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Gisel

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Veröffentlicht am 24.08.2024

Gut und Böse neu entdecken

Long Live Evil
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Rae ist todkrank, sie liegt im Sterben. Da erhält sie eine zweite Chance: Sie wird Teil in der Welt ihrer Lieblings-Fantasy-Buchreihe. Plötzlich steht sie als Schurkin ihrem Schwarm gegenüber und soll ...

Rae ist todkrank, sie liegt im Sterben. Da erhält sie eine zweite Chance: Sie wird Teil in der Welt ihrer Lieblings-Fantasy-Buchreihe. Plötzlich steht sie als Schurkin ihrem Schwarm gegenüber und soll am nächsten Morgen exekutiert werden. Doch Rae schafft es, die Geschehnisse so umzudeuten, dass sie eine bedeutende Rolle in der Geschichte erhält. Bald aber muss sie erkennen, dass die Story und die Charaktere darin ein Eigenleben entwickeln. Obwohl sie an ihrem Ziel festhält, muss sie immer mehr darum kämpfen, dieses zu erreichen - und das immer noch als Schurkin im gesamten Geschehen.

Wer wollte nicht im eigenen Lieblingsbuch eine Hauptrolle spielen und seinem Lieblingsschwarm gegenüberstehen? Rae erhält diese Chance, und dabei überlappen sich die Geschichte ihres eigenen Lebens und die ihrer Lieblingsfiktion. Durch die vielen handelnden Personen des Romans fiel mir der Einstieg in das Buch nicht ganz leicht, vor allem da einige Charaktere auch noch einen zweiten Namen führen und diese beiden abwechselnd verwendet werden. Hier habe ich mir immer wieder eine Personenliste gewünscht, vor allem am Anfang. Die fiktive Welt von Themesvar, in der Rae landet, ist spannend ausgestaltet, sie birgt einige Gefahren - vor allem für die Schurken der Geschichte. Aber nicht nur für den kämpferischen Hintergrund der Geschichte ist gesorgt, sondern auch für den romantischen Rahmen, denn Rae hat nicht nur Pläne in dieser fiktiven Welt, sondern begegnet immer wieder dem Schwarm ihrer Träume. Was aber, wenn der Plot der Geschichte sich nicht an den vorgegebenen Gang der Dinge hält? Hier muss Rae immer wieder improvisieren - und der Leser wird immer wieder neu überrascht davon, in welche Richtung sich das Geschehen wendet. Auch wenn manche Passage etwas langatmig geriet, wollte ich deshalb immer wissen, wie es nun weitergeht. Die beigefügte Landkarte hilft, das Geschehen besser zu verstehen. Das Ende hat mich völlig überrascht, und doch war es genau richtig für dieses Buch.

Dieser Roman spielt mit den verschiedensten Klischees und Fiktionen und verdreht dabei Gut und Böse auf eine äußerst überraschende Weise. Das zu entdecken hat mir richtig viel Spaß gemacht. Allerdings muss einem dieser Stil auch liegen, ich könnte mir also vorstellen, dass das nicht jedermanns Geschmack ist. Das Buch hat noch etwas Potenzial nach oben, so dass ich sehr gerne 4 von 5 Sternen gebe.

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Veröffentlicht am 13.08.2024

Die Magie des Silberdrachens

Dragon Girls – Willa, der Silberdrache
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Willa ist eine von drei Glitzerdrachen, jede von ihnen trägt eine mächtige Magie in sich. Nachdem die drei bereits einmal die Baumkönigin gerettet haben, ereilt sie nun ein neuer Auftrag, der vorrangig ...

Willa ist eine von drei Glitzerdrachen, jede von ihnen trägt eine mächtige Magie in sich. Nachdem die drei bereits einmal die Baumkönigin gerettet haben, ereilt sie nun ein neuer Auftrag, der vorrangig an Willa geht: Ein neuer Zaubertrank muss her. Doch Willa zweifelt immer wieder an sich selbst. Kann sie diesen Auftrag so beenden, dass der Wald gerettet werden kann?

