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Veröffentlicht am 27.09.2024

Nicht nur ein Funke

Für immer und ein Jahr
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„Für immer und ein Jahr“ von Stefanie Hansen
Verlag: Fischer

Stefan Hansen schreibt einen berührenden, wunderschönen Roman über das Verlieren, Loslassen und geschehen lassen.

Ihr Schreibstil ist humorvoll, ...

„Für immer und ein Jahr“ von Stefanie Hansen
Verlag: Fischer

Stefan Hansen schreibt einen berührenden, wunderschönen Roman über das Verlieren, Loslassen und geschehen lassen.

Ihr Schreibstil ist humorvoll, flüssig und ich wurde auf einfühlsame Weise mitgenommen, das Thema Sterben und Loslassen zu begleiten.

Jan und Kaya lebten mit ihren beiden Kindern in einem kleinen Dorf. Nun ist Kaya gestorben und der wortkarge Jan konnte ihr den letzten Wunsch nicht abschlagen. Ein Jahr lang alle Menschen aus Kayas Geburtstagskalender anzurufen, um zu gratulieren. Für ihn ist dies ein Graus, Kaya war immer diejenige, die die Verbindungen zu Freunden und Familie aufrechterhalten hat.

„Liebe ist das Einzige, das wir über die Grenzen des Lebens hinaustragen.“ (Pos.187)

Jan versucht sein Versprechen zu halten und es kostet ihn oft starke Überwindung die Geburtstagstelefonate zu tätigen.
Und doch ist jeder Anruf ein kleiner Meilenstein auf dem Weg.
Jan versteht dieses letzte Geschenk von Kaya erst nach einiger Zeit und etlichen Gesprächen.

Die Autorin zeigt auf, wie wichtig ein normaler Alltag nach einem Todesfall ist. Routine hilft, doch kann sie nicht die Stille vertreiben. Mitgefühl und Hoffnung kann man direkt im Herzen spüren, die Schwere wechselt sich mit Humor ab und man spürt nach und nach die leisen Schritte zu neuen Wegen.

Kaya hat alles für die Zeit nach ihrem Tod vorbereitet, sie hat Listen und Notizzettel erstellt und Jan musste sich nur an die Anweisungen halten. Was nicht immer einfach war.

„Lerne jeden Tag etwas zu verlieren.“ (Pos.238)

Kayas Mutter ist sehr esoterisch und egozentrisch. Nach deren Tod steht sie überraschend mit einem Campingbus und fremden Mann in Jans Einfahrt und beschliesst der kleinen Familie zu helfen.
Mit veganer Kost, Räucherstäbchen, Yoga und esoterischen Sprüchen kann Jan wenig anfangen, das heißt es freuen sich nur die Kids über den Besuch.
Als Jans vornehme Mutter plötzlich auch beschließt, die Familie mit Hausmannskost und Putzorgien zu unterstützen, wird es Jan zuviel.
Das Chaos ist komplett und seine Nerven liegen blank. Der Geburtstagskalender setzt ihm zu und plötzlich wächst ihm in seiner Trauer alles über den Kopf.

Bis er der Trauerrednerin von Kaya zum Geburtstag gratulieren soll. Dies ist der Tag, an dem sich Jans Leben ändert. Langsam, Schritt für Schritt führt ihn Kaya zurück ins Licht.

Ein absolut großartiges Buch über Trauerbewältigung. Stefanie Hansen hat das schwere Thema unglaublich gut in diesem Roman verpackt und auch wenn das Buch nicht für jedermann geeignet ist, kann ich es von Herzen empfehlen.

„Ich bin nicht nur ein Funke, der glüht und verglüht. Niemand ist nur das. Wir sind alle Teil dieser großen Urenergie, und jeder von uns hat eine Aufgabe. Die Schwierigkeit ist rauszufinden, welche das ist.“
(Pos. 1843)

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Veröffentlicht am 16.09.2024

Große Leseempfehlung

Akikos stilles Glück
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„Akikos stilles Glück“ von Jan-Philipp Sendker
Verlag: Blessing

Es lässt sich nicht ändern.
Shikata ga nai (仕方がない)


Jan-Philipp Sendker schreibt in seinem unnachahmlichen, sensiblen und sanften Schreibstil ...

