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Veröffentlicht am 06.06.2025

Zärtlich erzählte Mensch-Hase-Beziehung

Hase und ich
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Mit "Hase und Ich" hat Chloe Dalton eine fesselnde und zärtlich erzählte Chronik über ihre Erfahrungen über die Rettung eines Hasenbabys und die daraus resultierenden besonderen Mensch-Tier-Beziehung geschrieben.

Während ...

Mit "Hase und Ich" hat Chloe Dalton eine fesselnde und zärtlich erzählte Chronik über ihre Erfahrungen über die Rettung eines Hasenbabys und die daraus resultierenden besonderen Mensch-Tier-Beziehung geschrieben.

Während der Covid-Pandemie und des Lockdowns in Großbritannien, befindet sich Chloe auf dem englischen Land und entdeckt dort eines Tages einen neugeborenen Hasen, der von seiner Mutter auf einem Fußweg ausgesetzt wurde. Sie stellt sich die Frage, ob sie das Hasenbaby zurücklassen lassen oder es mitnehmen soll, um es vor dem drohenden Tod zu retten.
Sie entscheidet sich dafür, den kleinen Hasen mit nach Hause zu nehmen, im Wissen, dass es sich um ein wildes Tier handelt und nicht domestiziert werden sollte.
Über die nächsten drei Jahre folgt man dann Chloe in ihren Bemühungen, wie sie anfangs dem Hasenbaby das Überleben zu sichern versucht und ihm danach die Rückkehr in die Wildnis zu ermöglichen. Man wird Zeuge, wie sich eine geheimnisvolle und berührende Verbindung zwischen den beiden entwickelt, denn der Hase lebt weiterhin in der Nähe ihres Landhauses und sucht dort immer wieder Zuflucht.

In ihrer persönlichen Geschichte beleuchtet Chloe Dalton genauer das Leben des Hasen über die Jahreszeiten hinweg und beobachtet Gewohnheiten sowie Eigenschaften an ihm, während er älter wird. Auch beglückt der Hase sie mit seiner Nachkommenschaft, was voller süßer Momente ist.
Es ist zugleich eine Lektüre voller Wärme und Mitgefühl für Hasen an sich und eine Geschichte über eine einzigartige Verbindung zwischen Mensch und Tier. So berichtet sie auch davon, wie sie eine neue Beziehung zur Natur entwickelt, was zu einer Entschleunigung ihres Lebens und somit insgesamt zu einer besseren Lebensqualität führt.

Neben der besonderen Geschichte der Autorin wartet das Buch auch mit stilistisch ansprechenden Abbildungen auf, die das Buch lesenswert machen.
Der ruhige und anschauliche Schreibstil der Autorin zusammen mit der geringen Seitenzahl sorgen dafür, dass man tief in ihre neue Lebenswelt mit Hase hineingezogen wird.
Sie ist dabei auch nicht unkritisch und gesteht Fehler ein. Als Laie ist es jedoch schwer, ihr Verhalten kritisch zu beurteilen.

Alles in allem, ist "Hase und Ich" ein Buch, das durch seine berührende, zärtlich erzählte Geschichte, einem die Wichtigkeit der Wertschätzung der Natur näherbringt, ohne moralisch zu sein.
Nicht nur für Natur- und Tierliebhaber lesenswert!

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Veröffentlicht am 16.05.2025

Lust statt Frust bei der Hundeerziehung

Frust lass nach!
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"Frust lass nach!" ist nicht nur ein sehr lehr- und hilfreicher Ratgeber, der einem bei der Hundeerziehung hilft, sondern auch Hundebesitzerinnen können bei der Lektüre einiges über sich selbst lernen. ...

"Frust lass nach!" ist nicht nur ein sehr lehr- und hilfreicher Ratgeber, der einem bei der Hundeerziehung hilft, sondern auch Hundebesitzerinnen können bei der Lektüre einiges über sich selbst lernen. Das anschaulich und leicht verständlich geschriebene Sachbuch regt nämlich auch den Lesenden zum Reflektieren über die eigene Frustrationstoleranz nach und wie diese den Hund und sein Verhalten wiederum beeinflusst.

