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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.08.2024

Spannend und amüsant

Der Tote im Seebad
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Eva Laws ist eine junge Witwe. Sie besitzt ein Hotel im Ostseebad Laboe und hat es zu einem der besten Häuser am Ort ausgebaut. Das wird im Jahr 1958 von vielen mit Argwohn beobachtet. Jetzt wird im Hotel ...

Eva Laws ist eine junge Witwe. Sie besitzt ein Hotel im Ostseebad Laboe und hat es zu einem der besten Häuser am Ort ausgebaut. Das wird im Jahr 1958 von vielen mit Argwohn beobachtet. Jetzt wird im Hotel ein Film gedreht und das Hotel ist ausgebucht. Eva sieht sich am Ziel ihrer Träume. Als bei einem Gala-Diner zu Ehren der Filmstars ein bekannter Reeder stirbt, brodelt es in der Gerüchteküche. Es wird schnell von Mord gesprochen. Die Polizei rückt an und ermittelt im Hotel . Eva erkennt in Kommissar Matthiesen ihren Jugendfreund Paul und bietet ihm ihre Hilfe an. Nach anfänglicher Skepsis nimmt Paul ihr Angebot an und Eva hat großen Erfolg bei ihren Ermittlungen. Dabei kommen sich die zwei auch privat näher, aber für Eva zählt angeblich nur der gute Ruf ihres Hotels.

"Der Tote im Seebad" ist ein origineller Ostsee-Krimi. Da die Handlung im Jahr 1958 spielt, ist vom heutigen Ort Laboe nicht viel wiederzuerkennen. Trotzdem ist es wirklich interessant, die Örtlichkeiten zu vergleichen. Die Autorin Nele Andersen beschreibt das Leben in einem kleinen Ort, wo jeder jeden kennt, sehr realistisch. Wenn man sich dazu noch vorstellt, welche Moralvorstellungen die Menschen in den 50er Jahren hatten, kann man sich gut vorstellen, mit welchen Schwierigkeiten Eva zu kämpfen hatte. Der Roman ist spannend und amüsant zugleich. Dieses Gleichgewicht wird vol Nele Andersen ganz hervorragend hergestellt, indem sie die Personen manchmal privat ziemlich unperfekt erscheinen läßt, während sie als Ermittler schnell einige Erfolge verbuchen können. Der lockere Schreibstil trägt auch dazu bei, daß man sich beim Lesen total entspannen kann. Am besten natürlich am Ostseestrand bei Laboe.

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Veröffentlicht am 17.08.2024

Blockbusterqualität

Eruption
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Der Mauna Loa auf Hawaii, der größte aktive Vulkan der Erde, wird in wenigen Tagen so heftig ausbrechen wie noch nie. John MacGregor, Wissenschaftler des Hawaiien Volcano Observatory, bekommt es mit einer ...

Der Mauna Loa auf Hawaii, der größte aktive Vulkan der Erde, wird in wenigen Tagen so heftig ausbrechen wie noch nie. John MacGregor, Wissenschaftler des Hawaiien Volcano Observatory, bekommt es mit einer schweren Aufgabe zu tun. Er soll verhindern, daß Lava in eine geheime Höhle der Army gelangt, denn dort lagern Behälter, deren Inhalt das Leben auf dem gesamten Planeten auslöschen kann. Mac und sein Team arbeiten gegen die Zeit....

