Profilbild von Jackolino

Jackolino

Lesejury Star
offline

Jackolino ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Jackolino über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.09.2024

Die undurchdringliche Mauer des Schweigens

Akte Nordsee - Das schweigende Dorf
0

Der dritte Teil der Nordsee-Krimis von Eva Almstädt ist in St. Peter Ording und auf einem Bauernhof auf Eiderstedt angesiedelt.

Fentje hat sich ihre Anwaltskanzlei auf dem Bauernhof ihrer Großeltern eingerichtet. ...

Der dritte Teil der Nordsee-Krimis von Eva Almstädt ist in St. Peter Ording und auf einem Bauernhof auf Eiderstedt angesiedelt.

Fentje hat sich ihre Anwaltskanzlei auf dem Bauernhof ihrer Großeltern eingerichtet. Mit ihnen, ihrem Bruder Bendix und ihrer Nichte Sofia lebt und arbeitet sie dort und fühlt sich auch wohl.

Nur das Geschäft könnte besser anlaufen, auch nach zwei Jahren hat sie nur hin und wieder einen Fall zu bearbeiten und wenn, dann sind es meistens Verkehrssünder, die sie vertreten muss.

Da ruft eines Tages kurz vor Mitternacht ein Unbekannter bei ihr an, stellt sich als Sascha vor und gibt an, einen Anwalt zu brauchen, weil er offenbar kurz vorher jemanden umgebracht habe. Mehr passiert erst mal nicht und Fentje kann mit diesen Informationen auch nicht allzu viel anfangen. Doch am nächsten Tag werden in dem kleinen Ort Helenendeich zwei Tote in einem Haus gefunden. Zunächst scheint es sich um Totschlag und Suizid zu handeln, später stellt sich heraus, dass beide Männer ermordet wurden. Einer davon ist der besagte Sascha.

Auch der schon aus den zurückliegenden Bänden bekannte Journalist Niklas John wird von der Staatsanwaltschaft in den Fall einbezogen und so ergeben sich für Fentje bald Ansatzpunkte, zu ermitteln und wieder mit Niklas zusammenzuarbeiten.

In Helenendeich zu ermitteln, stellt sich als praktisch unmöglich heraus. Das Dorf mauert, keiner will etwas wissen, keiner hat etwas gesehen. Alle Tricks, die Fentje anwendet, um im Dorf Gesprächspartner zu finden, werden rüde abgebrochen. Und so ziehen sich die Ermittlungen lange dahin, ohne wirklich weiterzukommen. Das gilt übrigens genauso für die Polizei.

Auch die Motivsuche für die Tat führt lange nicht weiter, beide Männer waren keine Sympathieträger, aber für einen Mord hätte es dann doch nicht gereicht, zumal man ihnen bislang auch keine Verbrechen hatte nachweisen können.

Aber wie auch in den vorausgegangenen Fällen lassen die beiden nicht locker, zumal sie auch viel zu gerne zusammenarbeiten. Oma Gretje hat zwar ganz andere Pläne, aber Fentje geht da ihren eigenen Weg.

Das Buch ist solide geschrieben, aber das ist man von Eva Almstädt auch nicht anders gewohnt. Die langwierige Ermittlungsarbeit, wenn die Erfolge auf sich warten lassen, hat die Autorin so gut geschildert, dass man als Leser fast schon ungeduldig wurde. Aber zum Schluss kommt durchaus noch Spannung auf und man fiebert mit. Für mich war es ein Buch, das ich gut zwischendurch lesen konnte, dessen Inhalt ich aber wahrscheinlich bald wieder vergessen werde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.09.2024

Niemand sollte so viel ertragen müssen!

Alles, was ich geben kann – The Last Letter
0

Dies war mein erstes Buch von Rebecca Yarros, ich hatte den Erfolg ihrer Fantasy-Bücher verfolgt und war gespannt darauf.

Wer sehr viele Gefühle mag, ist mit diesem Buch sehr gut bedient, es ist tatsächlich ...

