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Veröffentlicht am 28.08.2024

Nordisch kühl

Die Gräfin
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Die Gräfin entstammt aus einem alten Adelsgeschlecht und lebt allein zusammen mit ihren zwei Angestellten auf der Hallig Südfall. 1944 stürzt ein englischer Pilot in der Nähe ab und die Gräfin versteckt ...

Die Gräfin entstammt aus einem alten Adelsgeschlecht und lebt allein zusammen mit ihren zwei Angestellten auf der Hallig Südfall. 1944 stürzt ein englischer Pilot in der Nähe ab und die Gräfin versteckt ihn eine Weile und lässt ihn ärztlich betreuen. Das alles unter große Gefahr, denn die Nazis haben überall Spione…


Das Buch erzählt eine zum Teil wahre Geschichte. Die Gräfin ist eine historisch reale Person. Auch den Piloten soll es wirklich gegeben haben, wobei sich inzwischen gestritten wird, ob der Vorfall 1943 oder 1944 stattgefunden hat. Jedenfalls ist auch nicht restlos geklärt, wie lange der Mann wirklich versteckt wurde und wie er zurück nach England gekommen ist. Auch der Name ist völlig unbekannt. So entstand eine Art Legende, die das Buch aufgreift. Der Stil ist relativ geradlinig und nordisch kühl. Mir fehlten ein wenig tiefergehende Gefühle. Alles wurde relativ kurz und knapp abgehandelt. Ich hätte mir oft ein wenig mehr gewünscht. Die Gräfin wird gut dargestellt mit ihren speziellen Eigenheiten. Auf jeden Fall ist das Buch lesenswert und behandelt eine interessante Geschichte.

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Veröffentlicht am 05.08.2024

Erwachsen werden

Wenn die Welt nach Sommer riecht
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Sigi ist 13 und lebt 1970 in Österreich. Er ist kein Kind mehr, aber eben auch noch kein Jugendlicher. Und in dieser Phase des immerwährenden Wechselns begleiten wir ihn ein Schuljahr lang. Dabei besucht ...

Sigi ist 13 und lebt 1970 in Österreich. Er ist kein Kind mehr, aber eben auch noch kein Jugendlicher. Und in dieser Phase des immerwährenden Wechselns begleiten wir ihn ein Schuljahr lang. Dabei besucht er eine Tante mit einer Frühstückspension und hilft dort beim Kochen und Englisch übersetzen. Dann besucht er eine Tante in Wien, die so völlig anders und sehr modern ist. In der Schule hat er richtig gute Fächer, aber auch teilweise Schwierigkeiten mit seinem manchmal etwas vorlautem Wesen. Obwohl er oft richtige Fragen stellt und eigentlich nur vernünftige Antworten möchte. Das kollidiert aber mit dem damaligen System, in dem Männer ganz oben stehen, alte Nazis in hohe Positionen gekommen sind und Frauen gerade erst ihre Rechte erkämpfen.

Das Buch ist eine gutgeschriebene Geschichte über einen Jungen, wie es zu der Zeit wohl viele gab. Beim Lesen verfällt man immer wieder in Erinnerungen an die Zeit. Manches hat man vergessen oder verdrängt, aber manches steht einem sofort wieder vor Augen. Die Verhältnisse sind aus heutiger Sicht kaum nachvollziehbar. Das Buch bietet neben guter Unterhaltung auch viel Wissenswertes aus der damaligen Zeit. Es wurde in Österreich geschrieben und verwendet viele spezielle österreichische Ausdrücke. Vom Sinn her hat sich mir alles erschlossen, aber manche der Wörter waren für mich völlig unbekannt. Hier hätte ein Wortverzeichnis am Ende mit der Erklärung der Begriffe Hilfe geboten. Insgesamt gibt es von mir eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 05.08.2024

Interessante Sichtweise

Der Salon der kühnen Frauen
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Paris und Versailles in der Regierungszeit Ludwig des XIV., des Sonnenkönigs. Am Hof lebt man prunkvoll und maßlos. Das Volk muss arbeiten, hungert und friert in einem furchtbar kalten Winter. Doch auch ...

Paris und Versailles in der Regierungszeit Ludwig des XIV., des Sonnenkönigs. Am Hof lebt man prunkvoll und maßlos. Das Volk muss arbeiten, hungert und friert in einem furchtbar kalten Winter. Doch auch die Adeligen sind nicht sicher. Einige höhergestellte Frauen treffen sich zu einem sogenannten Salon, um sich gegenseitig Märchen zu erzählen. Es sind alte Märchen, die sie in moderner Form wiedergeben. Doch selbst das ist sehr riskant und man kann dafür ins Gefängnis kommen....

