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Veröffentlicht am 29.10.2024

Ein großartiges, ganz besonderes und sehr persönliches Kochbuch

kali orexi - Deutscher Kochbuchpreis 2024 Gold
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Die griechische Küche mochte ich schon immer, aber ich habe sie bisher meist in unserem Lieblingslokal genossen, wo es glücklicherweise auch immer vegetarische und vegane Alternativen gibt. Das erste, ...

Die griechische Küche mochte ich schon immer, aber ich habe sie bisher meist in unserem Lieblingslokal genossen, wo es glücklicherweise auch immer vegetarische und vegane Alternativen gibt. Das erste, was den meisten einfällt, wenn es um griechische Küche geht, ist vermutlich Gyros.
Kon Karapanagiotidis und seine Mutter Sia zeigen, wie viel mehr es da zu entdecken gibt und wie vielfältig die Küche Griechenlands in Wirklichkeit ist.
Schon beim ersten Stöbern in diesem Buch war ich beeindruckt. Es beginnt mit Tipps, wie man die Grundzutaten für griechische Gerichte selbst herstellen kann, und auch Grundrezepte wie Griechische Bohnesuppe, Gemüsereis, vegetarische oder vegane Pastete und Nudelauflauf findet man hier. Es bleibt immer viel Spielraum für verschiedene Varianten, und man kann die Zutaten gut austauschen und sich nach den eigenen Vorräten richten. Es folgen Ratschläge für eine gelungene und gemischte Mezze-Auswahl, eine Einführung in die Welt des griechischen Wildgemüses und je eine Übersicht über griechische Nudeln und Käsesorten.
Dann folgt auch schon der sehr umfangreiche Rezeptteil. Es beginnt mit kleinen Gerichten und Vorspeisen. Hier gibt es gleich zu Beginn mal eine ganz andere Variante von Dolmades, nämlich keine gefüllten Weinblätter sondern Mangoldblätter. Bei den Mezze findet man viele Rezepte mit Käse. Das Tolle an diesem Kochbuch ist aber, dass es zu jedem Rezept, falls es nicht sowieso vegan ist, eine vegane und auch eine glutenfreie Variante gibt. So werden hier nicht nur Vegetarier und Veganer fündig, sondern auch Menschen mit einer Unverträglichkeit können die Rezepte für sich gut umsetzen.
Bei der Gelegenheit kam auch die Erinnerung an Gerichte, die ich früher gerne selbst gemacht habe, die aber in Vergessenheit geraten sind, seit ich auf Milchprodukte verzichte. So habe ich früher gerne Labneh selbst gemacht, eine Art Frischkäse aus Vollfettjoghurt zubereitet. Das Autorenteam hat es wohl mit veganen Joghurt-Alternativen ausprobiert und entsprechende Hinweise beim Rezept hinterlassen, und so kann ich nun mit Begeisterung mein veganes Labneh herstellen.
Die Vielfalt der gezeigten Rezepte ist beeindruckend, und immer wieder gibt es Fotos mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen, was ich gerade bei den Pasteten sehr hilfreich finde. Es sind auch die zum Teil sehr einfachen Kompositionen, die mich begeistern können, so zum Beispiel Fladenbrot mit Zaziki, Artischocke und Granatapfelkernen.
Auch Gerichte wie der griechische Nudelauflauf Pastitsio dürfen nicht fehlen.
Es gibt wundervolle Speisen und Salate zu entdecken, beispielsweise mit den typischen Kritharaki-Nudeln. Schon optisch ist auch der Augenbohnensalat ein Highlight.
Auch im Bereich der Süßspeisen hat die griechische Küche einiges zu bieten, so zum Beispiel Halva oder Baklava, um nur ein paar Beispiele zu nennen, und zu meiner Freude ist u.a. auch ein Rezept für mein Lieblings-Dessert im Buch: Galaktoboureko, der leckere Grießpudding in Filoteig. Auch hier gibt es wertvolle Hinweise für eine vegane oder auch glutenfreie Variante.
Zwischen den Rezepten gibt der Autor sehr viel Persönliches über sich und seine Familie preis. Man erfährt viel über seine Vergangenheit und Entwicklung, wie er schon vor Jahrzehnten Vegetarier wurde und wie er zum Kochen kam. Auch die perfekte Art der griechischen Kaffeezubereitung wird gezeigt.
Am Ende des Buches teilt Mutter Sia ihre besten Kochtipps mit uns. Hier erfahren wir sehr viel über Resteverwertung und zu Mengen- bzw. Zeitangaben. Im Gedenken an den verstorbenen Vater des Autors sind hier auch "Leos Gartentipps" zu finden. Ein ausführliches Kapitel über Alternativen zu in den Rezepten genannten Zutaten rundet das Buch perfekt ab.
Für mich ist dies ein großartiges, ganz besonderes Kochbuch, das aus dem Rahmen fällt und sehr persönlich gestaltet ist.

