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Veröffentlicht am 10.09.2024

Von einem Teenager für Teenager

Let's cook
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Buddy mag nicht große Worte und so geht es nach einem Vorwort von ihm und einem etwas längerem von seinem Vater gleich los! Und zwar wie folgt:

Hallo, ich bin's Buddy!
Ein Wort von Dad
Frühstück & Brunch
Family ...

Buddy mag nicht große Worte und so geht es nach einem Vorwort von ihm und einem etwas längerem von seinem Vater gleich los! Und zwar wie folgt:

Hallo, ich bin's Buddy!
Ein Wort von Dad
Frühstück & Brunch
Family Favourites – unsere besten Familienrezepte
Ich liebe Pasta
Snacks nach der Schule
Fit fürs Leben
Süßes zum Naschen
Wichtige Küchentipps
Küchenausstattung
Schneidetechniken für Kinder
Tipps zu gesunder Ernährung
Danke
Register

Ich gestehe, dass ich erst losgekocht habe und dann die Vorworte von Buddy und seinem Vater gelesen habe und darin schreibt Jamie Oliver: keine Sorge, wenn sie bei einigen Zutaten nicht genau das zur Hand haben, wie bei Öl, Käse und saisonalen Gemüse, nehmen sie einfach, was sie dahaben und was ihnen schmeckt. So verfahre ich tatsächlich auch. Da wir samstags wenig Platz in der Küche hatten, wegen des Entsaftens und weil der Hefeteig für den Zwetschenkuchen ging... gab es die grüne Pasta halt ohne Brokkoli, weil ich den gerade nicht da hatte und mit Mozzarella statt Cheddar.... es ging sehr schnell, brauchte nicht viel Platz und war Ratzfatz aufgegessen! Endlich mal wieder ein Essen, bei dem keiner gemeckert hat!

Ich glaube ja, dass Tipps zu gesunder Ernährung von einem Kind für Kinder irgendwie überzeugender kommen als, von Erwachsenen und so finde ich, dass Buddy es sehr schön anschaulich erklärt. Und wie sein Vater schon schrieb: man kann jederzeit ein Gemüse, durch ein anderes leckeres, saisonales austauschen... (nur weil es im Rezept steht, koche ich trotzdem keinen Rosenkohl ;))

Zu den Erklärungen der Schneidetechniken für Kinder, die zu jeder Technik ein Foto zeigt, gibt es aber noch einen QR-Code zum Scannen, wo sich Kinder die Schneidetechniken im Film anschauen können und auch ein paar Küchenhacks lernen. Das Schneiden ist international, aber vielleicht lernen sie dabei neben dem Kochen auch noch etwas Englisch.

Familie Oliver isst sehr gerne Obst und Gemüse, aber nicht nur, sie essen auch Fleisch und Fisch. Wer aber das ablehnt, wird immer noch Gerichte ohne finden. Neben den Spaghetti mit Fleischklösschen gibt es auch ein Rezept für eine Gemüsebolognese. Außerdem liebt Buddy wie gesagt Pasta und stellt daher auch verschiedene ganz einfache Nudelteige vor (als Engländer kennt er natürlich keine Spätzle, die Nudeln, die es bei uns immer frisch gibt). Es gibt die Variante Pasta ohne Ei und Nudeln mit Ei. Allerdings ist beim Ausrollen des Nudelteigs etwas Geduld gefragt. Dabei fällt mir auf, dass Buddy nicht gerne mit Küchenmaschinen arbeitet, sondern Teige mit der Hand bearbeitet, obwohl eine Küchenmaschine bei ihm auch zu einer Küchengrundausstattung gehört. Die Crumblemischung per Hand zu mixen, ist aber eine gute Erfahrung und dauert auch nicht länger. Der Apfel-Beeren-Crumble passte gerade zur Saison und war mit den Haferflocken und den Haselnüssen in den Crumblen sehr lecker (auch wenn ich es um Zimt und Zwetschen ergänzt habe).

