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Veröffentlicht am 20.08.2024

Schatten über dem Urlaubsparadies Südtirol

Gier ist ein Luder
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Es beginnt ganz harmlos, als zwei Hotelgäste einen Toten im Wellnessbereich finden. Die ist der Ausgangspunkt zu einem vielschichtigen Fall, der teilweise die Züge einer Tragödie trägt

Zurück zu unserem ...

Es beginnt ganz harmlos, als zwei Hotelgäste einen Toten im Wellnessbereich finden. Die ist der Ausgangspunkt zu einem vielschichtigen Fall, der teilweise die Züge einer Tragödie trägt

Zurück zu unserem Toten, bei dem zuerst ein Herztod diagnostiziert wird. Zweifel tauchen auf, als falsche Pässe bei ihm gefunden werden. Das Team um Vice Questore Fabio Fameo würde gerne der Sache nachgehen, wird aber von ihrem Vorgesetzten auf rüde Weise zurück gepfiffen. Dieser möchte durch spektakuläre Drogenfunde groß rauskommen. Fabio fühlt sich zu recht, in seiner Berufsehre gekränkt und ermittelt zusammen mit seinen Kollegen weiter. Die Spur führt zu einem umtriebigen Hotelier, der offensichtlich über viel Geld verfügt und die Hotellandschaft in Südtirol neu aufstellen will. Dies gefällt nicht jedem und so ist der Tod des Unternehmers nicht völlig überraschend. Konkrete Spuren gibt es nicht, da alle Ansätze ins Leere laufen. Der Hartnäckigkeit von Commissaria Giardi ist es am Ende zu verdanken, dass sich einer der Beteiligten öffnet und der Fall gelöst werden kann.

Was mir gut gefallen hat, der Autor schildert nicht nur einen fesselnden Fall, sondern erweist sich auch als engagierter Kenner der Region Südtirol und deren Probleme. Ich habe vor Jahren Urlaub in Schenna gemacht und habe mich gefreut, über Vertrautes zu lesen. Noch mehr beeindruckt und auch nachdenklich gestimmt, haben mich die Ausführungen zum Tourismus in Südtirol damals und heute und dessen Auswirkungen sowie einer möglichen Weiterentwicklung, die in meinen Augen nur bedingt begrüßenswert scheint. Es ist von allem zu viel - zu viel Verkehr, zu viele Menschen, zu viel Verkehr, Lärm und Müll. Manche Südtiroler sehen das zu recht kritisch und es bildet sich Widerstand wie auch an anderen Urlaubsregionen wie Mallorca, Barcelona und Venedig.

Der Titel des Krimis zieht sich als Motto durch das gesamte Buch. Winke mit Geldscheinen, verspreche exorbitante Gewinne ohne Anstrengung oder Risiko und fast alle folgen dir wie die Lemminge. Ernüchternd, dass nach Lösung des aktuellen Falles, diese Bedrohung weiter besteht.

Beim Konflikt zwischen Fabio und seinem Vorgesetzten steht der Verdacht der Korruption im Raum, die ich zutiefst verabscheue. Hier gibt es keine Lösung und wird möglicherweise im nächsten Fall noch eine Rolle spielen. Die Lösung des Falles offenbart eine Tragödie und zeigt, dass man immer damit rechnen muss, Dinge falsch zu deuten. Auch diese Erkenntnis zählt für mich zu den Pluspunkten.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Der Fall war packend, verworren und unterhaltsam. Die Einblicke in die Südtiroler Tourismusbranche war informativ und die persönlichen Aspekte der Ermittler so , dass ich es nicht als störend., sondern als belebendes Element empfunden habe.


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Veröffentlicht am 16.08.2024

Bienen, Honig und eine tote Umweltaktivistin

Vino, Mord und Bella Italia! Folge 3: Bittersüßer Honig
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Dies ist nun mein dritter Fall, der mich nach Fontenaia führt. Ich stelle fest, dass es mir jedes Mal besser gefällt. Neben einem spannenden Fall, freue ich mich , die vertrauten Personen mit ihren Eigenarten ...

Dies ist nun mein dritter Fall, der mich nach Fontenaia führt. Ich stelle fest, dass es mir jedes Mal besser gefällt. Neben einem spannenden Fall, freue ich mich , die vertrauten Personen mit ihren Eigenarten wieder zu treffen . Es ist fast wie bei einem heiß geliebten T-Shirt, dass man immer wieder neu kombiniert.