„Akikos stilles Glück“ von Jan-Philipp Sendker
Verlag: Blessing

Es lässt sich nicht ändern.
Shikata ga nai (仕方がない)


Jan-Philipp Sendker schreibt in seinem unnachahmlichen, sensiblen und sanften Schreibstil mit diesem Roman wieder ein großartiges Buch über die Gesellschaft und Kultur in Japan.

Familien-/Arbeitsstrukturen, sowie Emotionen, Traditionen und Beziehungen in Japan sind für Menschen im Westen teilweise unverständlich und nicht nachvollziehbar. Und doch zieht uns der Autor mit seinem fundierten Wissen und seinen sehr intensiven Recherchen unaufgeregt in ein faszinierendes Land.

Akiko ist 29 Jahre alt und lebt nach dem Tod ihrer Mutter, alleine in einer Wohnung in Tokio. Sie arbeitet gewissenhaft in einer großen Firma als Buchhalterin und außer ihren Freundschaften zu Arbeitskollegen/innen hat Akiko wenig soziale Kontakte. Hobbys lassen ihre begrenzte Freizeit kaum zu.

Kobayashi Kento-kun, lebt seit 10 Jahren im gleichen Viertel in Tokio, er bewegt sich nur nachts außerhalb seiner Wohnung, ihm ist alles zu viel, er ist ein Hikikomori und versucht irgendwie mit dieser Krankheit zu leben. Seine Familie versteht dies nicht, nur sein Vater hat Rücksicht auf seine Gefühle genommen. Menschen und Eindrücke überwältigen ihn sehr schnell und kosten ihn unglaublich viel Energie.

In der Junior High School in Nara lernen sich die beiden kennen. Beide belegen denselben Bukatsu. Der bedachte, geheimnisvolle Kento, gemunkelt wurde er ist ein musikalisches Wunderkind, es handelt sich wohl um eine Gabe und die stille Akiko, ausgezeichnet für ihre wundervollen Texte und fantasievollen Geschichten, kommen sich im Bukatsu Fotografie näher.
Akiko schwärmt heimlich für den schlaksigen, zu großen und introvertierten Jungen mit den seltsamen Proportionen. Und dann verlieren sie sich aus den Augen……

Welch Zufall, dass sie sich in Tokio nachts vor einem Konbini wieder treffen. Als Akiko ihrem Jugenschwarm Kento, Jahre später, er ist etwas verwahrlost und noch introvertierter, von ihrem geplanten „Solo Wedding“ erzählt, fragt dieser erstaunt, ob sie sich das gut überlegt habe.
Seine nächsten Fragen wühlen Akiko jedoch auf und sind der Beginn in ein anderes Leben:
„Kennst du dich? Magst du dich?“

Sendker versteht es, die beiden Geschichten der jungen Menschen miteinander zu verweben. Akiko findet auf der Suche nach sich selbst viel über ihre Vergangenheit heraus und steht vor der Frage, ob alles nur eine Lüge in ihrem Leben war. Kann sie noch jemanden vertrauen, kann sie den Mut aufbringen, sich der Vergangenheit zu stellen? Zu verstehen, hinzunehmen und zu verzeihen? Kento versucht, soweit es ihm in seinem eingeschränkten Leben möglich ist, ihr beizustehen, mit Worten und Stille zu unterstützen und ohne Wertung für sie da zu sein.

Die junge Frau hat das Gefühl, die kleine (Vergangenheit) und große (Gegenwart) Akiko sind sich fremder als je zuvor. Herzerwärmend und feinfühlig nimmt uns der Autor mit, das Selbst zu finden, zu lieben und zu akzeptieren.
Auch Kento berührt mit seinen ruhigen Offenbarungen in seinen Mails an Akiko. Er beschreibt seine Sichtweise auf die Dinge und zeigt auf, wie schwer es ist, etwas zu wollen und etwas tatsächlich zu tun. Kento hat schon lange keine Stimme mehr, keine Worte für seine Gefühle und Gedanken.

