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Veröffentlicht am 26.12.2024

Tödlich plakativ

Das mörderische Christmas Puzzle
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Ich versuche es immer wieder mit ihr, doch Alexandra Benedict schafft es auch mit ihrem zweiten Krimi nicht, mich zu überzeugen.

Diesmal geht es um Kreuzworträtseldesignerin Edie, die in ihrer Freizeit ...

Ich versuche es immer wieder mit ihr, doch Alexandra Benedict schafft es auch mit ihrem zweiten Krimi nicht, mich zu überzeugen.

Diesmal geht es um Kreuzworträtseldesignerin Edie, die in ihrer Freizeit für ihr Leben gern puzzelt. Mehr Vergnügen hat sie gerade auch wirklich nicht, denn die verhasste Weihnachtszeit steht an. Da kommt es ihr nur gerade recht, dass sie ein anonymer Brief mit Puzzleteilchen und Morddrohung erreicht. Auch wenn ihr Ziehsohn versucht, sie von den Ermittlungen der Polizei fernzuhalten, stürzt sie sich kopfüber in diese Schnipseljagd.

Die Idee finde ich grundsätzlich gar nicht verkehrt und schließlich ist es ein Weihnachtskrimi, da greife ich als Weihnachtsfan natürlich zu. Aber wie schon bei ihrem Erstlingswerk dient diese Jahreszeit wieder nur als nette Krücke. Es fehlt an Athmosphäre, was ja okay wäre, wenn dafür wenigstens der Kriminalfall überzeugen könnte.

Doch nicht nur bleibt dieser blass und austausch- bzw vorhersehbar. Auch die Figuren ersticken in Klischees und plakativen Motiven. Keine schafft es, sympathisch zu wirken, ihr Schicksal bleibt irgendwie egal.

Ein schwaches Debüt hätte ich noch verkraften können, aber auch dieser zweite Versuch krankt an denselben Problemchen. Also nein, eine dritte Chance wird diese Autorin von mir wirklich nicht bekommen.

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Veröffentlicht am 11.11.2024

Fremdscham auf Griechisch

The Games Gods Play – Schattenverführt
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Die griechische Mythologie ist in der Gegenwart angekommen. Götter werden weiterhin angebetet und untersützen verschiedene Berufsgruppen. Alle hundert Jahre entscheiden sie in einem epischen Wettkampf ...

Die griechische Mythologie ist in der Gegenwart angekommen. Götter werden weiterhin angebetet und untersützen verschiedene Berufsgruppen. Alle hundert Jahre entscheiden sie in einem epischen Wettkampf (in dem sie natürlich Menschen für sich antreten lassen), wer König der Götter wird. Lyra, die in der Diebesgilde arbeitet, läuft kurz vor dem anstehenden Crucible Hades über den Weg und scheint ihn so beeindruckt zu haben, dass er zum ersten Mal seit Ewigkeiten an diesem Wettkampf teilnehmen wird- mit ihr als seinem Champion. Und bald schon steht mehr als nur ihr Leben auf dem Spiel.

Wer jetzt denkt "das ganze stinkt doch nach übertriebenem Love-irgendwas" hat natürlich absolut recht! Die anstehenden Herausforderungen und Wettkämpfe (die zugegebenermaßen mitunter ganz kreativ waren) dienen leider nur als mehr oder weniger überflüssige Bühne für die Entwicklung dieser mehr oder minder unglaubwürdigen Lovystory, die mich mehr als einmal vor Fremdscham die Augen hat zusammenkneifen lassen.

Er kann einfach nicht mit der Sprache rausrücken und kommuniziert durch Schweigen, Augenblitzen und Knurren, während sie mit Pseudo-Schlagfertigkeit und übertriebenem Helfersyndrom mehr durch die Kämpfe stolpert als alles andere. Dass die anderen sie nicht leiden können, kann ich nach und nach immer besser verstehen. Mir ging es genauso!

Die Figuren sind unausgereift, einzig einige der Nebenfiguren zeigen Potential (wenn sie es mal dürfen), können aber nicht über dieses traurige (Alb-)Traumpaar hinwegtrösten.

Die Kirsche auf diesem vergorenen Eisbecher macht dann dieser überaus vorhersehbare "Cliffhanger" aus. Mehr davon? Nein danke!

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Veröffentlicht am 01.11.2024

Plätschert zu sehr dahin

Und dahinter das Meer
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Wie so oft haben wir hier mal wieder einen Roman mit unheimlichem Potential, das er nicht auszuschöpfen vermag.

Die Geschichte von Beatrix liest sich zu Beginn noch dramatisch. Da ihre Heimat durch die ...

