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Veröffentlicht am 09.09.2024

Utopie oder realitätsnah: Der Traum vom ewigen Leben

Die Abschaffung des Todes
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Der erfolgreiche Romanautor Andreas Eschbach (u.a. ”Freiheitsgeld”, NSA” , “Herr aller Dinge”, “Eines Menschen Flügel”) hat mit seinem Thriller “Die Abschaffung des Todes” ein Werk vorgelegt, das sich ...

Der erfolgreiche Romanautor Andreas Eschbach (u.a. ”Freiheitsgeld”, NSA” , “Herr aller Dinge”, “Eines Menschen Flügel”) hat mit seinem Thriller “Die Abschaffung des Todes” ein Werk vorgelegt, das sich mit einem der ältesten Träume der Menschheit befasst, dem ewigen Leben. Schon des Cover dieses hochwertig ausgestatteten Buches symbolisiert die Ambivalenz dieses Themas: Auf der einen Seite der Blick in eine unendliche Zukunft, auf der anderen die Akzeptanz der Endlichkeit.

James Henry Windover ist der Ich-Erzähler dieser Geschichte, ein Journalist, der sich absolut der objektiven Wahrheit in der Berichterstattung seiner Zeitung, The Windover View, verpflichtet fühlt. Diese Zeitung ist sehr außergewöhnlich, denn sie kostet eine Million Euro pro Jahr und hat nur 49 Abonnenten. Für diese bereitet die Redaktion- je nach Interessenlage der Klienten- Zahlen, Daten und Fakten auf, interpretiert sie und beurteilt die Auswirkungen des Geschehenen. Absolut verpönt ist Meinungsjournalismus. Ein Team aus Experten weltweit steht so in Diensten der Superreichen, um ihnen die Basis für ihre geschäftlichen Entscheidungen zu liefern.

Mitgründerin der Zeitung ist Anahit Kevorkian, eine querschnittgelähmte Milliardärin, die James bittet, sie auf einem Investorentreffen der Firma Youvatar zu vertreten, damit sie beurteilen könne, ob eine Investition sinnvoll sei, denn Youvatar kündigt ein sensationelles Projekt an. Die Veranstaltung ist gut besucht, die Gründer der Firma, Victoria Watson, Gentechnikerin, und Ralph C. Arnesen, Nanotechnologe, stellen ihr Geschäftsmodell vor, das es ermöglichen soll, im Endausbau das menschliche Gehirn in einen Computer hoch zu laden und der Person so ewiges Leben zu verschaffen. Die Wissenschaftler sind überzeugt, dass auch das Bewusstsein des Menschen in den Computer übertragen werden kann und man danach mit einem Ersatzkörper ewig weiterlebt.

Neben den Wissenschaftlern ist Peter Young der Finanzier des Projektes, ein sehr umstrittener Investor. Ernste Bedenken kommen James, der das Projekt nicht durchschaut, als er hört, dass Young zwei Geschichten, ein Filmdrehbuch und eine Kurzgeschichte, um horrendes Geld gekauft hat. Dem möchte James auf den Grund gehen. Nunmehr beginnt eine gnadenlose Verfolgungsjagd durch Europa, wobei James und der Autor der Kurzgeschichte, Raymond Ferdurci, nur knapp dem Tod entgehen. Ihre abenteuerliche Flucht endet in Wien, wo es zu einem unvorhergesehenen Treffen mit Peter Young kommt. Und langsam begreift James, was hinter den Plänen von Youvatar wirklich steckt….

In James Henry Windover stellt uns Eschbach das Idealbild eines Journalisten vor, der sich nur der Wahrheit verpflichtet fühlt. Trotzdem verfällt er der Manipulation von Youvatar und überlegt sogar, seine Abonnenten zu einer Investition in das Projekt zu bewegen. Denn er würde gerne selbst ewig leben. Dennoch wird er gerade jetzt durch eine schwere Erkrankung seines Vaters mit dem Tod konfrontiert. Nunmehr beginnt James, das Modell von Youvatar zu hinterfragen und überlegt, welche Auswirkungen das ewige Leben, das sich nur die Superreichen leisten könnten, auf die Entwicklung der Gesellschaft haben würde. Und muss er persönlich nun die Endlichkeit akzeptieren oder gibt es für ihn Hoffnung, dass das “Wunder des Lebens” den Tod besiegt?

