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Veröffentlicht am 12.09.2025

Band eins hatte schon Schwächen, aber diese Fortsetzung...

Fox and the Falcon
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„𝗜𝗰𝗵 𝘄𝘂𝗲𝗿𝗱𝗲 𝗹𝗶𝗲𝗯𝗲𝗿 𝗺𝗶𝘁 𝗱𝗶𝗿 𝘀𝘁𝗲𝗿𝗯𝗲𝗻, 𝗮𝗹𝘀 𝗼𝗵𝗻𝗲 𝗱𝗶𝗰𝗵 𝘇𝘂 𝗹𝗲𝗯𝗲𝗻.“

Nachdem Marlow Thorson in „𝐓𝐡𝐞 𝐃𝐞𝐞𝐫 𝐚𝐧𝐝 𝐭𝐡𝐞 𝐃𝐫𝐚𝐠𝐨𝐧“ realisierte, dass ihre schrecklich schöne Halluzination, die sie seit ihrer Kindheit ...



„𝗜𝗰𝗵 𝘄𝘂𝗲𝗿𝗱𝗲 𝗹𝗶𝗲𝗯𝗲𝗿 𝗺𝗶𝘁 𝗱𝗶𝗿 𝘀𝘁𝗲𝗿𝗯𝗲𝗻, 𝗮𝗹𝘀 𝗼𝗵𝗻𝗲 𝗱𝗶𝗰𝗵 𝘇𝘂 𝗹𝗲𝗯𝗲𝗻.“

Nachdem Marlow Thorson in „𝐓𝐡𝐞 𝐃𝐞𝐞𝐫 𝐚𝐧𝐝 𝐭𝐡𝐞 𝐃𝐫𝐚𝐠𝐨𝐧“ realisierte, dass ihre schrecklich schöne Halluzination, die sie seit ihrer Kindheit – und durch vergangene Leben – begleitete, genauso real ist wie die Mächte, zu denen sie einst beten musste, und die Wesen, mit deren Interpretationen sie es als ,Merit Finnegan' auf die Bestsellerlisten schaffte, änderte sich nicht nur ihre Weltanschauung – auch jeder andere Funke ihres Daseins geriet in Schieflage, stürzte die 26-Jährige ins (mentale) Chaos. Statt endlich die Sicherheit der starken Arme von Caliban genießen zu können, war es ein unbedachter Befehl, der ihr ihren Seelenverwandten entrissen hat. Eine beschwerliche Reise samt etlicher Unglaublichkeiten später schaffte es Marlow mit der Unterstützung und dem Wissen von Fauna, ihrer neuen, durchgedrehten besten Freundin, und deren Lover, den Sohn des ,Herrschers der Hölle' aufzuspüren und sich im Zuge dessen Feinde wie Aufmerksamkeit zu sichern und einen Stein gen Krieg zu werfen. Nur durch einen berechnenden Engel gelangte Mar zurück in die trügerische Sicherheit der Menschenwelt. Doch ohne Azrames und ihren gerade erst wiedererlangten Fürsten …

In „𝐓𝐡𝐞 𝐅𝐨𝐱 𝐚𝐧𝐝 𝐭𝐡𝐞 𝐅𝐚𝐥𝐜𝐨𝐧“ machen sich zwei Frauen nordischer Abstammung erneut auf, um ihre Männer zu finden und aus feindlichen Gefilden zu retten. Marlow und Fauna durchstreifen verschiedene Pantheons auf der Suche nach Verstärkung im Kampf gegen die Phönizier. Dafür nutzen sie Lügen und Täuschungen, nehmen die Götterdämmerung, den Zorn der Mächtigen und Anarchie in Kauf, provozieren den Fall der bestehenden Ordnung.
Dass Marlow in diesem Lebenszyklus nichts weiter ist als eine Schachfigur, die endlich all das mitbringt, worauf die Göttlichen epochenlang allerorts gewartet haben, wird ihr am Ende, nachdem sie blind geglaubt, ihre Mauern fallen gelassen und alles für die zuckersüchtige Nymphe und deren dämonischen Gefährten, für Gerechtigkeit und die Liebe riskiert hat, selbst ihr eigenes Leben, schmerzlich bewusst …