Anna muss man einfach mögen mit ihrem Gerechtigkeitssinn, Offenheit und einer sehr ausgeprägten Neugierde. Um so entsetzter war ich, dass sich ihre Zeit in Fontenaia dem Ende zuzuneigen scheint. Davor gilt es einen besonders heiklen Fall zu lösen, denn die Familie des Bürgermeisters ist involviert und mit dem ist nicht gut Kirschen essen. Seine Tochter züchtet Bienen und möchte den Honig Bio zertifizieren lassen, um einen höheren Gewinn erzielen zu können. Als eine Umweltaktivist tot neben ihren Bienenstöcken gefunden wird, gerät sie unter Mordverdacht. Zumal es auch eine wenig erfreuliche Vorgeschichte zwischen ihr und dem Opfer gibt. Annas Spürsinn wird mal wieder geweckt, sehr zum Unwillen von Commisario Martinelli. Besonders da Anna immer einen Schritt voraus ist. Dabei hat Anna große persönliche Probleme, die ebenfalls ihre Aufmerksamkeit fordern. Ihr wurden Wasser und Strom abgestellt und ein anonymer Briefeschreiber bietet ihr Geld, wenn sie den Bürgermeister von Fontenaia diffamiert. Und zu allem Übel muss sie zurück nach Hamburg, wenn sie ihren Arbeitsplatz nicht verlieren will . Anna wäre nicht Anna, wenn sie ihre eigenen Sorgen nicht hintenan stellen würde, um der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen. Das endet wie gewohnt und erhofft in einer turbulenten Schlussszene. Und dieses mal zahlt sich Annas beherztes Eingreifen auch für sie persönlich aus. Das war schon lange überfällig und hat mich riesig gefreut.

Der Krimi war , wie bereits die anderen, sehr unterhaltsam, der Fall spannend und erfreulich blutarm und an manchen Stellen sehr humorvoll.

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Veröffentlicht am 12.08.2024

Geld, Macht, Sex - und Gerechtigkeit ?

Venusgold
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Die Rechtsanwältin Olga Swatschuk hat ihre Kanzlei geschlossen und versucht sich an einer Unikarriere. Sie möchte nach den letzten emotionalen Erschütterungen zusammen mit ihrer Partnerin Sonja einfach ...

Die Rechtsanwältin Olga Swatschuk hat ihre Kanzlei geschlossen und versucht sich an einer Unikarriere. Sie möchte nach den letzten emotionalen Erschütterungen zusammen mit ihrer Partnerin Sonja einfach nur ein ruhiges Leben führen. So ist der Plan, aber das Schicksal kommt in Person der Studentin Caroline in die Quere. Sie bittet Olga um Hilfe, sie fühlt sich gestalkt und von der Chefin des Escortservice, für den sie arbeitet, unter Druck gesetzt. Olga sagt gegen ihre innere Überzeugung Hilfe zu. Cathrin Thaler arbeitet als Pressesprecherin für das Wirtschaftsprüfungsunternehmen CPC . Aus heiterem Himmel nimmt der Investigativjournalist Zönte Kontakt mit ihr auf und bittet sie um Unterstützung bei der Aufdeckung eines Bankenskandals. Nach anfänglichem Zögern sagt Cathrin ihre Hilfe zu. Als die Beweislage sich erhärtet, geraten die beiden ins Visier ihrer Gegenspieler und müssen um ihr Leben fürchten. Das Geschäft mit Sex und ein Bankenskandal , beides fand ich unglaublich spannend und mich trieb die Frage um, wie ist die Verbindung ? Im Laufe der Ereignisse gibt es immer mehr Berührungspunkte zwischen den beiden Fällen. Geld, Macht und Sex gehören schon seit ewigen Zeiten zusammen. Diejenigen, die das Geld haben, haben auch Macht und oft bedeutet das auch, die Macht Frauen zu kaufen und zu demütigen. Und es braucht auf der anderen Seite Menschen, die dieses Spiel mitmachen und daran verdienen. Der Autor macht aus diesen Wechselbeziehungen einen packenden und für mich zeitweise einen sehr emotionalen Krimi. Dabei zeichnet er kein Bild in schwarz - weiß. Viele der handelnden Personen sind Opfer, Täter, Betrüger und Betrogene zugleich. Das gibt überraschende Wendungen und neue Blickwinkel auf die Beteiligten und hält den Spannungsbogen sehr hoch. Besonderes Augenmerk legt der Autor auf den Bereich der käuflichen Liebe. Mir hat seine differenzierte Sichtweise gut gefallen und zeichnet meiner Meinung nach ein realistisches Bild. Was mich aber regelrecht wütend macht, war die Sichtweise der Männer auf die Prostituierten und die daraus folgende Behandlung. Für viele sind die Frauen nur Objekte, die man mit Geld kauft und sich deshalb alles erlauben kann . Die Teile des Krimis, die sich mit den Banken und Geldwäsche beschäftigen, fand ich nicht weniger beschämend. In wie weit wird tatsächlich im Sinne der normalen Bankkunden gehandelt und wer hat das Sagen ? Die Mafias verschiedener Couleur mit ihren gewaltigen Geldmitteln aus dreckigen Geschäften ? Dazu passt der Gewissenskonflikt, dem sich Olga ausgesetzt sieht. Recht bedeutet nicht immer Gerechtigkeit. Gerechtigkeit bedeutet manchmal, das Recht zu beugen. Und Gerechtigkeit ist Olga wichtig. Ist sie mit dieser Einstellung an der Uni, mit ihren oft theoretischen Diskussionen , richtig ? Ich fand den Krimi sehr fesselnd und überzeugend und die Weise, wie die beiden Handlungsstränge sich immer mehr vermischen, sehr gelungen. Das Ende ist in meinen Augen absolut realistisch , aber ich glaube nicht, dass es Olgas Gerechtigkeitssinn befriedigt hat.