Wie so oft haben wir hier mal wieder einen Roman mit unheimlichem Potential, das er nicht auszuschöpfen vermag.

Die Geschichte von Beatrix liest sich zu Beginn noch dramatisch. Da ihre Heimat durch die Bombenangriffe der Deutschen bedroht wird, schicken ihre Eltern sie 1940 zu einer Ersatzfamilie nach Boston. Der große Abstand zwischen Großbritannien und den USA macht sich schon bald bemerkbar und das, was ihre Eltern eigentlich für sie erhofft hatten, tritt ein. Das Mädchen lebt ein nahezu unbeschwertes Leben, bis auch hier der Krieg Einzug hält und sie 5 Jahre später zurück in ihre Heimat geholt wird.

Dass die Geschichte aus Sicht 8 beteiligter Figuren erzählt wird, hat viel Potential für eine kurzweilige Erzählung, die die Spannung halten kann. Doch leider geht diese mit der Zeit verloren, wenn sich die Handlung in kleineren Nebenschauplätzen und dem Alltag einer Familie verliert.

Die Figuren bleiben blass und wenig greifbar, ab und zu stolpert man über Klischees, die das Ganze nicht leichter machen.

Insgesamt fiel es mir zunehmend schwerer, mich für das Schicksal von Bea und den anderen zu erwärmen bis es gegen Mitte des Buches ganz erlosch und ich abgebrochen habe.
Vielleicht hätte es mich noch einmal packen können, aber das werden wir wohl nie erfahren.

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Veröffentlicht am 02.10.2024

Freundschaft extrem

Die Sache mit Rachel
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ja, was ist denn nun diese Sache mit Rachel, die uns so begeistern soll?

Rachel trifft James und stürzt sich Hals über Kopf in diese Freundschaft. Der charismatische James wird ihr Leitlicht, gemeinsam ...

ja, was ist denn nun diese Sache mit Rachel, die uns so begeistern soll?

Rachel trifft James und stürzt sich Hals über Kopf in diese Freundschaft. Der charismatische James wird ihr Leitlicht, gemeinsam arbeiten sie im Buchladen und organisieren eine Lesung, damit Rachel endlich ihrem Professor näher kommen kann. Wer ihm stattdessen bedeutend näher kommt, ist James, der sich sein Schwulsein nicht eingestehen will.

So beginnt ein Hin und Her, zwischen einer alles überschattenden Freundschaft, der sich alle amourösen Beziehungen, die beide jeweils eingehen, überschatten.

Dabei bleiben die Figuren mehr oder weniger unliebsam, keinen kann ich so wirklich leiden.

Zudem wird das Studentenleben bestimmt von Partys, Alkohol und Drogen- Themen, die mir sowohl belanglos als auch zu nebensächlich erscheinen, um den Verlauf eines ganzen Buches zu bestimmen. Ernstere Themen wie die Finanzkrise in Irland erscheinen daneben klein und unbedeutend.

Insgesamt macht mir das Buch einfach viel zu wenig Spaß um es zu beenden. Und so breche ich nach guten 150 Seiten ab.

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Veröffentlicht am 14.08.2024

Zu viel Satire

Content
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Ich lese gerne Gesellschaftskritik und Satire, mag es wenn man an aktuelle Themen mit Witz und angedeuteten Bedeutungen herangeht. Aber das war mir entweder zu hoch oder über meinem Niveau.

Die namenlose ...

Ich lese gerne Gesellschaftskritik und Satire, mag es wenn man an aktuelle Themen mit Witz und angedeuteten Bedeutungen herangeht. Aber das war mir entweder zu hoch oder über meinem Niveau.

Die namenlose Erzählerin arbeitet bei Smile Smile Inc., einer Firma, die sinnlosen Content am Fließband produiziert. Videos für Youtubbe, inhaltsbefreite Listen und Rankings für den alltagsmüden Doomscroller. Ihr Freund Jonas gründet Start Ups am Fließband, die keine nennenswerten Ziele verfolgen. Ihre Stadt steht kurz vor dem Zusammenbruch.

Das klingt alles nach viel Potential für einen bissigen Roman mit tiefgründigen Ansätzen. Den Anschein macht er auch immer wieder, aber irgendwie fehlte mir der rote Faden, das Ziel oder zumindest eine gewisse Richtung. Teilweise las sich das Ganze so abgedreht wie ein schlechter Trip, das Lachen blieb mir immer öfter im Hals stecken.

Das Buch mag viele Freunde oder Liebhaber finden, mich hatte es nach nicht einmal der Hälfte verloren.

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