Michael Crichton hat das Manuskript zu "Eruption" vor seinem Tod begonnen, beendet wurde das Buch nun von James Patterson. Die Fortführung und Ausschmückung dieser Geschichte ist ihm so gut gelungen, daß man gar nicht merkt, daß hier zwei Autoren am Werk waren. Der Schreibstil ist absolut flüssig, nichts wirkt ergänzt oder holprig eingebaut. Man hat hier einen absolut spannungsgeladenen Thriller vor sich, der das Potential hat, als Blockbuster verfilmt zu werden. Man wird hier an verschiedenen Handlungsorten auf Hawaii mit zwei Gefahren konfrontiert, die unvorstellbar in ihren Ausmaßen sind. Einerseits der drohende heftige Vulkanausbruch, der die ganze Insel zerstören kann, andererseits die Gefahr durch die gelagerten Substanzen, die die ganze Welt bedrohen. Man kann das Buch dadurch gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Charaktere werden dem Leser so nahegebracht und sympathisch beschrieben, daß man mit ihnen um ihr Leben zittert und richtig Mitleid mit ihnen empfindet. Mit jedem Wort spürt man die gefährliche Atmosphäre, hält streckenweise den Atem an und ist froh, daß es sich hierbei nur um ein Buch handelt und man nicht in der Realität mit dieser Situation konfrontiert ist.

Von mit bekommt dieser spannende Thriller eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 15.08.2024

Ein angenehmer Krimi

Die Morde von Salisbury
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Der Sommer ist ungewöhnlich heiß in England. Da werden an einem ausgetrockneten Flussufer die Überreste eines jungen Mannes gefunden, der schon vor vielen Jahren verschwunden ist. Er wurde damals verdächtigt, ...

Der Sommer ist ungewöhnlich heiß in England. Da werden an einem ausgetrockneten Flussufer die Überreste eines jungen Mannes gefunden, der schon vor vielen Jahren verschwunden ist. Er wurde damals verdächtigt, zusammen mit zwei anderen jungen Leuten die 20jährige Holly Gilbert ermordet zu haben. Weil die anderen Jugendlichen durch vermeintliche Unglücksfälle ums Leben kamen, rollen Inspector Matthew Lockyer und Constable Gemma Broad auch diese Todesfälle neu auf. Trotz Hitze und privater Probleme versuchen die Ermittler aus einem Geflecht von Lügen und Missverständnissen die Wahrheit herauszufinden. Doch als der Fall dann gelöst ist, macht das Ergebnis Matthew und Gemma nicht wirklich froh.

Inspector Lockyer und Constable Broad ermitteln in ihrem zweiten Fall "Die Morde von Salisbury" wieder auf ihre ganz eigene Art. Katharine Webb hat auch diesen Krimi eher ruhig und bedächtig gestaltet. Sie geht dabei sehr behutsam auf die Psyche der Personen, egal ob Opfer oder Täter, ein. Auch das Seelenleben der Ermittler spielt in diesem Roman eine große Rolle. Man hat es hier mit normalen Menschen und nicht mit Superhelden zu tun. Das macht die Geschichte so glaubwürdig. Beim Lesen wird man zum Teil der Handlung und erlebt die mühsame und kleinteilige Recherche zu den Fällen hautnah mit. So baut sich die Spannung Seite um Seite mehr auf. Erst am Schluß kommt die ganze Wahrheit ans Licht. Der Leser wird lange im Unklaren gelassen. "Die Morde von Salisbury" ist ein angenehmer Krimi. Trotz Spannung hat man keine schlaflosen Nächte.

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Veröffentlicht am 11.08.2024

Eine wirklich tolle Geschichte

Die Liebenden von Islay
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Shonas Schwester Freya betreibt ein kleines B&B auf der Insel Islay. Als Freya einen schweren Unfall hat, fährt Shona dorthin, um die Pension weiterzuführen und um sich um ihre Nichte Erin zu kümmern. ...

