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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2024

Amüsant, Unterhaltend, Lesenswert!

Bad Vöslau in Flammen
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Den Kriminalroman “Bad Vöslau in Flammen” hat Norbert Ruhrhofer im September 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons herausgebracht. Das Titelbild passt gut in das Genre. Der Titel und der Name des Autors ...

Den Kriminalroman “Bad Vöslau in Flammen” hat Norbert Ruhrhofer im September 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons herausgebracht. Das Titelbild passt gut in das Genre. Der Titel und der Name des Autors sind leicht lesbar. Es ist der vierte Band mit den Pokornys aus Bad Vöslau. Er kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Mit Vorkenntnissen macht es mehr Spaß. Ich empfehle diese gnadenlos komische Reihe von Beginn an zu lesen.
Als ich den neuen Krimi von Norbert Ruhrhofer entdeckt habe, da hat mein Herz vor Freude Rad geschlagen. Endlich Neues von den Pokornys. Toni, die beste Ehefrau von allen, und der schrecklich eingefahrene Willi Pokorny haben mit ihrer Beaglehündin Maxime längst einen reservierten Platz in meinem Krimiherzen. Völlig gespannt schlage ich das Buch auf und beginne zu lesen.
In Bad Vöslau brennt ein Hotel und in der abgebrannten Ruine findet sich ein Toter. Die Hotelbesitzer heißen Schrott und sind finanziell in einer angespannten Lage. Schnell ist von einem warmen Abriss die Rede. Die Nachbarin der Schrotts ist sich sicher, sie kennt den Namen des Täters, doch auch sie wird zum Schweigen gebracht. Die Pokornys sind gefordert und starten live und in Farbe in den bisher abenteuerlichsten Fall ihrer Ermittlerkarriere.
Schnell bin ich in die Geschichte eingetaucht. Als Schnellleser habe ich extra langsam gelesen, damit ich mehr von dem typischen Ruhrhofer-Humor habe. Vom ersten bis zum letzten Buchstaben habe ich jede Zeile genossen. Den Schreibstil des Autors möchte ich mit den Worten modern und flüssig, leicht und locker, bildhaft und humorvoll beschreiben. Er ist etwas gemäßigter als in den früheren Bänden. Damit ist er massentauglicher geworden.
Herrlich amüsant sind die liebevoll ausgebauten Charaktere in Szene gesetzt. Frau Katzinger hält sich in diesem Abenteuer eher im Hintergrund und dennoch wird ihre Brille erwähnt. Die Zwatzel hat den Auftritt ihres Lebens und bei Bio-Berti möchte ich immer noch nicht einkaufen. Über das Treffen mit der Wehli freue ich mich und ich hoffe auf ein Wiedersehen mit den skurrilen und leicht überzeichneten Bewohner von Bad Vöslau in Band 5. Hoffentlich muss ich nicht so lange warten.
Norbert Ruhrhofer hat mit “Bad Vöslau in Flammen” einen herrlich vergnüglichen Krimi aus Bad Vöslau auf den Büchermarkt gebracht, der einfach Spaß macht. Gerne empfehle ich diese Erzählung all denen weiter, die auch bei einem Krimi auch mal lachen mögen. Wer Regionalkrimis liebt, kommt hier auf seine Kosten. Von mir bekommt der Autor verdiente 5 Lesesterne.

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Veröffentlicht am 04.09.2024

ein schwarzhumoriges und superspannendes Lesevergnügen!

Blutrotes Weimar
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Den Kriminalroman “Blutrotes Weimar” hat Astrid Miglar gemeinsam mit dem Greifenverlag im März 2024 herausgebracht. Das Cover erinnert mich an den Vorspann im sonntäglichen Tatort. Die komplementären Farben ...

