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Veröffentlicht am 31.03.2017

Potential verschenkt

Ein Sommer in Corona del Mar
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Das Cover läßt eher auf eine seichte, lockere Urlaubslektüre schließen und paßt daher so gar nicht zu dieser schweren Handlung.

Lorrie Ann und Mia sind seit frühester Jugend beste Freundinnen. Sie verbringen ...

Das Cover läßt eher auf eine seichte, lockere Urlaubslektüre schließen und paßt daher so gar nicht zu dieser schweren Handlung.

Lorrie Ann und Mia sind seit frühester Jugend beste Freundinnen. Sie verbringen ihre gesamte Freizeit und teilen alle Geheimnisse miteinander - so hat es den Anschein. Im Laufe der Handlung wird jedoch klar, daß sie eigentlich nur ihre Nachbarschaft und ihre miserablen Familienverhältnisse verbindet- und daß sie beide früh schwanger wurden.

Während Mia ihre Schwangerschaft mit nur 15 unterbrechen läßt und sich deshalb für "die Böse/ Schlechte" hält, ist Lorrie Ann in ihren Augen "die Gute", eine Heilige, die immer alles richtig macht. Sie bleibt in der Stadt, bekommt ihr Kind und heiratet dessen Vater, obwohl sie ihn nicht liebt. Doch ihr Kind kommt schwerstbehindert zur Welt und dies ist nur einer von vielen Schicksalsschlägen, die Lorrie Ann im Laufe der Jahre bewältigen muß.

Mia studierte in Yale, lebt nun in der Türkei und hat eine stabile Beziehung zu Franklin und arbeitet mit ihm an einem Buch.
Sie denkt weiterhin oft an ihre frühere Freundin, zu der sie keinen Kontakt hat, bis diese sich unverhofft meldet und um ein Treffen bittet.

Mia ist geschockt- Lorrie Ann ist drogenabhängig, ihr Sohn in einem Pflegeheim, ihr Mann starb im Krieg und ihre Mutter hatte eine Psychose und zog danach bei ihr ein. Und nun ist Lorrie Ann hier in ihrer Wohnung und bittet um ... ja, um was? Ein Gespräch, Hilfe? Was ist eigentlich in beider Leben passiert?
Ist das tatsächlich die Person, der sie in ihrer Jugend vertraute? Trotz all der Reaktionen und Entscheidungen, die Mia nicht nachvollziehen kann und schon gar nicht gutheißt, hat Lorrie Ann für Mia immer noch diesen Heiligenschein.

Rückseits des Covers finden sich Attribute wie "unwiderstehlich", "bezaubernd"- so würden namhafte Zeitschriften das Buch beurteilen.
Das kann ich so für mich nicht bestätigen.

Man findet nur äußerst schwer Zugang zu den beiden Hauptprotagonistinnen, was zum einen an der schweren, spröden Sprache liegt, zum anderen an der Vielzahl der Themen, die jedoch nur angerissen werden. Moral, Freundschaft, Ethik... all das wird angerissen, aber nicht ausgeführt. Schade, denn das Potential dazu hatte die Geschichte.

Veröffentlicht am 02.04.2019

ernüchternd

Der Ernährungskompass - Das Kochbuch
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Ich habe dieses Kochbuch im Rahmen einer Buchverlosung gewonnen und mich sehr darauf gefreut- wurde doch der Autor Bas Kast als Ernährungsexperte dargestellt. Dies´tut er regelmäßig in diversen TV-Auftritten ...

Ich habe dieses Kochbuch im Rahmen einer Buchverlosung gewonnen und mich sehr darauf gefreut- wurde doch der Autor Bas Kast als Ernährungsexperte dargestellt. Dies´tut er regelmäßig in diversen TV-Auftritten und Interviews kund, allerdings zweifele ich nach der Lektüre des Buches an seinem Basiswissen bzw. mangelte es sehr an der Umsetzung seines Plans, ein Kochbuch auf Basis seines Bestsellers „Der Ernährungskompass“ herauszubringen.

Das Buch hat mich bereits nach dem 1. Durchblättern schnell ernüchtert.
Die meisten der "Rezepte" sind so simpel, daß sie den Platz im Buch eher verschwenden als Anreiz zum KOCHEN zu bieten. Rezepte wie z.B. "Himbeermüsli" bestehend aus Haferflocken, Himbeeren, Joghurt oder Spiegelei mit Avocado auf getoastetem Vollkornbrot sind meiner Meinung nach völlig fehl am Platz. Es gibt auch viele Brotaufstriche, die ich selbst zwar mag und auch gern herstelle, aber das ist doch kein KOCHEN! Einige der Mitleser kritisierten zu viele exotische Zutaten, das kann ich nicht behaupten. Kurkuma, Flohsamen usw. kennt man, wenn man sich mit Ernährung auseinandersetzt.
Die allgemeinen Ausführungen des Autors- eher unverarbeitete, regionale Lebensmittel zu verwenden und damit zu kochen- dafür brauchte es kein neues Buch. Auch mehr Gemüse, wenig Fleisch und möglichst keine Cola oder Saft zu konsumineren ist nicht neu.