Eine zarte Beziehung beginnt aufzublühen, wie ein Schmetterling so leicht und wie ein Windhauch so flüchtig. Akiko versucht zu akzeptieren und zu verstehen, sie will nicht „zu viel“ für Kento werden.

Wann beginnt die eigene Geschichte? Der Autor zeigt uns nicht nur nach und nach die Geschichte der beiden jungen Menschen, er zeigt uns auch Wege über das eigene Leben, die Ziele und die Selbstliebe nachzudenken.

Ein Buch, welches ich Satz für Satz inhaliert habe und mich selbst zurückhalten musste, es nicht zu verschlingen. Diese unglaublich schöne Sicht auf die Dinge, das Leben und unsere Vorstellung davon sind es wert, langsam und mit Bedacht gelesen zu werden,

Jan-Philipp Sendker beschreibt die Orte in Japan bildlich, die Menschenmassen in der U-Bahn oder an Straßenkreuzungen, nachts die ruhigeren Straßen im belebten Tokio und trotz der vielen Menschen kann man auch die Einsamkeit spüren.
Die Protagonisten werden authentisch, klar und sehr realistisch beschrieben. Die Emotionen, gesellschaftliche Zwänge und Traditionen werden verständlich beschrieben und auch wenn wir nicht alles begreifen, können wir es doch nachvollziehen.

Ein Herzensbuch mit vielen wichtigen Botschaften.

Eine große Leseempfehlung für dieses Jahreshighlight!

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Veröffentlicht am 10.09.2024

Grandios

Brown Girls
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„Brown Girls“ von Daphne Palasi Andreades
Verlag: Luchterhand

Brown Girls in Queens, die versuchen alles zu sein: brave Mädchen, anständige und fleißige Mädchen, intelligente und hübsche Mädchen, begehrte ...

„Brown Girls“ von Daphne Palasi Andreades
Verlag: Luchterhand

Brown Girls in Queens, die versuchen alles zu sein: brave Mädchen, anständige und fleißige Mädchen, intelligente und hübsche Mädchen, begehrte und wilde Mädchen.

Sie wollen in die amerikanische Kultur eintauchen, integriert sein, mit weißen Boys Beziehungen eingehen und von brown Boys gehalten werden. Sie sehen sich nach mehr und verfolgen ihre Träume.

Manche von ihnen lernen, um aus dem Viertel in Queens auszubrechen; mit einem Stipendium für Universitäten steht den Brown Girls der Weg offen. Weiße Eltern von Freunden geben bissige Bemerkungen von sich, wenn ihre Kids nicht an der begehrten Universität angenommen wurden.
Verwirrung, Wut und Scham bricht über die fleißigen Girls herein.

„….ich vermute mal, dass die Schulen, die sie abgelehnt haben, dieses Jahr ihre Quote für bestimmte Schüler erfüllen mussten…“

Brown Girls verstecken ihre Intelligenz vor weißen und brown People. Die weißen erkennen ihre Intelligenz oftmals nicht an und die Eltern, Familie, Freunde keifen die Mädchen an. „Was-hältst du dich für was besseres?“
Sie wollen eine bessere Welt für ihre Girls und doch möchten sie diese nicht loslassen.

Brown Girls passen sich an, verstecken ihre Gedanken und Träume, zucken mit den Schultern bei Beleidigungen und verleugnen fast ihre Herkunft. Brown Girls verstehen endlich, dass sie aus verschiedene Geschichten bestehen. Ihre Identität setzt sich aus vielen zusammen und immer wieder sind brown Girls zwischen der amerikanischen und ihrer eigenen Kultur hin-/hergerissen.

Es gibt viel sichtbares und unsichtbares, was die brown Girls aus Queens mit sich tragen:
Stolz, Angst und Verletzlichkeit.

Freundschaften verändern sich und aus vertrauten, fröhlichen Mädchen sind oftmals fragile Frauen geworden, die einander fremd sind.
Musik, lachen und Träume in der Vergangenheit geben den Ton an für das Erwachsenwerden in Amerika.

