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Raoulchagny

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.09.2024

Gelungene Unterhaltung für Fans klassischer Kriminalromane

Mord in der Charing Cross Road
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Die Veröffentlichung von "Mord in der Charing Cross Road" von Henrietta Hamilton durch den Klett-Cotta (Erstveröffentlichung des englischen Originals: 1956) reiht sich eine in eine Vielzahl von Wiederentdeckungen ...

Die Veröffentlichung von "Mord in der Charing Cross Road" von Henrietta Hamilton durch den Klett-Cotta (Erstveröffentlichung des englischen Originals: 1956) reiht sich eine in eine Vielzahl von Wiederentdeckungen klassischer Kriminalromane aus der Zeit zwischen 1920 und 1960. Zugleich hebt sich der Kriminalroman von Hamilton wohltuend von dem Großteil dieser Wiederveröffentlichungen ab: Hamilton schreibt stilsicher und ist souverän bei der Handlungsführung des Romans. Die Entwicklungen und Wendungen ergeben sich logisch und stimmig. Der Spannungsaufbau ist geschickt und subtil gestaltet. Die Figuren dieses Kriminalromans sind genretypisch für den klassischen Kriminalroman: ein wenig schablonenhaft und zugleich in Teilen überzeichnet, jedoch charmant und mit Esprit. Sowohl was seine Figuren betrifft als auch seine Gestaltung ist der Roman altmodisch, ja ein wenig aus der Zeit gefallen. Dementsprechend ist dieser Roman wie gemacht für Fans klassischer Kriminalromane, die den nostalgischen Charme solcher Bücher schätzen und mehr Wert auf Rätsel als auf Blutvergießen legen.

Veröffentlicht am 03.07.2024

Cosy Crime mit Anekdoten aus dem Antiquitätenhandel

Mord im Antiquitätenladen
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Waldi Lehnertz, bekannt aus der Antiquitäten-Fernsehserie "Bares für Rares" ist den Weg vieler Prominenter gegangen und hat nun ebenfalls ein Buch veröffentlicht - anders als bei den meisten dieser Bücher ...

Waldi Lehnertz, bekannt aus der Antiquitäten-Fernsehserie "Bares für Rares" ist den Weg vieler Prominenter gegangen und hat nun ebenfalls ein Buch veröffentlicht - anders als bei den meisten dieser Bücher ist sein Buch tatsächlich lesenswert. Protagonist dieses Romans ist - wie könnte es auch sein - ein Antiquitätenhändler, der einen Toten in seinem Laden auffindet und sich nach Verschwinden der Leiche zudem als Detektiv wiederfindet. Der Roman besticht durch einen unterhaltsamen Cosy-Crime-Fall, humorvolle Dialoge und vor allem die Anekdoten aus dem Antiquitätenhandel, die geschickt in die Handlung eingewoben sind.
Die Figuren in „Mord im Antiquitätenladen“ sind das Herzstück des Romans. Das Team, das Siggi zur Ermittlung um sich schart, ist skurril sowie sympathisch. Diese illustre Truppe sorgt für komische Situationen, die immer wieder erheitern. Die Balance zwischen Krimi und Komödie gelingt, wobei der Fokus stärker auf dem "Cosy" als dem "Crime" liegt.
„Mord im Antiquitätenladen“ ist ein unterhaltsamer Kriminalroman, der sich bestens für entspannte Stunden eignet. Wer eine Abwechslung zu düsteren und ernsten Krimis sucht, wird hier gut unterhalten.

Veröffentlicht am 19.04.2024

Kurzweiliger Cosy-Krimi

Das Mörderarchiv
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Der deutsche Titel von Kristen Perrins Kriminalroman ist mit "Das Mörderarchiv" etwas unpassend gewählt und fehlleitend, denn ebenjenes Mörderarchiv spielt im Rahmen der Handlung nur eine untergeordnete ...

Der deutsche Titel von Kristen Perrins Kriminalroman ist mit "Das Mörderarchiv" etwas unpassend gewählt und fehlleitend, denn ebenjenes Mörderarchiv spielt im Rahmen der Handlung nur eine untergeordnete Rolle. Stattdessen erfolgt alternierend eine Erzählung der gegenwärtigen Handlung und eine Wiedergabe von Passagen aus dem Tagebuch von Frances Adams. Perrin gelingt es mit diesem vielfach genutzten Muster einen spannenden Fall mit einigen überraschenden Wendungen zu konstruieren. Trotz der spannungsreichen Handlung ist dieser Kriminalroman bestens für einen entspannten Nachmittag geeignet. Es ist ein kurzweiliger Cosy-Krimi, der insbesondere von seinem Setting und den Figuren lebt. Die Figuren sind dabei so klar gezeichnet, dass es trotz ihrer Vielzahl nicht schwer ist, den Überblick zu behalten. Insgesamt sehr lohnenswert (trotz des fehlleitenden Titels).

Veröffentlicht am 16.02.2024

Pointierte Beobachtungen

Klarkommen
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"Klarkommen" von Ilona Hartmann bleibt skizzenhaft. Kurze Episoden der Jugendjahre reihen sich aneinander, geben nur eingeschränkt Hinweise auf Kontext oder Zeit. Die drei Jugendlichen zeichnet Hartmann ...

"Klarkommen" von Ilona Hartmann bleibt skizzenhaft. Kurze Episoden der Jugendjahre reihen sich aneinander, geben nur eingeschränkt Hinweise auf Kontext oder Zeit. Die drei Jugendlichen zeichnet Hartmann nur in ihren Umrissen - als Silhouetten wie aus einer entfernten Erinnerung. Die einzelnen Episoden selbst sind pointiert geschrieben und erzeugen einen starken Eindruck des Moments. In nur wenigen Sätzen gelingt Hartmann stets ein stimmungsvolles Bild des Augenblicks. Immer wieder wird die besondere und treffende Beobachtungsgabe Hartmanns deutlich. Insgesamt gelingt Hartmann ein kurzes und kurzweiliges, ein stilistisch gelungenes und unterhaltsames Porträt der Übergangszeit zwischen Schule und Studium. Es ist ein leicht zugängliches und direktes Buch, das auf ähnliche Erfahrungen der Lesenden abzielt.

Veröffentlicht am 07.12.2023

Klassisch und zugleich modern

Die mörderischen Cunninghams. Irgendwen haben wir doch alle auf dem Gewissen (Die mörderischen Cunninghams 1)
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Benjamin Stevenson hat gleichzeitig einen sehr klassischen und einen äußert modernen Kriminalroman geschrieben. Formal hält er sich an die Vorgaben des klassischen Kriminalromans und weiß mit diesen geschickt ...

Benjamin Stevenson hat gleichzeitig einen sehr klassischen und einen äußert modernen Kriminalroman geschrieben. Formal hält er sich an die Vorgaben des klassischen Kriminalromans und weiß mit diesen geschickt umzugehen. Zeitgleich wahrt er stets eine ironische Distanz und spielt freudig mit den Konventionen des Genres. Klischees scheint er auf den ersten Blick zu bedienen, um sie dann direkt darauf gekonnt auf den Kopf zu stellen. Stevenson spielt ein Spiel mit seinen Leserinnen und Lesern, verteilt viele Hinweise und erinnert immer wieder an sie - um dann plötzlich das ganze Geschehen in neuem Licht erscheinen zu lassen. So gelingen ihm viele überraschende und gut gestaltete Wendungen und Twists, eine spannungsreiche und kurzweilige Handlung und insgesamt ein wirklich originelles und sehr unterhaltsames Buch.