Vielleicht waren meine Erwartungen auch zu hoch- ich hatte neue Rezepte erwartet. Stattdessen findet man hier ein durchaus schön gestaltetes Buch mit Bildern, die jedoch auch oft nicht einmal das angekündigte Gericht darstellen, sondern nur dessen Zutaten.
2.5*

Veröffentlicht am 23.08.2024

Mutterschaft

Glück
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Das Cover des Romans "Glück" von Jackie Thomae ist schlicht und hätte mich nicht angesprochen. Es zeigt eine sehr altertümliche Darstellung einer Frau, offenbar schwanger, eine Hand auf dem Bauch liegend, ...

Das Cover des Romans "Glück" von Jackie Thomae ist schlicht und hätte mich nicht angesprochen. Es zeigt eine sehr altertümliche Darstellung einer Frau, offenbar schwanger, eine Hand auf dem Bauch liegend, die andere in die Seite gestützt.

Hauptprotagonistin Marie-Claire, kurz MC, Radiomoderatorin, 39, ist völlig schockiert, als ihre Gynäkologin ihr mitteilt, daß sie sich sehr zeitnah entscheiden (und es umsetzen) soll, WENN sie (noch) Mutter werden will.

Will sie das? Geht es auch anders? Ist man (Frau) nur dann vollkommen und glücklich, wenn man Mutter ist?
Und warum sind dann so viele Mütter (zumindestens zeitweise) unglücklich?

Protagonistin 2, Anahita, erfolgreiche Politikerin, die trotz ihrer Erfolge jedoch auch immer häufiger ein Gefühl der Leere verspürt.

Beide Frauen erfahren im Verlauf, daß es ein neuartiges Medikament gibt, das ihnen noch mehr Zeit geben kann, die Lebensentscheidung der Mutterschaft weiter herauszuzögern.

Der Beginn las sich extrem spannend. Beide Frauen waren mir sympathisch, ihre Gedanken und Beweggründe nachvollziehbar.
Dann kamen die irrationalen Gedanken, das ständige Kreisen um dieses eine Thema, das alles überdeckte.
Keine dieser beiden aufgeklärten, erfolgreichen, sonst rationalen Frauen kam z.B. auf die Idee, ihre Gedanken mit anderen Frauen/ Freundinnen zu teilen? Mit Frauen, die die Entscheidung bereits hinter sich haben.
Sie vertrauen sich niemandem an, auch nicht der Gynäkologin, die Ihnen diesen Hormoncocktail verschreiben soll, damit sie Zeit schinden können?

Der Schreibstil war mir zum Teil viel zu ausschweifend, ja langatmig, die Figuren veränderten sich in wenig glaubhafte Charaktere.

Dennoch regt der Roman an, Lebensfragen zu überdenken.
Ist Mutterschaft das Glück, das ALLE Frauen erreichen wollen (sollten)?
Und was ist dann mit den Frauen, die ungewollt kinderlos sind- können sie nie glücklich sein?

2.5 ☆

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  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.08.2024

Die verschiedenen Arten von Liebe

Das größte Rätsel aller Zeiten
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Das Cover macht einen sehr hochwertigen Eindruck und ähnelt einem 3D-Rätsel, ist also passend zum Inhalt gestaltet.

Samuel Burr's Roman erzählt in seinen recht übersichtlich Kapiteln entweder durch Pippa ...

Das Cover macht einen sehr hochwertigen Eindruck und ähnelt einem 3D-Rätsel, ist also passend zum Inhalt gestaltet.

Samuel Burr's Roman erzählt in seinen recht übersichtlich Kapiteln entweder durch Pippa oder Clayton die Handlung in verschiedenen Erzähl- und Zeitsträngen. Ergänzt durch (Kreuzwort-) Rätsel und Briefe, die Pippa für Clayton erdacht und geschrieben hat, um ihn auf die richtige Spur zu leiten.

Pippa gründet die "Gemeinschaft der Rätselmacher" und findet spät(-er) in ihren 50ern ganz unverhofft eine Hutschachtel mit einem Baby auf den Stufen ihres Anwesens, Clayton.