Die drei Glitzerdrachen sind im richtigen Leben wie auch in der magischen Welt beste Freundinnen, und in beiden Welten ergänzen sie sich bestens. War im vorherigen Band Azmina im Fokus des Geschehens, ist es diesmal Willa, der Silberdrache. Die Geschichte erzählt von einer besonderen magischen Welt, und wie im richtigen Leben ist Freundschaft ein wichtiges Thema. Hier spiegelt das Buch die Interessen der Zielgruppe, junge Leserinnen ab 7 Jahren, die sich für fantastische Welten und für Magie interessieren. Das Buch eignet sich bestens zum Vorlesen, aber auch zum Selberlesen für junge Erstleserinnen, denn die kurzen Kapitel, die größere Schrift, der eher einfach gehaltene Text wie auch die fantasievollen Illustrationen regen zum Lesen an und halten die Spannung bis zum Schluss der Geschichte. Die beigelegte Glitzersammelkarte ist ein zusätzlicher Anreiz zum Lesen des Buches wie auch der gesamten Reihe.

Diese magische Geschichte um die Dragon Girls ist perfekt auf die jungen Leserinnen zugeschnitten. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 13.08.2024

Actionreiche Werwolfsfantasy

Die Oaknight-Chroniken (Bd. 1)
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Die adeligen Zwillinge Scott und Scarlett stammen von einer langen Linie von Werwolfjägern ab. Als ihre Eltern überraschend von einem Auftrag nicht zurückkommen, sind nun Scott und Scarlett zuständig für ...

Die adeligen Zwillinge Scott und Scarlett stammen von einer langen Linie von Werwolfjägern ab. Als ihre Eltern überraschend von einem Auftrag nicht zurückkommen, sind nun Scott und Scarlett zuständig für das Aufspüren von Werwölfen. Familienbutler Hamish ist ihnen dabei behilflich. Als ein Auftrag die beiden in das Dorf führt, in dem ihre Eltern zuletzt lebend gesichtet wurden, brechen sie auf, um dort nachzuforschen. Dabei stoßen sie auf die Spur einer legendären Bestie…

Scott und Scarlett haben ein sehr inniges Verhältnis als Zwillingskinder, das umso mehr, als ihre Eltern kaum für sie da waren. Vieles ist geheimnisvoll um den Auftrag als Werwolfjäger, und so erstaunt es auch nicht wirklich, dass es noch so einige Geheimnisse zu entdecken gilt für Scott und Scarlett – Geheimnisse, von denen der Butler teilweise Bescheid weiß. Damit werden verschiedene Handlungsebenen gelegt, die zu mehreren Erzählfäden führen. Nach und nach werden immer neue Geheimnisse aufgedeckt, die die Neugierde des Lesers weiterhin bei der Stange halten. Immer wieder ergeben sich dabei neue Perspektiven auf die Jagd nach den Werwölfen, ein neuer Twist des Geschehens bringt den Leser immer wieder aufs Neue zum Grübeln. Dennoch hat die Geschichte auch einige Längen, so manches davon hätte man etwas kürzen können. Mir persönlich war der Kampf auch etwas zu ausführlich beschrieben, aber das ist nun mal Geschmackssache, es gibt sicher andere Leser, die diese Passagen mit Genuss gelesen haben. Ergänzt wird die Erzählung von Illustrationen, die den gefährlichen Eindruck der Werwölfe bestens wiedergeben. Das Buch wird empfohlen ab einem Alter von ca. 12 Jahren, wobei ich gerade die Kampfszenen wie auch die Illustrationen hier etwas sehr martialisch empfinde.

Mir hat dieser Roman trotz einiger Längen einige spannende Lesestunden beschert. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 07.08.2024

Dubiose Geschehnisse am Gardasee

Was der See birgt
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Gianna Pitti ist Polizeireporterin der Lokalzeitung und deshalb sofort dabei, als im Jachthafen von Riva ein Toter aufgefunden wird. Umso größer ist ihr Entsetzen, als sie merkt, dass sie den Toten kennt. ...