Und doch sagt eine innere Stimme, wenn sie sich zu weit von ihrem selbst entfernen:

„Wach jetzt endlich auf!“

Heimat ist nicht nur ein einziger Ort!
Brown Girls - stark für diese Welt.

Die Autorin beschreibt unglaublich einfühlsam und ausdrucksstark das Leben der jungen Menschen mit Migrationshintergrund in der amerikanischen Kultur.

Ein grandioser Roman, erzählt über brown Girls aller Zeiten; eine Vielzahl an Emotionen werden aufgezeigt. Die Mädchen gehen verschiedene Wege, mit oder ohne Partner, Kindern, Karriere, Geld oder Haus und kommen immer wieder, egal wie nah oder fern sie ihrer Heimat sind, dorthin zurück.

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Veröffentlicht am 08.09.2024

Atmosphärisch

Die Nacht der Bärin
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„Die Nacht der Bärin“ von Kira Mohn
Verlag : HarperCollins
Ebook : Triggerwarnung fehlt / bitte beachten, es geht um häusliche Gewalt

Die Autorin schreibt einen atmosphärischen und kraftvollen Roman, ...

„Die Nacht der Bärin“ von Kira Mohn
Verlag : HarperCollins
Ebook : Triggerwarnung fehlt / bitte beachten, es geht um häusliche Gewalt

Die Autorin schreibt einen atmosphärischen und kraftvollen Roman, der sich intensiv mit dem Thema körperliche und seelische Gewalt in der Beziehung und Familie auseinandersetzt.
Zitate vor den Kapiteln vermitteln die Grausamkeit und lassen den Schmerz greifbar werden.

In zwei Zeitebenen schreibt Kira Mohn eine Familiengeschichte, deren zerstörerischen Ereignisse bis in die Gegenwart andauern.

Maja und ihre Schwester Anna wachsen in einem Haushalt mit einem gewalttätigen Vater und einer verängstigten Mutter auf. Die Kinder flüchten oft in den nahegelegenen Wald und verbringen dort Zeit mit phantasievollen Geschichten. Vor allem Maja ist angetan von einer Bärin und ihren Jungen; sie sieht diese Bärenmutter als Beschützerin.
Zu Hause herrscht Angst und selbst die Mutter begehrt selten auf. Die Konsequenzen sind zu schlimm. Nur Anna bietet ihrem Vater jeden Sonntag die Stirn und kann aufgrund seiner Gewalttaten oftmals am nächsten Tag nicht die Schule besuchen.
Bis das unvorstellbare passiert und ab diesem Tag ist alles anders.

Erzählt wird aus der Sichtweise der kleinen Maja; die Mädchen werden intensiv beschrieben und auch deren Emotionen kann man spüren. Die gewalttätigen Ereignisse zu Hause werden bildlich und sehr emotional beschrieben. Die Angst vor dem Ehemann und Vater ist für mich als Leserin spürbar. Niemand in der Familie wollte die Aufmerksamkeit des Vaters auf sich ziehen.

Der Wald hingegen verströmt ein Gefühl der Ruhe und Idylle, ein perfekter Zufluchtsort für die Kinder. Obwohl es sich manchmal so anfühlt, als wäre ein Ungeheuer im Dickicht.

Jule ist auf dem Weg zu ihren Eltern. Ihr Lebensgefährte Jasper ist handgreiflich geworden und die junge Frau muss weg aus ihrem Zuhause. Zuhause erfährt ihre Mutter Anna, dass ihre Mutter, Jules Großmutter, gestorben ist. Jule hat die Frau nie kennengelernt und möchte mehr über die Familiengeschichte wissen. Im Nachlass finden die beiden Frauen einiges über die Vergangenheit und Jule merkt, dass diese von ihrer Mutter totgeschwiegen wurde.

Die Autorin beschreibt die Wichtigkeit, die Vergangenheit aufzuarbeiten, damit die Gegenwart leuchten kann. Die Erzählstränge gehen ineinander über und als Leser:in verschlingt man das Buch.

Was passiert in der Gegenwart mit Jule und Jasper? War es nur ein einmaliger Vorfall oder muss sich Jule mit den Konsequenzen auseinandersetzen. Reichen seine Entschuldigungen aus oder muss sie vor dem nächsten Streit Angst haben?