Der 25jährige Clayton nimmt Abschied von der verstorbenen Pippa und versucht sodann, das Rätsel um seine Herkunft zu lösen. Dabei ist er seltsam naiv und ungeschickt. Aber Überraschung: er findet seine sexuelle Identität.

Ein großes Mysterium, Puzzles oder gar wahre Rätsel deckt er nicht auf.
Wer das aufgrund des Klappentextes erwartet, wird ähnlich enttäuscht werden wie ich.

Der Schreibstil von Burr ist sehr englisch- klar, mit viel (schwarzem) Humor und direkt. War ich zu Beginn dadurch und den Plot eingenommen, so wurde Claytons Sinnsuche zum Teil sehr langatmig und nicht so spannend wie erwartet. Das Füllen des großen Kreuzworträtsels als Analogie zum Leben war sehr beschwerlich zu begleiten.

Allein die Idee, einem 25jährigen nicht endlich die Wahrheit über seine Herkunft mitzuteilen, nachdem er sein ganzes Leben rücksichtsvoll darauf gewartet hat, sondern ihn auf eine Schnitzeljagd zu schicken, zeugt für mich nicht von der mütterlichen Liebe, die Pippa empfunden haben soll. Und am Ende kommt die größte Überraschung zutage, die für mich persönlich eher einem Verrat gleichkommt. Zumindestens, wenn man sich nach seinen Eltern sehnt.

Fazit: Leider nur 2*, denn die fortführende Handlung nach der Leseprobe konnte mich nicht fesseln. Es fehlte definitiv die versprochene Spannung, die Charaktere waren nur halbgar und blieben, bis auf Pippa, sehr blaß.

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Veröffentlicht am 15.07.2024

belanglos

Die Sache mit Rachel
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"Die Sache mit Rachel" von Caroline O’Donoghue hätte mich mit seinem Cover nicht abgeholt, knalliges Pink als Rahmen und Titel, der Autorenname in Blau.
Als Motiv eine junge Frau, vom Betrachter weggedreht, ...

"Die Sache mit Rachel" von Caroline O’Donoghue hätte mich mit seinem Cover nicht abgeholt, knalliges Pink als Rahmen und Titel, der Autorenname in Blau.
Als Motiv eine junge Frau, vom Betrachter weggedreht, die ihr Haar hochhält.

Nach der LP erwartete ich ein Wohlfühlbuch mit Ecken und Kanten.
Stattdessen erhält man einen zähen, sehr gemühten Coming-of-Age-Roman, dessen Handlung zwischen Drama und (unfreiwilliger) Komik schwankt, die Spannung tendiert gegen Null. Und als sich dann doch etwas ereignet, aus dem etwas hätte werden können, verpufft es relativ belanglos.

Die Charaktere sind so übertrieben klischeehaft, daß sie nicht überzeugen. Sympathisch war mir keiner. Die Handlungen und Gedanken (trotz Erwachsenwerden-Bonus) selten nachvollziehbar.

Rachel, Anfang 20, weiß nichts mit sich anzufangen, hält sich aber für ganz besonders. James, erst versteckt homosexuell, dann promiskuitiv, will ihr Freund sein und verrät sie aber auf die schlimmste Art in diesen jungen Erwachsenenjahren. Dennoch bleibt ein platonisches Verhältnis, ein Zusammenleben, ein "Aneinanderkuscheln". Sie haben nie Geld, trinken zuviel billigen Wein und wissen nicht, wie es weitergeht. Charakterentwicklung nicht vorhanden.
Selbst die nun 31jährige Rachel scheint in ihrer Rückschau wenig reflektiert.
Dazu gesellt sich ein mittelalter Englischprofessor, der große Ambitionen hegt, seine Frau, die zuvor seine Studentin war und ein verwirrter 2. James, der eigentlich Rachel's Liebhaber ist, aber irgendwie auch nicht.

Die Schreibweise von Caroline O’Donoghue schwankt zwischen plump, belanglos, locker und vulgär.

Die Vielschichtigkeit und Vielzahl der Themen wie das Erkennen der eigenen Sexualität, das Lösen vom Elternhaus und ihren Erwartungen, die Abtreibungsgesetze und die Finanzkrise in Irland- so wichtige Punkte, aber gerecht wird die Autorin keinem.

Mir gefiel weder die Entwicklung der Geschichte, noch die Erzählweise oder die Charaktere. Kurios, daß die Vielzahl der Mitleser so davon schwärmen. Für mich war es schwierig, bis zum Ende durchzuhalten.

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