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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.10.2025

Magisch und besonders!

Wenn unsere Welt kippt
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Was für ein besonderes Leseerlebnis!
Dieses Buch hat mich langsam, fast unmerklich, immer tiefer hineingezogen – bis ich ganz in seiner Welt angekommen war. Nach einem etwas zögerlichen Start, als ich ...

Was für ein besonderes Leseerlebnis!
Dieses Buch hat mich langsam, fast unmerklich, immer tiefer hineingezogen – bis ich ganz in seiner Welt angekommen war. Nach einem etwas zögerlichen Start, als ich mich zunächst an den ungewohnten Schreibstil der Autorin gewöhnen musste, hat sich bald gezeigt, wie nah, lebendig und eindringlich sie ihre Figuren zeichnet. Ihre Erzählweise schafft eine große Nähe: Es gibt kaum Distanz, keine Grenze zwischen Erzählendem und Erlebendem. Dadurch wirken die Figuren so echt, so vertraut, dass man sie fast persönlich zu kennen meint.

Besonders beeindruckend ist die Vielfalt der Perspektiven und wie kunstvoll sie miteinander verwoben sind. Durch die wechselnden Erzählstimmen, durch Briefe, Zeitungsausschnitte und kleine Einschübe entsteht ein vielschichtiges, atmosphärisch dichtes Bild, das sich erst nach und nach vollständig erschließt. Jeder Charakter – auch die Nebenfiguren – trägt einen bedeutenden Teil zur Geschichte bei, sodass sich am Ende alles zu einem faszinierenden Gesamtbild fügt.

Das Buch berührt tief. Es ist intensiv, emotional, stellenweise fast magisch. Besonders Cassidys Geschichte hat mich bewegt, ebenso wie der Blick, den Miles im Laufe der Handlung auf die Ereignisse gewinnt. Auch wenn es im Mittelteil kleine Längen gibt und manche fantastischen Elemente etwas Distanz schaffen, überwiegt doch der Eindruck einer großartig komponierten, außergewöhnlich feinfühligen Erzählung.

Am Ende fügen sich alle Fäden zu einem stimmigen, kraftvollen Ganzen. Die Autorin versteht es meisterhaft, aus einzelnen Strängen ein leuchtendes Gewebe zu schaffen.
Ein Buch voller Herz, Tiefe und Erzählkunst – eines jener seltenen Werke, die man am Ende mit einem Gefühl von Dankbarkeit schließt. Ein echtes Highlight und ein bleibender Schatz im Regal.

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Fesselnd, fast schon hypnotisch!

Asa
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Die Vorfreude war riesig, als ich gesehen habe, dass es ein neues Buch von Zoran Drvenkar geben wird. Und das Warten hat sich gelohnt! Er versteht es einfach so gut, mit Spannung zu erzählen, Geschichten ...

Die Vorfreude war riesig, als ich gesehen habe, dass es ein neues Buch von Zoran Drvenkar geben wird. Und das Warten hat sich gelohnt! Er versteht es einfach so gut, mit Spannung zu erzählen, Geschichten ihren Lauf nehmen zu lassen, dem Leser das Gefühl zu geben, er würde im Dunkeln tappen, während er gleichzeitig umgeben ist von Puzzleteilen, die eins nach dem anderen mit jedem neuen Kapitel zusammengesetzt werden. Dabei ist das Buch geprägt von allem, was das menschliche Dasein und unsere Geschichte hergeben. Tiefste Menschlichkeit begegnet dem Leser genauso wie deren tiefste Abgründe. Dabei wird der rote Faden, der sich durch die Handlung zieht, so herrlich fesselnd gewunden, gewickelt und gedreht, bis am Ende alles zusammenkommt und nur noch bleibt, mit großer Erwartung und Vorfreude auf das nächste Buch des Autors zu warten. Auch wenn es bedeuten könnte, erneut auf knapp 700 Seiten mit Schrecken, Düsternis, Rohheit und dem Leben selbst konfrontiert zu werden.