Penibel wird die Arbeit der Zeitungsredaktion beschrieben, die aus Spezialisten für sämtliche Branchen, guten Technikern und einem herausragenden Sicherheitsdienst besteht. Jedoch unerwartet tut sich hier eine Lücke im ausgeklügelten System auf, die die Zeitungsmitarbeiter an den Rand ihrer Kapazitäten bringt, um James zu unterstützen. Auch hat Marta, James rechte Hand, immer wieder religiöse Bedenken gegen das Youvatar- Projekt. Erst spät wird James die Wahrheit hinter dieser Geschichte erkennen und Anahit Kevorkian beraten können. Jedoch, will sie seinen Rat annehmen?

Durch seine genauen Schilderungen aller Ereignisse schafft Andreas Eschbach so etwas wie Intimität zwischen James und den Lesenden. Er erzählt in einer bildhaften, fast vertraulich wirkenden Sprache die Vorkommnisse mit allen Details. Auch wenn man sich manchmal überfordert fühlt ob der Fülle der Informationen kann man sich als Lesender der Spannung dieses Thrillers nicht entziehen.

Mit “Die Abschaffung des Todes” hat der Autor ein umfangreiches Werk über ein umstrittenes Thema unserer Zeit vorgelegt, zu dem auch in der Realität immer wieder neue Forschungsergebnisse bekannt werden. Den interessierten Lesenden wird in ausgeklügelten Szenarien sowohl das Für wie das Wider der Verfahren zur Erlangung des ewigen Lebens dargestellt, philosophische und gesellschaftliche Implikationen werden berücksichtigt. Als Lesender sollte man sich keine leichte Lektüre erwarten, jedoch eine sehr interessante Abhandlung über Ethik (Was darf die Wissenschaft?) und Moral (Was kann der Mensch mit seinem Gewissen vereinbaren?) sowie über unabhängigen Journalismus, alles brennende Themen der Gegenwart. Damit hat der Andreas Eschbach einen Thriller geschrieben, der die ganze Aufmerksamkeit der Lesenden erfordert und verdient sowie einen Ausblick in eine ungewisse, vielleicht bald nicht mehr utopisch erscheinende Zukunft. Daher lautet die berechtigte Aufforderung des Autors am Ende der Lektüre:” Behalten Sie im Blick, was in der Welt passiert”!

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Veröffentlicht am 21.08.2024

Toll für Bücherfreunde: Rendez-vous mit Randbemerkungen

Wir treffen uns im nächsten Kapitel
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Hinter dem vielversprechenden Cover steckt ein gelungener Roman für Bücherfreunde, die schon der abgebildete Bücherstapel und die beiden lesenden jungen Menschen dazu bringen werden, nach diesem Buch zu ...

Hinter dem vielversprechenden Cover steckt ein gelungener Roman für Bücherfreunde, die schon der abgebildete Bücherstapel und die beiden lesenden jungen Menschen dazu bringen werden, nach diesem Buch zu greifen.

Erin, knapp über dreißig Jahre alt und in London lebend, ist in einer Firma als PR-Managerin tätig, eine Arbeit, die ihr nicht besonders gefällt. Außerdem behandelt ihre Chefin sie miserabel, daher möchte Erin nur Eines, kündigen und nach Hause zu ihrer Freundin Bonnie. Und Bonnie sitzt tatsächlich in Erins Zimmer, als sie heimkommt. Das Problem ist nur: Bonnie ist tot, vor drei Jahren an Krebs verstorben, ein Schicksalsschlag, den Erin nicht verwunden hat. Denn sie quälen nicht nur Trauer sondern auch Schuldgefühle.
Nun möchte Erin nach Hause fahren nach Frome, wo sie und Bonnie herstammen, um an der jährlichen Gedenkfeier für Bonnie teilzunehmen. Verkleidung ist hier Pflicht, die Bezeichnung des Kostüms muss mit “B” beginnen, daher geht Erin als Buch.

Zu der selben Feier kommt James, auch er ist als Buch verkleidet. Und obwohl beide Bücher lieben und in ihrer Jugend viel füreinander empfanden, begegnet Erin nunmehr James mit Hass. Damals ist etwas zwischen den Beiden vorgefallen, und James quält sich deswegen ebenso mit Schuldgefühlen.