„No other Gods“ hätte eine packende Story sein können, aufregend und witzig, bewegend und mysteriös, jedoch wirkt die Geschichte insgesamt sehr unausgereift – zähe Wiederholungen, Stillstand, verschachtelte Ausschweifungen, angefüllt mit Nonsens, machten es schwer, dem wirren Verlauf zu folgen und die Ereignisse, die fragwürdigen Erkenntnisse und angeblichen Zusammenhänge zu verstehen oder zumindest nachzuvollziehen. Der Erzählung fehlte es nicht nur an Fokus, sondern auch an Logik. Dabei war der Stil von Piper CJ durchgängig detail- und bildreich wie spritzig-flapsig. In den letzten Kapiteln ist es gerade Silas, der Marlow mit kryptischen Andeutungen zu einer wenig sinnig dargelegten „Auflösung über ihre Rolle“ führt, sodass ich insgesamt doch enttäuscht bin. Denn die mythologische Komponente und die Verstrickungen mit verschiedenen Pantheons waren ziemlich cool und meines Empfindens nach auch – in Teilen – recherchiert. Die Interpretation des „Antichristen“, der Krieg zwischen den Reichen, ausgelöst durch eine Revolution der „Unteren“ und eine ahnungslose Sterbliche, bis hin zum Weg gen Götterdämmerung, basiert auf einer erfrischenden, unterhaltsamen Idee. Die sich aber scheinbar keiner Überarbeitung unterzog.
𝗜𝗰𝗵 𝗳𝗿𝗮𝗴𝗲 𝗺𝗶𝗰𝗵, ob jemand vor der Veröffentlichung objektiv über diese unrunde Fantasy-Serie drübergeschaut hat?! Wo sind die – im Buch nicht aufgeführten – KorrektorInnen und LektorInnen gewesen? Gerade von einem Publikumsverlag erwarte ich jedenfalls ein gewisses Maß an inhaltlicher Qualität.
Über diese groben Fehler trösten auch nicht der Kern – Selbstbestimmung und freier Wille –, nicht der Found-Family-Aspekt und die ,Liebe über Zeiten' hinweg. Apropos: Was ich im Auftakt sehr schätzte, waren die tragischen, emotionalen Sequenzen – diese fehlen nun vollkommen. Genau wie die Probleme aus Marlows „irdischem Leben“.
Nichtsdestotrotz sind die Figuren, wenn auch so wankelmütig und sprunghaft wie der Plot, facettenreich ausgearbeitet – es war mir unmöglich, Fauna, Az, Caliban, Silas oder die neu Dazugestoßenen einzuschätzen. Zwischen all dem, worauf meine Kritik basiert, finden sich Wendungen und Spannung, unglaublich viel Verrat, Misstrauen, Manipulationen und gebrochene Herzen. Wenige Antworten, dafür neue Fragen.
Statt einer Dilogie scheint es sich nämlich um eine Trilogie zu handeln – sollte Band drei übersetzt werden, weiß ich nicht, ob ich wirklich noch eine Runde dieser in großen Teilen verwirrenden Geschichte durchleben möchte.

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Veröffentlicht am 12.02.2025

Kein Highlight in Sachen „Spannung“

Die blaue Stunde
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In ihrem aktuellen Roman „Die blaue Stunde“ führt uns Paula Hawkins auf die Spuren einer introvertierten Künstlerin – und auf eine abgelegene Insel.

Vor fünf Jahren starb Vanessa Chapman. Ihr Vermächtnis, ...

In ihrem aktuellen Roman „Die blaue Stunde“ führt uns Paula Hawkins auf die Spuren einer introvertierten Künstlerin – und auf eine abgelegene Insel.

Vor fünf Jahren starb Vanessa Chapman. Ihr Vermächtnis, hauptsächlich Malereien und Arbeiten aus Keramik, ließ sie, trotz diverser Zerwürfnisse, der Fairburn-Stiftung zugute kommen. Jedoch befand sich auch eine Skulptur unter den Stücken, das „Division II“ – diese sorgt nun für Aufsehen, ist einer der Bestandteile eine menschliche Rippe.
Diese Entdeckung führt James Becker, Kurator des Museums und Fan der Künstlerin, an den Ort, an dem die die Verstorbene ihr Leben aushauchte. Dort trifft er nicht nur auf Grace – Freundin, Testamentsvollstreckerin und Erbin von Vanessa – sondern auch auf allerhand Ungereimtheiten und Geheimnisse...