Einerseits wird darauf eingegangen, was zum Frust beim Hund führen kann und somit auch beim Hundehalter
in, andererseits werden auch praktische Tipps und Tricks beschrieben, die genau das verhindern und zum gewünschten Verhalten führen.
Der Ratgeber wartet dazu mit zahlreichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen auf. Zur Veranschaulichung dienen hierbei Bilder, auf denen einzelne Verhaltensweisen von Hund und Mensch dargestellt sind.
All das wird einem in einem lockeren Ton, gut nachvollziehbar und praxisorientiert näher gebracht.
Eben genau das, was man sich von einem Hunderatgeber erhofft.

"Frust lass nach!" - ist mit diesem inhaltlich und stilistisch ansprechenden Hundetatgeber auf jeden Fall gegeben! Den statt für Frust wird für deutliche Zufriedenheit beim Zusammenleben von Hund und Mensch gesorgt.
Empfehlenswert für lernwillige Hundebesitzer*innen.

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Fesselnde Suche nach einer Vermissten

Die Nacht (Art Mayer-Serie 3)
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Auch "Die Nacht", der dritte Band der von Anfang bis Ende fesselnd geschriebenen Reihe rund um die beiden BKA-Ermittler Art Mayer und Nele Tschaikowski, kann, wie schon seine Vorgänger, begeistern!
Marc ...

Auch "Die Nacht", der dritte Band der von Anfang bis Ende fesselnd geschriebenen Reihe rund um die beiden BKA-Ermittler Art Mayer und Nele Tschaikowski, kann, wie schon seine Vorgänger, begeistern!
Marc Raabe weiß einfach, wie man spannende Thriller schreibt, die mit überraschenden Wendungen und einer glaubwürdig konstruierten Handlung überzeugen können.

Anders als in den beiden Bänden davor, stehen diesmal Westphal und Juli weniger im Vordergrund, dafür aber die Suche Arts nach Dana, die Mutter von Milla. Ein anonymer Hinweis führt ihn und Nele zu einem Campingplatz, wo sie anstatt Dana die Leiche eines Richters finden. Zunächst wird Art vom Fall abgezogen, doch nachdem die Frau des Richters nur mit ihm reden will, betreibt er gemeinsam mit Nele weitere Nachforschungen. Beide tauchen tief in die Vergangenheit des Richters ein, die eng mit der Danas verbunden ist. Liegt hier der Schlüssel, um das Verschwinden von Dana zu erklären?

Wie auch schon von den ersten beiden Bänden gewohnt, wird die Handlung aus unterschiedlichen Charakterperspektiven und mittels Rückblenden in die Vergangenheit, hier von Dana, erzählt. So kommt schnell Spannung auf, die auch bis zum Ende konstant hochgehalten wird. Zu keiner Zeit kommt Langeweile auf!

Dazu trägt auch der bildhafte und rasante Schreibstil bei. Raabe hält sich nicht groß mit Nebensächlichkeiten auf, ohne dass dabei eine vielschichtige Charakterzeichnung zu kurz kommt. Ob bekannte Gesichter oder neue Figuren, von allen wichtigen Akteuren entsteht ein umfassendes Bild, sie werden in ihren Gedanken und Gefühlen greifbar.

Zudem schafft der Autor es, die Balance zwischen privaten Problemen von Nele und Art und der Ermittlung im Fall zu halten.

Kurz: Ein spannend erzählter Thriller, der zu keiner Zeit an Schwung verliert und der dank neuer Entwicklungen Neugier auf den nächsten Band macht. Denn manche Fragen sind noch ungelöst...

Die Reihe rund um Art Mayer und Nele Tschaikowski ist nicht nur für Fans von Marc Raabe ein Muss, denn Thrillerfans allgemein kommen hier definitiv auf ihre Kosten!

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Veröffentlicht am 01.09.2024

Die Geschichte einer Mörderin - Spannung pur!

Yoko
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Was "Yoko" von Bernhard Aichner definitiv nicht kennt, ist Erbarmen, und zwar in zweierlei Hinsicht.
Zum einen zeigt die gleichnamige Protagonistin Yoko kein Erbarmen auf ihren Rachefeldzug und zum anderen ...

Was "Yoko" von Bernhard Aichner definitiv nicht kennt, ist Erbarmen, und zwar in zweierlei Hinsicht.
Zum einen zeigt die gleichnamige Protagonistin Yoko kein Erbarmen auf ihren Rachefeldzug und zum anderen lässt der Thriller den Lesenden keine Zeit zum Durchatmen.