„Sie hatte die Wahl, hat meine Mutter hinzugefügt. Und du hast diese Wahl auch.“

Und wäre es wirklich besser, man lässt die Vergangenheit ruhen?

Ein gewaltiges Buch, welches stark berührt und nachhallt.
Absolute Leseempfehlung für dieses aufwühlende Buch.

„Du verdienst es, geliebt zu werden.“


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Veröffentlicht am 18.08.2024

(Fake-) Identität

Stalker – Er will dein Leben.
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„Stalker: Er will dein Leben“ von Arno Strobel
Verlag: Fischer

Ein großartiger Psychothriller der mich als Leser:in auf eine Reise ins Ungewisse mitnimmt.
Das Cover hat die Aufmerksamkeit sofort auf ...

„Stalker: Er will dein Leben“ von Arno Strobel
Verlag: Fischer

Ein großartiger Psychothriller der mich als Leser:in auf eine Reise ins Ungewisse mitnimmt.
Das Cover hat die Aufmerksamkeit sofort auf sich gezogen und der Klappentext hält was er verspricht. Für Strobel-Fans ein absolutes „Must have“ und für alle anderen Thriller-Fans eine klare Buchempfehlung.

Der freundliche Schauspieler Eric Sanders steht kurz vor seinem
Durchbruch. Er ist festes Ensemblemitglied des Münchner Residenztheaters, aber allein seine Darstellung eines depressiven Familienvaters in dem neuen Tatort bringt ihm viele neue
Follower und seiner Karriere neuen Aufschwung.

Nicht alle gönnen Eric den Erfolg, es gibt auch Neider und dies bekommt er auf Facebook zu spüren. Jemand gibt sich als Eric Sanders aus, erstellt eine Kopie seine Accounts und schreibt unmögliche Posts.
Das Schlimmste ist jedoch, dass der Unbekannte im Real Life auftaucht und Eric kryptische Nachrichten hinterlässt.

Die Polizei kümmert sich nicht darum, dies sind wohl die Folgen seines plötzlichen Ruhms. Eric bekommt eine Mail von P.K. mit einer Prophezeiung und der Information, dass Eric eine erfundene Person ist. Es soll ihn gar nicht geben.
Eric versteht diesen Blödsinn nicht und ärgert sich über die anmaßenden Posts und auch darüber, dass man leider nichts dagegen unternehmen kann.
Bis etwas tragisches passiert und er aufgefordert wird, einen Mord zu gestehen.

Leider hat Eric nur bis zu dem verheerenden Hausbrand bei dem er seine Eltern verlor, eine Erinnerung. Alles andere liegt im Dunkeln. Seine Jugend verbrachte er bei seinen Großeltern und außer den schlimmen Albträumen führt er ein geordnetes, anständiges und relativ harmonisches Leben.

Arno Strobel zieht uns in die Tiefen der menschlichen Psyche, setzt Wahrheit und Lüge ein um das Ungewisse herauszufordern. Als Leser:In versucht man von Außen die Fäden zu verknüpfen und kaum hat man ein vermeintliches Rätsel gelöst, verirrt sich der Faden wieder in dem großen Wollknäuel.

Eric wirkt etwas gefühlskalt und sehr strukturiert, seine Gedanken sind mehr bei sich und seiner beruflichen Karriere als bei der Tragödie. Er macht alles was zur Lösung beiträgt und unterstützt die Polizei durch seine Aufarbeitung der Vergangenheit bei einem renommierten Psychologen. Und doch fehlt ihm das Emphatische oder ist er ein so guter Schauspieler?

Fesselnd und mit einem sehr gut ausgearbeiteten Spannungsbogen werde ich als Leser:in von dem Autor unterhalten. Man kann den Psychothriller nicht aus der Hand legen, möchte wissen, was in den Tiefen der Vergangenheit begraben liegt und die extremen Auswirkungen auf das jetzige Leben erfahren.

Eine Ende mit einem Wow-Effekt, welches ich nicht im Fokus hatte.



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