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Veröffentlicht am 03.09.2024

Die Rätsel des Lebens

Das größte Rätsel aller Zeiten
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"Das größte Rätsel aller Zeiten" ist der Debütroman von Samuel Burr und, wie ich finde, ein sehr gelungenes Debüt.

Der Roman um einen Londoner Rätselclub wartet mit zwei Zeitebenen auf. Die erste spielt ...

"Das größte Rätsel aller Zeiten" ist der Debütroman von Samuel Burr und, wie ich finde, ein sehr gelungenes Debüt.

Der Roman um einen Londoner Rätselclub wartet mit zwei Zeitebenen auf. Die erste spielt ab 1979, die zweite 2016. Die erste Zeitebene gibt die Entstehung des Rätselclubs wieder, mit besonderem Fokus auf dessen Initiatorin Pippa und den Herausforderungen der Zeit; sowohl in Bezug auf den Rätselclub als auch im Hinblick auf die Situation einer alleinstehenden, kinderlosen Frau zur damaligen Zeit.
Die zweite Zeitebene widmet sich Clayton, der als Findelkind von der Gemeinschaft der Rätselmacher aufgenommen und groß gezogen wurde und sich nun, vergleichbar einer Schnitzeljagd, auf die Suche nach seiner Herkunft und seiner Identität macht.

Beide Zeitebenen sind sehr schön geschrieben und sorgen für ein entspanntes Lesevergnügen. Pippa und Clayton sind zwei sehr sympathische Charaktere, die ich gerne auf ihrem Weg begleitet habe. Ein Wohlfühlroman für Literaturfans und Menschen, die Fans von Samuel Burr werden möchten. Ich bin sehr gespannt, ob und wann er einen weiteren Roman veröffentlicht.

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Veröffentlicht am 03.09.2024

Begnadet, ausgebremst und doch nicht aufzuhalten

Die Leuchttürme der Stevensons
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"Die Leuchttürme der Stevensons" von Sabine Weiss ist ein historischer Roman, der sich mit dem Schriftsteller Robert Louis Stevenson, unter anderem Autor der "Schatzinsel", befasst. Es wird vor allem auf ...

"Die Leuchttürme der Stevensons" von Sabine Weiss ist ein historischer Roman, der sich mit dem Schriftsteller Robert Louis Stevenson, unter anderem Autor der "Schatzinsel", befasst. Es wird vor allem auf die Zeit eingegangen, bevor er als Schriftsteller erfolgreich wurde.

Der Roman spielt Ende des 19. Jahrhunderts in Schottland und zeichnet das Leben des berühmten Schriftstellers von Kindheit an nach. Stevenson litt seit Kindertagen unter einem angeknacksten Immunsystem, was ihm bis zu seinem Tod Schwierigkeiten bereitet. Dennoch ist sein Lebensweg vorgezeichnet. Seine Familie ist eine Leuchtturmerbauerdynastie und auch er soll als Ingenieur Bauwerke an unwirtlichen Orten errichten. Er wird von seiner Familie somit in ein Korsett gezwungen, aus dem er auszubrechen versucht, aber doch regelmäßig wieder in dieses zurückgezwängt wird. Diese Zerrissenheit des späteren Autors wird in diesem Roman sehr deutlich von der Autorin aufgezeigt. Auch die damaligen Ansichten, zum Beispiel extreme Religiosität und das Standesdenken, bringt sie sehr gut zur Geltung.

Insgesamt bietet der Roman einen guten Einblick in Stevensons Leben und seine Gefühlswelt. Auch den Arbeiten an Leuchttürmen und Wellenbrechern sowie ausgiebigen Ortsbeschreibungen widmet die Autorin sehr viele Zeilen. Mir persönlich waren es an manchen Stellen dann ein wenig zu viele Details, die die ansonsten recht flüssige Lektüre ein wenig ausbremsten.

Insgesamt ein interessanter historischer Roman, den ich allen ans Herz lege, die mehr über den berühmten Autor erfahren möchten. Denn Eines zeigt dieser Roman wunderbar: Robert Louis Stevenson war begnadet, wurde ausgebremst und war doch nicht aufzuhalten.