Vom ersten Satz an zieht der Autor einen tief in die Handlung und die Gedanken und das Leben von Yoko. Schlag auf Schlag folgt Ereignis auf Ereignis, sodass man regelrecht nur so durch die Seiten fliegt. Dazu trägt auch der kurze und präzise Schreibstil des Autors bei. Ohne sich mit Nebensächlichkeiten, unnötigen Beschreibungen aufzuhalten, schreitet er in seiner Erzählung voran. Kurze Kapitel und neue Entwicklungen tragen ihr Teil dazu, dass die Spannung konstant auf hohem Niveau gehalten wird.
Auch der teils nur schwer zu ertragende bzw. verdauliche Inhalt hält einen nicht vom Weiterlesen ab.

Denn was Yoko passiert und die Folgen haben es in sich.
Yokos Leben könnte so perfekt sein, sie verdient Geld mit ihrer Manufaktur, in der sie Glückskekse herstellt und auch in Sachen Liebe läuft es gut. Bis sie bei einer Auslieferung ihrer Glückskekse einen Hund vor seinen Peinigern retten will. Was danach folgt, lässt ihre Welt aus den Fugen geraten. Sie wird zur Mörderin, die keine Gnade kennt und es dabei auch mit der chinesischen Mafia aufnimmt.

Zartbesaitet sollte man nicht gerade sein, denn Gewalt und Grausamkeiten kommen nicht zu kurz. Wenn die Manufaktur wieder zur Metzgerei wird, wird es auch makaber.

Neben der glaubhaft konstruierten Handlung ist besonders die Charakterisierung von Yoko gelungen. Es ist spannend zu lesen, wie sie sich zur Mörderin entwickelt und fiebert mit ihr mit, wenn sie auf der Spur ihres nächsten Opfers ist oder wenn sie vor der Polizei flieht. Aichner schafft es nämlich, Yokos Beweggründe so glaubwürdig darzustellen, sodass man ein Herz für eine Mörderin entwickelt.

"Yoko" war mein erstes Buch von Bernhard Aichner und wird sicherlich nicht mein Letztes bleiben!

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Veröffentlicht am 07.07.2024

Empathischer Blick auf das Älterwerden

Alte Eltern
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Das Älterwerden der eigenen Eltern wird irgendwann jeden mit Eltern treffen.
War man plötzlich noch Kind und kümmerten sich die Eltern um einen, so verschieben sich die Rollen. Man muss sich jetzt um die ...

Das Älterwerden der eigenen Eltern wird irgendwann jeden mit Eltern treffen.
War man plötzlich noch Kind und kümmerten sich die Eltern um einen, so verschieben sich die Rollen. Man muss sich jetzt um die Eltern kümmern und nicht andersherum.

Mit viel Empathie beschreibt Volker Kitz, wie sich sein Leben verändert, als sein Vater an Demenz erkrankt, immer mehr auf Hilfe angewiesen ist und zu vergessen beginnt.

Das Buch ist sehr persönlich und berührend, von der ersten Seite an. Man bekommt zum einen schonungslos offenen und ehrlichen Einblick in Kitzs Gedanken und Gefühle und lernt so auch seinen Vater als Person näher kennen. Dabei entsteht ein sehr respektvolles und liebevolles Porträt des Vaters. Auf wenigen Seiten schafft Kitz seinen verstorbenen Vater wieder zum Leben zu erwecken und einem selbst zum Nachdenken über die eigenen Eltern und ihr Älterwerden nachzudenken.

Neben Schilderungen von gemeinsamen Vater-Sohn-Momenten, Einblicken in die gemeinsame Vergangenheit und dem Verlauf der Krankheit bis zum Tod, wirft der Autor auch philosophische Gedanken und Zitate über das Erinnern an sich ein.

"Alte Eltern" ist ein Buch, das einen dank seines berührend bildhaften Schreibstils von Beginn an einen in seinen Bann zieht, trotz des schweren
Themas. Es ist ein wichtiges Buch, es betrifft doch irgendwie jeden. Das eigene Älterwerden oder das der Eltern sind ein Thema, mit dem man sich nicht gerne beschäftigt. Deswegen ist das Buch so wichtig und äußerst lesenswert!

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