Erzählt wird einerseits aus den Perspektiven von Grace, deren Persönlichkeit basierend auf ihren Erfahrungen schwer einzuschätzen ist, und James, andererseits erhalten wir durch Tagebucheinträge der Künstlerin eine Ahnung von ihren Gedanken und Einblicke in das Leben, das sie führte.
Sowohl die charakterlichen als auch die Ortsbeschreibungen sind – im Gegensatz zu dem Knochenfund – sehr detailreich, was die Atmosphäre der schottischen Insel wunderbar untermalt, für einen Hauch Bedrohung und Mystik sorgt. Jedoch verliert sich die Autorin rege in endlosen philosophischen Ansätzen, irrelevanten Erwähnungen und Ausschweifungen, sodass kaum Spannung erreicht wurde und mein Interesse an der Handlung selbst mehrfach abflaute.
Nichtsdestotrotz ist der Stil ausdrucksstark, eindringlich und leise. Kunstvolle, poetische Passagen zeigen, dass Hawkins mit Worten umzugehen weiß.

Beworben als „literarisches Spannungs-Highlight“ kann ich dem Roman „Die blaue Stunde“ letztlich nur 3 Sterne geben, handelt es sich doch widererwartend nicht um eine Geschichte, die Aufregung oder Plottwist bereithält, sondern um eine, die von einer einsamen Frau erzählt, die bis zum Schluss unfähig war, emotionale Bindungen zu knüpfen.

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Veröffentlicht am 02.01.2025

Nicht sonderlich einfallsreich.

One Perfect Couple
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Fünf Paare. Eine einsame Insel. Und Tote.

„One perfect Couple“ erfindet das Rad nicht neu – es gibt zig Storys, die auf einem begrenzten Radius eine gewisse Anzahl Menschen versammeln und eine/n MörderIn ...

Fünf Paare. Eine einsame Insel. Und Tote.

„One perfect Couple“ erfindet das Rad nicht neu – es gibt zig Storys, die auf einem begrenzten Radius eine gewisse Anzahl Menschen versammeln und eine/n MörderIn beherbergen. Einige solcher Thriller empfand ich in den letzten Jahren als spannend und durchaus originell, dieser gehört nicht dazu. Der Plot ist fade, hält keine Überraschungen bereit und kann auch durch den Reality-Show-Aspekt, der nur bedingt zur Geltung kommt, nicht aufgewertet werden. Dass die TeilnehmerInnen, einquartiert auf einer tropischen Insel, durch einen Sturm von Hilfe und diversen Kommunikationsmöglichkeiten abgeschnitten werden, verrät der Klappentext – in Kombination mit der Show und dem Kampf ums Überleben, der zeigt (zeigen soll), wie Fassaden bröckeln und die Urinstinkte im Einzelnen weckt, erinnert das alles seeeehr stark an ein anderes Buch. Aber wie gesagt: Das Rad kann nicht neu erfunden werden, nur sollte man hier und da vielleicht ein paar einfallsreiche Elemente und Twists verwenden.

Der Stil, mit dem uns die Autorin durch diese wenig authentisch inszenierte Storyline führt, war eher mau und eintönig, die Charaktere blieben größtenteils blass und nicht mal die Atmosphäre konnte mich an das Geschehen fesseln. Leider waren auch die Morde bzw. das Auffinden der Leichen nicht sonderlich aufregend oder Gänsehaut verursachend. Mir fehlte es durchweg an Spannung und nachvollziehbaren, überlegten Reaktionen – und das Ende? Nun.… Hätte man sicher mehr – oder überhaupt etwas – draus machen können.

„One perfect Couple“: für mich kein Thriller, nicht mal ein spannender Roman.

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Veröffentlicht am 25.09.2024

Unausgereift, oberflächlich und auch in der Logik gibt's allerhand Überarbeitungsbedarf.

Snowshill Academy – Nebelnacht
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Dark Academia, Fantasy-Vibes und eine unkonventionelle Protagonistin – da der Klappentext die Legende des kopflosen Reiters sowie mysteriöse Begebenheiten anteaserte, war ich sehr auf das Debüt von Laili ...

Dark Academia, Fantasy-Vibes und eine unkonventionelle Protagonistin – da der Klappentext die Legende des kopflosen Reiters sowie mysteriöse Begebenheiten anteaserte, war ich sehr auf das Debüt von Laili Atlas gespannt.