Buddy Oliver hat einen prima Geschmack finde ich und schreibt ansprechend für Gleichaltrige! Da es didaktisch nicht so kleinschrittig ist, wie die vorherigen Kinder Koch- und Backbücher des DK Verlags (die sich eben auch, an noch jüngere Kinder richten), die mir wohl für den Unterricht in der Förderschule gemopst werden, bin ich froh, dass mir dieses wohl gelassen wird. Weil ich doch einige leckere Rezepte gefunden habe und noch einige nachkochen will. Besonders das einfache Fladenbrot lockt mich noch.... Sehr gut gefällt mir, dass er dazu auch Variationen vorschlägt, wie z.B. mit selbstgemachter Knoblauchbutter!

Sehr schön finde ich, dass es wirklich mehr Bilder als Rezepte gibt, d.h. Es gibt für jedes Gericht mind. ein Foto, was ich ganz wichtig finde, nicht nur als Appetitanreger und Entscheidungshilfe, sondern auch etwas zur Kontrolle, ob das, was man da gekocht hat auch ungefähr so aussieht, wie es aussehen soll.

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Veröffentlicht am 03.09.2024

Es hat mich gefesselt

Stalker – Er will dein Leben.
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Eric Sanders hat in seiner Kindheit bei einem Hausbrand seine Eltern verloren und wuchs bei seinen Großeltern auf. In München hat er sich mit Talent und Beharrlichkeit einen soliden Platz im Theater Ensemble ...

Eric Sanders hat in seiner Kindheit bei einem Hausbrand seine Eltern verloren und wuchs bei seinen Großeltern auf. In München hat er sich mit Talent und Beharrlichkeit einen soliden Platz im Theater Ensemble erarbeitet, doch nun hofft er auf den großen Durchbruch, dank einer tragenden Rolle in einer Tatort Folge. Seine Erfahrungen aus seiner festgefahrenen Ehe haben ihm geholfen, die Rolle überzeugend zu spielen. Nicht nur ihre Freunde sind begeistert, auch das Publik. In den sozialen Netzwerken brummen Erics Seiten geradezu. Doch genießen kann er das nicht lange, denn seine Seite wird gekapert und jemand gibt sich für ihn aus, kopiert seine Seite und schreibt höchst abstoßenden Müll. Er beginnt ihm auch im echten Leben aufzulauern und die ersten Studios, die erst an einer festen Zusammenarbeit interessiert waren, drohen abzuspringen. Dann nennt der Stalker seine Forderung, um ihn in Ruhe zu lassen. Die Forderung ist schier unglaublich? Eric ist entsetzt und abgestoßen. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, gibt er sich nicht nur als er aus, er bedroht auch ihn, das Liebste was er hat und seine Karriere. Eric zögert nicht lange, für seinen elfjährigen Sohn ist ihm kein Risiko zu groß!

Zuerst macht sich niemand wirklich einen großen Kopf wegen des Spinners, der Erics Facebook Account kapert, doch dann beginnt es sich negativ auf seine beruflichen Chancen auszuwirken und der Rat es einfach zu ignorieren, kommt schon deutlich zögerlicher. Langsam kristallisiert sich jedoch hinaus, dass es sich hier um viel mehr, als die Schattenseite des Ruhms handelt. Das hier ist nicht einfach ein Fantiker, das hier ist persönlich. Der Stalker weiß viel mehr über Erics Vergangenheit, als dieser selbst, weil dieser keine Erinnerungen an die Zeit vor dem Brand hat, als er 11 Jahre alt war. Damals war er also so alt, wie sein Sohn heute... Mit dieser Erkenntnis hört man ganz anders zu. Voller Misstrauen. Jeder, mit dem Eric schon länger Kontakt hat, könnte dahinter stecken, aber warum? Diese Fragen treiben ihn fast in den Wahnsinn, bis die Angst Überhand nimmt, des es kommt immer schlimmer und das Tempo erhöht sich, scheinbar willkürlich.

Arno Strobel nimmt uns mit in Erics Kopf, in seine Erinnerungen, auch die Verschütteten, denn Eric muss sich erinnern, auch wenn er es ja gar nicht kann. Seine Verzweiflung ist zum Greifen nah und der Autor beschreibt Erics verzweifelte Suche nach seinen Erinnerungen unglaublich eindringlich und spannend. Dabei tickt die Uhr und es ist Wochenende und alle wichtigen Stellen, die Auskunft geben könnten, sind geschlossen....

