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Angelus_mortis

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Veröffentlicht am 05.02.2025

Die Schwesternschaft und das Erwachsenwerden

Wenn wir lächeln
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Schonungslos, direkt und eindringlich.

Mit ihrem Debütroman 'Wenn wir lächeln' könnte Mascha Unterlehberg mich durch die Gelungenheit des Romans und der authentischen Geschichte überzeugen.

Jara lernt ...

Schonungslos, direkt und eindringlich.

Mit ihrem Debütroman 'Wenn wir lächeln' könnte Mascha Unterlehberg mich durch die Gelungenheit des Romans und der authentischen Geschichte überzeugen.

Jara lernt die gleichartige Anto, als sie dreizehn waren, beim Fußballspielen kennen. Daraus entwickelte sich eine Freundschaft, die sich mit den Jahren zu einer Schwesternschaft entwickelt. Zusammen erleben sie große Meilenstein in ihren jeweiligen Leben; die Pubertät, Erwachsenwerden, nächtliche Ausflüge. Durch Anto wird sie in adrenalin- und wutgesteuerte Aktivitäten hineingezogen.Gemeinsam gehen sie durch dick und dünn. Bis am Ende alles eskaliert.

Der Roman ist keine leichte Kost, denn es behandelt Themen, wie Gewalt, Suizid und sexuelle Gewalt.

Der Schreibstil ist direkt und ausdrucksstark, dadurch wirkt die Geschichte authentischer. Die Kapitel sind sehr kurz, meist unter vier Seiten, sodass man durch das Buch fliegt.

Der Roman wurde die meiste Zeit aus der Sicht von Jara geschrieben. So kann man sich in sie als Person hineinversetzen und ihre Gefühle nachvollziehen. Als Protagonistin gefiel sie mir gut, da sie realistisch geschrieben wurde und einen interessanten Charakter hat.

Durch alle Faktoren ist es der Autorin gelungen, einen spannenden, authentischen Roman zu verfassen, der mich bereits nach den ersten paar Seiten überzeugt. Und glücklicherweise hat diese Begeisterung nicht nachgelassen.

Sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 01.02.2025

Das Leben von zwei unterschiedlichen Frauen

Halbe Leben
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Inhaltlich handelt es sich im Buch um die soziale Ungleichheit innerhalb den Ländern in Europa, und wie zwei Frauen ihr komplexes Berufsleben sowie Familienleben navigieren.
Der Roman beginnt mit dem Ende ...

Inhaltlich handelt es sich im Buch um die soziale Ungleichheit innerhalb den Ländern in Europa, und wie zwei Frauen ihr komplexes Berufsleben sowie Familienleben navigieren.
Der Roman beginnt mit dem Ende der Geschichte. Die 38 jährige Klara fällt auf einer Wanderung zu ihrem Tod. Mit ihr war nur die slowakische Pflegerin ihrer kranken Mutter, Paulina, ebenfalls 38. Im Laufe der Geschichte erfahren wir, wie es zu dieser Situation kam.
Nach dem Schlaganfall von Klara's Mutter, Irene, wird die Slowakin Paulina eingestellt, um Irene zu pflegen und Klara's Leben zu erleichtern.
Im Fokus der Geschichte steht die Beziehung zwischen Paulina und ihren Arbeitsgebern, und den Leben und Gefühlen der beiden Frauen, denn am Ende plagt das gleiche Problem die Frauen: die Zerrissenheit zwischen Familie und Beruf.
'Halbe Leben' veranschaulicht den inneren Konflikt von vielen Frauen, die zwischen Beruf und Familie schwanken. Es wird gezeigt, dass die Gesellschaft von Frauen, neben ihren Beruf korekt auszufüllen, ebenfalls erwartet wird, dass sie sich um ihre Familie kümmern und alle Probleme schultern sollen, ohne sich zu beklagen.
Viele können sich in dieser Geschichte identifizieren und man empfindet eine Art Solidarität, da die Leiden der modernen Frau so realistisch und präzise dargestellt wurden. Man kann mit ihnen fühlen und teilt den ein oder anderen Gedanken.
Meiner Meinung nach ist 'Halbe Leben' von Susanne Gregor ein gekonnter und gut gelungener Roman, mit ein paar leichten Mängeln, die man jedoch leicht übersehen kann.
Mein Fazit: Es ist ein toller, gelungener Roman, den man auf jeden Fall lesen sollte!