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Veröffentlicht am 29.07.2024

Solider britischer Krimi

Mord stand nicht im Drehbuch
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"Mord stand nicht im Drehbuch" von Anthony Horowitz ist der zweite Roman des Autors, den ich gelesen habe. Der erste war "Der Tote aus Zimmer 12", den ich persönlich etwas besser fand.

"Mord stand nicht ...

"Mord stand nicht im Drehbuch" von Anthony Horowitz ist der zweite Roman des Autors, den ich gelesen habe. Der erste war "Der Tote aus Zimmer 12", den ich persönlich etwas besser fand.

"Mord stand nicht im Drehbuch" ist ein solider britischer Kriminalroman mit Anleihen bei Agatha Christie. Er lässt sich flüssig lesen, wobei mir an manchen Stellen ein paar Längen zu viel waren. Detektivromane leben davon, dass sich ständig wechselnde Finten eingestreut werden, was auch hier der Fall ist. Auch die Auflösung gefiel mir ganz gut. Nur die Charaktere waren mir teilweise nicht authentisch genug, sondern wirkten ein wenig abgehoben. Aber dies sollte vielleicht den speziellen Charakter von Schauspielerinnen und Schauspielern betonen. Mich hat es beim Lesen eher angestrengt.

Dennoch kann ich den Roman allen Fans britischer Detektivromane empfehlen, die hier mit Sicherheit auf ihre Kosten kommen werden.

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Veröffentlicht am 19.07.2024

Freundschaft wie sie im Buche steht

Meine geniale Freundin
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"Meine geniale Freundin" von Elena Ferrante wollte ich unbedingt lesen, nachdem der Hype um die Reihe so groß war. Nun war es endlich so weit. Und ich wurde nicht enttäuscht! Ein wirklich toller Roman ...

"Meine geniale Freundin" von Elena Ferrante wollte ich unbedingt lesen, nachdem der Hype um die Reihe so groß war. Nun war es endlich so weit. Und ich wurde nicht enttäuscht! Ein wirklich toller Roman über Freundschaft, der Lust auf die weiteren Teile macht.

Der Roman um die Freundschaft der beiden Mädchen Elena und Lila (Lina) ist sehr gut geschrieben und lässt sich flüssig lesen. Weiterhin sind die Charaktere und der Handlungsort, Neapel, authentisch beschrieben, sodass ich mir alle und alles wunderbar vor meinem inneren Auge vorstellen konnte.
Elena Ferrante schafft es außerdem, in diesem Roman die verschiedenen Facetten der Freundschaft darzulegen, von unbedingter Unterstützung über Toleranz bis hin zu Neid und Eifersucht. Dies habe ich bisher so noch in keinem anderen Roman gelesen. Ein wirklich unterhaltsamer und fesselnder Roman, den ich allen ans Herz lege, die gerne mal ein vielschichtiges Buch über Freundschaft lesen möchten.

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Veröffentlicht am 18.06.2024

Ein etwas anderer Blick hinter die Kulissen der Nürnberger Prozesse

Das Schloss der Schriftsteller
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"Das Schloss der Schriftsteller" von Uwe Neumahr hat mich gereizt, weil es eine mir eher unbekannte Seite der Nürnberger Prozesse beschreibt. So bekam ich einen Einblick in das Leben der Berichterstatter ...

"Das Schloss der Schriftsteller" von Uwe Neumahr hat mich gereizt, weil es eine mir eher unbekannte Seite der Nürnberger Prozesse beschreibt. So bekam ich einen Einblick in das Leben der Berichterstatter von den Prozessen. Größtenteils handelte es sich dabei um Schriftstellerinnen und Schriftsteller, nicht wenige darunter, die vor dem Nationalsozialismus ins Ausland fliehen mussten.

Die Schriftstellerinnen und Schriftsteller werden in eigenen Kapiteln jeweils porträtiert und ihr Leben während der Prozesse im Schloss Faber-Castell in Stein bei Nürnberg geschildert. Ein für mich interessanter Einblick in eine besondere Zeit.

Wer mehr zu den Nürnberger Prozessen außerhalb der eigentlichen Prozesse erfahren möchte, sollte zu "Das Schloss der Schriftsteller" greifen.

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