atmosphäre war sehr greifbar und berührend. Für meinen Geschmack jedoch hätten ein paar mehr Überraschungsmomente oder schnellere Szenen der Handlung nicht geschadet, sodass der Leser mehr mitgerissen wird. Daher
gute 3 von 5 Sternen!

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