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Veröffentlicht am 16.03.2025

Magisches Setting, nervige Protagonistin

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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"What the river knows" von Isabel Ibanez hat mich in erster Linie angezogen, weil es in Ägypten spielt. Mit diesem Land verbinde ich soviel Magie, Macht und Willensstärke und liebe die Stories dort.
Dass ...

"What the river knows" von Isabel Ibanez hat mich in erster Linie angezogen, weil es in Ägypten spielt. Mit diesem Land verbinde ich soviel Magie, Macht und Willensstärke und liebe die Stories dort.
Dass Magie in diesem Buch vorkommt, verriet schon der Klappentext. Ich dachte an Gruften mit Fallen, kraftgebende Amulette und Flüche, Was ich bekam, waren alltägliche Objekte, die Sachen erwärmen, schrumpfen, zum Leuchten, etc bringen konnten. Diese Art von Magie, im Kontext von Ägypten fand ich schon nahezu lächerlich. Glücklicherweise nahm es nicht allzu viel Raum ein.
An die Protagonistin Inez musste ich mich erst gewöhnen - bis ans Ende des Buches. Ihre Story beginnt in ihrer Heimat Argentinien und findet ihren Weg zu ihrem Onkel nach Ägypten. Von Anfang an ist sie dort naiv und vor allem respektlos. Sie kennt ihren Platz nicht, denkt kein zweites Mal nach und rennt mit dem Kopf durch die Wand. Lieben wir starke Protagonisten? Yes, auf jeden Fall! Aber nachdenken dürfen sie schon.
Aber da bleibt ja noch Ägypten mit seiner verschollenen Cleopatra. Da bleiben die Ausgrabungen, Schifffahrten auf dem Nil und Grabraub. Vieles, was mich so begeistert und schon Magie an sich ist, ist in diesem Buch vorhanden. Das Setting war traum- und lebhaft. Ich konnte mich reinfühlen, wie es an einer Grabungsstätte sein muss. Das taktische Denken, die dreckige Arbeit, die Dokumentation. Es gibt viele Geheimnisse, Intrigen und Verstrickungen, die ich unbedingt gelöst sehen möchte. Gerade der letzte Satz lies mich schockiert zurück und lässt mich Band 2 entgegenfiebern.
unerwartet kam für mich auch das Finale. Eine so düstere und actiongeladene Verstrickung hätte ich der Autorin zunächst gar nicht zugetraut. Sie überrascht mich mit einer Grenzlosigkeit, die dem Abenteuer und der damaligen Zeit völlig gerecht werden.
Insgesamt kann ich das Buch empfehlen, warne aber explizit vor einer nervigen Protagonistin. Wer mit ihr klar kommt, wird das Buch sicherlich mögen.

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Veröffentlicht am 13.08.2024

Männliche Sicht auf die Generation "Millenials"

Geile Zeit
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In einer Zeit, in der sich niemand entscheiden kann, wann Generation X in Y und Z übergeht, kategorisierte mich Seydack gerade noch so in die Y - die Millenials - ein und tatsächlich fand ich mich - trotz ...

In einer Zeit, in der sich niemand entscheiden kann, wann Generation X in Y und Z übergeht, kategorisierte mich Seydack gerade noch so in die Y - die Millenials - ein und tatsächlich fand ich mich - trotz spätem 90er Jahrgang - noch sehr in diesem Buch wieder. Es war eine kurze Ode an die Generation der Systemkämpfer. Ein Mix aus Leichtigkeit und Frustration. Seydack rollt alles von Anfang an auf. Er erzählt über die leichten Kinder- und Jugendtage, die getrübt wurden von 9/11 und dem Erwachsen werden in einer Zeit, in der jede Jobsuche und die Selbstfindung ein einziger Kampf ist. Wir sind die vergessene Generation, die irgendwo zwischen Wiederaufbau und Weltumschwung steht.
Das Buch ist unterteilt in eine Autobiographie und einen Generationsüberblick, wobei sich beides für mich gleich angefühlt hat. Ich hatte erwartet, dass nach dem biografischen Teil ein kleines Resümee der Generation folgt, doch auch im zweiten Teil wirkte es primär wie ein Fortschreiben von Seydacks privatem Leben. Natürlich fand ich mich in ICQ-Gesprächen und überzogenen Streichen wieder, doch empfand ich das Buch gerade im ersten Teil als zu stark geschlechtergeprägt. Was mich als Generation vertreten soll, vertrat in vielen Aspekten primär die männliche Seite der Generation und vor allem nur die deutsche Weltsicht. Kritik am System oder eine Analyse über Deutschland hinaus sucht man vergeblich.
In der zweiten Hälfte folgten einige starke Statements, die mich mein Leben auf eine andere Art haben sehen lassen. Nie wäre mir in den Sinn gekommen, dass wir eine vergessene Übergangsgeneration sind, doch es stimmt. Und alles, was einem zum Nachdenken anregt, verdient Aufmerksamkeit. Somit kann ich das Buch als lustige, traurige und kurzweilige Anekdote ans Leben weiterempfehlen, die zwar mit Längen aufschlägt und vielleicht nicht immer so repräsentabel/reepräsentativ ist, wie erhofft, aber am Ende verdeutlicht, dass wir eine gemeinsam kämpfende Generation sind, gespickt mit Unmengen Individuen, die alle ihre eigene kleine Geschichte erzählen.

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Veröffentlicht am 08.08.2024

Zu viele HP-Parallelen, dennoch Lust auf Band 2

School of Myth & Magic, Band 1 - Der Kuss der Nixe
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Bereits mehrere Bücher der Autorin durften bei mir über die Jahre einziehen und ich liebe Jagers fantastische Welten. Umso mehr freute ich mich auf ihre Schule der magischen Wesen und vielleicht war es ...

Bereits mehrere Bücher der Autorin durften bei mir über die Jahre einziehen und ich liebe Jagers fantastische Welten. Umso mehr freute ich mich auf ihre Schule der magischen Wesen und vielleicht war es diese Vorfreude, die mich nun mit Kritik am Buch zurück lässt.

Der Einstieg geht wahnsinnig schnell. Es bedarf nur weniger Seiten bis zu Devins alles veränderndem Erlebnis. H2O plötzlich Meerjungfrau, doch obwohl Devin nicht direkt begreift, was da mit ihr geschieht, vertraut sie zwei völlig fremden Menschen fast blind und folgt ihnen in die School of Myth and Magic. Dieser Verarbeitungsprozess erlebte ich als viel zu schnell und nicht authentisch.
In der Schule angekommen ging es direkt mit Mobbing los, weil Devins Fähigkeiten sehr spät zum Vorschein kamen. Mittlerweile rolle ich regelmäßig innerlich die Augen, wenn es zu grundlosem Mobbing kommt. Für mich wirkt es in vielen Bücher zu inszeniert. Es besserte sich auch nicht, als die beliebteste Person der Schule mit Devin abhängt und sie dennoch keinerlei Statuserhebung dadurch erlebte.
Die Schule bietet viele magische Aspekte und gerade die Nixenquartiere sprühten vor Ideenreichtum. Allerdings kam ich nicht drum herum, an vielen Stellen die Parallelen zu Harry Potter zu sehen. Das Rad kann nicht neu erfunden werden, doch mit der Magiepolizei, der Schließung der Schule und Schüler, die wegen einer Bedrohung nach Hause fahren, kam ich nicht drum herum, an die Kammer des Schreckens zu denken. Vor allem, als nach und nach Schüler von einem Wesen außer Gefecht gesetzt auf die Krankenstation geliefert werden - unter anderem eine befreundete Person von Devin. Klingt sehr ähnlich.
Ihre Fähigkeiten lernt Devin sehr schnell - zu schnell? Es entsteht ein Konzept, welches sehr viel Potenzial hat. Spannend geschrieben Szenen tragen mich durch das Buch und die Neugierde, das Geheimnis um die verschiedenen Magiegruppen endlich zu lösen. Und mit einem Cliffhanger als Ende bleibt nur zu sagen: Mit vollstem Vertrauen an die Autorin, werde ich dennoch zu Band 2 greifen.

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Veröffentlicht am 03.06.2024

Einigen Themen fehlt der Tiefgang

The Brightest Colours
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Nach dem traumhaften Abenteuer in Mailand wollte und konnte ich die Band "Parallel" noch nicht hinter mir lassen.

In Band 2 beleuchtet Atkin das Bandmitglied Roan und seine Make-Up-Artist Mia, in einem ...

Nach dem traumhaften Abenteuer in Mailand wollte und konnte ich die Band "Parallel" noch nicht hinter mir lassen.

In Band 2 beleuchtet Atkin das Bandmitglied Roan und seine Make-Up-Artist Mia, in einem liebevollen Friends-to-Lovers Plot, mit einer messerscharfen Feindin.

Mia und Roan sind seit Kindheitstagen beste Freunde und das spürt man in jedem Satz, in jeder Begegnung. Sie verbringen jede freie Minute miteinander - was süß und etwas abhängig zur selben Zeit ist - und können sich ohne viele Worte lesen. Umso mehr irritierte es mich, als dann die ersten Probleme zu kochen anfingen und die Protagonistin nicht mehr mit ihrem besten Freund redete.

Mia gerät in einen Strudel medialer Attacken, in den unschönsten Worten. Der Leser erlebt, wie schnell Presse und Internet sich wie Haie auf eine ihnen fremde Person stürzen können und diese Szenen zu lesen, war für mich mehr als unangenehm. Durch die sehr negativen Artikel drängen die verschiedensten Themen an die Oberfläche: Eine Körperbildstörung, Legasthenie, sowie einige wechselnde Partnerschaften. Alles Themen, die mehr Tiefgang im Buch verdient hätten. Die Chance wurde leider nicht vollends ausgeschöpft und der insistierte Kontaktabbruch war für mich fehl am Platz. Zudem gab es einige Unstimmigkeiten bezüglich der Presse, die mich ins Stocken brachten.

Abschließend ist "The brightest colours" für mich, trotz allem Wirbel, eine Cozy-Romance, in der ich mich wohl fühlen konnte. Einige Szenen wirkten für mich jedoch unausgereift und konnten mich leider nicht abholen. Auf das Finale freue ich mich dennoch sehr.

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