Gianna Pitti ist Polizeireporterin der Lokalzeitung und deshalb sofort dabei, als im Jachthafen von Riva ein Toter aufgefunden wird. Umso größer ist ihr Entsetzen, als sie merkt, dass sie den Toten kennt. Wie selbstverständlich beginnt sie auf eigene Gefahr zu ermitteln. Dabei erhält sie unerwartet die Hilfe der Chefredakteurin Elvira wie auch ihres Onkels Francesco. Die Spuren führen zur ehemaligen Residenz des Schriftstellers Gabriele D‘Annunzio, dort scheint es nicht ganz mit rechten Dingen zuzugehen. Was Gianna bei ihren Recherchen ausgräbt, scheint zu immer mehr Rätseln zu führen. Sie muss sich bald fragen, was das alles mit ihrer eigenen Familie zu tun hat…

Das Buch ist der Auftakt einer Krimi-Reihe am Gardasee. Zunächst war es etwas weit hergeholt, dass nicht die Ermittlungen der Polizei im Mittelpunkt stehen, sondern die der Polizeireporterin. Doch genau das hat später den Blick geöffnet für all die Verwicklungen, die wohl auch Giannas Familie betreffen. Was anfangs ein bisschen dahin plätschert, nimmt aber bald Fahrt auf, der Spannungsbogen zieht an, so dass ich ab einem bestimmten Punkt das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte. Als weiterer Akteur erscheint die Gegend am Gardasee, hier kommen leichte Urlaubsgefühle auf.

Dieser Regionalkrimi erzählt einen Cosy Crime mit viel Gardasee-Atmosphäre und verwickelt einen Geheimbund in das Geschehen mit ein. Mit der Geschichte um das Verschwinden von Giannas Vater bleiben noch einige Fragen offen, die wohl in den weiteren Büchern der Reihe zum Tragen kommen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 04.08.2024

Roman nach wahren Begebenheiten

Zeit zu verzeihen
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Zu Kriegsende werden deutsche Frauen und Kinder angeblich aus Ostpreußen nach Deutschland gebracht. Doch die Züge gehen tatsächlich nach Russland. Die junge Mutter Rosa versucht mit letzter Kraft, mit ...

Zu Kriegsende werden deutsche Frauen und Kinder angeblich aus Ostpreußen nach Deutschland gebracht. Doch die Züge gehen tatsächlich nach Russland. Die junge Mutter Rosa versucht mit letzter Kraft, mit ihren drei Söhnen zu fliegeh, ahnt jedoch, dass der Zug nicht wirklich in den Westen geht. Auf der Toilette findet sie ein Baby, das von seiner Mutter getrennt wurde, als sie in den Zug einsteigt. Das Baby findet neue Eltern. Jahre später treffen sich die inzwischen erwachsenen Kinder Clara und Viktor und verlieben sich ineinander. Doch Clara lebt in der DDR, Viktor im Westen. Clara möchte mit Viktor flüchten, doch das misslingt und Clara landet im Gefängnis Hoheneck. Dort erlebt sie furchtbare Monate und bringt ihr Baby auf die Welt. Es scheint, als ob den beiden Liebenden und ihrem Kind kein gemeinsames Leben gegönnt werden soll.

Die Bestseller-Autorin Hera Lind erzählt eine Geschichte über zwei Liebende, die schon als Kleinkind Furchtbares erleben mussten und in den Zeiten der DDR eine Familie gründen wollen. Doch sie stoßen auf größten Widerstand. Die Geschichte wird spannend erzählt, man fragt sich immer wieder, wieviel Leid ein Mensch ertragen kann und wie es weitergehen wird. In einem Nachwort schreibt die Autorin, dass sie den Plot der Geschichte aus wahren Erlebnissen mehrerer Personen gewebt hat. Das habe ich während des Lesens gespürt, mir war es fast zu viel Leid, das die Charaktere dieser Geschichte zu ertragen hatten. Die Geschehnisse werden in einer einfachen Sprache erzählt, man meint die Protagonisten selbst reden zu hören. Obwohl die Geschichte aus mehreren Sichtweisen erzählt wird, ist mir der Roman doch ein bisschen zu pathetisch erzählt und drückt m.E. etwas zu sehr auf die Tränendrüse. Dabei gibt es allerdings auch einige Passagen, die schwer zu lesen sind, wie z.B. die Erlebnisse von Claras Mutter in ihrer Verschleppung nach Russland oder Claras Zeit im Gefängnis Hoheneck. Es sind genau die Passagen, die so sehr realistisch erscheinen, dass sie erdrückend wirken.

Auch wenn es für mich ein paar Kritikpunkte gibt, hat mir der Roman äußerst spannende Lesestunden beschert. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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