Den Kriminalroman “Blutrotes Weimar” hat Astrid Miglar gemeinsam mit dem Greifenverlag im März 2024 herausgebracht. Das Cover erinnert mich an den Vorspann im sonntäglichen Tatort. Die komplementären Farben gelb und lila lassen mich genauer hinsehen. Ich frage mich, was es mit der Frau auf sich hat, wende das Werk und beginne den Klappentext zu lesen. Das Buch hat ein handliches Format und lässt sich trotz kleiner Buchstaben gut lesen. Es liegt gut in der Hand und ist in viele, kurze Kapitel gegliedert. Das macht das Lesen angenehm. Die Kapitel sind nummeriert und viele sind mit einem Zitat unterlegt. Jedes einzelne ist passend ausgesucht.
Astrid Miglar kenne ich bereits aus “Die schwarze Gräfin”. Die Erzählung hat mir soviel Spaß gemacht, dass ich mich gleich auf “Blutrotes Weimar” gestürzt habe. Die Autorin startet mit dem Tod von Margaux. Auf ihrer Hochzeit wird sie in der Kirche von dem herabstürzenden Jesus erschlagen. Ein Zufall? Sicher nicht! Wer schon einmal ein Buch von Astrid Miglar gelesen hat, der ahnt bereits, dass eine spannende und facettenreiche Geschichte darauf wartet erzählt zu werden. Mit einer spitzen Feder und einer ordentlichen Portion Sarkasmus lese ich von Elsbeth, der es immer schlechter geht. Ihre Chefin Margaux, die eigentlich Margot heißt, mobbt sie auf Teufel komm raus. Das geht so weit, dass Elsbeth den Freitod wählt. Das jedoch gefällt Eva ganz und gar nicht. Als Kosmetikerin im 1000schön schwört sie Rache für Elsbeth und macht sich hochmotiviert ans Werk. Sie will jeden rächen, der ihre Freundin in den Tod getrieben hat. Und das sind gar nicht so wenig.
Mit einem erfrischenden schwarzen Humor und einem Schreibstil, der Wiedererkennungswert hat, gelingt es der Autorin mit nur wenigen Sätzen, meinen Geist in die Geschichte zu ziehen. Vom ersten bis zum letzten Buchstaben hat mich diese Erzählung so sehr gefesselt, dass ich die ca. 392 Seiten in drei Abschnitten gelesen habe. Wer einmal mit dem Lesen beginnt, wird Schwierigkeiten haben, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Mir ist das kaum möglich. Immer möchte ich wissen, wie es denn nun weiter geht.
Ähnlich wie in “Die schwarze Gräfin” fasziniert mich Astrid Miglar wieder mit ihren facettenreichen Persönlichkeiten. Die Rachegöttin Eva, Elsbeth und Margaux werden nach und nach immer plastischer, bis sie in meinem Kopf lebendig werden.
“Blutrotes Weimar” von Astrid Miglar ist eine wunderbar erfrischend bitterböse erzählte Geschichte, die mich an “Die Apothekerin” von Ingrid Noll erinnert. Mir hat dieser Kriminalroman soviel Spaß gemacht, dass ich ihn gerne weiterempfehle. Von mir bekommt er von 5 verdiente Lesesterne.

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Veröffentlicht am 29.08.2024

Spannend, Atmosphärisch, Fesselnd!

Rübentod
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Den Regionalkrimi “Rübentod” hat Dagmar Rosenbauer im Juli 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das Cover ist kriminell gut. Es wirkt atmosphärisch düster auf mich. Der perfekt platzierte ...