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Veröffentlicht am 08.08.2024

Bathseba und David - eine außergewöhnliche Liebesgeschichte

Die Löwin von Jerusalem
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Das Alte Testament ist voller Geschichten von Krieg, Verrat, Intrigen, Mord und gelegentlich auch Liebe. Die schönste Liebesgeschichte in meinen Augen ist die von der schönen Bathseba und dem Hirtenjungen ...

Das Alte Testament ist voller Geschichten von Krieg, Verrat, Intrigen, Mord und gelegentlich auch Liebe. Die schönste Liebesgeschichte in meinen Augen ist die von der schönen Bathseba und dem Hirtenjungen David. Die Bibel ist ein historisches Buch und dementsprechend spiegeln sich darin die gesellschaftlichen Verhältnisse von damals wieder, was wiederum bedeutet, dass überwiegend Geschichten von Männern erzählt werden. Auch bei der Liebesgeschichte der beiden Genannten werden die Ereignisse mit David im Mittelpunkt berichtet und Bathseba ist eine Randfigur. Der Autor schildert nun die Begebenheit aus Bathsebas Sicht. Dabei hat er die wenigen Hinweise, die die Bibel gibt, mit historischen Tatsachen und eigenen Vorstellungen zu einer packenden Liebesgeschichte verwoben.

Bathseba und Davidtreffen in einer dramatischen Situation aufeinander. David kämpft einen aussichtslosen Kampf gegen eine Löwin und die 16jährige Bathseba rettet geistesgegenwärtig sein Leben. Die beiden jungen Leute verlieben sich ineinander. Nur ist Bathseba bereits dem Hethiter Uriah versprochen . Der Brautpreis ist bezahlt und Bathsebas Vater weigert sich, die Verbindung zu lösen. Die Wege der beiden Liebenden trennen sich. Für Bathseba beginnt eine wahre Ehehölle, während David zu einem berühmten Krieger wird und kein Kind von Traurigkeit ist. Der Zufall oder göttliche Vorsehung führt Bathseba nach Jahren wieder in Davids Nähe, den sie noch immer liebt und der mittlerweile König ist. Bathseba ist fest entschlossen, ihn wieder für sich zu gewinnen aus Liebe und um ihrer unerträglichen Ehe zu entfliehen. Bathsebas Plan gelingt.