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Veröffentlicht am 15.11.2024

6 Verdächtige, ein Mörder

Suddenly a Murder - Mord auf Ashwood Manor
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Sechs Freunde, ein goldenes Messer, eine Leiche
Der Roman ‘Suddenly a murder‘ von Lauren Muñoz fällt in die Genre ‘Young Adult‘ und ‘Krimi‘. Es erschien 2024 im One-Verlag.

Intrigen, Reichtum und Skandale
Isadora, ...

Sechs Freunde, ein goldenes Messer, eine Leiche
Der Roman ‘Suddenly a murder‘ von Lauren Muñoz fällt in die Genre ‘Young Adult‘ und ‘Krimi‘. Es erschien 2024 im One-Verlag.

Intrigen, Reichtum und Skandale
Isadora, ‘Izzy‘, Morales wurde von ihrer besten Freundin Kassidy, sowie Chloe, Marlowe, Fergus und Ellison, ihre Klassenkameraden und Kassidy’s Freund, Blaine, auf eine von Kassidy organisierte 20er-Jahre-Party auf Ashwood Manor, Drehort von Kassidy’s und Izzy’s lieblings Schwarz-Weiß-Films zu all ihren gemeinsamen High-School-Abschluss. Alle außer Izzy gehören der ‘High-Society‘ an und sind umgeben von Reichtum, hunderten Gelegenheit und Skandalen.

Jeder hat ein Geheimnis, jeder hat ein Motiv, nur einer brachte das Messer
Als eines Tages Blaine, ermordet durch mehrere Messerstiche, in seinem Zimmer tot aufgefunden wir, fängt die Fassade der Traumparty zu bröckeln und entpuppt sich als Alptraum. Wie sich herausstellt waren die Freundschaften zwischen Blaine und den anderen und die Beziehung zwischen ihn und Kassidy nicht wie es zu sein scheinen und hatte tief verwurzelt Konflikte und Dramen. Alle hatten ein Motiv ihn ermordet zu haben, alle wollten Vergeltung und Rache ausüben.
Die Ermittlungen auf Ashwood Manor nehmen eine bizarre Wendung und immer mehr Geheimnisse aus der Vergangenheit werden gelüftet, bis alle Puzzleteile an der richtigen Stelle sind und der Mörder überführt werden kann.

Besonderheiten des Romans
Bis zur Tat und während den Ermittlungen würde jedes zweite Kapitel in der Vergangenheit verfasst. So kann man nachvollziehen was sich bis zum Mord ereignete. Die Erstauflage beinhaltet ein exklusives Page-Overlay, worauf alle sechs Freunde abgebildet sind. Izzy’s Kapitel wurden in der Ich-Perspektive verfasst, die Kapitel, in denen es um die anderen Charaktere geht, würde der Text in der dritten Person Singular verfasst.

Meine Meinung
‘Suddenly a murder‘ ist Spannung, Intrigen und Witz gefüllt. Ein überaus unterhaltsamer Jugend-Krimi mit einer außergewöhnlichen Handlung, den man nicht so schnell aus den Händen legen kann. Der Schreibstil ist flüssig und die Auswahl der Formulierung ist angemessen für eien Jugendroman. Die Autorin beschreibt Szenen sehr atmosphärisch und lebhaft, sodass man sich einfach in die Geschichte hineinzuversetzen kann.
Mein einziger Kritikpunkt ist, dass die Kommunikation zwischen den Charakteren fehlt und dadurch unnötig Konflikte und Streitereien entstehen. Oftmals fühlen sich die Charaktere etwas realitätsfern und hochnäsig an und ihre Rolle als Crème de la Crème der Gesellschaft ist manchmal etwas übertrieben dargestellt. So soll gezeigt werden, dass Izzy die einzige realitätsnahe Person unter den Freunden ist, was nicht stimmt. Sie soll ihren Freunden angeblich immer den besten Rat geben und ist die ‘Therapeutin‘ der Gruppe. Doch während der Geschichte fühlt sie sich eher distanziert, kalt und eingebildet an als freundlich und hilfsbereit. Die könnte man jedoch auf die ungewöhnliche Situation schieben, die sich auf Ashwood Manor abgespielt hat.
Dagegen ist der Autorin sehr gut gelungen, die Essenz eines gekonnten Jugend-Krimis einzufangen und ihren eigenen ‘Touch‘ hinzuzufügen. Die Plot-Twists am Ende des Romans hatte ich nicht kommen gesehen. Sie gaben den Roman ein gelungenes sowie ein offenes Ende.