Dies war mein erstes Buch von Rebecca Yarros, ich hatte den Erfolg ihrer Fantasy-Bücher verfolgt und war gespannt darauf.

Wer sehr viele Gefühle mag, ist mit diesem Buch sehr gut bedient, es ist tatsächlich gefühlsbeladen. Für mich war es zu viel Pathos, von allem zu viel. Das Schicksal hatte sich eindeutig Ella ausgesucht und scheint sie mit allem zu belasten, was man sich an Schlägen so vorstellen kann. Die Eltern sterben bei einem Unfall, sie wächst bei der Großmutter auf. Knapp volljährig wird sie schwanger und ihr Partner verlässt sie und will fortan nichts mehr von ihr wissen. Sie bringt Zwillinge zur Welt, um die sie sich alleine kümmert. Die Zwillinge sind zu Beginn der Handlung 6 Jahre alt und sehr nett miteinander. Ihr Bruder geht zu den Special Forces und kommt in Afghanistan um.

Und es geht noch weiter mit den Schicksalsschlägen. Nebenbei führt sie auch noch ein Hotel, das viel ihrer Zeit beansprucht. Wenigstens hat sie dafür auch engagierte Mitarbeiter, die sie auch manchmal mit den Kindern entlasten.
Über ihren Bruder Ryan freundet sie sich mit einem seiner Kameraden - Chaos alias Becket - in einer Brieffreundschaft an. Die beiden kennen sich nicht, aber gerade das erleichtert es beiden, sich tatsächlich über ihre Sorgen und Nöte auszutauschen und ehrlich miteiander zu sein. Als der Bruder getötet wird, hat er seinem Kameraden einen Brief hinterlassen und fordert ihn auf, sich um seine Schwester zu kümmern. Der stellt sich allerdings nicht mit seinem Spitznamen sondern mit seinem richtigen Namen bei Ella vor und so weiß sie lange nicht, dass sie ihren Brieffreund vor sich hat.

Das Problem, das die beiden nun miteinander haben, schien mir konstruiert. Es ist kein wirkliches Problem, auch wenn Ella immer wieder betont, wie sehr sie Menschen verabscheut, die sie angelogen haben.

Becket hingegen, der es bislang so gar nicht mit Menschen hatte, verwandelt sich in einen selbstlosen Übermenschen, der sich eher selbst aufgeben würde, als seinen Versprechen nicht nachzukommen. Das ist zwar toll, ich fand es aber eher unrealistisch.

Wenn in manchen Romanen schon eine Triggerwarnung aufgrund einer halben Seite gegeben wird, so wäre es hier auf jeden Fall notwendig gewesen. Das Buch ist harter Tobak und zeigt wie gemein das Leben manchmal sein kann.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, besonders die Briefe sind so lebendig verfasst, dass man das Gefühl hat, die beiden sprechen gerade miteinander.
Das ist sicherlich auch das Verdienst der Übersetzerin Michelle Landau, aber ich gehe davon aus, dass es auch im Original von Rebecca Yarros sehr schön geschrieben ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.08.2024

Ein Albtraum für Lavandou

Verräterisches Lavandou (Ein-Leon-Ritter-Krimi 10)
0

Auch im 10. Provence-Krimi von Remy Eyssen haben es Leon Ritter und Isabell Morell mit einem aufregenden Fall zu tun.

Am Strand wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, kurze Zeit später wiederholt ...

Auch im 10. Provence-Krimi von Remy Eyssen haben es Leon Ritter und Isabell Morell mit einem aufregenden Fall zu tun.

Am Strand wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, kurze Zeit später wiederholt sich die Situation. Hat es die Polizei dieses Mal mit einem Serientäter zu tun? Steht der Ruf Lavandous als Ferienort auf dem Spiel? Und dann hat sich auch noch der Staatspräsident für seinen Sommerurlaub angekündigt.