Drei Monate sind vergangen, seit man die Leiche von Evaline in der Nähe des privaten und konservativen Internats, das sie gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester besuchte, fand. In der Überzeugung, gefestigt und stabil zu sein, kehrt Sindre zu Beginn ihres Abschlussjahres zurück. Mit dem Ziel, weiterhin die Beste zu sein, erneut mit herausragenden Leistungen zu glänzen. Doch alles kommt anders, als die Einzelgängerin begreift, dass sie zu oft auf sich selbst und ihre Leistungen fokussiert war und das Leben ihrer Schwester aus den Augen verlor. Als River auftaucht und allerhand Fragen mit sich bringt, historische Artefakte die Schule verlassen müssen und sich unheimliche Beobachtungen samt der Anzahl von Toten häufen, steckt Sindre schon zu tief drinnen. Doch was ist wahr und was Stoff aus Horrorgeschichten? Zu Beginn: ich fand Idee und Setting vielversprechend und interessant. Das ehemalige Kloster sowie die dichten Wälder, von Statuen gesäumt, kamen vorstellbar zur Geltung, während das Geschehen öfter von einer düsteren, schaurigen Stimmung begleitet wird. Jeder Schatten schreit nach Vorsicht, verbirgt die Bedrohung.

Im Vordergrund steht Sindre. Wir lernen die introvertierte Schülerin, auf deren Schultern nicht mehr nur Verlust, Druck und Erwartungen lastet, sondern nun auch das Schicksal der Welt, ausreichend kennen, bekommen eine Ahnung von ihrem Auftreten und ihren Prioritäten vor Evalines schrecklichem Tod und ihrer – für die KlassenkameradInnen und LehrerInnen überraschenden – Veränderung. Denn seit River auf der Bildfläche auftauchte, mit Anschuldigungen und Prophezeiungen um sich warf, scheint die Realität aus den Angeln gehoben worden zu sein und der Untergang allen Seins nah. Doch was hat ihre Schwester damit zu tun und wieso musste diese wirklich sterben? Wer will, dass die Apokalypse hervorbricht, und welche Rolle spielt die „Snowshill Academy“?

Obgleich Atlas allerhand gute Ansätze einbrachte, ist nicht zu übersehen, dass ein Großteil nicht zu Ende gedacht wurde. Viele Fragen bleiben offen und der Verbleib von Figuren und Zusammenhängen unklar. Angefangen damit, dass die Gefahren aus der Hölle von allen „menschlichen“ Charakteren einfach an- und hingenommen werden. Des Weiteren waren viele Informationen über den Mythos des Kopflosen Reiters – ob vom Totengräber preisgegeben oder aus Büchern stibitzt –, maximal Annahmen der sich bildenden „Clique“. Es gab halbgare Pläne, genauso willkürlich wie die eine oder andere Reaktion. Neben Struktur, einem nachvollziehbaren Aufbau und Logik mangelt es diesem Roman auch an Tiefe und authentischen Entwicklungen. Abgesehen der Erzählenden, die sich im Verlauf zumindest teilweise ihrer eigenen Fehler bewusst wird, bleiben andere „unsympathisch gezeichnete“ Schemen. Damit bietet die Autorin zumindest einige MitschülerInnen, FördererInnen und Lehrkräfte an, die für das Beschwören der Apokalypse infrage kämen. (Wobei ich ehrlich gesagt recht schnell sicher war, wer falsch spielt.) Enttäuschend war die Rolle von River, der letztlich gar nicht so viel mit Wissen und Tatendrang glänzte wie angenommen. „Nebelnacht“ wird zwar als Romantasy vermarktet, aber weder konnte ich eine bittersüße Romanze noch eine (entstehende) Liebe ausmachen. Der romantische Strang war komplett unausgegoren – wie auch jener, der hinter das mysteriöse Geheimnis der Schule, den Reitern und dem „Böse“ führt. Wenngleich Fantastische- und Spannungselemente rar gesät sind, gab es jedoch Szenen zum Mitfiebern. Ich hoffte bis zum Schluss, dass sich Lücken schließen, ein bisschen Drama für Emotionen sorgt, ein actionreicher Showdown wartet … Tja – und dann kamen die letzten 50, 40, 30 Seiten, und die kleine Truppe, die den Untergang der Welt verhindern will, steht quasi immer noch am Anfang. Vielleicht könnt ihr erahnen, wie abrupt, nichtssagend und blass das Finale ablief?

Positiv zu erwähnen: In diesem Roman gab es nicht annähernd so viele Fehler wie vom Verlag gewohnt. Fazit: Guter Anfang, spannende Idee – leider entpuppt sich „Snowshill Academy – Nebelnacht“ als lasch, oberflächlich und irgendwie nicht ausgereift.