Meine Bewertung
Trotz eines minimalen Kritikpunkts erhält ‘Suddenly a murder‘ 4 von 5 Sternen von mir. Bei dem Verhalten der Charaktere wäre noch etwas Luft nach oben, doch der Rest war meiner Meinung nach fast makellos. Es ist jedem Krimi-Enthusiasten ab 13 Jahren zu empfehlen, die einen spannenden Krimi haben wollen, den man nicht so schnell runterlegen kann. Eine klare Empfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 02.11.2024

Gemeinschaft, Freundschaft und schwere Schicksale

La Louisiane
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Im Jahre 1720 in Paris wurden Frauen unterschiedlichen Alters und Herkunft aus der Salpêtrière, der Ort an dem meist Frauen vom äußersten Rand der Gesellschaft oder auch gebildet Frauen oder Frauen, mit ...

Im Jahre 1720 in Paris wurden Frauen unterschiedlichen Alters und Herkunft aus der Salpêtrière, der Ort an dem meist Frauen vom äußersten Rand der Gesellschaft oder auch gebildet Frauen oder Frauen, mit denen ihre Familien nichts anfangen können, ausgewählt um in einem Land auf der anderen Seite des Atlantiks, die neu gegründete Kolonie aufrecht zu erhalten und Population zu erhöhen. Dort wurde leider nicht auf die Meinung der Frauen geachtet und sie wurden meist gegen ihren Willen nach Louisiana verschifft. Diejenigen die freiwillig die Last auf sich genommen haben würden mit falschen Versprechen gelockt.
Zentral verfolgen wir die Geschichte und Freundschaft dreier Frauen, Geneviève, Charlotte und Pétronille. Vom Aufenthalt in der Salpêtrière bis zu ihrem Leben in Louisiane verfolgen wir ihre Geschichte.

Man fühlt ihren Schmerz, ihre Trauer, ihre Freude und ihren Drang, um ihre Leben zu kämpfen. Die Charaktere sind sehr gut und komplex geschrieben. Jede der Frauen hat ihre eigene Meinung, Träume, Ambitionen und ihre eigenen Kämpfe und Fehltritte.

Der Roman 'La Louisiane' scheint mit einem neuen Licht auf den dunklen Aspekt dieser Zeit der Geschichte und bringt die vergessenen Schicksale der Frauen ans Licht.

Der Roman ist belehrend und informierend und zugleich unterhaltsam. Die Autorin hat einen guten Job geleistet die komplexen Gefühle der Figuren auf Papier zu fassen. Der Schreib- sowie Erzählstil ist angenehm und flüssig.

Ich finde 'La Louisiane' überaus empfehlenswert.
'La Louisiane' ist jedem zu empfehlen, der eine spannende sowie emotionale historische Lektüre lesen will.

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Veröffentlicht am 08.08.2024

Groteske Selbsthilfegruppe und 4 Probleme

Ein Mann zum Vergraben
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»Ein Mann zum Vergraben« ist eine elysisch unorthodoxe Geschichte. Es behandelt eine eher unglücklich Lage ungewöhnlich und fügt eine Prise Humor hinzu.

Während des Lockdowns verschlimmert sich Sally's ...

»Ein Mann zum Vergraben« ist eine elysisch unorthodoxe Geschichte. Es behandelt eine eher unglücklich Lage ungewöhnlich und fügt eine Prise Humor hinzu.

Während des Lockdowns verschlimmert sich Sally's häusliche Lage, da ihr Ehemann nicht mehr darauf achten muss, dass die Blutergüsse unauffindbar für das nackte Auge sind. Aus purer Angst und Verzweiflung zieht sie ihm die Bratpfanne über den Kopf, woran er sofort seinen Verletzungen erlegt. Nicht nur sie muss ihren frisch verstorbenen Ehemann entsorgen, sondern auch drei weitere Frauen. Zusammen versuchen sie einander zu helfen und eine plausible Erklärung auf die Frage nach dem Verschwinden ihrer Männer zu suchen. Dass diese eine begrenzte Zeit haben, ist alles andere als hilfreich.

Die Autorin wandelt düstere Szenen mit einem Hauch von Humor in amüsante Situationen um. Jedoch sind manche Passagen zu langatmig. Trotz dessen fand ich den Schreibstil recht angenehm.

Die Geschichte war von schwarzen Humor geprägt und sorgt deswegen für bizarre Abschnitte im Buch. Leider waren manche Stellen teils vorhersehbar, doch die überaus gut ausgearbeitete Dynamik der vier Frauen macht diesen kleinen Makel wett.

Für Leute die schwarzen Humor schätzen ist diese Buch definitiv lesenswert!

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