Ich muss gestehen, ich hatte mir unter dem Buch etwas komplett anderes vorgestellt. So musste ich mich anfangs etwas einlesen und auf den ungewöhnlichen Inhalt auch einlassen. Ich war überrascht, wie alt die Märchen, die wir heute als Märchen der Gebrüder Grimm kennen, wirklich sind. Und ich war ebenso überrascht, wie die Märchen, wenn man sie nur ein wenig verändert, plötzlich auf die aktuelle Situation speziell der Frauen zu Zeiten des Sonnenkönigs passen. Das Ganze ist sehr gut beschrieben und hat einen sehr eigenwilligen Sog. Die Geschichten offenbaren sich plötzlich in einem ganz anderen Licht und die tatsächlichen Geschehnisse erschrecken und faszinieren zugleich. Von daher gibt es von mir eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 08.07.2024

Wem gehört die Zeit?

Hast du Zeit?
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Mehrere junge Frauen fühlen sich beobachtet. Doch niemand will sie ernst nehmen. Als nach und nach immer wieder eine von ihnen verschwindet, beruft sich die Polizei auf die mysteriösen Nachrichten per ...

Mehrere junge Frauen fühlen sich beobachtet. Doch niemand will sie ernst nehmen. Als nach und nach immer wieder eine von ihnen verschwindet, beruft sich die Polizei auf die mysteriösen Nachrichten per SMS und sucht nicht wirklich nach den jungen Frauen. Deshalb begibt sich die Lebensgefährtin einer dieser Frauen zusammen mit einem ehemaligen Polizisten, dessen Tochter ebenfalls verschwunden ist, mehr oder weniger privat auf die Suche. Sie entdecken immer mehr und mehr ähnliche Fälle und es betrifft nicht nur Frauen...

Das Buch stellt interessante Fragen zum Umgang mit der Zeit und wem sie eigentlich wie gehört. Trotzdem hatte ich das Gefühl, es ist nicht das beste Buch des Autors. Mir fehlten irgendwie einige Begründungen, warum der Täter auf wen so reagierte. Bei einigen war es klar, bei anderen wirkte es ein wenig wie ein komischer Zufall. Und auch das Ende fand ich ein wenig abrupt und zu kurz. Trotzdem gab es dazwischen genügend Spannung und mögliche Täter, so dass das Buch immer noch gut lesbar bleibt.

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Veröffentlicht am 08.07.2024

Heißer Sommer

Feuerjagd
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Der Sommer in Irland ist extrem heiß und trocken. In dem kleinen Dorf am Rande der Berge machen sich die Menschen große Sorgen. Es drohen komplette Ernteausfälle und die Unterversorgung des Viehs. In dieser ...

Der Sommer in Irland ist extrem heiß und trocken. In dem kleinen Dorf am Rande der Berge machen sich die Menschen große Sorgen. Es drohen komplette Ernteausfälle und die Unterversorgung des Viehs. In dieser schon aufgeheizten Situation kommt Johnny zurück. Er ist seit 4 Jahren verschwunden und seine Familie hat ihn abgeschrieben. Doch er kommt nicht allein, sondern bringt noch einen reichen Engländer mit, der wohl Vorfahren in dem Ort hat und jetzt nach Gold suchen will. Und schon beginnen die Probleme im Ort, denn jeder hat seine eigenen Interessen und diese sind oft sehr gegensätzlich.

Das Buch ist die Fortsetzung von „Der Sucher“. Ich kenne das Vorgängerbuch, hatte daher überhaupt keine Probleme, hier einen erneuten Einstieg zu finden und die entsprechenden Figuren und Geschichten zusammenzubringen. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass es ohne Vorkenntnisse doch ziemlich schwierig ist. Die Menschen im Dorf wirken zum Großteil nicht wirklich sympathisch und haben so ihre sehr eigenen Vorstellungen. Mit diesen war ich nicht immer wirklich einverstanden. Die Geschichte ist sehr gut geschrieben. Allerdings fand ich sie im ersten Drittel manchmal ein wenig langatmig. So richtig vorangekommen ist das Buch etwa ab der Hälfte der Seiten, es wurde dann richtig spannend. Die Lösung am Ende ist auch wieder sehr speziell. Alles in allem gibt es von mir eine Leseempfehlung.

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