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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.09.2024

Internationales Göttergericht

Medusa: Verdammt lebendig
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Neuerzählungen oder Anlehnungen an Götter und Helden aus der griechischen Mythologie sind ja seit einiger Zeit sehr in Mode, wie auch Entlehnungen aus anderen Götterwelten, die gerne mal in der Gegenwart ...

Neuerzählungen oder Anlehnungen an Götter und Helden aus der griechischen Mythologie sind ja seit einiger Zeit sehr in Mode, wie auch Entlehnungen aus anderen Götterwelten, die gerne mal in der Gegenwart spielen.
Hier gibt es aber eine Vermischung der unterschiedlichen Götterwelten und neben der Protagonistin Medusa spielt der altägyptische Gott Horus eine Hauptrolle sowie eine sumerische Göttin.
Medusa lebt zurück gezogen in Köln. Sie trägt Kontaktlinsen und bleibt für sich, weil sie keine anderen Lebewesen unabsichtlich versteinern möchte. Doch dann soll sie sich vor dem Göttergericht für ihre Taten verantworten; ausgerechnet Athene und Poseidon haben sie angeklagt, die beiden Gottheiten, die überhaupt für Medusas Verwandlung und Bestrafung verantwortlich sind.
Medusa hat ihre Schlangen nach den Göttern benannt und besonders die nach dem Kriegsgott Ares benannte Schlange gibt sich besonders kämpferisch. Die Idee hat mir gut gefallen, wie auch einige andere Eigenheiten, die ich nicht ohne zu spoilern nennen kann.
Mir hat dieser erste Teil sehr gefallen und ich bin neugierig, wie es weitergehen wird. Aber zum Glück gibt es einen gewissen Abschluss am Ende des Bandes.
Die Hörbuchsprecherin Viola Müller kenne ich bereits aus anderen Produktionen und ich höre ihr gerne zu.

Veröffentlicht am 27.08.2024

Multiperspektivisch

Five Broken Blades
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Ich bin ja in der Regel immer ein wenig skeptisch, wenn ein Buch in der Vorankündigung mit den Werken anderer und erfolgreicher Autor*innen verglichen wird, denn meiner Meinung nach fallen solche Vergleiche ...

Ich bin ja in der Regel immer ein wenig skeptisch, wenn ein Buch in der Vorankündigung mit den Werken anderer und erfolgreicher Autor*innen verglichen wird, denn meiner Meinung nach fallen solche Vergleiche einfach schwer und es ist doch gerade immer etwas Besonderes, wenn eben nicht verglichen werden kann.
Nichtsdestotrotz hat mich der Klappentext sofort "geködert" und auch das genial gemachte Cover hat mich angezogen.
Und ja, Mai Corland hat mich mit ihrem Roman überzeugen können. Auch wenn die Fantasyelemente geringer ausgefallen sind, als ich gedacht hatte, aber insgesamt war die Geschichte in sich stimmig, die Charaktere gut ausgearbeitet und keine reinen Klischees. Ein guter Schreibstil kam noch obendrauf, so dass die Seiten nur so geflogen sind.
Fünf ganz unterschiedliche Charaktere, die sich auf den Weg in die Hauptstadt begeben, um den König zu stürzen und zu töten. Obendrauf noch der verbannte Prinz. Alle haben unterschiedliche Motive, wem ist zu trauen, wem nicht? Die Autorin lässt sich Zeit für die Einführung der sechs unterschiedlichen Charaktere, jeweils aus dessen Sicht geschrieben. Doch diese Einführung ist wichtig und im weiteren Verlauf wird es immer spannender.
Für mich ein absolut gelungener erster Teil.

Veröffentlicht am 26.08.2024

Flitterwochen mit einem Mordfall

Letzte Lügen
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Das Cover finde ich absolut genial, aber bei mir hat noch mehr der Name der Autorin gewirkt, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte.
Ich weiß nicht, wie viele Thriller der Reihe mit Sara Linton und Will ...