Den Regionalkrimi “Rübentod” hat Dagmar Rosenbauer im Juli 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das Cover ist kriminell gut. Es wirkt atmosphärisch düster auf mich. Der perfekt platzierte schwarze Rabe kündigt Unheil an. Das ländliche Brandenburg wird durch das Gatter und den Hof im Hintergrund betont. Die nebelige Landschaft sorgt bei mir für eine Gänsehaut. Der Titel passt perfekt zur Geschichte und ist gut lesbar. Nina Schäfer präsentiert sich mit diesem Cover wieder als Anwärterin für das Cover des Jahres.
Es hat nur wenige Sätze gedauert und mein Geist hat sich in die Geschichte vertieft. Der Schreibstil von Dagmar Rosenbauer liest sich leicht und locker. In einer Rübenmiete in Brandenburg wird eine verweste Leiche gefunden. Marley Leonhardt, frisch gebackene Polizeichefin in Neuruppin, benötigt dringend einen Erfolg. Leider sieht es zunächst gar nicht danach aus. Lange ist unklar, wer denn die Tote ist. Doch da ist noch Richard Said Wagner, der freigestellte Berliner Polizeisprecher. Können die beiden gemeinsam den Fall lösen?
Dagmar Rosenbauer hat ihre Haupt- und Nebenfiguren entsprechend ihrer Rollen unterschiedlich fein und ausreichend gezeichnet. In ihren Persönlichkeiten agieren sie logisch und nachvollziehbar, das lässt sie lebendig werden. Mit Marley und Richard hat sie zwei Charaktere an den Start geschickt, die mir beide gut gefallen. Marley kämpft mit ein wenig Übergewicht und den unterschiedlichsten Anforderungen, die an sie gestellt werden. Richard kämpft mit seiner persönlichen Geschichte. Beide gefallen mir auf Anhieb. Es macht mir Spaß, den zweien durch den Krimi zu folgen.
Lange habe ich keine gute Idee, wer denn der Täter sein könnte. Dagmar Rosenbauer ist geschickt und lässt mich fleißig rätseln. Sie führt mich in die Irre und überrascht an sorgfältig ausgesuchten Stellen mit unerwarteten Wendung. Ihren Kriminalfall löst sie kurz vor Schluss auf. Meine Fragen sind beantwortet und es bleibt die Neugier auf ihr neues Werk. Ich hoffe, ich muss nicht so lange warten.
Alles in allem hat Dagmar Rosenbauer mit “Rübentod” einen ausgezeichneten Kriminalroman auf den Büchermarkt gebracht, mit dem ich einige spannende Lesestunden verbracht habe. Gerne empfehle ich diesen Regionalkrimi uneingeschränkt weiter. Von mir bekommt die Autorin für ihr erstaunlich ausgereiftes Erstlingswerk verdiente 5 Lesesterne.

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  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 25.08.2024

Spannend, Temporeich, Lesenswert!

Tod in der Wiek
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Den Regionalkrimi “Tod in der Wiek” hat Jobst Schlennstedt im August 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das unheilvoll wirkende Cover passt hervorragend zur Geschichte und in das Genre. ...

