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Buchkathi

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2024

Die perfekte Mischung!

Moments in Nature
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Ich bin als richtiges Landkind natürlich in der Natur groß geworden. Mit Opa spazieren gehen, Brombeeren suchen, Pilze sammeln und Tiere beobachten, das war meine Kindheit. Da wundert es wohl niemanden, ...

Ich bin als richtiges Landkind natürlich in der Natur groß geworden. Mit Opa spazieren gehen, Brombeeren suchen, Pilze sammeln und Tiere beobachten, das war meine Kindheit. Da wundert es wohl niemanden, das ich immer noch gerne draußen bin und mein Herz jedes Mal einen Freudenhopser macht, wenn mir Reh, Eichhörnchen, Fuchs und co. zufällig begegnen. Genauso habe ich mich über dieses Buch gefreut, als ich es entdeckt habe.
Gamander und Una erzählen viel von ihren eigenen Begegnungen mit den Tieren in unserer heimischen Natur. Es muss auch für sie nicht unbedingt die spektakuläre Safari oder die wilde Dschungeltour sein. Sie berichten aus ihrer Kindheit, wie die Tierliebe entstanden ist. Wir erfahren, welche Tiere sie mochten, warum und wie sie in Berührung mit ihnen gekommen sind. Diese Texte sind sehr nahbar und doch sehr eingängig geschrieben und fühlen sich wie eine Erzählung von Angesicht zu Angesicht an. Das ist gepaart mit wunderschönen, teils spektakulären Tieraufnahmen und wird ergänzt durch Tipps, wie man eigene beeindruckende Tieraufnahmen machen kann. All das wird durch viele lehrreiche Informationen zu den gezeigten Tieren abgerundet.
Warum mochte ich dieses Buch so sehr? Erstens haben mich die unfassbar lebensnahen Bilder gecatched und ich habe sie mehrfach zur Hand genommen, um sie zu bewundern. Zweitens mochte ich diese schönen Geschichten, wie die Tierliebe in der Kindheit entstanden ist, weil es mich sehr an meine Zeit als Kind mit Opa in der Natur erinnert hat. Und drittens gefiel es mir sehr, dass es eben nicht die wilden Tiere aus fernen Ländern sind, die diese Bühne bekommen, sondern die Tiere von hier. Ich gehe seit dem Buch mit einem richtig guten Gefühl spazieren, weil ich mehr über die Tiere weiß und mich noch mehr freue, wenn ich eines wiedererkenne.
Ein ganz tolles Buch, dass mir viel beigebracht hat, aber mir auch einfach viel Freude bereitet hat.

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Veröffentlicht am 15.09.2024

Eine kleine mutige Maus in einem großartigen Buch

Earhart
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Eine kleine Maus, die ihr ganzes Leben dem Wühlmausleben gewidmet hat, findet zufällig heraus, dass eine andere Maus es geschafft hat, in ihrem eigenen Flugzeug zu fliegen. In ihr wächst der Traum, selbst ...

Eine kleine Maus, die ihr ganzes Leben dem Wühlmausleben gewidmet hat, findet zufällig heraus, dass eine andere Maus es geschafft hat, in ihrem eigenen Flugzeug zu fliegen. In ihr wächst der Traum, selbst um die Welt zu fliegen. Und egal, wie groß die Herausforderung ist oder wie viel sich ihr in den Weg stellt, sie setzt ihren Traum um.
Die Geschichte hört sich alleine aufgrund dieser kurzen Beschreibung absolut lesenswert an. Wer möchte nicht eine süße Geschichte, über eine kleine, mutige Maus lesen. Ganz besonders empfehlenswert wird dieses Buch nach meinem Empfinden aber durch die sehr aufwendigen und detailreichen Bilder, die die Situationen der kleinen Maus richtig zum Leben erwecken. Auch der Schreibstil und die Erzählung bringen eine gewisse Tiefe in die Geschichte, bei der ich gar nicht beschreiben kann, woraus sie entsteht. Ich jedenfalls war sofort tief in der Geschichte und konnte erst aufhören, als ich am Ende angekommen war.
Am Ende trifft unsere kleine Maus dann auf die berühmte Amelia Earhart, über die wir auf den letzten Seiten noch einiges als historische Persönlichkeit erfahren. Auch über weitere Piloten, die in ihren Flugzeugen schon früh die Welt umrundet haben, erfahren wir am Ende mehr. Dadurch bietet Earhart nicht nur eine schöne, bunt bebilderte Geschichte, sondern auch viel zu lernen und das ganz so nebenbei.
Ich bin ganz begeistert von diesem wahnsinnig schönen Mäusebuch, das für Groß und Klein ein Lesehighlight sein dürfte!

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Veröffentlicht am 15.09.2024

Sehr gut gelungen!