Ich war vom Erzählstil des Autors nach wenigen Sätzen begeistert. Er nimmt die Rolle eines Erzählers ein, der aus einer höheren, allwissenden Perspektive als Regisseur fungiert. Das weckt Neugierde, erzeugt Nähe und gleichzeitig Distanz. Die Personen sind normale Menschen. Sie fluchen, betrinken sich, führen Krieg und haben leidenschaftlichen Sex. Frauen sind Eigentum ihrer Väter und später ihrer Ehemänner. So verschachert Bathsebas Vater sie an den gewalttätigen Uriah. Dieser demütigt und schlägt sie, ohne dass es Konsequenzen hat und obwohl es alle wissen. Doch Bathseba bleibt standhaft, standhaft in ihrem Willen, zu überleben und in ihrer Liebe zu David. Das bedeutet nicht, dass sie nicht mit Gott hadert. David ist in meinen Augen der wankelmütige und schwächere Charakter. Für ihn war die Liebe mit und zu Bathseba mehr eine Affäre. Für ihn sind andere Dinge wichtiger und Frauen gibt es genug. Im Grunde ist es ein Wunder und somit wohl Gottes Wille, dass die beiden doch noch zueinander finden. Ohne dieses "Happyend " hätte es nie einen König Salomon gegeben, was was wirklich ein Jammer wäre.

Für mich war das Buch ein mitreißendes Leseerlebnis. Und selbst für diejenigen, die mit der Bibel nichts im Sinn haben, lohnt es sich , die starke Bathseba und ihre Geschichte kennenzulernen.

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Veröffentlicht am 01.08.2024

Ein neuer Fall für Hobbydetektivin Isa

Mord im Rotstiftmilieu
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Isa ist zwar Lehrerin, aber ihr Herz schlägt für die Verbrecherjagd. Als der Lehrer Wonneberger unter ungeklärten Umständen ums Leben kommt, ist sie deshalb sogar bereit an der anderen Schule als Vertretungslehrer ...

Isa ist zwar Lehrerin, aber ihr Herz schlägt für die Verbrecherjagd. Als der Lehrer Wonneberger unter ungeklärten Umständen ums Leben kommt, ist sie deshalb sogar bereit an der anderen Schule als Vertretungslehrer einzuspringen, nur um dort ermitteln zu können. Was sich zu Anfang als überzeugender Plan darstellt, entwickelt sich immer mehr zu einer Katastrophe..

Ich kenne den 1. Band nicht - was was ich aber nach dieser Lektüre unbedingt nachholen werde - , das hindert mich aber nicht daran, der Handlung gut folgen zu können und einen Riesenspaß dabei zu haben. Das liegt vor allem an Isa und ihrem Rauhaardackel Alfons. Isa ist eine, sagen wir mal, mäßig motivierte Lehrkraft. Wenn es einen Fall zu lösen gilt, entwickelt sie dagegen einen ungeahnten Ehrgeiz und neigt leider auch dazu, über das Ziel hinaus zu schießen.. Diese Meinung teilt auch Kommissar Bähr, der von Isas Hilfe bei der Aufklärung des Mordes wenig begeistert ist, was Isa wiederum verärgert. Nur dumm, dass ihr Herz in Bährs Gegenwart auffällig heftig schlägt.

Isa ermittelt an der Schule unter erschwerten Bedingungen, denn ihr Verhältnis zur Rektorin mit Doppelnamen ist von Anfang an angespannt. Ihre Zusammentreffen sind jedes mal eine Herausforderung für Isa und meine Lachmuskeln. Überhaupt hatte ich viel zu lachen, da mich einzelne Lehrer und Situationen stark an meine eigene Schulzeit erinnert haben. Durch geschickte Fragen und nicht ganz einwandfreie Methoden erfährt Isa einige Tatsachen und reimt sich vieles zusammen. Als sie für sich den Täter ausgemacht hat, setzt sie alles daran, ihn dingfest zu machen und setzt dabei ihre Stelle und wirtschaftliche Existenz auf Spiel. Die wirkliche Bedrohung kommt von unerwarteter Seite und Ritter Bähr rettet Isa in letzter Minute.

Unbedingt erwähnen muss ich die liebevoll dargestellten Nebenfiguren, als da sind Isas beste Freundin Renate und Isas Eltern. Isas Mutter bemüht sich wenig erfolgreich und nicht gerade subtil, Isa an den Mann zubringen. Besonders ins Herz geschlossen habe ich Isas Vater. Er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, ist pragmatisch und sorgt mit seinem Dialekt für Lokalkolorit.

Der Krimi hat mich völlig für sich eingenommen. Er war spannend und auch ich habe gerätselt, wer der Täter sein könnte und dabei hatte ich jede Menge Spaß.

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