Den Regionalkrimi “Tod in der Wiek” hat Jobst Schlennstedt im August 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das unheilvoll wirkende Cover passt hervorragend zur Geschichte und in das Genre. Der Titel und der Name des Autors sind gut lesbar.
Von Jobst Schlennstedt habe ich schon einige Regionalkrimis gelesen. Sie haben mir alle gut gefallen. So habe ich nicht gezögert, als mir “Tod in der Wiek” in die Hände gefallen ist. Gespannt fange ich an zu lesen.
Am Ufer des südlichen Priwalls treibt eine Leiche im Wasser. Es handelt sich um einen Restaurantbesitzer. Das Lübecker Ermittlungsteam stößt auf eine zerstrittene Familie und auf viele Verdächtige. Morton Sand, Kommissar, kämpft noch mit seinem persönlichen Trauma. Er hat einen Menschen erschossen. Dann bekommt der ehemalige Ermittler Birger Andresen einen Anruf und es wird klar, das noch mehr Menschen in Gefahr sind.
Jobst Schlennstedt startet mit einem Prolog, der mir Gänsehaut verursacht. Früh präsentiert er seine erste Leiche. Der erste Verdächtige ist schnell ausgemacht und lange deutet alles darauf hin, das er es auch gewesen sein könnte. Mir ist diese Lösung jedoch zu einfach und so beschäftige ich mich mit der Suche nach dem wahren Täter. Der Autor ist geschickt. Er liefert dem Lübecker Ermittlungsteam und mir viele Hinweise. Gerne auch falsche. Er führt mich in die Irre, lässt mich neu denken und löst zum Schluss seinen Kriminalfall mit einem spannenden Showdown auf, der mir heute schon Lust auf den nächsten Band macht.
Der Schreibstil des Autors liest sich gewohnt flüssig. Er nutzt die modernen Worte und geizt nicht mit Spannung. Das Tempo ist hoch und ich bin vom ersten bis zum letzten Buchstaben voll dabei. Einmal mit dem Lesen begonnen, ist es kaum noch möglich, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Immer möchte ich wissen, wie es denn nun weitergeht und so habe ich die ca. 288 Seiten in nur zwei Abschnitten gelesen.
Alles in allem hat Jobst Schlennstedt mit “Tod in der Wiek” einen ausgezeichneten Kriminalroman auf den Büchermarkt gebracht, mit dem ich einige spannende Lesestunden ab vom Alltag verbracht habe. Gerne empfehle ich diesen Regionalkrimi uneingeschränkt weiter. Von mir bekommt der Autor verdiente 5 Lesesterne.

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Veröffentlicht am 23.08.2024

Sprachwitzig, Spannend, Humorvoll!

Die Quokka-Insel
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Den Kriminalroman “Die Quokka-Insel” hat Helmut Vorndran im Juli 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons herausgebracht. Das Titelbild mit dem Mammutbaum passt gut zur Geschichte. Der Name des Autors und der ...

Den Kriminalroman “Die Quokka-Insel” hat Helmut Vorndran im Juli 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons herausgebracht. Das Titelbild mit dem Mammutbaum passt gut zur Geschichte. Der Name des Autors und der Titel sind gut lesbar.
Es ist mein erstes Buch mit Helmut Vorndran und ich bin bereits nach den ersten Sätzen von seinem feinen Humor und dem irrsinnigen Sprachwitz restlos begeistert. Der Autor zwingt mich zum langsam lesen. Normalerweise lese ich ca. 100 Seiten in einer Stunde. In dieser Erzählung habe ich 50 Seiten gelesen, damit mir auch nichts entgeht.
In der Bamberger Gegend verschwinden Menschen. Sie tauchen an anderen Stellen wieder auf. An fremden Stränden in der Südsee. Allerdings nicht im Originalzustand. Dann gibt es Tote und die Bamberger Polizei ist gefordert. Kommissar Haderlein, Lagerfeld und die Neukommissarin Kira Sünkel versuchen einem wahnsinnigen Mörder Einhalt zu gewähren.
Mit Spannung geizt der Autor nicht. Es gelingt ihm, seine Erzählung so zu gestalten, dass ich vom ersten bis zum letzten Buchstaben gebannt im Buch bleibe. Mal wechselt er den Erzählstrang, mal präsentiert er mir neue Informationen und dann versucht er mich abzulenken, was ihm durchaus auch gelingt.
Nach und nach lerne ich die Protagonisten kennen und lieben. Besonders Kira Sünkel hat es mir mit ihrer herrlichen direkten Art angetan und ich habe jede Szene mit ihr genossen. Der Dachdeckergeselle hat mich zum Schmunzeln gebracht und der kleine Alexsander hat mein Herz berührt. Dieser Krimi hat einfach alles, was eine gute Geschichte ausmacht.
Helmut Vorndran hat mit “Die Quokka-Insel” einen erstaunlich guten Krimi aus Franken auf den Büchermarkt gebracht, der einfach lesenswert ist. Gerne empfehle ich diese Erzählung all denen weiter, die auch bei einem Krimi auch mal lachen mögen. Von mir bekommt der Autor verdiente 5 Lesesterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

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