In London mistet Erin ihr Zimmer aus., darunter irrtümlich ein Buch, in dem das einzige Andenken an Bonnie liegt, eine Karte. Darauf steht: “Vergiss nicht, all deine Träume wahr werden zu lassen”. Das Buch steht in einem öffentlichen Bücherschrank, in dem James es findet und die Kommentare, die Erin im Buch hinterlassen hat, seinerseits kommentiert. Als er das Buch zurückstellt, findet es Erin wieder und von nun an beginnt ein wechselseitiger Austausch von Büchern, wobei die beiden durch ihre Kommentare einander näher kommen, aber die Identität des Anderen nicht kennen.

Bis Erin eines Tages James im Bus begegnet…

Tessa Bickers, gelernte Journalistin und Singer-Songwriterin, hat in ihrem Debütroman “Wir treffen uns im nächsten Kapitel“ ein sehr liebevolles Buch verfasst, in dem nicht nur die Romanze zwischen zwei Buchliebhabern, Erin und James, die nichts voneinander wissen, sondern auch tiefgreifende Familienprobleme beleuchtet werden. Man kommt den Figuren sehr nahe, denn abwechselnd schildern Erin und James das Geschehen aus der Perspektive des Ich- Erzählenden, sodass die Lesenden in die Gefühlswelt der Protagonisten eintauchen, ihre Probleme nachempfinden und ihr Handeln verstehen können.

Erin ist eine junge, gebildete Frau, die mit der gegenwärtigen Situation unzufrieden ist und der es an Orientierung mangelt. Und vor allem vermisst sie Bonnie, so sehr, dass sie beschließt, nicht ihr Leben zu leben, sondern sich bei jedem Schritt fragt: “Was würde Bonnie jetzt tun?”. Ihrer Mutter und James gegenüber ist sie unversöhnlich, ohne aber Argumente dieser Beiden angehört zu haben. Sie versucht sich beruflich neu zu orientieren, aber des Wichtigste für sie ist der Austausch mit dem anonymen Schreiber, der genau wie sie dafür Bücher in den öffentlichen Bücherkasten stellt. Erst später wird Erin erkennen, dass vorschnelles Urteil ihr Leben bisher negativ beeinflusst hat und mit ihren Schuldgefühlen abschließen. Aber wird sie auch Bonnie loslassen können?

James konzipiert erfolgreich Schulungen für Unternehmen, ein gut bezahlter Job, der aber nicht seinem Lebenstraum entspricht. Schon in seiner Jugend hat es ein Buch begonnen, aber es jetzt weiterschreiben? Denn James Familie hat ihm das Leben nie leicht gemacht. Wegen seines Vaters wurde er in der Schule gemobbt, wegen der Krankheit seiner Mutter muss er immer wieder zurück in sein Elternhaus., um den Vater zu unterstützen. Und die Mutter behauptet, James sei an ihrer Krankheit schuld. Diese Schuldgefühle seiner Familie und Erin gegenüber quälen James ständig, sein einziger Lichtblick ist die Unbekannte, mit der er sich in Büchern austauscht.

In ihrem Roman, der eine neue und wundervolle Idee des Büchertausches aufgreift, beleuchtet die Autorin die persönliche Zerrissenheit ihrer Protagonisten, wie schwierig toxische Familienkonstellationen sind und wie hilfreich Bücher in verfahrenen Lebenssituationen sein können.
Wer sich hier pure Romance erwartet, wird nur teilweise zufrieden sein, denn das Buch behandelt schwierige Lebenssituationen genau so wie den Einfluss körperlicher und psychischer Leiden auf den Lebensweg seiner Figuren. Feinfühlig beleuchtet Tessa Bickers das Gefangen sein in vorgefassten Meinungen und in Schuldgefühlen, die in der Realität keine Entsprechung finden. Wer Bücher liebt und auch tiefgreifende Probleme nicht scheut, wird beim Lesen dieses Romans, der sehr flüssig und eindringlich geschrieben ist, aber in Kapiteln immer wieder die Sichtweise der Einzelnen Figuren beleuchtet, eine wunderbare Geschichte finden, die zu Herzen geht.


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Veröffentlicht am 01.08.2024

Auf der Suche nach dem verlorenen Vater

Seinetwegen
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In ihrem Roman “Seinetwegen” arbeitet die Autorin Zora del Buono ihre eigene Familiengeschichte auf. Aber nicht nur das- spotlightartig werden immer wieder Fakten aus den Jahren ab 1960 eingeschoben, ...