Das Cover finde ich absolut genial, aber bei mir hat noch mehr der Name der Autorin gewirkt, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte.
Ich weiß nicht, wie viele Thriller der Reihe mit Sara Linton und Will Trent ich schon gelesen habe und bisher wurde ich noch kein einziges Mal enttäuscht.
Am besten nimmt räumt man sich viel Lesezeit ein für dieses Buch, ob im Urlaub oder an einem freien Wochenende, denn wenn man einmal angefangen hat, dann kann man den Thriller ganz schlecht wieder aus der Hand legen.
Ich empfehle zumindest einige der Vorgänger gelesen zu haben, weil dann die Hintergrundgeschichte besser zu verstehen ist, allerdings kommt auch ohne dies die Spannung auf.
Die Flitterwochen haben sich Sara und Will ganz bestimmt nicht so grausam vorgestellt. Statt Romantik kommt es zu Mord, denn die Managerin der Lodge wird ermordet. Wer war es? Hier kommen viele in Frage und es gibt auch viele unterschiedliche Motive. Dann verschwindet auch noch der Sohn von Mercy McAlpine und irgendwie hat jeder und jede ein Motiv, denn die Tote war nicht gut angesehen.
Der Spannungsbogen wird gehalten, wir werden verwirrt, mit unterschiedlichen Informationen aus diversen Perspektiven "versorgt" und die Gänsehaut will einfach nicht verschwinden.

Veröffentlicht am 25.08.2024

Faszinierend anders

Die Quokka-Insel
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Ich gestehe, dieser Kriminalroman hat mich überrascht, er war anders als ich gedacht habe. Und vor allem musste man wirklich genau lesen, vor allem, wenn man die Personen nicht kennt. Und dann gab es zu ...

Ich gestehe, dieser Kriminalroman hat mich überrascht, er war anders als ich gedacht habe. Und vor allem musste man wirklich genau lesen, vor allem, wenn man die Personen nicht kennt. Und dann gab es zu Beginn auch noch ein paar perfide Zeitsprünge und diese Brüche der Chronologie sind mir auch recht spät aufgefallen. Man muss hier genau lesen - und wenn man das nicht tut, dann entgehen einem viele Wortspiele und -witze sowie Informationen, die vielleicht eher in die Richtung "unnützes Wissen" gehen, aber gerade deshalb so amüsant sind.
Man darf diesen Krimi einfach nicht zu ernst nehmen; das fängt schon mit der Karte zu Beginn an, denn dort befindet sich eine des Bundeslands Franken. Und dann gibt es 3 Stufen der Wasserrationierung, weil die Hitze anhält. Durchaus vernünftig, aber inhaltlich doch arg fragwürdig.
Viele interessante Charaktere, die alle so ihre Eigenheiten und Macken haben, ein fränkisches Kamasutra, eine ungewöhnliche Schachpartie und von einer KI verfasste Witze, um nur einige Beispiele zu nennen.
Ach ja, der Kriminalfall: der CEO eine Firma wurde entführt und dann verschwindet noch ein Ehepaar, ein kleiner Junge wird Zeuge und hat zu viel gesehen. Nun ja, der Rest geschieht erst so nach und nach - da möchte ich nicht zu viel verraten.
Nur so viel: mir hat es Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen.

Veröffentlicht am 16.08.2024

Moni und Oscar

Pi mal Daumen
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Zwei total unterschiedliche Charaktere treffen hier im neuen Roman von Alina Bronsky aufeinander: der sechzehnjährige Oscar, aus dessen Sicht der Roman erzählt wird, und die Anfang 50jährige Moni. Sie ...

Zwei total unterschiedliche Charaktere treffen hier im neuen Roman von Alina Bronsky aufeinander: der sechzehnjährige Oscar, aus dessen Sicht der Roman erzählt wird, und die Anfang 50jährige Moni. Sie lernen sich im Mathematikseminar kennen und nur, weil Übungsblätter im Team abgegeben werden müssen, akzeptiert Oscar die Zusammenarbeit. Aber er ist sich eh sicher, dass Moni das Studium nicht schaffen wird. Überheblich löst er die Aufgaben für beide.
Oscar stammt aus einer reichen Familie und hat gelernt, dass man mit Geld alles bekommen kann. Er ist Autist und fixiert darauf, sein Idol, Professor Johannsen, persönlich zu treffen. Nur deshalb hat er sich für diese Uni entschieden.
Moni hingegen kommt mit allen leicht ins Gespräch, kümmert sich um alle(s) und hat auch mal ihren jüngsten Enkel mit in der Vorlesung.
Mir hat dieses Aufeinandertreffen zweier so unterschiedlicher Leben gefallen. Alina Bronskys Schreibstil ist einfach unglaublich und auch ihr neuer Roman war ein Kunstwerk.