Ein Inne halten
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Wie bringt man Kindern bei, dass es wichtig ist, zur Ruhe zu kommen und sich etwas Zeit zu nehmen, um durch zu schnaufen. Das ist schwer greifbar und noch schwerer zu erklären. Daher gefällt mir die Idee ...

Wie bringt man Kindern bei, dass es wichtig ist, zur Ruhe zu kommen und sich etwas Zeit zu nehmen, um durch zu schnaufen. Das ist schwer greifbar und noch schwerer zu erklären. Daher gefällt mir die Idee der Autoren Jutta Degenhardt und Carola Sieverding sehr gut, das Thema durch ein kleines, erfundenes Tier bildlich darzustellen.
In ihrer Geschichte Ein Inne halten lassen sie Joni an einem wuseligen Tag in seinem Zuhause einen kleinen Karton mit Luftlöchern finden. Und in diesem Karton sitzt ein kleines, flauschiges Tier, das einem Hasen ähnelt. An einem Zettel findet Joni die Info, dass es sich bei ihm um ein Inne handelt. Doch die Info hilft nicht wirklich weiter. Es schaut so traurig aus und Joni versucht alles Mögliche, um es glücklicher zu machen. Die Erwachsenen haben auch keine Zeit zu helfen, sodass Joni nichts Anderes übrigbleibt, als alles auszuprobieren. Er füttert es, er spielt mit ihm und baut ihm ein Häuschen. Erst das Kuscheln und Ruhen führen dazu, dass das Inne sich wohlfühlt. Und so kommen schließlich auch alle Erwachsenen dazu, um das Inne zu halten.
Die Botschaft ist wirklich schön transportiert und sagt den Kleinsten, dass an stressigen, wuseligen Tagen erst das glückliche Gefühl zurückkehrt, wenn man sich Ruhe gönnt. Die Bilder unterstreichen das zusätzlich. Sie haben viele Details auf den Seiten, wo es noch wuselig zugeht und alle Erwachsenen ihren Aufgaben nachgehen. Doch als Joni zur Ruhe kommt und das Inne kuschelt, rückt der Fokus der Bilder ebenso nur auf diesen Moment. Das finde ich wirklich gelungen. So verstehen auch die Kleinsten, was es bedeutet, ein Inne zu halten.

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Veröffentlicht am 25.08.2024

Beeindruckend – mehr kann ich nicht dazu sagen!

Zwischen den Welten
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Was passiert im Augenblick des Todes? Was denken und fühlen Menschen, die sterben? Und was glauben Menschen, die jeden Tag mit dem Tod zu tun haben, wie es nach dem Ableben weitergeht? Wenn man ganz ehrlich ...

Was passiert im Augenblick des Todes? Was denken und fühlen Menschen, die sterben? Und was glauben Menschen, die jeden Tag mit dem Tod zu tun haben, wie es nach dem Ableben weitergeht? Wenn man ganz ehrlich zu sich ist, gibt es vermutlich kaum jemanden, der sich diese Fragen nicht in irgendeiner Form schon mal gestellt hat. Auch ich, als Sachbuchliebhaber, habe mich mit ähnlichen Fragen schon beschäftigt, sodass mich Hadley Vlahos Buch Zwischen den Welten direkt angesprochen hat.
Bevor ich mit dem Lesen angefangen habe, habe ich zugegebenermaßen etwas Angst vor den Geschichten der Hospizschwester gehabt. Die Sorge bezog sich darauf, dass die Erzählungen mich in eine düstere Stimmung versetzen könnten oder es zu bedrückend sein könnte. Doch schon nach der ersten Geschichte konnte ich dies absolut verneinen. Mit Geschichten sind die Kapitel gemeint. Denn Vlahos präsentiert ihre 12 prägendsten Sterbefälle und deren Besonderheiten je in einem eigenen Kapitel. Schön an dieser Einteilung fand ich, dass die Leser jeden Sterbenden zu Beginn des Kapitels zunächst als Menschen sehen und sich ihm annähern können. Es fühlt sich beim Lesen vermutlich ähnlich an wie für die Hospizschwester, die zunächst auf einen Unbekannten trifft und ihn oder sie in kürzester Zeit sehr eng kennenlernt. Das hat die Beschreibungen des Sterbens und was dann vor sich geht auch um einiges persönlicher gemacht. Wer hier Sorgen hat, es könnte zu medizinisch oder zu gruselig werden, keine Sorge. Es geht hier hauptsächlich um die Menschen und deren Gefühle. Diese Erzählungen sind sehr behutsam, aber trotzdem sachlich realistisch. Für mich lag in jedem Kapitel eine versteckte Botschaft, über die ich für mein eigenes Leben nachgedacht habe und die mich in irgendeiner Form angeregt hat.
Am meisten in Erinnerung geblieben ist mir, dass fast alle Sterbenden kurz vor ihrem Ableben bereits verstorbene Angehörige oder Freunde sehen und dies als sehr beruhigend empfunden haben. Auch wie Vlahos hier Bezug nimmt auf ihre sonstigen Sterbefälle hat mir sehr gefallen. Denn sie schildert die Beobachtung, dass dies fast immer vorkommt und versucht sich an Erklärungen dazu. Sie lässt dabei aber das unerklärt, was sie selbst nicht begründen kann. Dieses Akzeptieren von Unerklärlichkeiten gefällt mir unheimlich gut und hat mir eine gewisse Gelassenheit mit diesem Thema vermittelt.
Besonders mochte ich aber auch die Ratschläge, die die Sterbenden aussprechen. Hier war eine junge, wunderschöne, schlanke Frau, die Hadley empfohlen hat, den Kuchen zu essen und nicht immer zugunsten der Figur zu verzichten. Das wirkt jetzt etwas skurril, aber im Kontext der Geschichte hat es mich richtig berührt. Es hat mich hinterfragen lassen, ob die Alltagsproblemchen mit Gewicht, Sportlichkeit, Schönheit und co. wirklich das sind, worauf es im Leben tatsächlich ankommt oder ob nicht jeder im Angesicht des Todes darüber lachen würde. Auch das wird mit so positiven Zwischentönen präsentiert, dass ich mich gerne habe inspirieren lassen über eigene Einstellungen und Glaubenssätze nachzudenken.
Alles in allem kann ich dieses Buch jedem empfehlen – egal, ob gläubig oder bekennender Atheist. Denn hier geht es nicht um etwas Spirituelles, sondern um eine sachliche Beschreibung dessen, was vor und während des Todes passiert. Und es geht eben auch darum, was davon erklärbar ist, und was wissenschaftlich gesehen ein Rätsel bleibt. Dieses Buch hat mich auch nach dem Lesen noch lange begleitet und nachhaltig zum Nachdenken gebracht.

