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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.08.2024

Durch die Kraft des Lesens zurück ins Leben

Die Tage in der Buchhandlung Morisaki
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Takako ist 25 Jahre alt, lebt in Tokio und hat einen Job und festen Freund. Als dieser beschließt, jemand anderen zu heiraten, bricht für sie eine Welt zusammen. Sie kündigt ihren Job und ihre Mutter schickt ...

Takako ist 25 Jahre alt, lebt in Tokio und hat einen Job und festen Freund. Als dieser beschließt, jemand anderen zu heiraten, bricht für sie eine Welt zusammen. Sie kündigt ihren Job und ihre Mutter schickt sie zu ihrem Onkel. Der bietet ihr an, über seinem Antiquariat für Bücher zu wohnen und dort auszuhelfen. Notgedrungen nimmt sie das Angebot und entdeckt nach und nach die Welt der Bücher und findet zurück ins Leben.

Alleine das Cover ist wunderschön gestaltet, als buchverliebter Mensch geht einem das Herz auf. Da das Buch recht kurz ist, kann man es gut an ein oder zwei Nachmittagen lesen.
Die Handlung plätschert vor sich hin, es gibt nicht wirklich Spannung oder große Plottwists, aber das ist auch in Ordnung. Das Buch lebt von seiner Sprache und der Geschichte um Takako, die fein nuanciert erzählt wird. Ebenso die Charaktere werden liebevoll mit ihren Eigenheiten und Details beschrieben. Einzig der zweite Teil des Buches hat mir nicht so gut wie der erste Teil gefallen, er zieht sich etwas in die Länge.
Das Buch beschreibt liebevoll, wie die Welt der Bücher einen Menschen zwar nicht heilen kann, aber doch helfen kann, ins Leben zurückzufinden. Auch die Gemeinschaft der Kunden der Buchhandlung Morisaki trägt dazu bei. Bücher verbinden Menschen, das beschreibt der Autor hier ganz wundervoll.

Von mir eine Empfehlung für alle, die ein kurzweiliges Lesevergnügen suchen und die Welt der Bücher lieben. Auch als Geschenk für einen Buchliebhaber kann ich mir das Buch sehr gut vorstellen.

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Veröffentlicht am 14.08.2024

Vier Mal Leben und Lieben in einem Sommer

Die vier Jahreszeiten des Sommers
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Es wird ein Tag im Sommer beschrieben am Strand von Le Touquet im Sommer, genauer am 14. Juli 1999. Vier verschiedene Personen, die nichts miteinander gemeinsam haben, sind die Protagonisten der Geschichte. ...

Es wird ein Tag im Sommer beschrieben am Strand von Le Touquet im Sommer, genauer am 14. Juli 1999. Vier verschiedene Personen, die nichts miteinander gemeinsam haben, sind die Protagonisten der Geschichte. Sie sind in verschiedenem Alter und stehen für verschiedene Stadien der Liebe. Durch Zufälle streifen die vier Personen einander.

Ich hatte von Grégoire Delacourt vorher noch nichts gelesen. Ich hatte einige Probleme, in die Geschichte reinzukommen, weil Delacourt so bildhaft, fast schon poetisch schreibt. Die Geschichte der vier Personen wird in jeweils einem Kapitel an diesem Sommertag beschrieben. Das Buch ist feinfühlig, emotional und tiefgründig geschrieben. Jeder Protagonist hat eine andere Beziehung zur Liebe, sei es als sehnsuchtsvoller Teenager oder enttäuschte Mittdreißigerin, die die Liebe noch sucht. Als Leser wird man mit der Person auf die Reise geschickt, die Liebe zu entdecken in allen Facetten. Trotz der Kürze des Buchs schafft es der Autor, eine stimmige Geschichte zu erzählen und poetisch und emotional, aber nie klischeehaft, die Liebe im Lauf der Zeit zu zeigen.

Von mir eine Leseempfehlung für alle, die französische Literatur mögen. Einen Stern Abzug gibt es für mich, weil die Sprache manchmal etwas anstrengend zu lesen war und ich als Laie die französischen Lieder, die eine wichtige Rolle im Roman spielen, nicht kannte und nachschlagen musste.