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Veröffentlicht am 28.08.2024

0815-Story, deren Umsetzung alles andere als originell war.

THE CHOICE: Die Erwählten
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In ihrer Romantasyserie führt uns Sophia Hunter nach „Prime Union“ – ein dystopisches Europa, in dem sich alle Frauen im heiratsfähigem Alter einer Jury stellen müssen, um in einer Art Reality-Show, die ...

In ihrer Romantasyserie führt uns Sophia Hunter nach „Prime Union“ – ein dystopisches Europa, in dem sich alle Frauen im heiratsfähigem Alter einer Jury stellen müssen, um in einer Art Reality-Show, die die ganze Welt verfolgt, das Herz von einem der acht Männer, zwei aus jeder Monarchie und vier unter ihnen von königlichem Blut, zu gewinnen.
Juliana ist alles andere als begeistert, als sie zu „The Choice“ geladen wird, hat sie doch aufgrund ihres bescheidenen Lebens am Rande der Gesellschaft keinerlei Chancen. Immerhin sind es immer die Adeligen, die siegen. Doch einem Fauxpas – oder steckt etwas anderes dahinter? – ist es zu „verdanken“, dass sie wahrhaftig Teil der Show wird… Einer Show, die es nicht darauf anlegt, ihre Kandidatinnen wohlwollend darzustellen.

Sind wir ehrlich: Der Plot erinnert u. a. stark an „Selection“ – Liebe im Rahmen eines Wettbewerbs, in dem die Loveinterests aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten stammen. Auch die 0815-„Heldin“ – ein armes Mädchen, das wiesoauchimmer (besonders) intelligent/bissig/gewitzt, jedem/r ein Dorn im Auge ist und begehrt/geliebt wird – kennen wir.
Man kann das Rad nicht neu erfinden, und das ist vollkommen ok, aber leider fand ich in diesem Auftakt nur wenig, was ich als originell bezeichnen könnte.

War es interessant, sich Informationen über „Prime Union“ und die Entstehung herauszupicken, war es der Rest nur selten. Denn klischeehafte Figuren und ein vorhersehbarer Verlauf mimen den Beginn dieser Serie, in der einander weder kennengelernt wurde noch Zeit für etwaige Entwicklungen blieb.
Juliana Gardener – eine junge Frau, die sich nichts aus dieser inszenierten Challenge, der Dekadenz macht und schnell zurück zu ihrer hungernden Familie will – beginnt durch ein verlockendes Angebot für ihren Platz und das Weiterkommen bei „The Choice“ zu kämpfen.
Dass sie im Fokus aller steht, und zwar nicht nur durch ihren „Auftritt zum Niederknien“ bei der Auswahlprozedur, ist dabei nicht sonderlich hilfreich. Mit mehr Glück als Verstand hangelt sich die Protagonistin durch die Aufgaben und den Alltag im Palast, findet fast augenblicklich Verbündete, schlägt jeder Intrige ein Schnippchen und, wie sollte es anders sein, verliebt sich prompt.
Hier wird von „allen Männern schöne Augen machen“, von tiefen Gefühlen, gar Liebe, und Freundschaften gesprochen und ich fragte mich: Wann passierte das? Und wie? Auch zu anderen, rasch gesprochenen, aus dem Nichts kommenden Einschätzungen fehlte mir das Handfeste.

Spannung und Freude blieben bei mir aus. Dabei weckte die Kombination – Dystopie, Brautschau, Reality-TV-Casting und Wettbewerb – sofort meine Aufmerksamkeit. Zusätzlich zu der flachen Umsetzung konnte mich auch Sophias Stil nicht an das Geschehen fesseln. Vieles wirkte überstürzt, Reaktionen übertrieben/für mich nicht nachvollziehbar, Dialoge und Gedanken gestellt. Auch bin ich kein Fan des Insta-Love-Tropes.
Wenn Plot- und Weltidee sowie die vorhandene Gesellschaftskritik ansprechend schienen, halten mich die Klischees und die für mich mangelhafte Ausarbeitung der Figuren inkl. der zwischenmenschlichen Entwicklungen davon ab, weiterzulesen.

Wahrscheinlich gehöre ich nicht zur geeigneten Zielgruppe, denn andere Vorab-LeserInnen warten gespannt auf die Fortsetzung.
„The Choice“ erscheint am 31. August und ich wünsche Sophia Hunter viel Erfolg.

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