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Veröffentlicht am 07.08.2024

Spannende Geschichte nicht nur für Pferdefans

Die Hofreiterin – Der Traum von Freiheit
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Dass Frauen für sich einstehen und ihren eigenen beruflichen Traum leben können, kommt uns heute, aus der eigenen Situation beurteilt, fast selbstverständlich vor. Wenn ich dann einen historischen Roman ...

Dass Frauen für sich einstehen und ihren eigenen beruflichen Traum leben können, kommt uns heute, aus der eigenen Situation beurteilt, fast selbstverständlich vor. Wenn ich dann einen historischen Roman wie diesen lese, schockiert es mich fast, wie viele Wege Frauen früher versperrt waren. Um diesen Umstand nicht zu vergessen, lese ich gerne historische Erzählungen mit starken Protagonistinnen, die schon damals für ihren Wunsch einstanden. Zu dieser Kategorie zählt die junge Irma Rehberger definitiv.
Sie will unbedingt bei ihrem Lipizzaner-Hengst Novio bleiben, der an die Wiener Hofreitschule verkauft wurde. Da sie ihrem Pferd am nächsten sein kann, wenn sie eine Ausbildung an der Hofreitschule zur Bereiterin macht, zieht sie aus der Steiermark nach Wien. Leider ist das Ausüben dieses Berufs bislang nur Männern erlaubt. Also gibt sie sich kurzerhand als Konrad aus und lebt dort als Mann. Von Intrigen, zwielichtigen Gestalten, über die Liebe bis hin zum Auffliegen ihrer falschen Identität erleben wir alles mit der jungen Frau. Ist sie anfangs noch etwas naiv, entwickelt sie sich im Verlauf der Geschichte immer mehr zu einer starken Frau, die kein Blatt vor den Mund nimmt, um ihren Weg zu gehen. Sie tut das, was sie als ihren richtigen Weg sieht, und schert sich wenig um Konventionen. Das hat sie mir direkt sympathisch gemacht. Und obwohl ich mich selbst nicht als Pferdenärrin bezeichnen würde, habe ich dieses Buch sehr gerne gelesen, weil ich es spannend fand, Irmas Weg zu verfolgen und zu beobachten, wie sie sich weiterentwickelt.
Auch die Liebesgeschichte, über die ich nicht zu viel verraten möchte, hat mich sehr gefesselt. Denn sie verläuft nicht so gradlinig, wie ich nach der ersten Hürde erwartet hatte, sondern auch hier habe ich mich durch einige nicht vorhersehbare Wendungen sehr gut unterhalten gefühlt.
Alles in allem haben mich vor allem Irmas Entwicklung und ihr unbändiger Wunsch überzeugt gepaart mit einer facettenreichen Beschreibung, wie man als Frau zu dieser Zeit eingeschränkt wurde in der Gesellschaft. Auch die Beschreibungen des gesellschaftlichen Lebens fand ich so gut nacherzählt, dass ich mich wirklich in die Zeit und in Irmas Situation hineinversetzen konnte. Von mir gibt’s also definitiv eine Leseempfehlung!

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