Sascha Rotermund hat mich mit seiner emotionalen Achterbahn gepackt. Ich habe ihm die Verzweiflung und Entschlossenheit absolut abgenommen. Nach diesem Psychothriller frage ich mich allerdings, auf welche emotionalen Erfahrungen er da wohl zurückgreifen konnte ;) Stimmlich nehme ich ihm den aufstrebenden Schauspieler Anfang Vierzig voll ab. Als Schauspieler ist Eric offen und empathisch und schafft es daher schnell sich ein Hilfsnetzwerk zu sichern, das ihm hilft, den absurden Forderungen des Stalker nachzukommen. SaschaRotermund klingt so autentisch und überzeugend, dass man sich gut vorstellen kann, dass ihm fremde Journalisten, die gefesselt von seinem Schicksal sind, ihm spontan ihr Gästezimmer anbieten.

Mich hat sein Abstecher ins Saarland ja echt gefreut, immerhin kommt es literarisch meistens zu kurz. Allerdings fand ich es etwas schade, dass am Ende die Saarbrücker Journalisten an der furiosen Schlagzeilenschlacht nicht mehr beteiligt werden, in Form eines Exklusivinterviews oder so... Aber die Ereignisse übermannen Eric wohl, denn die Zeit, die ihm bleibt, wird von seinem Schatten immer weiter verkürzt und der Druck erhöht, so dass keine Zeit für Längen bleibt. Und am Ende... hört oder lest es selbst...

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Veröffentlicht am 02.09.2024

Herrlich schwobbelig!

Der Schwobbel – Ein Schleim zieht ein
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Akim ist einsam. In der Grundschule hat er keine Freunde, weil Norbert die ganze Klasse tyrannisiert und ihnen mit älteren Schülern die Hausaufgaben abpresst. Alle leiden still vor sich hin. Seine Mutter ...

Akim ist einsam. In der Grundschule hat er keine Freunde, weil Norbert die ganze Klasse tyrannisiert und ihnen mit älteren Schülern die Hausaufgaben abpresst. Alle leiden still vor sich hin. Seine Mutter arbeitet nur,seine Schwester Tiffany ist 14, immer schlecht gelaunt und schnauzt nur rum, während Markus, der Freund seiner Mutter immer alles besser weiß.... Er flüchtet sich in ein Videospiel, bei dem er ständig scheitert, aber dennoch nicht aufgibt.
Eines Tages traut er seinen Augen nicht: Ein Haufen grüner Schleim glibbert vor seiner Zimmertür und will hinein. Er kann die Farbe und Form wechseln und ernährt sich von Müll. Er ist gekommen, um zu bleiben, denn vor 365 Jahren, hat ihn, den italienischen Edelmann eine Hexe in diesen zeitlosen Schwobbel verwandelt und ihn zu erlösen scheint unmöglich, denn dazu müsste er jemandem mal so richtig die Meinung sagen, bei dem es nie jemand wagt, seinen ärgsten Feind mit dessen eigenen Waffen schlagen und etwas schaffen, woran er schon 1.000 Mal gescheitert ist. Das scheint unlösbar, aber seit der Schwobbel in sein Leben geschwabbelt ist, hat sich schon so einiges zum Besseren gewandelt und deswegen will Akim ihm helfen.

Oh Gott, Akim hat es nicht leicht, bei der Familie und besonders bei der Schwester! Aber irgendwie ist er doch sympathisch und zum Glück merken das dank des Schwobbels nicht nur die Lesenden und Zuhörenden! Doch trotz des Mitleids, das man anfangs für ihn empfindet, kommt alles ganz anders, wird ganz schön rasant und vor allem ganz schön abgedreht! Kein bisschen so deprimierend, wie ich anfangs befürchtet habe und vor allem, wirklich sinnvoll ;) Mehr will ich aber nun wirklich nicht verraten, sonst wäre die Geschichte nicht mehr so überraschend.

Mechthild Großmann klingt als hätte sie in ihrem Leben schon so manchen Zigarillo mit Whiskey genossen und könnte auch gut und gerne 385 Jahre alt sein. Ihre tiefe, herbe Stimme passt sehr gut, zu dem Schwobbel mit seinem trockenen Humor und seiner Hartnäckigkeit, die das Herz am rechten Fleck jedoch nicht verbergen kann. Für die netten Kinder in diesem Spaß, kann sie aber auch deutlich sanfter sprechen, oder verzweifelter, oder wie auch immer Akim sich gerade fühlt.