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Veröffentlicht am 06.08.2024

Verstörend, unbequem und wichtig

All das zu verlieren
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Adèle hat eigentlich das perfekte Leben: sie lebt mit ihrem Mann, der erfolgreicher Arzt ist und ihrem kleinen Sohn in einem guten Viertel in Paris. Sie selbst ist Journalistin bei einer großen Pariser ...

Adèle hat eigentlich das perfekte Leben: sie lebt mit ihrem Mann, der erfolgreicher Arzt ist und ihrem kleinen Sohn in einem guten Viertel in Paris. Sie selbst ist Journalistin bei einer großen Pariser Tageszeitung. Ihr Mann kümmert sich liebevoll um sie und ihren Sohn, macht ihr teure Geschenke und Reisen. All das reicht Adèle nicht. Sie langweilt sich und sucht das Abenteuer und den Kick in Alkohol, Drogen und besonders in Sex mit anderen Männern.

Adèle steht buchstäblich am Abgrund, sie versucht, ihrer Rolle als Ehefrau und Mutter gerecht zu werden, aber auch ihr Leben im Rausch mit Alkohol, Drogen und dem Sex mit anderen Männern aufrecht zu erhalten. Man wird nicht so wirklich warm mit ihr, vielleicht auch deshalb, weil ihr Leben sich von den meisten der Leser so sehr unterscheidet. Ich wurde in Adèles Strudel mitgerissen aus verschiedensten Emotionen: ihrer Zerrissenheit, ihrer Sucht und ihrer Verzweiflung. Als Leser ist man abgestoßen von ihrer Stumpfheit und Sucht, andererseits auch fasziniert, weil es eben so verstörend und unbequem ist. Man verzweifelt regelrecht mit, weil man Adèle gerne schütteln möchte, dass der Sex und die Körperlichkeit eben nicht reichen und ihren Hunger auf mehr stillen werden. Manche Passagen kann man beim Lesen kaum aushalten und ich musste das Buch auch ein paar Mal beiseite legen, weil es verstörend war.
Das Buch ist im ersten Teil aus Adèles Sicht geschrieben, was einen als Leser noch mal mehr abholt und in ihr Leben zieht. Da das Buch keine richtigen Kapitel hat, war es mitunter ein bisschen holprig zu lesen. Der zweite Teil steht dann im Kontrast dazu, sowohl sprachlich als auch inhaltlich. Das Ende konnte mich leider nicht wirklich überzeugen, weil es offen ist und zu viel Spielraum für Interpretationen lässt.

Vom Klappentext her hätte ich eine andere Geschichte erwartet. Für mich war es überraschend, dass es vorrangig um Adèles Nymphomanie geht, ein wichtiges Thema, von dem ich so noch kein Buch gelesen habe. "All das zu verlieren" ist kein einfaches Buch, nichts zum "Mal-eben-Lesen" oder für zwischendurch. Es hallt nach und lässt den Leser nachdenklich zurück, aber gerade da liegt der Reiz, es trotzdem nicht zur Seite zu legen.

Von mir eine Leseempfehlung für alle, die kein einfaches Buch suchen und gerne von menschlichen Abgründen lesen.

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Veröffentlicht am 30.07.2024

Schöne Geschichte über das Mitgefühl

Frau Yeoms kleiner Laden der großen Hoffnungen
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Frau Yeom betreibt einen Gemischtwarenladen in einem alten Stadtteil Seouls. Als ihr ihre Geldbörse gestohlen wird, findet sie der obdachlose Dok-go. In ihrer Dankbarkeit bietet Frau Yeom ihm einen Aushilfsjob ...

Frau Yeom betreibt einen Gemischtwarenladen in einem alten Stadtteil Seouls. Als ihr ihre Geldbörse gestohlen wird, findet sie der obdachlose Dok-go. In ihrer Dankbarkeit bietet Frau Yeom ihm einen Aushilfsjob in ihrem Laden an. Mit der Zeit hört er von den Sorgen und Nöten Frau Yeoms und einigen Angestellten und Kunden des Ladens. Mit seiner ganz eigenen Art schafft er es, dass jeder neue Kraft schöpfen kann und sein oder ihr Leben neu ordnen kann.