In ihrem Roman “Seinetwegen” arbeitet die Autorin Zora del Buono ihre eigene Familiengeschichte auf. Aber nicht nur das- spotlightartig werden immer wieder Fakten aus den Jahren ab 1960 eingeschoben, oft zum eigentlichen Thema des Buches passend, manchmal aber auch ohne Zusammenhang. Daher irritiert das anfänglich, denn man sucht hier nach dem der Bedeutung für den Fortgang der Geschichte.

Der Vater der Autorin, ein angesehener, junger Arzt, kam bei einem Autounfall vor sechzig Jahren schuldlos ums Leben. Wie die Autorin schreibt: Ein wertvoller Mensch, dessen Tod keinen Sinn ergibt. Der Verursacher des Unfalls wird von ihr völlig anders beurteilt: Erst kurz den Führerschein, fuhr trotzdem schon mehrere Autos und hatte bereits mehrere Unfalle. Trotz dieser Tatsachen wird er vom Gericht nur zu 200 Franken Strafe und bedingter Haft verurteilt. Damals war die Autorin erst acht Monate alt.

Über ihre Kindheit und Jugend erfährt der Lesende nicht viel, speziell nicht über das Verhältnis von Mutter und Tochter. Beide haben nie über den Tod des Vaters gesprochen und so bleibt, wie sich zeigen wird, vieles ungesagt. Nunmehr ist die Mutter dement und in einem Pflegeheim, die Chance einer Aufarbeitung vertan.

Als die Autorin ihre Nachforschungen zum Unfallverlauf beginnt, wird sie von den Schweizer Behörden arrogant und unhöflich abgewiesen. Sie fährt an den Ort des Geschehens und erst durch Gespräche mit Menschen, die E. T., den Todeslenker, gekannt haben und die Nachforschungen eines Archivars erfährt sie, dass dieser lebenslang an seiner Schuld gelitten hat, lange Zeit für die Unfallfolgen bezahlt hat und Kontakt mit ihrer Mutter hatte. Auch hat er ihren Vater im Spital besucht, wo dieser im Koma lag und die Mutter die schwierige Entscheidung getroffen hat, die lebenserhaltenden Maschinen abzuschalten. Aus dem “Töter”, wie ihn die Autorin bezeichnet, wird langsam das Bild eines Menschen und seines Schicksals.

Die Einschübe im Buch befassen sich häufig mit Autos und allgemein mit dem Unfallgeschehen. Hier hat die Autorin sorgfältig recherchiert und wir erfahren Fakten. Ebenso sind die Stellung der Frau, ihr Missbrauch im Verlauf der Geschichte und furchtbare weibliche Schicksale immer wieder Thema. Auch die Verfolgung Homosexueller bekommt in diesen Abschnitten Raum. Die Autorin schildert in einer klaren, präzisen und sachlichen, ja distanzierten Sprache die Geschehnisse, sie wie durch ein Brennglas betrachtend und den Lesenden überlassend, ob sich daran Ekel, Abscheu oder auch Mitleid entzündet.

Das gut zum Thema passende Cover, ein Mann auf eine gewundene Straße blickend, lässt Raum für Interpretation, ob hier Vater oder Unfalllenker dargestellt sind. Wer immer, er blickt wohl auf den Weg, den sein Schicksal genommen hat.

Der Roman “Seinetwegen” ist bereits das zweite Buch von Zora del Buono, in dem sie ihre Familiengeschichte aufarbeitet. Neben ihren Romanen “Die Marschallin”, “Gotthard” und “Hinter Büschen an eine Hauswand gelehnt” hat sie eine Kulturzeitschrift gegründet und als Architektin und Bauleiterin gearbeitet.

Das vorliegende Buch der Autorin ist ein vielschichtiges Werk, in dem Persönliches mit (Zeit)geschichtlichem verwoben wird. Immer wieder stellt sich die Frage nach Schuld und Sühne und der Lesende, der sich auf die Welt von Zora del Buono einlässt, wird nachdenklich zurückbleiben, seine Meinung über das Buch vielleicht erst im zweiten Anlauf bilden, aber dankbar sein, dass ihn die Autorin in ihr Leben gelassen hat und an ihren Gedanken teilnehmen ließ.




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Veröffentlicht am 03.07.2024

Alt werden ist nichts für Feiglinge

Mit Verstand altern
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Dr. Marianne Koch, natürlich vor allem den Älteren von uns noch ein Begriff, hat mit ihrem Buch “Mit Verstand altern” wieder ein sehr liebevoll geschriebenes, aber nie mit erhobenem Zeigefinger zu lesendes ...

