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Veröffentlicht am 14.06.2025

Oberflächliche Sommergeschichte aus Schottland

In unseren Träumen ist immer Sommer
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Gertie lebt in einem kleinen schottischen Dorf und bisher bestand ihr Leben im Wesentlichen von Träumereien und Stricknachmittagen. Als bei der lokalen Fluglinie, in der ihre ehemalige Schulkollegin Morag ...

Gertie lebt in einem kleinen schottischen Dorf und bisher bestand ihr Leben im Wesentlichen von Träumereien und Stricknachmittagen. Als bei der lokalen Fluglinie, in der ihre ehemalige Schulkollegin Morag arbeitet, plötzlich Not am Mann ist, und Gertie ein Jobangebot bekommt, beschließt sie kurzerhand, ihr Leben umzukrempeln und sich auf neue Abenteuer einzulassen. Wer weiß, was das Leben alles so mit sich bringt - vielleicht wartet ja selbst auf Gertie irgendwo die wahre Liebe.

Das Cover von "In unseren Träumen ist immer Sommer" verspricht, ebenso wie der Titel, einen schönen Sommerroman. Und dass das Buch in einem Dorf auf einer schottischen Insel spielen sollte, klang für mich ebenfalls verheißungsvoll. Ich hatte natürlich keine tiefsinnige Geschichte erwartet, aber so oberflächlich und vorhersehbar hätte sie dann auch nicht sein müssen. Die Protagonistin ist absolut langweilig und realitätsfern, ihre Schwärmereien passen eher für einen Teenagerroman und je weiter ich beim Lesen fortgeschritten war, desto mehr haben mich ihrer Träumereien und weltfremden Ansichten genervt. Ihre Freundin Morag fand ich zwar sympathischer, aber auch die Geschichte mit der Fluglinie war sehr konstruiert. Insgesamt hatte das Buch für mich leider ziemliche inhaltsleere Längen und ich habe es nur zu Ende gebracht, weil ich es im Rahmen einer Leserunde lesen sollte. Das Ende war dann auch vorhersehbar und unrealistisch und es kam dann tatsächlich überraschend flott, es wirkte fast so, als müsste das Buch nun prompt abgeschlossen werden..

"In unseren Träumen ist immer Sommer" konnte mich leider nicht begeistern und es reicht nicht an die vorherigen Bücher von Jenny Colgan heran. Das schöne Cover und das Setting im idyllischen Schottland sind mir dennoch 2 Sterne wert.

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Veröffentlicht am 24.04.2025

Generationenkonflikte

Die Summe unserer Teile
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Lyudmila, Daria und Lucy - Großmutter, Mutter und Tochter. Drei Frauen aus unterschiedlichen Zeiten, jede ist irgendwie auf der Flucht und so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass wenig Raum für die anderen ...

Lyudmila, Daria und Lucy - Großmutter, Mutter und Tochter. Drei Frauen aus unterschiedlichen Zeiten, jede ist irgendwie auf der Flucht und so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass wenig Raum für die anderen bleibt. Anstatt miteinander zu sprechen, werden die Familienbande gekappt, man schweigt und geht sich aus dem Weg. Lucy versucht dem Geheimnis der Familie auf die Spur zu kommen, ohne zu wissen, dass sich plötzlich noch mehr Ungereimtheiten auftun und man von einem gemeinsamen Leben weiter entfernt ist denn je.

"Die Summe unserer Teile" ist ein Buch, das ich des Buches wegen mochte. Die Figuren sind klar dargestellt (wobei Lyudmila für mich fast ein bisschen zu kurz kam), die Sprache ist ausschmückend, ohne kitschig zu sein, die Unterteilung in relativ kurze Kapitel, jedes einer der drei Protagonistinnen gewidmet, macht das Lesen leicht.

Leider konnte mich der Inhalt des Buches überhaupt nicht überzeugen, im Gegenteil, die Geschichte, die einzelnen Charaktere und ihr Verhalten haben mich regelrecht aufgewühlt. Eine der Damen ist egozentrischer als die andere, anstatt miteinander zu sprechen, geht man sich aus dem Weg, beendet sogar den Kontakt zueinander. Als sich Lucy auf die Suche nach ihrer Vergangenheit macht und nach Polen reist, kommt Daria dazu, es findet wieder eine Annäherung statt, die - schwupps - wieder abgebrochen wird. Alles ist voller Lügen, es wird nur verurteilt und abgestempelt, ohne sich selbst zu reflektieren. Was mir auch nicht klar ist: wo waren denn die Väter die ganze Zeit? Warum haben sie sich nicht irgendwie eingebracht oder versucht, die drei Damen zu unterstützen? Auch wenn vieles passiert ist, man hat den Eindruck, als hätte keine von ihnen überhaupt auch nur versucht, die andere zu verstehen.