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Veröffentlicht am 14.09.2024

Sehr guter Abschluss einer schönen Familiensaga

Das Haus Kölln. Wahres Glück
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Der dritte und letzte Teil um die Familie Kölln spielt zwischen den Jahren 1937 und 1945. Inzwischen ist schon die nächste Generation im Hause Kölln herangewachsen, und wir lernen die Kinder von Claus ...

Der dritte und letzte Teil um die Familie Kölln spielt zwischen den Jahren 1937 und 1945. Inzwischen ist schon die nächste Generation im Hause Kölln herangewachsen, und wir lernen die Kinder von Claus und Else kennen. Da es nicht allzu viele Rückblicke auf frühere Ereignisse gibt, empfehle ich dringend, alle drei Bände der Reihe nach zu lesen, sonst wird einiges aus dem Zusammenhang gerissen, und das Lesevergnügen wird arg geschmälert.
Es kommen in dieser Zeit kurz vor dem Krieg und während des Krieges einige große Schicksalsschläge auf die Familie zu. Das Haferflockenimperium gerät stark ins Wanken, und wieder einmal sind die Frauen der Familie gefragt, alles am Laufen zu halten. Einige Menschen, die den Köllns nahe stehen bzw. zur Familie gehören, sind Juden und müssen fliehen. Andererseits hat Claus' Schwester einen eingefleischten Nationalsozialisten geheiratet. Nur langsam erkennt sie dessen wahres Gesicht.
Wie sich die einzelnen Mitglieder der Familie Kölln durch die Kriegsjahre schlagen, erzählt die Autorin hier sehr eindrucksvoll und lebendig. Der Roman liest sich nicht nur kurzweilig und fesselnd, ich habe auch viel Neues erfahren. So war mir bisher nichts über die Swing-Jugend bekannt. Diese Jugendkultur, die sich gerade in Hamburg stark entwickelte und der einige der Protagonisten angehören, war eine Protestbewegung gegen Hitler und den Krieg, und ich fand es faszinierend, darüber zu lesen. Eine weitere Sache, die mir bisher nicht bekannt war, ist das Schicksal der Juden, die vor und während des Krieges nach Dänemark geflüchtet waren und auch dort in Gefahr gerieten. Ich mag es ja sehr, wenn ich beim Lesen, neben guter Unterhaltung, auch mein Wissen erweitern kann. Elke Becker hat die einzelnen Schicksale hier gut ausgearbeitet und die historischen Tatsachen sehr gekonnt mit der fiktiven Handlung verknüpft. Ich fand es auch sehr interessant, wie sich die verschiedenen Charaktere entwickelt haben. Am Ende laufen alle Handlungsfäden zusammen, und es bleibt keine Frage offen. Der Roman zeigt auch, dass damals, in dieser dunkelsten Zeit deutscher Geschichte, eigentlich niemand wirklich sicher war, denn selbst wer sich nicht politisch engagierte, machte sich verdächtig.
Ich finde die komplette Trilogie sehr gut, aber dieser dritte Band hat mir von allen dreien am besten gefallen, und er schließt die Familiensaga sehr zufriedenstellend ab.
Die beliebten und leckeren Köllnflocken begleiten mich schon mein Leben lang, umso mehr haben mich die Hintergründe der Firmenentwicklung und die Familiengeschichte interessiert. Zwar ist vieles davon erfunden, aber ein Körnchen Wahrheit steckt ja bekanntlich in jeder Geschichte, wobei man hier wohl nicht von Körnchen sondern lieber von (Hafer-)Flöckchen sprechen sollte. Von mir bekommt nicht nur dieser Band sondern die komplette Trilogie eine herzliche Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 26.08.2024

Schritt für Schritt zu einer gesünderen Lebensführung

100 geniale Tricks für eine gesunde Ernährung
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Dr. Matthias Riedl ist bekannt für seine Arbeit bei den Ernährungsdocs. Auch hat er schon zahlreiche Bücher zu verschiedenen Themen in Sachen Gesundheit und Ernährung geschrieben. Hier gibt er nun jede ...

