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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.09.2024

Beim Anblick des Vulkans

Als mein Vater in den Straßen von Turin verschwand
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Marta Barones autobiografisches Buch fällt durch das spektakuläre Cover auf und natürlich durch den langen Titel: Als mein Vater in den Straßen von Turin verschwand.
Die Italienerin erzählt dabei die Lebensgeschichte ...

Marta Barones autobiografisches Buch fällt durch das spektakuläre Cover auf und natürlich durch den langen Titel: Als mein Vater in den Straßen von Turin verschwand.
Die Italienerin erzählt dabei die Lebensgeschichte ihre Vaters, von dessen linksradikaler Vergangenheit sie erst nach seinem Tod erfuhr.
Sie verarbeitet das durch viel Recherche, z.B. Prozessakten, aber auch durch viele Gespräche mit Leuten, die ihren Vater kannten.
Sprachlich waren meine Eindrücke gemischt. Lange Passagen sind nicht sehr literarisch, doch bei einer Biografie muss man das auch nicht unbedingt erwarten. Dann gibt es aber auch viele Abschnitte, die gut verfasst sind.
Vor allen macht die Autorin ihre Gefühlslage deutlich. Sie hatte ein schwieriges Verhältnis zu ihrem Vater und wusste vieles nicht von ihm. Es sind aber auch so einige liebevolle Erinnerungen dabei.

Veröffentlicht am 04.09.2024

Ein Ausflug nach Amerika

Iowa
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Die Österreichische Schriftstellerin Stefanie Sargnagel schreibt unbeschwert und locker. Und ihr Stil ist von Ironie durchsetzt. Ihre Sprache spricht die Millennials unter den Lesern an.
Durchaus kann ...

Die Österreichische Schriftstellerin Stefanie Sargnagel schreibt unbeschwert und locker. Und ihr Stil ist von Ironie durchsetzt. Ihre Sprache spricht die Millennials unter den Lesern an.
Durchaus kann man etwas für den spöttischen Unterton Sargnagels übrig haben.
Diese Buch zeigt ihren Blick auf die USA und ihre Eindrücke von der Reise, die sie mit Christiane, einer Freundin, unternimmt. Eigentlich kennen sie sich noch nicht ganz so gut, sind aber schnell, ein gutes Team.
Meistens sind sie mit sich selber beschäftigt. Manche Details haben aber das Zeug zum Allgemeingültigen und Sargnagel findet Themen, die relevant sind und das macht dann die Höhepunkte des Buches aus.

Veröffentlicht am 29.08.2024

Von Permafrost und Spechtmenschen

Plasmatropfen
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Plasmatropfen ist eine moderne, sehr konzentrierte Prosa, die manchmal kalt und seelenlos wirkt. Sie ist das aber nicht durchgehend.
Im Mittelpunkt steht die Malerin Helen. Eigentlich sollte sie eine Ausstellung ...

Plasmatropfen ist eine moderne, sehr konzentrierte Prosa, die manchmal kalt und seelenlos wirkt. Sie ist das aber nicht durchgehend.
Im Mittelpunkt steht die Malerin Helen. Eigentlich sollte sie eine Ausstellung in einem Museum haben, doch da gab es einen Einbruch und alle Bilder wurden gestohlen.
Dann gibt es noch Helens Freund Lenell, der schlimme Depressionen hat. Die Beziehung ist daher nicht einfach.
Dem Autor gelingt es ganz auf seine eigene Art, die Zustände des Malens als auch der Depressionen zu zeigen.
Es gibt viel bizarres im Buch, zum Beispiel Helen im Permafrost oder Lenells Begegnung mit einem Spechtmensch, die sich zu einer Beziehung ausgestaltet.
Es gibt zum Teil bemerkenswerte Beschreibungen. Der Autor wagt einiges.
Es ist ein Buch, auf das man sich einlassen muss.

Veröffentlicht am 27.08.2024

Carla und Samuel

Wenn du nicht wärst
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Die Schweizer Autorin Maja Peter bietet mit ihrem Roman Wenn Du nicht wärst die geschichte einer Beziehung eines Paares mittleren Alters. Es überrascht, wie stark sinnlich der Text ist. Es gibt viele ...

Die Schweizer Autorin Maja Peter bietet mit ihrem Roman Wenn Du nicht wärst die geschichte einer Beziehung eines Paares mittleren Alters. Es überrascht, wie stark sinnlich der Text ist. Es gibt viele Szene, in denen Erotik und Sex die Hauptrolle spielen.
Angesiedelt ist der Roman zudem im Theatermilieu. Das gibt zusätzliche eine Note für einen eigenständigen, weichen Erzählton.

Ein große Handlung weiterhin gibt es kaum. Man hätte da vielleicht noch etwas mehr machen können. So bleibt der Text zu sehr im vagen.

Veröffentlicht am 27.08.2024

Machtkampf im Radieschengarten

Radieschen-Revolution
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Das Buch zeigt Gerd, ein Literaturkritiker, der seine Liebe zum Gärtnern entdeckt und seinen Weg zum eigenes gegründeten Gemeinschaftsgarten.
Die Sprache ist überraschend und wirkt im Tonfall wie aus den ...

Das Buch zeigt Gerd, ein Literaturkritiker, der seine Liebe zum Gärtnern entdeckt und seinen Weg zum eigenes gegründeten Gemeinschaftsgarten.
Die Sprache ist überraschend und wirkt im Tonfall wie aus den sechziger Jahren. Gemäßigt wird das durch einige moderne Begriffe.
Den Einsatz des betulichen in der Sprache verstehe ich als eine Art Ironie. Das schließe ich auch aus den drolligen Kapitelüberschriften und den Dialogen. Das wird zum Ende hin immer überdrehter.
Wer für diese Art Ironie etwas übrig hat, wird den Roman amüsant finden.