Ich habe bis jetzt nicht verstanden, was die Aussage des Buches sein soll und ich denke, dabei werde ich es wohl belassen.

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Veröffentlicht am 26.01.2025

Klischeehafter Winterroman ohne Tiefgang

Schneeflöckchen im Wintertee
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Marlie ist nach einem Schicksalsschlag zu ihrer Freundin nach Schladming gezogen und wagt hier einen Neuanfang. Nie wieder will sie sich nach dem Tod ihres Lebensgefährten verlieben - ein Plan, der sofort ...

Marlie ist nach einem Schicksalsschlag zu ihrer Freundin nach Schladming gezogen und wagt hier einen Neuanfang. Nie wieder will sie sich nach dem Tod ihres Lebensgefährten verlieben - ein Plan, der sofort verworfen wird, als sie Sunnyboy Titus kennenlernt, der sie von nun an vergöttert und auf Händen trägt.

Ich mag "Feel good" Romane, aber ein bisschen Stil müssen sie doch haben. "Schneeflöckchen im Wintertee" hat mich leider überhaupt nicht überzeugen können. Das Cover wirkt zwar ansprechend und flott, der Roman selbst war für mich aber viel zu konstruiert. Reicher Mann befreit armes, trauriges Mädchen aus ihrem Unglück, so könnte man es zusammen fassen, klischeehafter geht es nicht mehr. Ruck zuck hat sich Protagonistin Marlie in den perfekten Mann, den superreichen Titus verliebt, der ihr die Welt zu Füßen legt, Wünsche von den Lippen abliest und Marlie mit Geschenken überhäuft - eine Reise auf die Malediven mal gleich inklusive. Und weil Mr. Perfekt ja ach so lieb ist, werden die Eltern auch noch gleich mit eingeladen. Soviel Gutmensch-Dasein, das tut schon fast weh. Damit nicht alles gar so glatt läuft, werden 2 Missverständnisse eingebaut, die leider so durchschaubar sind, dass man tatsächlich an Marlies Intelligenz zweifeln möchte. Es wurden auch Handlungsstränge angeschnitten, die leider nicht abgeschlossen wurden. Das einzige Problem in der heilen Welt scheint nämlich Titus Familie zu sein, die Marlie von Anfang an ablehnt - wie es mit ihnen weiter geht, bleibt leider offen.

Oh nein, dieser Roman war so gar nicht meins. Lediglich das nette Cover und die Kulisse im winterlichen Schladming, die ganz schön geschildert ist, lassen mich das Buch mit 2 Sternen bewerten.

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Veröffentlicht am 25.08.2024

Ausflug in Omas Pensionistenheim

Hortensientage
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In "Hortensientage" erzählt Manuela Inusa die Geschichte ihrer Großeltern Lisa und Werner, über ihre ganz große Liebe und wie diese den 2. Weltkrieg überstanden und all die Schwierigkeiten der damaligen ...

In "Hortensientage" erzählt Manuela Inusa die Geschichte ihrer Großeltern Lisa und Werner, über ihre ganz große Liebe und wie diese den 2. Weltkrieg überstanden und all die Schwierigkeiten der damaligen Zeit überwunden hat. Anhand der Geschichten von Oma Lisa, die sie regelmäßig im Pensionistenheim besucht, anhand von Bildern und Postkarten macht sich Ela ein Bild der Vergangenheit ihrer Großeltern und versucht, die Lisa und den Werner von damals kennenzulernen und mehr über ihre Vergangenheit zu erfahren.

Das Buch ist ein sehr persönliches Buch von Inusa, sie lässt uns an ihrem Familienleben teilhaben, bringt auch immer wieder kurze Episoden vom Zusammentreffen ihrer eigenen Kinder und ihres Mannes mit Oma Lisa ins Spiel, was grundsätzlich nett ist. Großteils schildert Inusa die Geschichte aus ihrer eigenen Sicht, teilweise werden auch Briefe oder die direkten Erzählungen der Oma wiedergegeben.

Grundsätzlich fand ich die Idee des Buches sehr schön, weshalb ich es unbedingt lesen wollte. Die Umsetzung hat mir aber leider nicht gefallen. Ein Großteil der Geschichte spielt im Pensionistenheim von Oma Lisa, wo langatmig die immer gleichen Episoden, die Probleme und Eigenheiten der anderen Bewohner und im Endeffekt die Eintönigkeit des Lebens dort geschildert werden. Das war allerdings nicht das, was der Klappentext versprochen hat, der eigentliche Plot, die Liebesgeschichte und historischen Begebenheiten der Großeltern wurden nur sehr oberflächlich gestreift und kamen für meinen Geschmack viel zu kurz.