Auf fast 500 Seiten jagen Polizei und Rechtsmedizin einen Mörder, der es an Grausamkeit nicht fehlen lässt. Obwohl die Reize der Provence nie zu kurz kommen und Leon immer mal wieder bei einem Rosé oder Café verschnaufen kann, würde ich die Handlung nicht als cozy bezeichnen. Es geht zur Sache, nicht nur die jungen Polizisten werden hier manchmal an ihre Grenzen gebracht, auch den Leser gruselt es, vor allem als die Gefahr dann immer näher rückt und die Familie ins Fadenkreuz des Mörders gerät.

In den Bänden um Lavandou trifft man immer wieder auf alte Bekannte, in der Bar habe ich mich gefreut, dass Veronique sich noch guter Gesundheit erfreut. Ich hatte auch wenigstens ein Boule-Spiel erwartet, aber dafür blieb dieses Mal keine Zeit.

Remy Eyssen scheint gerne Fährten zu legen, die dann ins Nichts führen und später auch keine Erwähnung mehr finden. Eine dieser Fährten ist eine offenbar folgenreiche Affaire vor vielen Jahren, eine andere ist der lüsterne Bäcker, der sich an Lilou heranmachen will. Außerdem erhält Lilou auch noch anonyme Liebesbotschaften. Glücklicherweise ist sie, nachdem sie in den Vorgängerbänden schon mal in Gefahr geriet, mittlerweile so selbstbewusst, dass sie souverän damit umgehen kann, ohne jemanden vor den Kopf zu stoßen.

Es gab in diesem Krimi einige Ungereimtheiten. Die zweite Tote schien die Kollegin von Lilou zu sein. Sie war Leon vorgestellt worden und war im Ort bekannt. Aber ihre Identität spielt später überhaupt keine Rolle mehr. Außer von ihrem Arbeitgeber am ersten Tag ihres Fehlens scheint Françoise von niemand vermisst zu werden, auch Lilou spricht zuhause nie von ihr.

Dass Unternehmensberater eine Auflösung der Rechtsmedizin in Saint Sulpice vorantreiben und damit Leons Arbeitsplatz gefährden, fand ebenfalls keine Erwähnung mehr.

Außerdem gibt es ein paar Fehler, die ein aufmerksameres Lektorat hätte verhindern können. Auf S. 168 findet Lilou einen weiteren anonymen Brief, im nächsten Satz zieht dann aber Isabell den Zettel hervor. Auch mit den Jahreszeiten war ich mir nie zu 100 % sicher, ob wir uns nun im Frühjahr oder im Herbst befinden.

Ich habe im Laufe der Jahre alle Bände von Remy Eyssen um Lavandou gelesen und freue mich auch jedes Jahr, wenn wieder ein Folgeband erscheint. „Verräterisches Lavandou“ war spannend, hatte süd-französisches Flair, hat mich aber trotzdem nicht zu 100 % abgeholt, von daher entscheide ich mich für 4 Punkte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.08.2024

Die Tradition falscher Entscheidungen

Der Papierpalast
0

Die Handlung konzentriert sich auf einen Tag, den 01. August. Das Jahr kennen wir nicht. Elle Bishop verbringt mit ihrer Familie die Sommerferien im Sommerhaus der Familie, dem sogenannten Papierpalast. ...

Die Handlung konzentriert sich auf einen Tag, den 01. August. Das Jahr kennen wir nicht. Elle Bishop verbringt mit ihrer Familie die Sommerferien im Sommerhaus der Familie, dem sogenannten Papierpalast. Eigentlich ist sie glücklich mit Peter, einem Engländer, verheiratet und Mutter dreier heranwachsender Kinder. Trotzdem hat sie in der vergangenen Nacht ihren Mann mit ihrem Jugendfreund betrogen. Das Nutzen etwas vulgären Vokabulars fand ich in diesem Zusammenhang unpassend. In zahlreichen Rückblenden lernen wir die Familie kennen und gehen bis zu zwei Generationen zurück. Es geht um drei Generationen Frauen, Nanette, Wallace und Eleanor (Elle). Es ist eine von Frauen bestimmte Familie, allerdings verliefen die Beziehungen meistens nicht sehr harmonisch und die Ehen wurden geschieden. Die Kinder blieben bei ihren Müttern, die Väter waren eher schwach und spielten nur noch eine Nebenrolle. Interessant ist dabei aber, dass die Großeltern für jede Generation wichtig und ein Dreh- und Angelpunkt waren. Beim zweiten Nachlesen einzelner Passagen wurde mir auch klar, warum. Die Großeltern nahmen sich Zeit für die Kinder, sie spielten mit ihnen, sie kochten ihnen, was sie gerne aßen, sie förderten sie. Bei den Eltern kam immer ein neues Projekt, die Arbeit oder ihr eigenes Privatleben in Person eines/r neuen Partners/in dazwischen.