Das Cover hat mich mit seinen bunten Farben direkt angesprochen, erinnert es doch an einen Kiosk oder Laden mit vielen bunten Farben und Waren, die man selbst von früher noch kennt.
Das Buch ist in Abschnitte unterteilt, in denen die einzelnen Geschichten von den Personen erzählt werden, z.B. der Angestellten Frau Oh oder dem Kunden Gyeong-man. Der Schreibstil ist leicht und gut zu lesen, als Leser erfährt man in den Kapiteln viel über die Hintergründe der Personen. Bis zum Schluss bleibt Dok-gos Geschichte selbst im Dunkeln, im letzten Kapitel erfahren wir auch seine Geschichte.
Dok-go hat seine eigene ruhige Art, mit den Problemen anderer umzugehen, er hört zu und gibt kleine Denkanstöße, die Großes bei seinem Gegenüber bewirken.
Das Buch lässt einen träumen und hoffen, dass es das "Gute im Menschen" noch gibt und die Welt nicht so schlecht ist, wie es meistens den Anschein hat. Man darf einen Ratschlag und ein offenes Ohr annehmen, auch ohne eine Gegenleistung zu erbringen, ebenso tut es gut, auch mal selbstlos zu sein ohne eine Gegenleistung zu erwarten.
Zwischendurch hatte das Buch seine Längen und war etwas langatmig, weshalb ich einen kleinen Punkt abziehe.

Ein empfehlenswertes Buch über das Mitgefühl, das auch ein tolles Geschenk sein könnte.

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Veröffentlicht am 19.07.2024

Spannender und hochaktueller Roman zum Thema Klimawandel

Bea & Nyx – Der Baum zwischen den Zeiten
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Bea lebt im Jahr 2023 in Tasmanien und ist ein durchschnittliches Mädchen, das in der Schule jedoch gemobbt wird. Nyx lebt im Jahr 2093 ebenfalls in Tasmanien und ihr Land wird von schlimmen Klimakatastrophen, ...

Bea lebt im Jahr 2023 in Tasmanien und ist ein durchschnittliches Mädchen, das in der Schule jedoch gemobbt wird. Nyx lebt im Jahr 2093 ebenfalls in Tasmanien und ihr Land wird von schlimmen Klimakatastrophen, allen voran extremer Hitze und Dürre heimgesucht.
Über einen Baum können die beiden zwischen den Zeiten kommunizieren und sich Briefe schreiben. Mit der Zeit wird beiden bewusst, dass sie siebzig Jahre auseinander leben und bei Nyx spitzt sich die Lage immer weiter zu. Kann Bea ihr helfen und die Zukunft mit ihrem Handeln beeinflussen?

Ich durfte das Buch im Rahmen einer Leserunde lesen und bin froh, dabei gewesen zu sein. Zu einem Kinder- und Jugendbuch hätte ich normalerweise nicht gegriffen. Schon das Cover ist toll und kindgerecht mit verschiedenen Farben gestaltet. Der Baum im Hintergrund verbindet die beiden darauf sitzenden Kinder, was das Thema schön aufgreift.
Der Roman ist im Wechsel der beiden Mädchen geschrieben, jeweils aus der Ich-Perspektive, was einen guten Einblick in die Thematiken der beiden bietet.
Im Buch geht es vorrangig um das Thema Klimawandel, aber auch große Themen wie Freundschaft, Mobbing und Umzug in eine neue Stadt werden thematisiert.
Mir hat das Buch gut gefallen, da es das Thema Klimawandel Kindern und Jugendlichen näher bringt, ohne belehrend zu wirken. Einen kleinen Abzug gibt es von mir für ein paar Kleinigkeiten, wie beispielsweise das Thema Mobbing umgesetzt wurde.

Alles in allem jedoch empfehle ich das Buch nicht nur Kindern und Jugendlichen, auch ich habe einiges daraus mitnehmen können: jeder Einzelne von uns kann große Dinge bewirken, wenn alle zusammen arbeiten und alles, was wir tun, hat Auswirkungen in der Zukunft der nächsten Generationen. Ein hochaktueller und emotionaler Roman, der uns alle zum Handeln auffordern sollte.

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