Auch empfand ich es als sehr unangenehm, wie sehr Ela ihre Oma gedrängt hat, ihr von früher zu erzählen. Mit einer Beharrlichkeit und beinhahe ohne Respekt vor den Gefühlen der Großmutter, die einen Teil ihrer Geschichte für sich behalten wollte, wurde diese immer und immer wieder mit Fragen bombardiert, die sie einfach nicht beantworten wollte - bis sie schließlich nachgegeben und manche Episoden ihres Lebens erzählt hat. Als Leserin empfand ich das unglaublich respektlos und ich war mehrmals kurz davor, das Buch wegzulegen.

Die Geschichten, die Oma Lisa schließlich erzählt hat, waren, ob bewusst oder unbewusst, oberflächlich geschildert - hätte man einige Seiten ausgelassen, wäre das für den Fortgang des Buches völlig irrelevant gewesen. Ob sich das alles wirklich so zugetragen hat, wieviel hier biografisch ist und was der schriftstellerischen Freiheit entsprungen ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich mag Inusas Bücher normalerweise sehr gerne, auch ihr Erzählstil gefällt mir ansonsten gut. Hier ist mir jedoch während des Lesens nicht gelungen, mich in die Geschichte hineinzuversetzen oder mich irgendwie dafür zu begeistern. Schade, denn eigentlich wäre das Thema super spannend gewesen.

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Veröffentlicht am 19.06.2024

Lange Story ohne Ende

Long Island
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Es kriselt in der Ehe von Eilis und Tony, da dieser sein uneheliches Kind im gemeinsamen Haushalt aufziehen will - unter der strengen Herrschaft seiner eigenen Mutter. Eilis flüchtet daher in ihre alte ...

Es kriselt in der Ehe von Eilis und Tony, da dieser sein uneheliches Kind im gemeinsamen Haushalt aufziehen will - unter der strengen Herrschaft seiner eigenen Mutter. Eilis flüchtet daher in ihre alte Heimat Irland, wo sie auf ihre Jugendliebe Jim trifft, ihn hat sie vor 20 Jahren zurück gelassen, um mit Tony in den USA zu leben. Alte Gefühle kochen hoch, Eilis und Jim stehen neuerlich vor einer folgenschweren Entscheidung.

"Long Island" ist die Fortsetzung von Colm Tóbíns Roman "Brooklyn", kann aber durchaus gelesen werden, ohne das erste Buch zu kennen. Die Protagonisten werden ausführlich geschildert, auch auf die Vorgeschichte wird immer wieder Bezug genommen, sodass man der Handlung ohne Probleme folgen kann. Auch die Situation, wie Eilis viele Jahre zuvor von Irland in die USA kam und was sich während eines Heimatbesuches dort zugetragen hat, wird erzählt, sodass man sowohl die Situation in Irland als auch in den USA gut nachvollziehen kann.

Eingangs fand ich diese Schilderungen sehr interessant, auch Eilis war mir durchaus sympathisch. Im Laufe des Buches wurde dieses jedoch immer langatmiger und Eilis stellte sich als recht naive Frau dar. Dass ihre Welt auf den Kopf gestellt wurde, als ihr Mann ein Kind mit einer anderen gezeugt hat, war gut nachvollziehbar und auch ihre Reaktion darauf, zurück nach Irland zu gehen, war verständlich. Doch damit hätte man es belassen können, in Irland geschah nämlich, abgesehen von einem bisschen hin und her und dem verzweifelten Versuch, ihrer ehemals besten Freundin ihren nunmehrigen Verlobten auszuspannen, gar nichts, was die Geschichte irgendwie weiter gebracht hätte. Das Buch strotzte nur so von Heimlichkeiten, man hat durchgehend das Gefühl, die Protagonisten mal auffordern zu wollen, endlich miteinander zu sprechen. Ein Konflikt belastet Eilis und ihre Mutter, auch die Situation mit ihren eigenen Kindern ist alles andere als problemlos. Neue Schwierigkeiten tun sich auf, weil Jim, obwohl offenbar immer noch in Eilis verliebt, bereits mit einer anderen verlobt ist. Es ist ein ewiges Hin und Her ohne klaren Faden und auf mich wirkte das Buch wie eine Aneinanderreihung von Belanglosigkeiten, die am großen Ganzen vorbei zielen. Ob Eilis und Jim schließlich doch ein Paar wurden, was in der Zwischenzeit in den USA geschah, wie sich die Familiendynamik weiterentwickelt hat - all das blieb offen und ließ mich mit dem Gefühl zurück, das Buch umsonst gelesen zu haben und am Ende genauso viel zu wissen, wie ganz zu Beginn. Schade, denn die Hintergründe wären eigentlich spannend und man hätte viel daraus machen können.

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