Es dauert ein wenig, bevor man sich in der Handlung zurechtfindet. Immer wieder springt die Autorin von der Gegenwart in die Vergangenheit und dann innerhalb eines Kapitels auch wieder zurück.

Jonas ist Elles Jugendfreund. Die beiden sind schon als Kinder unzertrennlich, Elle hätte sich mit 11 Jahren nie vorstellen können, dass der damals noch neunjährige Jonas einmal eine Rolle in ihrem Leben spielen wird. Ganz im Gegenteil, sie fühlte sich für ihn verantwortlich, aber sie fühlte sich auch wohl mit ihm und diese Vertrautheit und Freundschaft können die beiden über die Jahre eigentlich ins Erwachsensein hinüberretten, wäre da nur nicht ein schlimmes Ereignis, das irgendwie immer zwischen ihnen steht.

Und so trennen sich die Wege von Jonas und Elle für viele Jahre. Elle lernt in London Peter kennen und lieben, zwischen ihr und Jonas gibt es nur noch zufällige Treffen.

Erst als die Familien doch wieder die Sommer auf Cape Cod verbringen, nähern sie sich wieder einander an.

Es scheint in der Familie Tradition zu sein, dass die Frauen Entscheidungen treffen, von denen sie nicht sicher sind, dass es die richtigen waren. Bei Elle beginnt das schon, als sie eigentlich noch eine Heranwachsende war. War es richtig, die Familie zu schützen und Dinge über sich ergehen zu lassen, die sie als total abstoßend empfand? Hätte ihr Leben ganz anders verlaufen können, wenn sie damals geredet hätte? Hätte auch das Leben anderer Familienmitglieder anders verlaufen können?

Nach dem Sex mit Jonas empfindet sie ihr Leben als eine Folge von falschen Entscheidungen, „jeder einzelnen schlechten Entscheidung, wann immer sich der Weg gabelte“. Dabei war nicht Peter die falsche Entscheidung, sondern die Tatsache, dass sie ihn nie an ihren schlimmsten Erinnerungen hatte teilhaben lassen. Sie hatte die Beziehung von vornherein mit einer Lüge begonnen.

Nun steht sie wieder am Scheideweg und ich hatte das Gefühl, dass sie selbst bis zum Schluss nicht wusste, wie ihre Entscheidung aussehen würde.

Ganz anders als bei manchen Kritiken schien bei mir nicht am Anfang schon durch, wie Elle sich am Ende entscheiden wird und schon wieder bin ich mir auch nicht sicher, ob es dieses Mal die richtige Entscheidung ist. Egal wie die Entscheidung ausfällt, sie wird positive und negative Folgen haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.08.2024

Happy End nach zehn langen Jahren

One last shot - Macht es am Ende doch noch Klick?
0

Betty Cayouette schreibt, macht Filme und kreiert Content. Ihr 2021 gegründeter TikTok und Instagram-Kanal unter dem Namen @bettysbooklist gehört inzwischen zu den beliebtesten Buchempfehlungs-Accounts ...

Betty Cayouette schreibt, macht Filme und kreiert Content. Ihr 2021 gegründeter TikTok und Instagram-Kanal unter dem Namen @bettysbooklist gehört inzwischen zu den beliebtesten Buchempfehlungs-Accounts der Welt. Mit „One last Shot“ hat sie ihren ersten Roman geschrieben. Dort bringt sie ihre Erfahrungen als Videografin mit bekannten Mode und Lifestyle-Marken ein.