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Veröffentlicht am 05.08.2024

Ein Roadtrip im Innen wie im Außen

Graceland – Die Geschichte eines Sommers
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Dieses Buch hat mich mit so viel mehr beschenkt, als der Klappentext versprochen hat. Ich habe mich zusammen mit Grace und ihrer Mutter Loralynn auf eine Reise durch die USA gemacht, habe so einiges über ...

Dieses Buch hat mich mit so viel mehr beschenkt, als der Klappentext versprochen hat. Ich habe mich zusammen mit Grace und ihrer Mutter Loralynn auf eine Reise durch die USA gemacht, habe so einiges über Land und Leute erfahren. Einiges Skurriles, einiges Berührendes, einiges Komisches. Ich habe die beiden Frauen auf dieser Reise nicht nur kennenlernen, sondern auch in mein Herz schließen dürfen. Denn je weiter der Kilometerzähler voranschreitet, desto mehr kommt zwischen den beiden zur Sprache, was viel zu lange unausgesprochen geblieben ist. Desto mehr legen beide Frauen ihre Masken und Schutzpanzer ab und zeigen sich echt, verletzlich, natürlich. Ganz nebenbei habe ich mitgefiebert, ob die beiden es nach Graceland schaffen werden - und wenn ja, in welchem Zustand. Und ich habe den herrlich kurzweiligen und zugleich urkomischen wie tiefernsten Erzählstil der Autorin so sehr genossen. Ein einziger Kritikpunkt ist die Kürze des Buches. Ich hätte mir an so mancher Stelle gewünscht, dass noch nicht so früh aufgehört wurde, zu erzählen. Aber nichtsdestotrotz behalte ich die Geschichte mitsamt ihren sehr besonderen Charakteren in sehr lieber und guter Erinnerung. Das war einfach eine sehr schöne Reise!

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Veröffentlicht am 30.06.2024

Bittersüß!

The Summer of Broken Rules
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Mit "The Summer of Broken Rules" erwartet die Lesenden eine bittersüße Sommergeschichte, die mir wunderbare Lesestunden bereitet hat.

Zwei Jahre sind vergangen, seit Meredith zuletzt zusammen mit ihrer ...

Mit "The Summer of Broken Rules" erwartet die Lesenden eine bittersüße Sommergeschichte, die mir wunderbare Lesestunden bereitet hat.

Zwei Jahre sind vergangen, seit Meredith zuletzt zusammen mit ihrer Großfamilie den Sommer auf Martha's Vineyard verbracht hat. Zu schmerzhaft war der Verlust ihrer älteren Schwester, an die sie alles auf der Insel erinnert. Doch es ist Zeit, zurückzukehren, denn eine Hochzeit will gefeiert werden. Und so nimmt Mer all ihren Mut zusammen und reist mit ihren Eltern auf die Insel ihrer Sommer. Schnell ist sie umgeben von Menschen, die sie lieben, genauso wie von Erinnerungen und dem schmerzhaften Bewusstwerden über die Lücke, die Claire hinterlassen hat. Doch da ist auch jemand, der sich anbietet, diese Lücke zu füllen: Wit, der Typ mit dem frechen Grinsen und den noch frecheren Sprüchen, der gleichzeitig so aufmerksam, liebevoll und sanftmütig ist. Eine Woche Sommer steht den beiden gemeinsam bevor, und es gilt, mutig zu sein, ehrlich, spontan und waghalsig. Und während Meredith sich stets der Präsenz ihrer Schwester bewusst ist, lernt sie in diesen sieben Tagen, dass sie weiterleben darf, und dass sie glücklich sein darf.