Shonas Schwester Freya betreibt ein kleines B&B auf der Insel Islay. Als Freya einen schweren Unfall hat, fährt Shona dorthin, um die Pension weiterzuführen und um sich um ihre Nichte Erin zu kümmern. Zunächst tut Shona sich schwer mit ihren Aufgaben, denn besonders Erin macht es ihr nicht leicht. Doch nach einiger Zeit zeigt Erin ihr eine Brosche, die sie gefunden hat. Shona glaubt, daß das Schmuckstück aus der Wikingerzeit stammt und beginnt mit Erin die Gegend zu erforschen. Dabei ist ihnen Gavin Ramsay, der Besitzer einer Destillerie, behilflich, denn auf seinem Land vermutet Shona ein Wikingergrab. Dieses Grab erzählt die berührende Geschichte einer großen Liebe aus einer fast vergessenen Zeit. Bei ihren Nachforschungen stört Shona allerdings ein paar Leute, die in geheime Machenschaften verstrickt sind und wie so oft muß Gavin sie aus der Notlage befreien.

"Die Liebenden von Islay" ist eine wunderschöne Geschichte über Menschen, die vor langer Zeit gelebt und geliebt haben. Constanze Wilken räumt tüchtig auf mit dem Mythos über blutrünstige Wikinger, die nur Mord und Totschlag kannten. Natürlich haben die Menschen damals brutale Kriege geführt, aber sie haben auch ihre Familien beschützt und vor allen Dingen geliebt. Deshalb hat mich diese Geschichte so sehr berührt. Doch auch die Handlung in der heutigen Zeit war sehr bewegend. Die Sorge um die Schwester war deutlich zu spüren und die Unsicherheit über die Zukunft hat man beim Lesen ganz intensiv miterlebt. All diese Gefühle hat Constanze Wilken mit viel Herz beschrieben, deshalb flogen die Seiten nur so dahin. Langeweile kam dabei nie auf. Die Zeitsprünge verbanden sich schnell zu einer großartigen Geschichte. Dieser Roman hat richtig Spaß gemacht!

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Veröffentlicht am 01.08.2024

Eine italienische Kleinstadt- genau wie man sie sich vorstellt

Trattoria Mortale - Der tote Bischof
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Ganz Volterra steht Kopf: Die Wahl des neuen Bürgermeisters steht an. Der bisher einzige Kandidat Ugo Marchetti will die beschauliche Kleinstadt total umbauen und mit neuen Energiequellen reich werden. ...

Ganz Volterra steht Kopf: Die Wahl des neuen Bürgermeisters steht an. Der bisher einzige Kandidat Ugo Marchetti will die beschauliche Kleinstadt total umbauen und mit neuen Energiequellen reich werden. Das will Angelo Panda, der Wirt der Trattoria, unbedingt verhindern und läßt sich kurzerhand als Gegenkandidat aufstellen. Sehr zum Schrecken seines Sohnes Sergio, denn der ist Polizist in Volterra und sieht großen Ärger auf sich zukommen. Da werden aus der Kirche neben der Trattoria wertvolle Reliquien gestohlen und der Bischof wird ermordet aufgefunden. Sergio ermittelt auf Hochtouren, aber die Zeit läuft ihm davon. Als auch noch sein Vater Angelo spurlos verschwindet, muß er wieder einmal unkonventionelle Wege gehen, um den Fall zu lösen.

Luca Fontanellas Krimireihe "Trattoria Mortale" geht mit "Der tote Bischof" gewohnt munter weiter. Das Buch beschreibt die Kleinstadt Volterra genau so, wie man sie sich vorstellt: laut, fröhlich und mit Charme. Die kleinen Meinungsverschiedenheiten der Bewohner werden untereinander geregelt und zum Schluß haben sich alle wieder lieb. Diese Atmosphäre überträgt sich auf den Leser und macht aus der Handlung einen Wohlfühlkrimi mit Fernwehauslöser. An Spannung fehlt es aber auch diesmal nicht. Selbst wenn es etwas gemütlicher zugeht als in manch anderen Krimis, fiebert man dem Ende entgegen. Schließlich sind einem die Charaktere im Laufe der Serie ans Herz gewachsen und man will nicht, daß ihnen etwas schlimmes passiert. Dieses Buch ist genau richtig, wenn man sich in die Toskana träumen will und sich von einem "kleinen" Mord nicht abschrecken läßt.

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