Mars-Leo Frei noch nie gehört? Kein Wunder, es ist das Anagramm von Mario Fesler, dem preisgekrönten Kinderbuchautor, der auch in dieser Geschichte gerne mit Anagrammen spielt. Könnt Ihr sie entdecken? Sein Schreibstil ist voller Witz und absolut kurzweilig! Das kann so richtig die Leselust wecken!

Die Illustrationen von Marine Ludin peppen das Ganze richtig auf! Vor allem den Schwobbel finde ich unwiderstehlich! Die Schrift ist noch relativ groß mit komfortablem Zeilenabstand, so dass junge Leser nicht so leicht verrutschen. Dazwischen gibt es dann immer noch fett gedruckte Zeilen für seltsame Geräusche, Gebrauchsanweisungen oder ähnliches. Richtig schwobbelig wird es ab Ende mit einem Rezept für Schleim (ohne Kontaklinsenflüssigkeit, sondern als newtonsche Flüssigkeit mit viskosem Fließverhalten) und für Tiffanys Limonade! Viel Spaß beim Nachmachen, aber Küche saubermachen nicht vergessen!

Das Ende ist noch mal richtig originell, schwobbelig und sinnvoll. Es rundet die Geschichte wunderbar ab, ohne langatmig zu werden!

Irre witzig, irre menschlich und herrlich schwobbelig! Ab 6 Jahren als Hörbuch ab 8 Jahren als Buch.

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Veröffentlicht am 27.08.2024

Eine gelungene Mischung

Die Morde von Salisbury. Lockyer & Broad ermitteln
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Der zweite Fall für Inspector Matt Lockyer und Constable Gemma Broad von der Abteilung für Cold Cases. Der Sommer 2022 ist unerträglich heiß in der Grafschaft Wiltshire und die Corona Schutzmaßnahme noch ...

Der zweite Fall für Inspector Matt Lockyer und Constable Gemma Broad von der Abteilung für Cold Cases. Der Sommer 2022 ist unerträglich heiß in der Grafschaft Wiltshire und die Corona Schutzmaßnahme noch nicht vollständig gelockert. Die verweste Leiche des ebenso riesigen, wie einfältigen Lee Geary, den seine Schwester vor rund 9 Jahren als vermisst meldete, wird in einem ausgetrockneten Flussbett unter einem Weißdornbusch gefunden. Er war damals einer von 3 Verdächtigen im mysteriösen Todesfall der zwanzigjährigen Holly Gilbert, der großes Aufsehen erregte. Doch obwohl die drei Verdächtigen frei gelassen und der Tod als Selbstmord deklariert wurde, starben die 3 jungen Verdächtigen kurz danach auf tragische Weise. Lees jüngere Schwester versichert ihnen, dass Lee niemals zu Gewalt fähig gewesen wäre, trotz seiner Statur und er kurz vor seinem Verschwinden völlig verstört gewesen sei, weil er sich mit jemandem treffen wollte, um mit ihm über eine Beobachtung zu sprechen. Trotz der Hitze versuchen die Ermittler einen kühlen Kopf zu bewahren und versuchen Verbindungen zwischen Lee Geary und Holly Gilbert zu finden. Diese führen sie auf eine Nachbarfarm von Lockyers Eltern, die alternativ betrieben wird und Menschen mit Spiritualität zu innerer Ruhe verhelfen soll. Die Atmosphäre dort finden die Ermittler ebenso faszinierend wie befremdlich. Irgendwas versucht man dort vor Ihnen zu verstecken.