Dr. Marianne Koch, natürlich vor allem den Älteren von uns noch ein Begriff, hat mit ihrem Buch “Mit Verstand altern” wieder ein sehr liebevoll geschriebenes, aber nie mit erhobenem Zeigefinger zu lesendes Buch über gesundes Älterwerden verfasst.

Die Autorin beschäftigt sich vorrangig mit dem Wunderwerk Gehirn, erklärt leicht verständlich die Vorgänge in den Nervenzellen und ermuntert die Lesenden, stets positiv zu denken. Auch bespricht sie, wie das Gedächtnis funktioniert, was wir uns auf welche Art und Weise merken und wie der Alterungsprozess unser Gehirn beeinflusst.

Zu einem gesunden Älterwerden gehören natürlich auch gute Ernährung, Tipps zur Bewegung und - ganz wichtig- die Erhaltung der geistigen Agilität. Ebenso wird betont, wie wichtig soziale Kontakte im Alter sind und welche Gefahren für Krankheiten man tunlichst vermeiden solle. Hier spielt natürlich die Schulmedizin eine wesentliche Rolle.

Ein positives, in Frage - und Antwortform geschriebenes Buch, dass uns lehrt, uns mit dem Alter zu versöhnen und ihm vor allem alles Schöne, das es uns noch zu bieten hat, abzugewinnen.

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Veröffentlicht am 20.06.2024

Vom Wert der Freiheit und der Kraft der Liebe

Mit dem Mut zur Liebe
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Dieter Kretzschmar erlebt mit seiner Mutter und seinen Geschwistern das Kriegsende in Dresden, einer der damals meistbombardierten Städte. Dank seiner mutigen Mutter gelingt die gefährliche Flucht aus ...

Dieter Kretzschmar erlebt mit seiner Mutter und seinen Geschwistern das Kriegsende in Dresden, einer der damals meistbombardierten Städte. Dank seiner mutigen Mutter gelingt die gefährliche Flucht aus Dresden und die Familie findet Unterschlupf bei dem ehemaligen Arbeitgeber des Vaters, der sich in Kriegsgefangenschaft befindet.
Hunger und Angst bestimmen den Tageslauf, doch der Einmarsch der Russen zeigt nochmals die Brutalität und Unmenschlichkeit des Krieges.

Nach Dresden zurückgekehrt steht eines Tages der Vater vor der Tür der kleinen Wohnung. Er hat das Lager nur überlebt, weil er als Assistent eines Artisten zur Belustigung seiner Peiniger aufgetreten ist. Dieter, der schon früh gerne Kunststücke vollführte, darf bei diesem Artisten einige Wochen verbringen und verliebt sich unwiderstehlich in die Tochter Johanna, ebenfalls Artistin. Doch der Vater steht der Verbindung so lange im Weg, bis sich Johanna schwer verletzt zu Dieter flüchtet.

Nunmehr ist die DDR abgeriegelt und Dieter und Johanna planen ihre Flucht. Nach zahlreichen vergeblichen Versuchen gelingt sie, doch Dieter kehrt noch einmal in ein unfreies Land zurück. Er holt seine Requisiten, die ihm im Anschluss eine Weltkarriere als Artist Dieto ermöglichen, immer wieder unterstützt von Johanna und ihrer Liebe….

Hera Lind hat diesen auf einer wahren Geschichte beruhenden Roman erst geschrieben, nachdem sie einige Jahre Kenntnis vom Schicksal des Protagonisten hatte. Es ist die erste “wahre Geschichte” über einen Mann und sein durch Krieg und unmenschliche Politik bestimmtes Schicksal. Und darüber, dass es auch in scheinbar ausweglosen Situationen immer Hoffnung gibt, wenn man bereit ist, sich dem Leben zu stellen . Der Hauptaspekt des Buches ist die berührende Liebe zwischen Dieto und Johanna, die weder durch Mauern noch durch Trennung erschüttert werden kann.

Die Leserin, der Leser erlebt hier aber auch ein Stück Zeitgeschichte mit, leidet mit den Menschen, deren Schicksal in diesem Buch beschrieben wird und ist dankbar, dass er nur durch das Buch in die verheerenden Kriegsereignisse und das Leben in einer Diktatur hineingezogen wird. Ein lesenswertes Buch, das Mitgefühl ebenso wie Freude über die positive Wendung des Schicksals der Protagonisten hervorruft.

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