Wer die Bücher von Huntley Fitzpatrick mag, wird bestimmt auch die von K. L. Walther lieben. Diese Geschichte ist voll von liebevollen Charakteren, einem feinen Witz, der mich oft zum Lachen gebracht hat, einer feinen Tiefgründigkeit, die nicht zu sehr auf die Tränendrüse drückt, aber doch sehr sanft berührt, und wunderbaren zwischenmenschlichen Beziehungen, ganz egal, ob sie auf Freundschaft, Liebe oder Familie beruhen. Es ist ein kurzweiliges Buch, das zugleich angenehm fesselt und für einen Sommerurlaub eine perfekte Lektüre ist. Für die volle Punktzahl hätte ich mir noch etwas mehr Tiefgang gewünscht, und nicht jedes Drama innerhalb der Beziehungen der Charaktere konnte ich nachvollziehen. Aber ich habe dieses Buch zufrieden beendet und freue mich auf weitere Titel der Autorin.

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Veröffentlicht am 21.10.2023

Ingenium - Es werde!

Ingenium
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Dieses Buch hat mich fasziniert. Es ist irgendwie genial.

Die Hauptfigur, ein Highschool-Football-Quarterback, der durch einen tragischen Unfall erst alles verlor und dann Unglaubliches gewann, muss seine ...

Dieses Buch hat mich fasziniert. Es ist irgendwie genial.

Die Hauptfigur, ein Highschool-Football-Quarterback, der durch einen tragischen Unfall erst alles verlor und dann Unglaubliches gewann, muss seine Gabe für Rätsel und Geheimnisse in Mustern nun dafür nutzen, eine Unschuldige zu retten, und dabei ein jahrtausendealtes Geheimnis aufklären, das außer Kontrolle zu geraten und alles in ein nie da gewesenes Chaos zu stürzen droht.

Die Magie aus Zahlen und Mustern, die die heutige Welt maßgeblich in Computern, Algorithmen und Künstlicher Intelligenz bis in das kleinste Detail bestimmt und beherrscht, ist keine neue Entwicklung oder Erfindung des 21. Jahrhunderts, sondern ist schon da gewesen, als die Menschheit noch in der Wiege lag. Von jeher versucht der Mensch, Leben zu erschaffen. Leben abseits der Fortpflanzung, Leben, das der absoluten Kontrolle des Schöpfers untersteht und von diesem gelenkt und geleitet wird, zum Guten oder zum Bösen. Aber auch Wege zu erschaffen, sich selbst zu überdauern, unsterblich zu werden.

Diese Macht in den falschen Händen kann die Welt ins Verderben stürzen. Der Protagonist muss sein „Ingenium“, seine Gabe, nutzen, dafür zu sorgen, dass dies gerade nicht geschieht.

Die Geschichte nimmt den Leser mit, fesselt ihn an mythische und mythologische Geschichten, die tief in unserer Welt verankert und verborgen sind. Sie zeigt, dass sich Geschichte zyklisch wiederholt, dass lang Vergessenes höchst aktuell werden kann. Dass Wissen und Glaube Jahrtausende überdauert und dann zutage tritt, wenn man am wenigsten damit rechnet. Dass der uralte Wunsch des Menschen, über sich hinauszuwachsen und seine Essenz überdauern zu lassen, in eine höhere Daseinsebene aufzusteigen, nicht unbedingt einer ultramodernen Technik, Chips und Rechenleistung bedarf, sondern dass ein einfaches Wort, so geheim es auch sein mag, das gleiche Ziel erreicht.

„Ingenium“ lehrt, dass die Beweggründe eines Menschen für seine Entscheidungen gepaart mit seiner Erfahrung und seiner Zielstrebigkeit erreichen können, was unmöglich erscheint: Ordnung im Chaos zu schaffen und wahrhaft Großes zu erreichen.

Beim Lesen des Buches fühlte ich mich unwillkürlich an Dan Brown erinnert. Die Anleihen sind klar erkennbar und doch hat das Buch seinen ganz eigenen Reiz. Es wäre ungerecht, dieses Buch als „Post-Dan Brown“-Buch zu beschreiben, denn „Ingenium“ verarbeitet noch mehr, es verbindet Welten. Und das ist wichtiger denn je.

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