Der Tod des eigentlich so freundlichen Riesen hätte die normale Mordkommission nicht wirklich interessiert, aber Matt Lockyer erkennt, das dieser ungeklärte Todesfall ein Mord sein muss und die auffällige Häufung und zeitliche Nähe zu dem geheimnisvollen Todesfall von Holly Gilbert, der einst als Suizid eingestuft wurde, kann kein Zufall sein! Das hat mich wirklich berührt, denn eigentlich wäre Lees Tod, nicht so ernst genommen, da er bis auf seine jüngere Schwester keine Verwandten mehr hatte und er ja minderbegabt und kriminell war. Viel verschenktes Potenzial entdeckt das Ermittlerteam. Aber nach all den Jahren, sind die Spuren alles andere als frisch und bei der Vergangenheit und dem Ruf ist auch nicht mit viel Unterstützung aus der Bevölkerung zu rechnen. Dennoch, nach und nach, durch Hartnäckigkeit und einem nach allen Seiten offenen Geist kommen sie weiter, wenn auch nicht wirklich bei Lee. Bei diesem Riesen stellt sich ja auch schon die Frage, wie man einen solchen Koloss, gegen seinen Willen an einen anderen Ort hätte bringen sollen? Daher müssen sie wohl oder übel bei Holly anfangen und deren letzter Wohnung bei deren leiblichem Vater, ist alles andere als gewöhnlich.... dieses Setting finde ich sehr interessant, so wohl die Geisteshaltung, als auch die Charaktere, die diese besondere Farm als Ort der Ruhe und der Einkehr bevölkern. Weil dieser Ort so ungewöhnlich ist, ist es auch besonders schwierig seine Bewohner einzuschätzen und dann noch die lange Zeit, die seit den Ereignissen vergangen ist.... Dennoch sind da diese Auffälligkeiten, die zwar bisweilen nur klein sind, aber sich nach und nach ergänzen und einem im Hinterkopf hängen bleiben und dort nagen...

In der Erinnerung sind auch noch die Corona-Einschränkungen, die hier nicht nur die Ermittlungen erschweren, sondern Matt Lockyer auch ganz persönlich treffen. Nach dem Tritt eines Kalbs sollte seine Mutter nur zur Überwachung eine Nacht im Krankenhaus bleiben, doch dann wurde die Station unter Quarantäne gestellt und nun ist es ungewiss, ob sie jeweils wieder zu ihrem Mann auf die Farm zurück kehren kann.... Neben den Schicksalen der Opfer geht es auch um das Privatleben der Ermittler und das von Matt wird ganz schön gefordert, während Gemma vor allem unter der Hitze leidet. Aber wenn ihr Privatleben soviel Raum einnehmen würde wie Matts, würde dies den Fall erschlagen. So macht es diesen Krimi zu etwas Persönlichem, aber ohne den Fokus zu verlieren. Eine wirklich gelungene Mischung finde ich, mit verworrenen Geschehnissen aus der Vergangenheit, die langsam und logisch entworren werden und sehr dramatisch aufgelöst werden. Besonders gut gefällt mir, dass das Ende nicht abrupt ist, sondern auch die Nebenstränge noch dezidiert aufgelöst werden.

Peter Lonzeks Stimme passt sehr gut, zu dem sehr britischen, nach außen hin stets beherrschten Matt Lockyer, der Gefühle ebenso selten zeigt, wie er über sie spricht. Das heißt aber nicht, dass er keine hat, nein, sie nagen ganz schön von innen an ihm. Lebendig und eindringlich spricht Peter Lonzek diesen Ermittler, dem seit dem letzten Fall seine Kollegen nicht mehr alle trauen und der versucht, sich dagegen ein dickes Fell wachsen zu lassen. Würde dieses nur auch gegen die Hitze helfen!

Dies ist der 2. Band von Lockyer und Broad und der Einstieg ist sicherlich leichter, wenn man den 1. Teil kennt, aber noch ist der Einstieg ohne weiteres möglich.

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Veröffentlicht am 21.08.2024

Cooler Reihenauftakt!

Spionieren ist (k)ein Kinderspiel
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1940 Der 2. Weltkrieg tobt noch über Europa und May (10) und ihre Schwester Rose Wong, werden wie zuvor ihre älteste Schwester Hazel von Hong Kong nach England auf das renommierte Mädcheninternat Deepdean ...