Emerson ist hochbezahltes Model und hat es ganz nach oben geschafft. Ihr Beruf ist ihr Leben – gezwungenermaßen. Eigentlich sehnt sie sich nämlich nach der wahren Liebe und die ist ihr trotz zahlreicher oberflächlicher Affairen bisher noch nicht über den Weg gelaufen. Alle ihre Partner vergleicht sie mit Theo, ihrem Jugendfreund, den sie mit 18 verließ und von dem sie seitdem nie wieder gehört hat. Wäre da nicht dieser Pakt, den die beiden vor 10 Jahren schlossen: nämlich einander zu heiraten, wenn sie mit 28 immer noch ledig und frei wären. Diese Nachricht ploppt eines Tages auf Emersons Handy auf. Und Emerson beschließt zu handeln.

Theo ist insgesamt zufrieden mit seinem Leben und seinem sicheren Job als Fotograf für kommerzielle Modemarken. Seine jugendlichen Träume von eigenen kunstvollen Fotoausstellungen in Galerien und Museen hat er längst hinter sich gelassen, doch einen Traum kann er nicht vergessen: seine Jugendliebe Emerson.

Eigentlich müsste es bei dieser klaren Gefühlslage doch ganz easy sein. Sie treffen sich wieder und alles wird gut! Aber so einfach ist es nicht! Das Happy End braucht mehr als 450 Seiten, viele Verwicklungen, Intrigen, Missverständnisse, Rückblenden und bringt beide an ihre gefühlsmäßigen Grenzen.

Die Handlung spielt in großen Teilen vor dem Hintergrund der Cinque Terre, einer wunderschönen Region in Ligurien an der italienischen Küste.

Emerson hat sich für eine Kampagne buchen lassen, die eigentlich unter ihrem Niveau liegt und entsprechend verärgert reagiert ihr Umfeld. Ihr Agent Matt legt ihr Steine in den Weg, wo immer er kann. Aber Theo ist der Fotograf dieser Kampagne und ihn will Emerson ja unbedingt wiedersehen. Anfangs reagiert er eher zurückhaltend auf ihr plötzliches Auftauchen. Es scheint ihm gar nicht zu gefallen. Doch mit jedem Tag kommen die beiden sich näher und die alte Vertrautheit kommt zurück. Mit den beiden fährt man durch schmale Straßen, deren bunte Häuser die hügelige Landschaft zieren. Von den Klippen kann man das türkisfarbene Meer sehen, man hat einen atemberaubenden Ausblick auf zahlreiche Hügel, pinkfarbene Häuser an Steilhängen und breite, wunderschöne Strände. Kein Wunder, dass es vor dieser schönen Kulisse mit Emerson und Theo doch noch Klick machen muss.

Das Buch liest sich trotz seiner Länge gut und auch mit den zahlreichen Rückblenden und den Schilderungen aus beider, Emersons und Theos Sicht kommt man gut klar. Die Triggerwarnung am Anfang wäre für mich verzichtbar gewesen, denn das, was nun wirklich in der Jugend zur Trennung der beiden führte, wird nur einmal am Rand mit wenigen Worten gestreift.

Dafür lernen wir die manchmal etwas komplizierten Gedankengänge der beiden umso besser kennen, verlieren uns schon mal in Bedenken und Rücksichten und dabei hätten die beiden alle diese Umwege doch gar nicht gebraucht. Allen Kollegen, Freunden und Verwandten war von vornherein klar, dass es vernehmlich zwischen den beiden knisterte und dass in diesem Fall die Chemie wirklich stimmte.

Es handelt sich hier nicht um anspruchsvolle Literatur, aber das will das Buch sicher auch nicht sein. Es ist eine entspannende Urlaubslektüre, Sommerlektüre mit Happy End oder wie man heute sagt: Friends to Lovers und Second Chance Trope vor wunderschöner Kulisse.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere