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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.08.2024

Bildhübscher Einstieg in Austens Welt

Stolz und Vorurteil - Die Graphic Novel nach Jane Austen
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Vorab muss ich mich wohl direkt outen: Ich habe bislang weder das Buch der weltweit bekannten Autorin gelesen, noch die Verfilmung gesehen.
Dementsprechend empfand ich es als super Idee, mir die Geschichte ...

Vorab muss ich mich wohl direkt outen: Ich habe bislang weder das Buch der weltweit bekannten Autorin gelesen, noch die Verfilmung gesehen.
Dementsprechend empfand ich es als super Idee, mir die Geschichte als Graphic Novel näher zu bringen und ich wurde nicht enttäuscht. An einem Abend las ich die Geschichte rund um Elizabeth und Mr. Darcy durch. Die Zeichnungen waren wunderschön gestaltet und mit Liebe wurden die wichtigsten Szenen ausgesucht.
Als Neuling hatte ich dennoch so meine Schwierigkeiten. Oftmals gab es Zeitsprünge und Cuts in den Szenen. Ich musste mich danach in einer neuen Situation wiederfinden, was kurze Zeit in Anspruch nahm. Zusätzlich glichen sich die Schwestern der Familie Bennet enorm, sodass ich manchmal nur am Text ausmachen konnte, wen ich nun vor mir hatte.
Dennoch konnte das Buch gut die Zustände der damaligen Zeit vermitteln. Es wurden die gesellschaftlichen Strukturen von damals thematisiert, sowohl die Liebe mit ihren Höhen und Tiefen und unerwarteten Wendungen. Für einen ersten Einstieg ist die Graphic Novel gelungen und verführt zu einem direkten Griff nach Jane Austens Werk.

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Veröffentlicht am 08.08.2024

Außergewöhnliche Fantasy in historischem Setting

Der Vertraute
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Gute Fantasy, gemischt mit akkurater Geschichte, hebt dieses Genre jedes Mal auf eine ganz neue Ebene.

Bardugo erzählt in einem ruhigen, aber doch unheilvollen Stil die Geschichte der jungen Luzia, die ...

Gute Fantasy, gemischt mit akkurater Geschichte, hebt dieses Genre jedes Mal auf eine ganz neue Ebene.

Bardugo erzählt in einem ruhigen, aber doch unheilvollen Stil die Geschichte der jungen Luzia, die aus ihren "milagritos" (kleine Wunder) "granmilagros" zaubert. Ihre Entwicklung im Buch ist einzigartig. Sie ist ein unscheinbares Küchenmädchen, welches immer gezeigt bekam, nichts wert zu sein. Sie musste ducken und dienen, doch auf einmal bekommt sie Macht. Dies weckt in ihr einen neuen Glauben an sich selbst, aber dennoch schleichen sich immer die alten Muster, die alten Denkweisen ein und ich mochte, dass dies so realistisch dargestellt wurde.
Trotz des ruhigen Erzählstils bietet die Geschichte jede Menge Höhen. Die Charaktere waren von vornerein alle richtig einzuschätzen und dennoch schwebt auf jeder Seite eine Düsternis mit, die einen alles erwarten lässt. Und so passieren Attentate, Morde und Hinterhalte. Es wird leicht politisch und hoch magisch.

Zwischendurch hatte das Buch seine Längen, ohne dass ich abbrechen wollte. Es passierte relativ wenig, sodass ich von Prüfung zu Prüfung hin fieberte. Bardugos Erzählstil bleibt dabei einzigartig. Dennoch hätten das Tournament und die Beziehung zwischen den Teilnehmern noch tiefer gehend thematisiert werden können.

Auf eine Liebesgeschichte wurde ebenfalls nicht verzichtet. Aus meiner Sicht nicht unbedingt nötig, doch Luzia schöpft ihre Kraft hieraus und sie hat ihren berechtigten Anteil an der Geschichte.

Es war mein erster Roman von der Autorin, aber definitiv nicht mein letzter. Eine Empfehlung für die Fantasyliebhaber*innen unter uns.

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Veröffentlicht am 01.06.2024

Kurzrezension

Alice in La La Land
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Mein erstes Buch der Autorin habe ich ziemlich schnell verschlungen. Locker, leicht ist der Schreibstil und trägt einen förmlich durchs Buch. Die Protagonistin Alice ist auf der Suche nach ihrem leiblichem ...

Mein erstes Buch der Autorin habe ich ziemlich schnell verschlungen. Locker, leicht ist der Schreibstil und trägt einen förmlich durchs Buch. Die Protagonistin Alice ist auf der Suche nach ihrem leiblichem Vater und übergeht dabei so einige Grenzen. In der zweiten Perspektiven haben wir Dylan, der als Schauspieler gefeiert wird, aber nicht glücklich ist. Beide lernen für sich einzustehen, stoßen auf Ablehnung und auf Liebe. Klingt erstmal nicht, als wäre das Rad neu erfunden worden, aber das Rad wird auf eine wunderbare Weise erzählt.

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Veröffentlicht am 01.06.2024

Kurzrezension

Der Rote Palast
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Direkt ein guter Start in das neue Lesejahr. "Der rote Palast" ist von Anfang bis Ende spannend und führt den Leser ein in die damaligen Machtverhältnisse und die Kultur Koreas.
Die Protagonistin folgt ...

Direkt ein guter Start in das neue Lesejahr. "Der rote Palast" ist von Anfang bis Ende spannend und führt den Leser ein in die damaligen Machtverhältnisse und die Kultur Koreas.
Die Protagonistin folgt ihrer Leidenschaft und geht damit gewisse Risiken ein, die extra Spannung erzeugen. Zudem gibt es eine kleine, leise Liebesgeschichte und Familienkonflikte.
Das Buch liest sich sehr zügig und findet genauso zügig ein Ende. Dies hätte noch ausführlicher sein können. Insgesamt eine Empfehlung.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Interessantes Gedankenexperiment

Die Namen
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Kennen wir nicht alle diese Momente, in denen wir bei einem Beruf denken: „Der Name passt perfekt dazu“? Ein Gedanke, zu dem es sogar Forschung gibt, dem ich aber in einem Roman bisher noch nie begegnet ...

Kennen wir nicht alle diese Momente, in denen wir bei einem Beruf denken: „Der Name passt perfekt dazu“? Ein Gedanke, zu dem es sogar Forschung gibt, dem ich aber in einem Roman bisher noch nie begegnet bin. Genau hier setzt dieses Buch an. Die Grundidee ist außergewöhnlich spannend, die Umsetzung erfrischend anders.

Der Vater möchte aus Tradition, dass sein Sohn Gordon heißt. Die kleine Tochter findet Bear wunderbar. Die Mutter hingegen wünscht sich einen Namen, der ihrem Sohn größtmögliche Freiheit zur eigenen Entwicklung lässt: Julian.

Der Roman entwickelt daraus ein faszinierendes Gedankenspiel. In siebenjährigen Abständen begleiten wir drei mögliche Lebenswege: Gordon, Julian und Bear wachsen in parallelen Realitäten auf. Und immer wieder ertappte ich mich dabei, wie stimmig mir die von der Autorin entworfenen Lebenswege zu den jeweiligen Namen erschienen. Dabei vermeidet sie es, eindeutige Zusammenhänge zu formulieren. Als Leser*in ist man selbst gefragt: Welche Bedeutung messe ich einem Namen bei? Wie sehr beeinflusst er meine Wahrnehmung?

Besonders eindrücklich ist die Figur des Vaters. Ein angesehener Arzt, der Traditionen hochhält und der selbst scheinbar keine Wahl hatte. Oder vielleicht doch? Früh zeigt sich seine gewaltvolle Seite, die für die weitere Entwicklung zentral wird. Plötzlich stehen die Namen nicht nur für Identität, sondern die Frage, ob Namen ein Teil unserer DNA sind: Der traditionsreiche Name wird mit Härte und Gewalt verknüpft, der neutrale mit Entscheidungsfreiheit, der kindlich-niedliche mit Sanftheit. Die Frage drängt sich auf, ob sich ein Lebensweg dem Namen beugt.

Ich habe das Buch sehr gern gelesen. Jeder der drei Lebenswege besitzt spannende wie auch ruhigere Passagen. Die kurzen Kapitel sind präzise erzählt und halten das Tempo hoch. Mitunter fiel es mir schwer, die einzelnen Entwicklungen auseinanderzuhalten, da sich stets drei Perspektiven über denselben Zeitraum entfalten.

Insgesamt ist es ein psychologisch kluger, nachhallender Roman. Ein spannender Blick auf Identität, Prägung und die Frage, wie viel unseres Lebens wir selbst bestimmen.

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