1940 Der 2. Weltkrieg tobt noch über Europa und May (10) und ihre Schwester Rose Wong, werden wie zuvor ihre älteste Schwester Hazel von Hong Kong nach England auf das renommierte Mädcheninternat Deepdean geschickt. Während Rose sich wohlfühlt, hasst May es auf Anhieb. Als sie eine Anzeige in einer Zeitung entziffert, in welcher Nachwuchsspione gesucht werden, reißt sie aus, um sich in London zu bewerben. Doch es ist ausgerechnet Hazels beste Freundin Daisy Wells die die Tür öffnet und May und ihren Mitbewerber Eric als zu jung fortschickt. So einfach gegen die zwei nicht auf. Einem aus Hazels Tasche entwendeten Zettel entnehmen sie Hinweise, wo deutsche Spione aus englischen Landsitzen vermutet werden. Eric und May beschließen nach einem Bombenangriff als sich als Evakuierte aus den Landsitz Elysium Hall in Sicherheit bringen zu lassen und zu ermitteln, ob von dort geheime Informationen an die Nazis weitergeben werden. Bei der Ankunft treffen sie als erstes auf die hochnäsige ungefähr gleichaltrige Enkelin des Friedensrichters, Nuala und sie und May hassen sich auf Anhieb! Ausgerechnet mit ihr soll May das Zimmer teilen. Relativ bald machen die zwei Nachwuchsspione verdächtige Beobachtungen und sie ahnen, wer der Spion ist. Als sich kurz darauf ein Mord ereignet haben sie eine neue Mission und einen weiteren Grund zu bleiben.

Endlich ein Wiedersehen mit Daisy und Hazel von Wells & Wong, wenn auch nur in Nebenrollen. Dafür stehen nun Hazels widerspenstige jüngste Schwester und ihre Komplizen im Mittelpunkt. Inzwischen ist der Krieg im Gange und die Bomben fallen. Erfolgreiche Spione können den Lauf des Krieges bestimmen und für ein baldiges Ende sorgen. May hofft, dass sie mit Kriegsende zurück zu ihrer Familie nach Hong Kong darf und nicht in dieser komischen Mädchenschule bleiben muss. Klar, dass sie alles daran setzt, was ihr in den Sinn kommt, um den Krieg zu beenden. Ja, man sollte Kinder nicht unterschätzen und selbst Daisy tappt in diese Falle, als sie May und Eric als Nachwuchsspione ablehnt. Dabei waren sie uns Hazel ja auch erst 13 als sie ihren ersten Fall lösten! Allerdings sind May und Eric schon rein äußerlich durch ihre fremdländische Herkunft nicht gerade unauffällig und wenn man bei Eric genau hinhört, kann man wie May einen deutschen Akzent hören! Kein Wunder, dass seine Eltern, zwei erfolgreiche Musiker bei der dunklen Haut und krausem Haar sobald wie möglich Deutschland verlassen haben.

Doch es geht nicht um Politik, wenn auch an einigen konkreten Beispielen für junge Leser ganz klar wird, was das 3. Reich für Menschen bedeutete, die eben nicht blond und blauäugig waren und wie schwierig es irgendwann wurde, Deutschland zu verlassen. Deswegen sind May und Eric ja auch so entschlossen gegen die Nazis zu helfen! Das wird auch für Kinder gut verständlich erklärt, nicht direkt, aber indirekt. May ist eine echte Kratzbürste, hat aber viel von ihrer großen Schwester gelernt und notiert sich ebenso sorgfältig wie sie ihre Beobachtungen und legt systematische Verdächtigenlisten an, in der Hoffnung früher oder später alle bis auf einen/eine streichen zu können. Dabei legen die Kinder eine erstaunliche Beobachtungs- und Kombinationsgabe an den Tag. Alles ist rein logisch und wer gut aufpasst, hat auch die Chance den Fall gemeinsam mit dem Spionagenachwuchs zu erfolgreich zu lösen! Dabei helfen natürlich auch die Notizen, die May und Fiona/Nuala anfertigen. Robin Stevens erzählt die Geschichte nämlich aus zwei Perspektiven, die von May und aus den Tagebucheinträgen der irischen Enkelin des Friedensrichters. Dabei merkt man gleich, wie ähnlich sich die zwei schroffen Mädels eigentlich sind, die sich nur darin einig sind, dass sie sich ewig hassen werden! Die drei Kids sind der Hit!

Ein abwechslungsreicher, historisch interessanter und humorvoller Krimiauftakt ab 10 Jahren! Keine Vorkenntnisse von Wells & Wong erforderlich, mit ihnen aber umso besser!

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