Dr. Matthias Riedl ist bekannt für seine Arbeit bei den Ernährungsdocs. Auch hat er schon zahlreiche Bücher zu verschiedenen Themen in Sachen Gesundheit und Ernährung geschrieben. Hier gibt er nun jede Menge Tipps, wie man in kleinen Schritten seine Ernährung etwas gesünder gestalten kann. Man muss dieses Buch nicht von Anfang bis Ende strikt durcharbeiten sondern kann sich erst einmal einzelne Tipps oder Tricks heraussuchen, die sich für einen selbst am leichtesten umsetzen lassen. Mit der Zeit verinnerlicht man die neuen Gewohnheiten und kann sich neuen Herausforderungen zuwenden. Insgesamt hundert "Ernährungs-Hacks" gibt uns der Autor, beispielsweise wie man Gemüse kreativ in Gerichten verpackt, wo man es gar nicht erwarten würde. Es sind auch viele Rezepte zu den verschiedenen Tipps angegeben. Bei der eben genannten Aufgabe sind es u.a. Schoko-Rote-Bete-Muffins.

Ein anderer Tipp ist beispielsweise, die Zutaten eines Gerichts, die man auf dem Teller hat, in einer bestimmten Reihenfolge zu verzehren.

Da geht es oft um eine spezielle Kombination von Zutaten, die sich besonders gut ergänzen, um die Zubereitungsart, die sehr großen Einfluss auf die gesundheitliche Wirkung einer Mahlzeit haben kann, auch Themen wie "Zero-Waste-Cooking", die Verwendung regionaler Lebensmittel, die richtige Eiweißmenge in der Ernährung, die sich auch durch geschickte Kombination erhöhen lässt oder wie man Reis, Kartoffeln und Nudeln noch gesünder macht. Auch ein Rezept für ein Eiweißbrot wird gleich mitgeliefert. Das alles und vieles mehr erfährt man in diesem tollen Buch, das ein umfassender Ratgeber ist, den ich immer wieder zur Hand nehme und ständig Neues entdecke. All die guten Ratschläge kann man sich gar nicht auf einmal merken, und so ist dies ein Arbeitsbuch, das vielfältige Anregungen und auch gute Tipps für die Umsetzung gibt. Bewegung, Atemübungen, gutes Schlafverhalten usw. werden ebenfalls thematisiert, denn all das ist wichtig für unsere Gesundheit.

Mit diesen wertvollen Ratschlägen kann jede(r) seinen individuellen Weg zu einer gesunden Lebensführung finden.

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Veröffentlicht am 19.08.2024

Eines der wichtigsten und aussagekräftigsten Bücher des Jahres

Der Klima-Atlas
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Mit diesem Klima-Atlas hat das Autoren-Team um Luisa Neubaer etwas Außergewöhnliches veröffentlicht. Mit 80 großen Grafiken, Tabellen, Statistiken und Karten werden die Probleme rund um den Klimawandel ...

Mit diesem Klima-Atlas hat das Autoren-Team um Luisa Neubaer etwas Außergewöhnliches veröffentlicht. Mit 80 großen Grafiken, Tabellen, Statistiken und Karten werden die Probleme rund um den Klimawandel sehr eindrucksvoll und offenkundig dargestellt. Durch die visuelle Aufbereitung ist das Buch gut verständlich und vor allem deutlich, denn die Tabellen und ihre Prozentzahlen sprechen für sich.

Hier wird wirklich alles genau beleuchtet, und es handelt sich um wissenschaftliche Fakten, an denen nicht zu rütteln ist.

Neben den Ursachen für den Klimawandel erfährt man hier jede Menge über die Auswirkungen, denn es wird ja nicht einfach nur ein wenig wärmer, sondern alles Leben auf der Erde leidet unter diversen Kettenreaktionen, die durch Umweltsünden und menschliche Fehlplanung ausgelöst werden. Da geht es nicht allein ums Klima, sondern es hängt ja alles zusammen. Die zunehmende Umweltverschmutzung, der Plastikmüll, von dem keiner recht weiß, wohin damit, die Auswirkungen auf verschiedene Pflanzen und auf unsere Gesundheit und vieles mehr wird hier thematisiert. Klimawandel geht mit so vielen Änderungen einher: Wirtschaftlicher Wandel, politischer Wandel, Wandel im Gesundheitswesen, technologischer Wandel und viele mehr. Die Grafiken sprechen für sich und machen die Probleme deutlicher als jeder wissenschaftliche Bericht. Meine Hoffnung ist, dass der Klima-Atlas, durch seine gute und übersichtliche Gestaltung und die einfache Verständlichkeit viel mehr Menschen anspricht, die sich vielleicht davor scheuen würden, zu einem komplizierten Sachbuch zu greifen. Das Buch macht mir Hoffnung, dass es damit gelingt, mehr Menschen von der Notwendigkeit eines schnellen Handelns zu überzeugen. Es bleibt nicht dabei, die negativen Folgen zu schildern, denn der Atlas zeigt auch Möglichkeiten und Lösungen auf. Jede(r) Einzelne kann auch im Kleinen etwas bewirken, und wieder einmal fällt mir das weise Zitat aus Afrika ein: „Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Antlitz dieser Welt verändern.“

Für mich ist dies eines der wichtigsten und aussagekräftigsten Bücher des Jahres.

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Veröffentlicht am 30.07.2024

Ein wunderbarer, fesselnder Abenteuerroman, der seinen drei Vorgänger-Bänden in nichts nachsteht

Der Kampf der Highlanderin
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Der vierte Band der großartigen Buchreihe um Enja beginnt im Jahr 1317 in Avignon, wo der Papst eine beunruhigende Begegnung hat. Etwa zur gleichen Zeit weilt Enja in Irland. Nach einem missglückten Überfall ...

Der vierte Band der großartigen Buchreihe um Enja beginnt im Jahr 1317 in Avignon, wo der Papst eine beunruhigende Begegnung hat. Etwa zur gleichen Zeit weilt Enja in Irland. Nach einem missglückten Überfall gerät sie, zusammen mit ihrem besten Freund Cathal und seinen Männern, in die Gefangenschaft der Engländer. Wird sie sich und ihre Mitstreiter aus dieser misslichen Lage befreien können? Es ist nicht die einzige Herausforderung, die diesmal auf unsere Heldin zukommt, denn auch private Schicksalsschläge und Verluste muss sie einstecken, und es warten einige unvorhergesehene Überraschungen auf sie, die ihr Leben ziemlich verändern.

Ein Großteil der Handlung spielt sich diesmal in Irland ab. Hier herrscht Krieg um die Machtverhältnisse, und das Land wird im Kampf gegen England regelrecht aufgerieben. Ihrem Freund Cathal zu helfen, ist nicht der einzige Grund, wieso sie in Irland weilt, denn es gibt da auch noch sehr persönliche Beweggründe. Ich möchte gar nicht zu viel zur Handlung schreiben, denn sonst würde ich spoilern. Darum gehe ich lieber auf andere Gesichtspunkte ein. Auch dieses vierte Buch hat an Spannung nichts gegenüber seinen Vorgängern eingebüßt; ich war gefesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Das historische Geschehen hat die Autorin gut verständlich aufbereitet und wiedergegeben und dabei auch Lücken von Ereignissen gefüllt, die nicht ausführlich überliefert sind. Die historisch reale Handlung mit ihren fiktiven Elementen zu verknüpfen, ist Eva Fellner hervorragend gelungen, und Enja passt perfekt in die Szenerie. Aber wir lernen diesmal ganz neue Seiten von unserer tapferen Heldin kennen, denn auch sie ist verletzlich. Manche Erlebnisse setzen ihr so zu, dass ihre Aufmerksamkeit darunter leidet und sie dadurch angreifbarer wird. Auch macht sie kein Hehl daraus, dass sie älter wird. Diese neue, menschliche, verwundbare Seite macht sie noch sympathischer, vor allem weil sie ihre Fehler eingesteht und zugibt, dass auch sie nicht unfehlbar ist. Aber auch die anderen Protagonisten, die Enja schon während ihrer vorherigen Abenteuer begleitet haben, lassen ganz neue Facetten an sich erkennen.

Alles in allem ist dies eine wunderbare, mitreißende Fortsetzung der Enja-Reihe. Ich hoffe sehr, dass Enjas Abenteuer hier noch nicht zu Ende sind, denn auch wenn dieser Band einen runden, sehr zufriedenstellenden Abschluss hat, gibt es doch sicher noch einige Handlungsfäden, die weitergesponnen werden könnten. Dieser Band wie auch seine Vorgänger sind ein Lese-Highlight für mich, und ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung.

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